Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Iwan Wolff

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Iwan WOLFF
geboren am 17. Juni 1891 in Aurich

Straße: Gartenstraße 27 (bis ca. 1929)
Todesdatum: 26. Februar 1943
Todesort: Auschwitz
Iwan Wolff wurde am 17. Juni 1891 in Aurich geboren. Iwan war das sechste von neun Kindern seiner Eltern, dem Schlachter Samuel Wolff (1846 – 1929) und Caroline geb. Loewenthal (1869 – 1916). Iwans Vater lebte mit seiner Familie in der Marktstraße 2. Das Haus gehörte ihm seit 1909 und hier wuchs auch Iwan mit seinen acht Geschwistern auf. Im November 1929 verstarb sein Vater mit 83 Jahren an Altersschwäche. Seine Frau Caroline war schon am 3. Mai 1916 im Alter von 56 Jahren an einem Gehirnschlag gestorben.

Iwan Wolff wohnt einige Zeit in Berlin-Oberschöneweide. Er kommt am 29.12.1922 zurück nach Aurich und wohnt in der Gartenstraaße 27. Er arbeitet als Kaufmann.

Iwan Wolff heiratet Frieda Stoppelmann (*13.06.1887 Füstenau +1.10.1944 Stutthof), die am 2.08.1923 nach Aurich zieht. Ihr gemeinsamer Sohn Wilhelm „Willi“ Wolff wird am 30.10.1924 in Aurich geboren.
Das Paar verlässt Aurich am 1.08.1929 und zieht nach Freren Krs. Lingen.
Iwan trennt sich später von seiner Frau Frieda. Der Sohn bleibt offensichtlich bei seiner Mutter.

In den 30ger Jahren emigriert Iwan in die Niederlande. Dort heiratet er Caroline Zeligman (*2.01.1894 Meerssen, NL), deren erster Ehemann, Isaak Polak, mit dem sie seit 1928 verheiratet war, 1936 verstorben ist.
Caroline Wolff-Zeligman betreibt ein Gästehaus in Amsterdam, Nieuwe Prinsengracht 25.

Iwan Wolff und seine Frau Caroline werden in Westerbork interniert, nach Auschwitz deportiert und dort am 26.02.1943 ermordet.

Seine erste Frau, Frieda Wolff geb. Stoppelmann lebt mit ihrem Sohn Wilhelm an ihrem Geburtsort Fürstenau. Beide werden am 13. Dezember 1941 in das Ghetto Riga deportiert. Frieda Wolff wird am 1. Oktober 1944 im KZ Stutthof (nahe Danzig) ermordet. Der Leidensweg ihres Sohnes führt über Stutthof (23. August 1944) und das KZ Natzweiler (südlich von Straßburg), wo er am 2.Dezember 1944 ermordet wir.

Bis auf den ältesten Bruder von Iwan, Wilhelm Wolff Wolff (1881 – 1924), der bereits 1924 verstarb, seine Schwester Frieda verh. Schoenthal, die bereits 1934 verstarb und seinen jüngsten Bruder Jonas, dem die Flucht in die USA gelang, wurden – ebenso wie er – alle seine Geschwister Opfer des Völkermordes.

Stolpersteine für seinen Bruder Benjamin „Benno“ Wolff (1883 – unbekannt) und dessen Frau Regina geb. Wolff (1890 – unbekannt) wurden in der Marktstraße 2 verlegt, wo Iwan mit seinen Geschwistern aufwuchs.

Für seinen Bruder Levi Wolff (1884-1942 Auschwitz), dessen Frau Marianne geb. Karseboom (1894 Emden – 1942 Auschwitz) und ihre Tochter Lydia (1922Emden – 1942 Auschwitz) wurden Breiter Weg 8 Stolpersteine verlegt.

Die Steine für seine Schwester Minna Stoppelmann geb. Wolff (1887 – 1942) und ihren Ehemann Gerson Stoppelmann sowie ihre beiden Kinder wurden am 17.07.2013 in der Wallstraße 8 verlegt.

Für seinen Bruder Hermann Wolff (1893 – 1945), dessen Frau Jeanette geb. Wolff und ihre fünf Kinder wurden Stolpersteine im Langen Kamp 15 verlegt.
Die Steine für seinen Bruder Daniel Wolff (1895 – 1944) und dessen Frau Henny geb. Hartogsohn (1891 – unbekannt) sowie deren vier Kinder werden 2015 in der Wallstraße 56 verlegt.
Nur Levis jüngster Bruder Jonas Wolff (1897 – 1981) kann mit seiner Frau Senta geb. Wolff (1903 – 1973) und ihren drei Kindern durch Flucht in die USA dem Völkermord entgehen. Für sie wurden in der Osterstraße 25 Stolpersteine verlegt.

Recherche: und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2023)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Gedenkbuch Bundesarchiv
Meldekarte Aurich, NLA Aurich
Datenbank: https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I6006&lang=de
Datenbank: https://www.geni.com/people/Iwan-Wolff/6000000031588528711
Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin: Für Iwan Wolff wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da er bereits 1929 Aurich verließ.

 

 

Ruth Wolff verh. Pins

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Ruth WOLFF verh. Pins
geboren am 29. November 1921 in Aurich

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:  
Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.

 

Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

 

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

 

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).

Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.

Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919)der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt i Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen:  
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012

– Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006

Patenschaft: Die Grünen
Verlegetermin: 19. September  2018

 

 

Manfred Wolff

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Manfred WOLFF
geboren am 11. September 1920 in Aurich

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:  
Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.

 

Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

 

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

 

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).

Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.

Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919)der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt i Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen:  
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012

– Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006

Patenschaft: Dr. Werner Knurr
Verlegetermin: 19. September  2018

 

 

 

Isaak Abraham „Bubi“ Wolff

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Isaak Abraham „Bubi“ WOLFF
geboren am 25. April 1918 in Aurich

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:
Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).

Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.

Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919)der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt ihr Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

Bubi und Hilde Wolff 1992

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto: Familie Wolff
Opfergruppe: Juden
Quellen: Informationen  von Mario Alejandro Wolff (Sohn  von Isaak Abraham „Bubi“ Wolff)
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012- Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006
Patenschaft: Christiane Meissner
Verlegetermin: 19. September  2018

Mathilde Wolff geb. Katz

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Mathilde WOLFF geb. Katz
geboren am 22. April 1884 in Gilsa (Hessen)

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:
Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).

Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.

Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919)der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt ihr Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

                        Bubi und Hilde Wolff 1992

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012

– Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006

Patenschaft: Thomas Kühn
Verlegetermin: 19. September  2018

Abraham Isaak Wolff

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Abraham Isaak WOLFF
geboren am 7. Juli 1883 in Aurich

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:

Abraham Isaak Wolff 1939, Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.

Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde, mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).
Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.
Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919) der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Informationen  von Mario Alejandro Wolff (Sohn  von Isaak Abraham „Bubi“ Wolff)
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012- Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006
Patenschaft: Christoff Leerhoff
Verlegetermin: 19. September  2018

Sally Goldschmidt

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Sally GOLDSCHMIDT
geboren am 29. Dezember 1876 in Aurich

Straße: Osterstraße 13
Todesdatum: 24.07.1956
Todesort: Milwaukee/Wisconcin
Sally Goldschmidt wird am 29.12.1876 in Aurich als Sohn des Manufakturwarenhändlers Markus Goldschmidt geboren. Sein Vater gründete das Geschäft im Jahr 1878.
Sally übernimmt später den Laden und wohnt mit seiner Frau Meta Goldschmidt, geb. Friedenberg, geb.26.03.1885, und seiner Tochter Herta bis zum 07.10.1938 in diesem Haus, Osterstr. 13, danach bis zu seiner Auswanderung 1939 in der Wallstr. 18.

Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde etwa 420 Personen gehören (7 % von insgesamt etwa 6.040 Einwohner), gehört Sally zur jüdischen Gemeinderepräsentanz.

Am 4.10.1929 gehört er dem Wahlausschuss betreffend der Neuwahl zum Provinziallandtag, Kreistag und Gemeindevertretungen an.
Er kandidiert mit zwei weiteren jüdischen Männern auf der Liste „Handel und Gewerbe“ und wird am 17.11.1929 mit 215 Stimmen gewählt.

Sally Goldschmidt verlässt Aurich mit seiner Frau Meta, seiner Tochter Herta Hoffmann geb. Goldschmidt, deren Mann Harry Hoffmann, dessen Eltern Louis und Lina Hoffmann und dessen weiterem Sohn Manfred mit Ehefrau Rosie am 06.03.1939 in Richtung USA.
Sie erreichen New York am 17.03.1939, wo die Schwiegermutter von Herta Hoffmann, Lina, wegen einer Herzerkrankung, die sie sich auf dem Schiff zuzog, stirbt.

Von Amerika aus stellt Sally mehrere Anträge auf Wiedergutmachung, da sein Haus nach seinem Auszug in arische Hände gelangt, aber weiterhin als Manufakturwarengeschäft geführt wird.

Sally Goldschmidt stirbt am 24.07.1956 in Milwaukee/Wisconcin USA.

Recherche: Helga Oldermann
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Peter Tewes
Verlegetermin: 23. Oktober  2017

 

 

 

Meta Goldschmidt geb. Friedenberg

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Meta GOLDSCHMIDT geb. Friedenberg
geboren am 26. März 1885 in Recklinghausen

Straße: Osterstraße 13
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:
Meta Goldschmidt geb. Friedenberg wird am 26.03.1885 in Recklinghausen geboren.Wann sie genau nach Aurich kommt, ist nicht bekannt.

Sie heiratet Sally Goldschmidt und lebt mit ihm und der gemeinsamen Tochter Herta, die am 23.03.1909 in Aurich geboren wird, in der Osterstr. 13, bis sie am 05.03.1939 Harry Hoffmann, geb. 22.02.1911 in Aurich, heiratet.

Die Mutter von Meta, Frau Therese Friedenberg geb. Sahn, geb. am 27.05.1859 im Kreis Jülich, zieht am 21.12.1926 von Recklinghausen zu ihrer Tochter nach Aurich in die Osterstr. 13.

Meta Goldschmidt verlässt Aurich mit ihrem Mann Sally, ihrer Tochter Herta Hoffmann geb. Goldschmidt, deren Mann Harry Hoffmann, dessen Eltern Louis und Lina Hoffmann und dessen weiterer Sohn Manfred mit Ehefrau Rosie am 06.03.1939 in Richtung USA.

Sie erreichen New York am 17.03.1939.

Recherche: Helga Oldermann
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Sparkasse Aurich-Norden
Verlegetermin: 23. Oktober  2017

Herta Goldschmidt-Hoffmann geb. Goldschmidt

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Herta GOLDSCHMIDT-HOFFMANN geb. Goldschmidt
geboren am 23. März 1909 in Aurich

Straße: Osterstraße 13
Todesdatum: Überlebt den Völkermord – verstorben: 29.04.2011
Todesort:

Herta Hoffmann geb. Goldschmidt Foto der Meldekarte v. 3.03.1939

 

Herta wird als Herta Goldschmidt am 23.03.1909 in Aurich geboren. Sie lebt bis zu ihrer Heirat am 05.03.1939 mit Harry Hoffmann, geb. 22.02.1911, bei ihren Eltern Sally und Meta Goldschmidt geb. Friedenberg in der Osterstr. 13.

Herta Hoffmann verlässt Aurich mit ihrem Eltern Sally und Meta Goldschmidt, ihrem Ehemann Harry Hoffmann, dessen Eltern Louis und Lina Hoffmann und dessen weiterem Sohn Manfred mit Ehefrau Rosie am 06.03.1939 in Richtung USA.

Sie erreichen New York am 17.03.1939.

Herta Hoffmann geb. Goldschmidt verstirbt am 29.04.2011.

Hertas Tochter Lorraine wollte eigentlich zu dieser Stolperstein-verlegung kommen, verstarb aber plötzlich im Sommer diesen Jahres (2017).

Recherche: Helga Oldermann
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto: Meldekarte v. 3.03.1939, NLA Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Lorraine Hoffmann
Verlegetermin: 21. Oktober  2017

 

 

 

Julie Wallheimer geb. Salinger

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Julie WALLHEIMER geb. Salinger
geboren am 27. September 1868 in Marienburg (Westpreußen)

Straße: Kirchdorf 11 (heute Kreuzstr. 6d)
Todesdatum: 10.12.1942
Todesort: Theresienstadt
Geboren am 27.09.1868 in Marienburg Westpreußen. Ihr Vater ist Mayer Salinger aus Baldram, ihre Mutter ist Ida geborene Caro aus Fordon. Beide Orte südlich von Danzig an der Weichsel. Sie hat drei Schwestern Therese, Friederike, Johanna und einen Bruder. Die ersten zwei Schwestern sterben noch vor ihr im KZ Theresienstadt.

Julie Salinger heiratet am 24.05.1904 Calmer Wallheimer genannt Karl, einen Viehhändler. Sie wohnt mit ihm und ihren Schwägerinnen Minkel und Goldine im Haus Kirchdorf Nr. 11 heute Kreuzstraße 6d.

Die Ehe bleibt kinderlos. Wie allen Auricher Juden bleibt auch dieser Familie der Verlust der wirtschaftlichen Existenz nicht erspart. Ihr Mann muss verkaufen, bzw. er fängt 1939 mit Verkaufsverhandlungen über das Wohnhaus an, die jedoch nicht zum Abschluss führen. Ende 1939 zieht Karl Wallheimer mit Frau und Schwester zu seiner Schwester Goldine verheiratete Grünberg nach Bremen in die Biebricherstraße 7. Später muss das Ehepaar in das Judenhaus Große Johannisstraße 85 der Bremer Westvorstadt ziehen.

Mit dem Transport am 23. Juli 1942 werden sie und die andere in Bremen ansässige Verwandtschaft über Hannover nach Theresienstadt deportiert. Ihre Schwestern aus Westpreußen folgen kurz darauf in dieses Ghetto.

Julie Wallheimer stirbt am 10.12.1942 in Theresienstadt. Zur Todesursache auf dem Formular wird festgestellt: Enterocolitis, also schwerer Durchfall aus Darmentzündung – wie es in bemühter Normalität der behandelnde Arzt, der Totenbeschauer, der Amtsarzt und der Chefarzt, bescheinigen. Zuvor sterben ihre Schwestern, ebenso ihr Mann am 21.10.1942. Ihre Schwägerin Goldine stirbt ein halbes Jahr später: wahrscheinlich alle an Hunger und Altersschwäche.

Von den dort inhaftierten überlebt nur ihre Schwägerin Minkel genannt Minna.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Heike und Tim Sander
Verlegetermin: 21. Oktober  2016