Agnes Hirschberg geb. Ballin

Veröffentlicht: 12. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Agnes HIRSCHBERG geb. BALLIN
geboren am 10. April 1869 in Aurich

Straße: Wohnhaft in Barsinghausen und Bremen
Todesdatum: 7. Oktober 1942, Deportation 23. Juli 1942
Todesort: Theresienstadt Ghetto

Agnes Hirschberg 1939, Foto der Kennkarte, NLA Aurich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Agnes Keyle Zwy Ballin wird am 10. April 1869 in Aurich geboren. Ihre Eltern sind Hermann Hirsch Zwy Moses Ballin (*31.12.1829 Aurich +13.05.1920 Aurich) und Julie Gütel geb. Hoffmann (*3.05.1840 Wolbeck +13.05.1923 Hamburg).
Agnes hat fünf ältere Geschwister: Bernhardine Dine Zwy Ballin (*11.03.1860 Aurich +28.07.1932), ein Geschwister (ohne Namen) ist gleich nach der Geburt gestorben (*3.01.1861 Aurich +4.01.1861 Aurich), Marie Mirjam Zwy Ballin (*10.12.1861 Aurich +20.03.1943 Theresienstadt), Joseph Zwy Ballin (*9.02.1863 Aurich +22.05.1863 Aurich), Eduard Manoch Zwy Ballin (*26.02.1865 *unbekannt).Agnes heiratet in den 1890er Jahren den in Barsinghausen geborenen Hermann Hirschberg und zieht dorthin. Ihre Tochter Irma Hirschberg wird dort am 22.10.1899 geboren.

Ihr Mann Hermann Hirschberg verstirbt am 12. August 1933 im Alter von 65 Jahren. Danach zieht Agnes nach Bremen – vermutlich zu ihrer Tochter.

Am 23.07.1942 wird Agnes Hirschberg in das Ghetto Theresienstadt deportiert und stirbt dort am 7.10.1942 im Alter von 73 Jahren.

Ihre Tochter Irma heiratet am 11.09.1925 in Bremen den Kaufmann Leon Laufer. Sie bekommen am 14.07.1926 eine Tochter Ilse. Die Ehe wird am 30.07.1932 geschieden.
Irma lebt weiter in Bremen und wird am 18.03.1942 in das KZ Ravenbrück deportiert und dort ermordet. Dieser Tag gilt als ihr Todesdatum.

Auch Irmas Mann, Leon Laufer, wird Opfer der Shoa. Er heiratet erneut und hat eine Tochter. Von März 1939 bis September 1943 arbeitet er als Lagerist und kaufmännischer Angestellter bei verschiedenen Firmen.
Am 6.9.1944 wird er von der Gestapo verhaftet, weil er als Jude in einem öffentlichen Luftschutzbunker gesessen und damit einem „Arier“ den Platz weggenommen habe. Er wird noch am selben Tag in das Arbeitserziehungslager Farge überstellt.
Leon Laufer wird am 22.12.1944 in das KZ Neuengamme überstellt, wo sich seine Spur verliert. Er wurde am 8.9.1948 für tot erklärt.

Auch Ilse Laufer, die Tochter von Irma und Leon Laufer, wird Opfer der Shoa. Aus dem weiteren Verlauf ihres Schicksals kann der Schluss gezogen werden, dass sie vermutlich in ihrer geistigen Entwicklung zurückgeblieben war. Im April 1937 kam sie in das jüdische Waisenhaus Hamburg, Laufgraben 37, und wurde am 14.7.1939 im jüdischen Kinderheim in Beelitz/Brandenburg aufgenommen.

Am 14.4.1942 wurde die erste Gruppe mit 24 Kindern und Jugendlichen, zwei Erziehern, der Köchin und einer Kindesmutter zur Deportation zusammengefasst. Unter ihnen war auch die 15-jährige Ilse Laufer. Der 13. Berliner Transport mit insgesamt 940 Menschen erreichte am 16.4. das Ghetto Warschau. Dort verliert sich ihre Lebensspur.

Recherche: und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 11.01.2023)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Gedenkbuch Bundesarchiv

Datenbank: https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I8059&lang=de

Leon Laufer: http://www.stolpersteine-bremen.de/detail.php?id=280
Ilse Laufer: http://www.stolpersteine-bremen.de/detail.php?id=643

 

 

Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin: Für Agnes Hirschberg geb. Ballin wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da sie Aurich schon vor 1900 verließ.

 

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.