Lotte WOLFFS, geb. Samson
geboren am 16. März 1919 in Aurich
| Straße: | Leerer Landstraße 14 |
| Todesdatum: | Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 15. Januar 1944 |
| Todesort: | Auschwitz |
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Lotte Wolffs, geb. Samson, wurde am 16. März 1919 in Aurich geboren. Sie war das jüngste von fünf Kindern ihrer Eltern Simon Samson (1847-1943) und Goldine, geb. Wallheimer (1887-1944), die in der Rudolf-Eucken-Allee 4 wohnten. Beide Eltern wurden Opfer des Völkermordes, ebenso wie zwei ihrer Geschwister. Nur ihr Bruder Benni Samson (1911-1954) und ihre Schwester Edith Keiser, geb. Samson (1914-1990), überlebten. Lotte Wolffs arbeitet als Hausmädchen und nimmt zwischen Juli 1935 und August 1936 verschiedene Stellen außerhalb Aurichs an. Lotte heiratet am 5.Dezember 1938 Wolff Benjamin Wolffs (1918-1944), den jüngsten Sohn von Benjamin „Bendix“ (1871-1944) und Hannchen Wolffs, geb. Wallheimer (1883-1944). Die Mütter der beiden sind Cousinen. Ihr gemeinsamer Großvater war Levi Wallheimer (1819-1905). Das junge Paar wohnt bei seinen Eltern in der Leerer Landstraße 14. Am 15. April 1939 müssen sie ebenso wie alle anderen Hausbewohner die Leerer Landstraße 14 verlassen und kommen jeweils nur für wenige Wochen bei anderen jüdischen Familien in der Wallstraße 24, in der Marktstraße 15 und Am Neuen Hafen 2 unter.
Am 3. November 1939 fliehen die beiden vor dem Nazi Terror nach Belgien. Lottes Eltern sind schon am 10. Januar 1939 nach Amsterdam geflohen. Nach dem Einmarsch in Belgien am 10.05.1940 verabschiedeten die deutschen Besatzer zahlreiche antijüdische Verordnungen und Gesetze. Die jüdische Bevölkerung wurde in den vier großen Städten Brüssel, Antwerpen, Lüttich und Charleroi konzentriert, ihre Besitztümer wurden registriert und ab dem 27. Mai 1942 musste sie zur Kennzeichnung einen gelben Stern tragen. Am 11. Juni 1942 erhielt die Brüsseler „Zentralstelle für jüdische Angelegenheiten“ aus Berlin den Auftrag, die Deportation der ersten 10.000 Juden aus Belgien vorzubereiten. Für diesen Zweck wurde in der Dossinkaserne das „SS-Sammellager Mechelen“ eingerichtet. In diesem Lager werden Benjamin und Lotte Wolffs interniert und am 15. Januar 1944 vom SS-Sammellager Mechelen nach Auschwitz deportiert. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass Wolff Benjamin und Lotte Wolffs unmittelbar nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet werden, da der größte Teil der aus Belgien nach Auschwitz Deportierten erst gar keine Stammnummer erhielt, sondern sofort ermordet wurde. Im Rahmen des Völkermordes wurden 25.275 Juden und 351 Sinti und Roma aus dem Sammellager Mechelen vor allem in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der größte Teil der Transporte fand zwischen August und Oktober 1942 statt. Mehr als die Hälfte der 60.000 in Belgien lebenden Juden konnten sich durch Flucht oder Untertauchen der Deportation entziehen und überlebten. |
| Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer (12.06.2012) | |
| Fotos: | Günther Lübbers |
| Opfergruppe: | Juden |
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| Patenschaft: | Carl Osterwald |
| Verlegetermin: | 12. Juni 2012 |




