Sara Jacob Wolff

Veröffentlicht: 4. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Sara Jacob WOLFF
geboren am 21. Mai 1861 in Aurich

Straße: Marktstraße 18
Todesdatum: 1. Juli 1940
Todesort: Emden
Sara wurde am 21. Mai 1961 in Aurich als  zweitjüngstes der fünf Kinder von Jakob Wolff Wolff und Raantje Hartog Abraham Samson geboren.
Sara war 8 Jahre alt als Ihre Mutter starb.  4 1/2 Jahre danach starb auch der Vater. Zeitlebens lebte Sara im Kreis ihrer  Geschwister und heiratete nicht. Die Brüder arbeiteten als Schlachter. Die ältere Schwester Fanny hatte als einzige eine Familie gegründet.Alle drei  Geschwister bis auf ihren Bruder Wolff waren  vor Ausbruch der Terrorherrschaft der Nazis bereits verstorben.Seit ihrer frühen Kindheit und später als ledige Frau war es vermutlich immer ihre Aufgabe gewesen, den Haushalt zu führen und für das leibliche Wohl ihrer Familienmitglieder zu sorgen. Außerdem war sie die Tante von drei Nichten.

Seit dem Tod des ältesten Bruders Levy im Jahr 1923  lebte sie mit ihrem sechs Jahre älteren Bruder Wolff in der Marktstraße 18. Schon seit 1933, der Machtergreifung der NSDAP,  wurde der Lebensalltag des betagten Geschwisterpaars  von ständig wachsender  Ausgrenzung und Entrechtung bedroht, die  in der Pogromnacht im November 1938 zunächst ihren Höhepunkt erreichten.

Ungläubig und erschrocken werden sie die Nachricht aufgenommen haben, dass ihre letzten Angehörigen, die drei Nichten Marianne, Regina und Auguste mit ihren Familien nacheinander unfreiwillig von Aurich wegziehen mussten.

Alt, hilflos und allein gelassen,  konnten jetzt auch Sara und ihr Bruder der Aufforderung Aurich endgültig zu verlassen nicht mehr entrinnen. Im März 1940 wurden sie – von den  Behörden und der Ortspolizei  – mit den letzten 20 jüdischen Mitbürgern ihrer Heimatstadt Aurich verwiesen. Am 27. März 1940 verließ Sara das Haus in Aurich, gemeinsam mit Wolff, ihrem Bruder. In Emden wurden sie getrennt.

Das jüdische Altenheim in Emden war im Zuge der letzten  Maßnahmen völlig  mit alten und gebrechlichen  Menschen aus ganz Ostfriesland, die der Ausweisung noch nicht gefolgt waren, überfüllt.

Saras notdürftige Unterkunft wurde eines der sogenannten „Judenhäuser“ im Sandpfad 4. Von hier aus  blickte Sara  auf die Ruine der im November des Vorjahres zerstörten Emder Synagoge.

Die ersten Bomben der alliierten Streitkräfte (der Engländer) waren schon im März 1940 auf Emden gefallen.

Medizinische Versorgung gab es  für jüdische Mitbürger nicht mehr.

Sara Wolff starb am 1. Juli 1940, vier Monate nach der Vertreibung aus Aurich im Alter von 79 Jahren.

Gunter Demnig bei der Verlegung der beiden Stolpersteine vor dem Haus Marktstraße 18

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 14.12.2013)
Fotos: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Christiane Meissner
Verlegetermin: 14. Dezember  2013

 

 

 

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