Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

18. Stolpersteinverlegung am 28. September 2026

Veröffentlicht: 2. Oktober 2026 von luebbersaurich in Verlegung

Am 28. September 2026 wurden in Aurich zum 18. Mal Stolpersteine verlegt. Es handelte sich in diesem Fall um zehn Steine, die von den Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschulklasse Bautechnik der BBS II Aurich Lea Juilfs, Xena Süssen, Jelte Janssen, Jannik Meyer und Louis Niemeyer unter der Anleitung ihres Lehrers Harmannus Cornelius in einer Eigenverlegung vor drei Häusern ins Pflaster eingesetzt wurden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung – wie schon seit vielen Jahren – durch Wolfgang Neiweiser.

Die erste Stolpersteinverlegung begann um 11:00 Uhr vor dem Haus Oldersumer Straße 34. Bereits hier hatte sich eine große Anzahl von interessierten Zuschauern eingefunden. Hier war am 10. November 1906 Franz Reuß als jüngstes Kind seiner Eltern Heinrich Reuß und Selma Reuß, geborene Wolff, geboren worden. Nach seiner Flucht nach Palästina im Jahre 1933 nennt er sich Yitzhak Ravé.

Stolpersteinpatin ist die Richterin und zukünftige Auricher Bürgermeisterin Sarah Buss, die auch die von Hans-Jürgen Westermayer erarbeitete Biographie vortrug.

Weiter ging es dann zur Wallstraße. Beim Haus Nr. 26 wurden insgesamt acht Stolpersteine für Adolf Schmidt, seine Ehefrau Frieda, geborene Weiß, und die Kinder Artur, Anna, Emil, Georg, Rudolf und Thekla ins Pflaster eingesetzt. Die Familienmitglieder sind als sogenannte „Zigeuner“ verfolgt und bis auf Artur in Auschwitz ermordet worden. Die Biographien sind von Dr. Hans Hesse aus Köln recherchiert worden, der diese auch vortrug und die Patenschaft für Adolf Schmidt übernommen hatte. Zu den Paten zählen daneben noch die Polizeiinspektion Aurich-Wittmund, vertreten durch Polizeidirektor Stephan Zwerg, Reiner Alberts, die Herren Heinrich Herlyn, Alexander Wiebel und Hartwig Oldenettel, die DIG, Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland sowie die Sammlungen aus zwei Kollekten. Von Günter Dieken wurde mir ein Foto übergeben, welches das Haus Wallstraße 26 im Jahre 1935 zeigt. Im hinteren Grundstücksbereich müssen die Schmidts, zeitweilig wahrscheinlich auch in Schaustellerwagen, gewohnt haben.

Die dritte Station der Stolpersteinverlegeaktion befand sich vor dem Haus Hammerkeweg 1. Hier wohnte die am 26. August 1890 in Großefehn geborene Eva Wolffs bis zu ihrem Tod im Jahre 1993, für deren Stolperstein Friederike Leeners, vertreten durch ihren Sohn Dr. Jörg Leeners, der aus Zürich angereist war, die Patenschaft übernommen hat. Dr. Leeners berichtete während der Verlegearbeiten von der Freundschaft, die zwischen seiner Mutter und Eva Wolffs bestanden hat. Anschließend trug Astrid Parisius die von ihr ermittelten Biographiedaten vor. Eine frühere Nachbarin zeigte ein Foto von Eva Wolffs mit ihren Freundinnen. Die Besucher des Seniorentagestreffs, der sich heute an der Stelle des früheren Wohnhauses von Eva Wolffs befindet, nahmen sehr interessiert an der Verlegung teil.

Berichterstattung in der Auricher Presse

Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 26. September 2026

Bericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 29. September 2026

Bericht in der Ostfriesen-Zeitung vom 30. September 2026

Weitere Pflegearbeiten auf dem jüdischen Friedhof am 2. September 2026

Veröffentlicht: 4. September 2026 von luebbersaurich in Verlegung

Beseitigung der Schäden am jüdischen Friedhof am 26. und 27. August 2026

Veröffentlicht: 1. September 2026 von luebbersaurich in Verlegung

Am 26. August 2026 begannen zwei Mitarbeiter der Firma Schäfer aus Papenburg damit, die elf umgestürzten Grabmale wieder aufzurichten und fachgerecht kleine Beschädigungen zu beseitigen, nachdem vorher die beim Orkan am 20.Juni 2026 herausgebrochene Baumkrone von einer Gartenbaufachfirma entfernt wurde. Die Arbeiten konnten am 27. August 2026 beendet werden. (Fotos Günther Lübbers)

Drohnenaufnahmen vom 27. August 2026

Seminar „Gedenken -Erinnern -Verstehen“ am 18. August 2026

Veröffentlicht: 1. September 2026 von luebbersaurich in Verlegung

Führung über den jüdischen Friedhof am 18. August zusammen mit Jenna Hartmann vom Europahaus Aurich

Die Teilnehmer am Seminar „Gedenken -Erinnern -Verstehen“

Schäden am jüdischen Friedhof

Veröffentlicht: 25. Juni 2026 von luebbersaurich in Verlegung

Am Dienstag, dem 23. Juni 2026, sollte wieder eine Pflegeaktion gestartet werden.

Die Schüler mit ihrem Fachpraxislehrer erlebten jedoch eine böse Überraschung, als sie das Tor zum Friedhof öffneten. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni war ein Orkan über Ostfriesland hinweggezogen und hatte leider auch den jüdischen Friedhof nicht verschont. Möglicherweise war genau hier eine Windhose durchgezogen und hatte neben der Baumkrone eines hohen Baumes auch 12 Grabsteine umgeworfen. Ich habe als Erstes Kontakt zum Jüdischen Landesverband in Hannover aufgenommen. Man bat mich darum, die Polizei einzuschalten, um feststellen zu lassen, ob es sich nicht auch um einen Vandalismusschaden handeln könnte. Die beiden hinzugerufenen Beamten konnten zunächst keine entsprechenden Spuren entdecken. Sie nahmen den Vorgang zu Protokoll.

Am 24. Juni hat sich der zuständige Mitarbeiter des Landesverbands die Situation vor Ort zusammen mit zwei Polizeibeamten angesehen und anschließend Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Er bat mich auch darum, Kontakt zur Auricher Presse aufzunehmen.

Am 25. Juni habe ich zunächst mit dem Leiter der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund telefoniert, der von einem Sachverständigen untersuchen lassen wird, ob es sich um die Folgen des Orkans vom 20. Juni handelt oder ob die Grabmale, die nicht in der Nähe der niedergegangenen Baumkrone standen, mutwillig unter großer Kraftanstrengung umgeworfen wurden. Anschließend habe ich mich mit einer Lokalredakteurin von den Ostfriesischen Nachrichten auf dem Friedhof getroffen. Dabei entstanden die nachstehenden Fotos. Ein Zeitungsbericht wird in den nächsten Tagen in den ON erscheinen.

Pressebericht in den Ostfriesischen Nachrichten vom 27. Juni 2026

Presseberichte vom 29. und 30. Juni 2026 in den Ostfriesischen Nachrichten und 30. Juni in der Ostfriesen-Zeitung

Dokumentation der Schäden, Aufnahme vom 7. Juli 2026 (Günther Lübbers)

Stolpersteinverlegung am 28.09.2026

Veröffentlicht: 13. Juni 2026 von westermayer in Verlegung

Am Montag, dem 28. September 2026, werden in der Auricher Innenstadt 10 Stolpersteine verlegt. Die Verlegungen beginnen um 11:00 Uhr vor dem Haus Oldersumer Straße 34 und dauern bis gegen 13:00 Uhr

Die Steine werden an folgenden Orten verlegt:

Oldersumer Straße 34 für Franz Reuss/Yitzhak Raveh
Franz Reuss floh 1933 nach Palästina. Er änderte seinen Namen zu Yitzhak Raveh und arbeitete dort als Jurist. Er war 1961 einer der drei Richter im Eichmann Prozess.

Wallstraße 26 für Familie Adolf und Frieda Schmidt und ihre 6 Kinder
Die Sintifamilie Schmidt wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Hammerkeweg 1 für Eva Wolffs
Eva Wolffs erhielt als Halbjüdin 1933 ein Berufsverbot. Sie überlebte die NS-Zeit.

Biografien zu den Personen werden nach der Verlegung auf dieser Homepage erscheinen.

Arbeiten am jüdischen Friedhof

Veröffentlicht: 13. Mai 2026 von westermayer in Verlegung

Im Mai 2026 waren erneut Schüler der BBS Aurich II mit ihrem Lehrer Harmannus Cornelius auf dem jüdischen Friedhof an der Emder Straße tätig. So wurde der Rasen gemäht und auch defekte Grabplatten wurden repariert. Der Dank für diesen Einsatz geht an die Schüler der BBS II und ihren Lehrer!

Hier eine kleine Fotoreportage der Arbeiten. Durch Anklicken können die Fotos vergrößert werden.

Wir freuen uns, dass der jüdische Friedhof wieder einen sehr gepflegten Eindruck macht. Noch einmal vielen Dank an die fleißigen Arbeiter!

Stolpersteine Frühjahrsputz im Mai 2026

Veröffentlicht: 13. Mai 2026 von westermayer in Verlegung

Nicht nur zum 9. November werden die Stolpersteine in Aurich geputzt, auch im Mai gibt es eine Putzaktion.
Das wird immer wieder nötig, da die Steine relativ schnell wieder den Glanz verlieren.

Dafür gilt der besondere Dank allen Putzpatinnen und Putzpaten! Wenn die Steine wieder glänzen, werden sie auch besser wahrgenommen.

Am Pferdemarkt 1  wurden die Steine für die Familie Samson und das Ehepaar Rosenthal geputzt.

Weitere Steine am Breiten Weg 1 – sogar mit Blümchen geschmückt!

Breiter Weg 8

Breiter Weg 21

Fockenbollwerkstraße 4

Osterstraße 8

Osterstraße 11

Osterstraße 13

Osterstraße 16-18

Auch die Klasse 9a der Realschule hat fleißig in der Wallstraße und in der Zingelstraße geputzt –
hier in der Wallstraße 46.

Wie schön, dass sie wieder glänzen!
Noch einmal: Herzlichen Dank an alle Putzpatinnen und Putzpaten!

 

Gedenken und Erinnern – Projekttag der KGS Wiesmoor

Veröffentlicht: 29. Januar 2026 von westermayer in Verlegung

Seit 1996 ist der 27. Januar in der Bundesrepublik der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Das Datum erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945.

Aus diesem Anlass organisierte die KGS einen Projekttag zum Thema „Gedenken und Erinnern“. Die sechs Klassen des 8. Jahrgangs kamen am Vormittag des 27. Januar nach Aurich, um sich über die dort verlegten Stolpersteine zu informieren.

Sechs Mitglieder der Arbeitsgruppe Stolpersteine Aurich übernahmen die Führung durch die Innenstadt mit kleinen Gruppen. Dabei konnten die Schüler etwas über die Geschichte der Judengemeinde in Aurich erfahren und lernten bei den Besuchen der Stolpersteine von ausgewählten Familien unterschiedliche Schicksale kennen. So berichteten die Referent von Familien, die in Auschwitz ermordet wurden, von Familien, die in die USA oder nach Argentinien fliehen konnten und von Kindern, die allein mit „Kindertransporten“ nach England geschickt wurden, um sie dort in Sicherheit zu bringen.

Den Schülern war die Betroffenheit, vor allem über das Schicksal Gleichaltriger, anzumerken. Das zeigt auch ein sehr beeindruckender Text, den eine Schülerin des 8. Jahrgangs nach den Informationen zu den Stolpersteinen verfasst hat:

Vergessen unter unseren Füßen

Ein kleiner Stein in kaltem Boden.
Viele gehen drüber hinweg.
Doch wer stehen bleibt und liest,
merkt, dass hier etwas fehlt.

Hier lebte ein Mensch.
Kein Name aus dem Geschichtsbuch,
sondern jemand mit einem Alltag,
der einfach ausgelöscht wurde.

Der Stein erinnert an Angst,
an Abschied ohne Wiedersehen,
an Leben, die zu früh endeten,
weil es andere entschieden haben.

Er liegt still im Pflaster
und verlangt nichts außer eines:
dass wir uns erinnern
und nicht wegsehen.

Herzlichen Dank an die Schülerin für diese sehr gelungenen Zeilen, die auch eine schöne Rückmeldung für die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Stolpersteine Aurich darstellt!

Herzlichen Dank auch für die folgenden Zeilen, die uns von den Schülerinnen und Schülern überreicht wurden:

Dankesschreiben der KGS-Schüler

Verlegung geplant

Veröffentlicht: 16. Januar 2026 von westermayer in Verlegung

Für Montag, den 28. September 2026 ist eine weitere Verlegung von Stolpersteinen in der Innenstadt von Aurich geplant.

In der Wallstraße 26 sollen acht Stolpersteine für die Sinti-Familie Schmidt verlegt. Zur Familie gehören die Eltern Adolf und Frieda Schmidt geborene Weiss und ihre sechs Kinder Arthur, Anna, Emil, Georg, Rudolf und Thekla. Ihr letzter frei gewählter Wohnort war Aurich. Als sie von dort ausgewiesen wurden, zogen sie zunächst nach Köln und dann nach Barßel (etwa 13km östlich von Rhauderfehn).

Anfang März 1943 wurden sie in Barßel festgenommen, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das jüngste Kind der Familie Schmidt war zum Zeitpunkt der Deportation noch nicht einmal ein Jahr alt.

Ein weiterer Stolperstein wird für Eva Wolffs im Hammerkeweg 1 verlegt. Als sog. Halbjüdin wurde sie mit einem Berufsverbot belegt, gedemütigt und entrechtet, konnte aber in Aurich bleiben und überlebte den Nazi-Terror. Sie starb am 15. Mai 1993 im Alter von 102 Jahren.

Der zehnte Stolperstein wird für Franz Reuß vor seinem Geburtshaus in der Oldersumer Straße 34 verlegt. Franz Reuß flüchtete 1933 nach Palästina. Dort änderte er seinen Namen in Yitzhak Raveh und arbeitete als Rechsanwalt und Richter. In dieser Funktion war er im Jahre 1961 im Strafprozeß gegen Adolf Eichmann neben Moshe Landau und Benjamin Halevi Richter des Spruchkörpers am Jerusalemer Stadtgericht. Yitzhak Raveh starb am 8. November 1989 in Tel Aviv.

Die Biografien der Familie Schmidt, von Eva Wolffs und Franz Reuß werden nach der Verlegung auf dieser Homepage zu lesen sein.