Jüdischer Friedhof Aurich

  1. „Begehung“ des jüdischen Friedhofs im September 2024
  2. Arbeiten im Oktober 2024
  3. Arbeiten im Dezember 2024
  4. Arbeiten im April 2025
  5. Arbeiten im Juni 2025
  6. Arbeiten im Dezember 2025
  7. Arbeiten im Mai 2026
  8. Schäden am jüdischen Friedhof im Juni 2026
  9. Pressebericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 27. Juni 2026
  10. Presseberichte in den Ostfriesischen Nachrichten und der Ostfriesen-Zeitung vom 29. und 30. Juni 2026

Der jüdische Friedhof in Aurich machte in den vergangenen Jahren nicht immer einen gepflegten Eindruck. Dieses war auch dem eingeschränkten zeitlichen und finanziellen Rahmen der für die Pflege zuständigen Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes bzw. der Stadtgärtnerei zuzuschreiben.

Mitte des Jahres 2024 war die Verlegung der Stolpersteine in Aurich weitestgehend abgeschlossen. Da lag es nahe, die BBS II Aurich, die seit 2011 mit Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschulklassen Bautechnik an den 17 Verlegeaktionen von bisher 409 Stolpersteinen beteiligt war, in die Pflege des Friedhofes einzubinden. Sowohl die Leiterin der BBS II Aurich als auch die zu beteiligenden Fachpraxislehrer der Bereiche Gartenbau und Bautechnik waren hierzu gerne bereit. Nach Rücksprache mit dem Jüdischen Landesverband in Hannover wurde eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Stadtverwaltung Aurich und der BBS Aurich II geschlossen.

„Begehung“ des jüdischen Friedhofs im September 2024

Am 23. September 2024 fand eine erste „Begehung“ des Friedhofes mit den zu beteiligenden Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern der Bautechnik- und Gartenbauklasse der BBS Aurich II statt. An diesem Tag sah der Friedhof nach ersten Pflegearbeiten so aus:

Viele Grabplatten auf dem alten Friedhofsteil waren im Laufe der Jahrzehnte total überwachsen von Moos und Gras. Ihre genaue Lage konnte man nur anhand der vorliegenden Verzeichnisse finden. Die Fotos entstanden am 2. Oktober 2024.

Arbeiten im Oktober 2024

Am 30.Oktober 2024 trafen sich Mitarbeiter der Stadt Aurich und beteiligte Fachpraxislehrer auf dem Friedhof. Dabei entstanden die folgenden Fotos:

Arbeiten im Dezember 2024

Am 18. Dezember 2024 ließen sich Lehrkräfte und Schüler auch vom kalten Wetter nicht von ihrer wertvollen Pflegearbeit auf dem Friedhof abhalten. Eine ganze Reihe von Grabplatten im rechten, alten Teil des Friedhofes wurde von Moos und Laub befreit und so wieder sichtbar, aber noch nicht unbedingt lesbar gemacht.

Etwa zur gleichen Zeit nahm Adrian Mills zu mir Kontakt auf. Er hatte das Buch „I will plant you a lilac tree“ von Laura Hillman, 1923 in Aurich geboren als Hannelore Wolff, ins Deutsche übersetzt, welches im Jahre 2019 unter dem Titel „Ich pflanze einen Flieder für dich“ im Weimarer Eckhaus Verlag erschienen ist. Durch verschiedene Lesungen und Konzerte, zusammen mit Paul Zell, war Geld gesammelt worden, das für Material für eine neue Bank eingesetzt werden konnte. Diese wurde von Schülerinnen und Schülern der BBS geplant und in der Schule gebaut.

Arbeiten im April 2025

Am 22. April 2025 gingen die Pflegearbeiten weiter. Wieder hatte sich eine Reihe von Schülern mit ihrem Fachpraxislehrer Harmannus Cornelius daran gemacht, weitere Grabplatten auf dem alten Friedhofsteil freizulegen und zu säubern.

Am 13. Juni 2025: Die Bank ist fertiggestellt. Nun geht es darum, einen geeigneten Aufstellungsplatz zu finden. Wir haben uns dann entschlossen, die alte und eigentlich abgängige Bank stehen zu lassen und die neue Bank im linken, neuen Teil des Friedhofes direkt an der Hecke bei der Emder Straße aufzustellen. Man kann von dort aus seinen Blick über den gesamten Friedhof schweifen lassen.

Am 18. Juni 2025 war es soweit, die neue Bank konnte aufgestellt werden. Sie wurde in Einzelteilen zerlegt von der Berufsbildenden Schule zum Friedhof gebracht und dort zusammengebaut.

Arbeiten im Juni 2025

Am 25. Juni 2025 wurde die neue Bank bei einem Pressetermin der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu waren neben einer beteiligten Schülerin und mehreren Schülern Vertreter der Stadt, die Schulleiterin der BBS II Aurich, Mitglieder des Stolperstein-Arbeitskreises und insbesondere auch Irene und Adrian Mills gekommen. Die nachfolgenden Fotos und der Pressebericht mögen hiervon einen Eindruck vermitteln.

Die beteiligte Schülerin und ihre Klassenkameraden haben sich zusammen mit den Fachpraxislehrern Florian Fach und Harmannus Cornelius zum Pressefoto aufgestellt

Vor den Sommerferien hatte Harmannus Cornelius die Bruchstücke der Grabsteinplatte von Aron Ballin vom Friedhof zur Schulwerkstatt gebracht. Hier wurde sie mit viel Herzblut so gut es ging wieder hergestellt. Am 8. Oktober konnte sie wieder in den Grabstein eingesetzt werden.

Inzwischen waren auch die weiteren Pflegearbeiten fortgeschritten. Die seitlich abgelegten Baumscheiben waren beiseite geräumt worden.

Sie wurden als Grundlage in die nun im Entstehen begriffene Totholzhecke eingebracht und weitere Baum- und Strauchschnittarbeiten vorgenommen.

Arbeiten im Dezember 2025

Am 15. Dezember 2025 wurde auf dem jüdischen Friedhof ein weiteres mal gearbeitet. Die Schüler der BBS II Aurich kümmerten sich zusammen mit den drei beteiligten Lehrkräften insbesondere, die Grabplatten von dem vielen Eichenlaub zu befreien.

Arbeiten im Mai 2026

Im Mai 2026 waren erneut Schüler der BBS Aurich II mit ihrem Lehrer Harmannus Cornelius auf dem jüdischen Friedhof an der Emder Straße tätig. So wiurde der Rasen gemäht und auch defekte Grabplatten wurden repariert. Der Dank für diesen Einsatz geht an die Schüler der BBS II und ihren Lehrer!

Hier eine kleine Fotoreportage der Arbeiten. Durch Anklicken können die Fotos vergrößert werden.

Wir freuen uns, dass der jüdische Friedhof wieder einen sehr gepflegten Eindruck macht. Noch einmal vielen Dank an die fleißigen Arbeiter!

Schäden am jüdischen Friedhof im Juni 2026

Am Dienstag, dem 23. Juni 2026, sollte wieder eine Pflegeaktion gestartet werden.

Die Schüler mit ihrem Fachpraxislehrer erlebten jedoch eine böse Überraschung, als sie das Tor zum Friedhof öffneten. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni war ein Orkan über Ostfriesland hinweggezogen und hatte leider auch den jüdischen Friedhof nicht verschont. Möglicherweise war genau hier eine Windhose durchgezogen und hatte neben der Baumkrone eines hohen Baumes auch 12 Grabsteine umgeworfen. Ich habe als Erstes Kontakt zum Jüdischen Landesverband in Hannover aufgenommen. Man bat mich darum, die Polizei einzuschalten, um feststellen zu lassen, ob es sich nicht auch um einen Vandalismusschaden handeln könnte. Die beiden hinzugerufenen Beamten konnten zunächst keine entsprechenden Spuren entdecken. Sie nahmen den Vorgang zu Protokoll.

Am 24. Juni hat sich der zuständige Mitarbeiter des Landesverbands die Situation vor Ort zusammen mit zwei Polizeibeamten angesehen und anschließend Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Er bat mich auch darum, Kontakt zur Auricher Presse aufzunehmen.

Am 25. Juni habe ich zunächst mit dem Leiter der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund telefoniert, der von einem Sachverständigen untersuchen lassen wird, ob es sich um die Folgen des Orkans vom 20. Juni handelt oder ob die Grabmale, die nicht in der Nähe der niedergegangenen Baumkrone standen, mutwillig unter großer Kraftanstrengung umgeworfen wurden. Anschließend habe ich mich mit einer Lokalredakteurin von den Ostfriesischen Nachrichten auf dem Friedhof getroffen. Dabei entstanden die nachstehenden Fotos. Ein Zeitungsbericht wird in den nächsten Tagen in den ON erscheinen.

Pressebericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 27. Juni 2026

Presseberichte in den Ostfriesischen Nachrichten und der Ostfriesen-Zeitung vom 29. und 30. Juni 2026