Sara Jacob WOLFF
geboren am 21. Mai 1861 in Aurich
| Straße: | Marktstraße 18 |
| Todesdatum: | 1. Juli 1940 |
| Todesort: | Emden |
| Sara wurde am 21. Mai 1961 in Aurich als zweitjüngstes der fünf Kinder von Jakob Wolff Wolff und Raantje Hartog Abraham Samson geboren. Sara war 8 Jahre alt als Ihre Mutter starb. 4 1/2 Jahre danach starb auch der Vater. Zeitlebens lebte Sara im Kreis ihrer Geschwister und heiratete nicht. Die Brüder arbeiteten als Schlachter. Die ältere Schwester Fanny hatte als einzige eine Familie gegründet.Alle drei Geschwister bis auf ihren Bruder Wolff waren vor Ausbruch der Terrorherrschaft der Nazis bereits verstorben.Seit ihrer frühen Kindheit und später als ledige Frau war es vermutlich immer ihre Aufgabe gewesen, den Haushalt zu führen und für das leibliche Wohl ihrer Familienmitglieder zu sorgen. Außerdem war sie die Tante von drei Nichten. Seit dem Tod des ältesten Bruders Levy im Jahr 1923 lebte sie mit ihrem sechs Jahre älteren Bruder Wolff in der Marktstraße 18. Schon seit 1933, der Machtergreifung der NSDAP, wurde der Lebensalltag des betagten Geschwisterpaars von ständig wachsender Ausgrenzung und Entrechtung bedroht, die in der Pogromnacht im November 1938 zunächst ihren Höhepunkt erreichten. Ungläubig und erschrocken werden sie die Nachricht aufgenommen haben, dass ihre letzten Angehörigen, die drei Nichten Marianne, Regina und Auguste mit ihren Familien nacheinander unfreiwillig von Aurich wegziehen mussten. Alt, hilflos und allein gelassen, konnten jetzt auch Sara und ihr Bruder der Aufforderung Aurich endgültig zu verlassen nicht mehr entrinnen. Im März 1940 wurden sie – von den Behörden und der Ortspolizei – mit den letzten 20 jüdischen Mitbürgern ihrer Heimatstadt Aurich verwiesen. Am 27. März 1940 verließ Sara das Haus in Aurich, gemeinsam mit Wolff, ihrem Bruder. In Emden wurden sie getrennt. Das jüdische Altenheim in Emden war im Zuge der letzten Maßnahmen völlig mit alten und gebrechlichen Menschen aus ganz Ostfriesland, die der Ausweisung noch nicht gefolgt waren, überfüllt. Saras notdürftige Unterkunft wurde eines der sogenannten „Judenhäuser“ im Sandpfad 4. Von hier aus blickte Sara auf die Ruine der im November des Vorjahres zerstörten Emder Synagoge. Die ersten Bomben der alliierten Streitkräfte (der Engländer) waren schon im März 1940 auf Emden gefallen. Medizinische Versorgung gab es für jüdische Mitbürger nicht mehr. Sara Wolff starb am 1. Juli 1940, vier Monate nach der Vertreibung aus Aurich im Alter von 79 Jahren. |
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| Recherche: Christiane Meissner Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 14.12.2013) |
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| Fotos: | Günther Lübbers |
| Opfergruppe: | Juden |
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| Patenschaft: | Christiane Meissner |
| Verlegetermin: | 14. Dezember 2013 |


