Adolf Wolff

Veröffentlicht: 20. November 2010 von westermayer in Verlegung

adolf-wolff-1920-stein-1Adolf  WOLFF
geboren 18. Oktober 1920 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 28. Februar 1945 (nicht gesichert)
Todesort: Auschwitz
Adolf Wolff war der älteste von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb. 1899). Adolf hatte vier jüngere Brüder: Siegbert (*1922), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.7.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Adolf heiratete in Theresienstadt am 25. Juni 1944 Hilde Eva Pander. Hilde wurde am 25. März 1923 in Bochum als Tochter des Uhrmachers und Juweliers Max Pander, geboren am 24. Januar 1891 in Buk / Polen, gestorben am 1. Dezember 1944 in Auschwitz geboren. Ihre Mutter war Bertha Pander geborene Holländer, geboren am 21. Mai 1895 in Samter / Polen, gestorben am 20. Mai 1972 in Illinois. Hilde hatte keine Geschwister und war von Beruf Hutmacherin. Für ihren Vater liegt ein Stolperstein in Bochum.

Hilde heiratete in zweiter Ehe im Jahre 1949 Hans Siegfried Harry Stern, geboren am 1. Mai 1915 in Frankfurt. Er starb am 20. Oktober 1994 in Glenview / Illinoins. Hilde starb am 13. März 2020 im Alter von 96 Jahren in Chicago / Illinois.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder in Auschwitz. Das Todesdatum für Adolf Wolff wird in einigen Quellen als der 28.02.1945 benannt. Dieses Datum ist nicht gesichert, denn bereits am 27.01.1945 wurde Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Sicher scheint jedoch, dass Adolf in Auschwitz umkam.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv:  Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Spuren im Vest – Juden im Vest Recklinghausen: Pander Hilde, Recherche Dr. Franz-Josef Wittstamm, Bochum

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Bündnis 90/Die Grünen, OV Aurich
Verlegetermin: 21. Februar 2013

 

 

 

 

 

 

 

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