Für Montag, den 28. September 2026 ist eine weitere Verlegung von Stolpersteinen in der Innenstadt von Aurich geplant.
In der Wallstraße 26 sollen acht Stolpersteine für die Sinti-Familie Schmidt verlegt. Zur Familie gehören die Eltern Adolf und Frieda Schmidt geborene Weiss und ihre sechs Kinder Arthur, Anna, Emil, Georg, Rudolf und Thekla. Ihr letzter frei gewählter Wohnort war Aurich. Als sie von dort ausgewiesen wurden, zogen sie zunächst nach Köln und dann nach Barßel (etwa 13km östlich von Rhauderfehn).
Anfang März 1943 wurden sie in Barßel festgenommen, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das jüngste Kind der Familie Schmidt war zum Zeitpunkt der Deportation noch nicht einmal ein Jahr alt.
Ein weiterer Stolperstein wird für Eva Wolffs im Hammerkeweg 1 verlegt. Als sog. Halbjüdin wurde sie mit einem Berufsverbot belegt, gedemütigt und entrechtet, konnte aber in Aurich bleiben und überlebte den Nazi-Terror. Sie starb am 15. Mai 1993 im Alter von 102 Jahren.
Der zehnte Stolperstein wird für Franz Reuß vor seinem Geburtshaus in der Oldersumer Straße 34 verlegt. Franz Reuß flüchtete 1933 nach Palästina. Dort änderte er seinen Namen in Yitzhak Raveh und arbeitete als Rechsanwalt und Richter. In dieser Funktion war er im Jahre 1961 im Strafprozeß gegen Adolf Eichmann neben Moshe Landau und Benjamin Halevi Richter des Spruchkörpers am Jerusalemer Stadtgericht. Yitzhak Raveh starb am 8. November 1989 in Tel Aviv.
Die Biografien der Familie Schmidt, von Eva Wolffs und Franz Reuß werden nach der Verlegung auf dieser Homepage zu lesen sein.
