Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Isaak Abraham „Bubi“ Wolff

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Isaak Abraham „Bubi“ WOLFF
geboren am 25. April 1918 in Aurich

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:
Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).

Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.

Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919)der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt ihr Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

Bubi und Hilde Wolff 1992

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto: Familie Wolff
Opfergruppe: Juden
Quellen: Informationen  von Mario Alejandro Wolff (Sohn  von Isaak Abraham „Bubi“ Wolff)
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012- Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006
Patenschaft: Christiane Meissner
Verlegetermin: 19. September  2018

Mathilde Wolff geb. Katz

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Mathilde WOLFF geb. Katz
geboren am 22. April 1884 in Gilsa (Hessen)

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:
Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).

Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.

Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919)der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt ihr Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

                        Bubi und Hilde Wolff 1992

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012

– Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006

Patenschaft: Thomas Kühn
Verlegetermin: 19. September  2018

Abraham Isaak Wolff

Veröffentlicht: 19. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Abraham Isaak WOLFF
geboren am 7. Juli 1883 in Aurich

Straße: Marktstraße 5
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:

Abraham Isaak Wolff 1939, Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Der Familie Wolff gelingt es rechtzeitig aus Deutschland zu flüchten. Sie entkommen ihrer Vernichtung durch das Nazi Terrorregime mit ihrer Flucht nach Italien und von dort nach Argentinien. Zusammen mit Kindern und Schwiegersohn fahren sie mit dem Zug nach Genua. Von dort legen sie mit dem Schiff  Neptun ab und kommen am 03. Februar 1940 in Buenos Aires an.

Vor der Shoa lebte die Familie Wolff in der Marktstraße 5.  Abraham Isaak Wolff, der am 07. Juli1883  in Aurich geboren wurde, mit seiner Frau Mathilde Wolff geb. Katz, die aus Gilsa in Hessen stammte und am 22. April1884  geboren wurde. Die Vorfahren der Familie Wolff haben schon sehr lange in Aurich gelebt und waren über Generationen als Schlachter tätig.

Der Vater von Abraham Isaak war der Schlachter Isaak Abraham Wolff, geboren 1848 in Aurich, gestorben 1933 in Aurich, verheiratet mit Regine Schulenklopper aus Norden. Abraham war der Älteste von sieben Kindern.  Die Familie Schulenklopper war seit über 100 Jahren in Norden ansässig. Reginas Großvater Joseph Schulenklopper (1823-1912) war ein bekannter Viehhändler in Norden.

Die Eltern von Mathilde Wolff, Moses und Esther Katz  waren ebenso Viehhändler. In Zimmersrode bei Fritzlar wurden der Auricher Schlachterssohn Abraham Wolff und Mathilde Katz am 21. Februar 1913 getraut.

In Aurich gründeten Abraham und  Mathilde eine Familie. Sie bekamen vier Kinder: Erna, Isaak Abraham, Manfred und Ruth

1. Das älteste Kind Erna wird am  08. Juni 1915 in Aurich geboren. Erna war als junges Mädchen Hausmädchen. Sie heiratete kurz vor der Flucht Hermann Altenberger, der in Luxemburg geboren wurde und in Aurich als kaufmännischer Angestellter arbeitete.

Nach der Flucht erwirbt das Paar in der jüdischen Siedlung Monigotes  Land durch einen jüdischen Hilfsfond. Damit sind sie in der Lage einen Viehhandel aufzubauen.

Erna bekommt zwei Kinder: 1941 die Tochter Regina und 1949 den Sohn Ludovico. Erna stirbt am 25. April 2000. Ihr Mann Hermann Altberger stirbt am 11. November 1986. Auch ihre Tochter Regina ist bereits 2007 verstorben. Ludovico ist verheiratet und hat Kinder und Enkelkinder.

2. Als zweites Kind kommt  Isaak Abraham „Bubi“  am 25. April 1918 in Aurich zur Welt. Sein Spitzname war Bubi.  Mathilde nennt  ihren Sohn BUBI, weil er ihr erster Junge war.

Isaak heiratete Hilde Stein, die am 8. Dezember 1923 in Kleinkrötzenburg bei Frankfurt geboren wurde. Sie lernen sich in Buenos Aires kennen, heiraten und bekommen am 22. August 1957 einen Sohn, den sie Mario Alejandro nennen.

Isaak hatte in Hamburg begonnen Tischler zu lernen, musste dies abrechen, als sich die Maßnahmen Zug um Zug gegen die jüdische Bevölkerung richtete und verschärften. Zusammen mit seinem Vater und den Brüdern wurde er nach der Reichspogromnacht im November 1938, wie die meisten jüdischen Männer Aurichs, ohne Grund in das KZ Sachsenhausen gebracht. Wegen seiner Tischlerkenntnisse musste er beim Aufbau des Lagers mithelfen.

In Buenos Aires baut Isaak eine eigene Tischlerei auf, in der bis heute maßgefertigte Möbel hergestellt werden – zuerst unterm Dach ihrer Wohnung mit ein paar Bekannten. Ihr Sohn Mario ist von klein auf in der Tischlerei des Vaters dabei. Die Tischlerei wird von  Mario dann später übernommen.   Isaak  stirbt am 18.März 2006 in Buenos Aires. Seine Frau Hilde stirbt am 10. Januar 2005 im Alter von 81 Jahren.

3. Das dritte Kind des Ehepaares Wolff heißt Manfred. Er wird am 11. September 1920 geboren.

1948 heiratet Manfred in Las Palmas, Provinz Santa Fe, die aus Korbach in Hessen stammende Ruth Löwenstein  (geb. 10.04.1921).   Sie bekommen zwei Kinder: Alberto Jakobo geb. 1950, gest. 2011 und Armando Ernesto Wolff 1952 (Cousin von Mario).
Sie lebten in der damaligen jüdischen Siedlung Moises Ville und bauten eine Tierzucht und Landwirtschaft auf.
Manfred stirbt am 04.11.1992, seine Frau Ruth lebte noch bis zum 02.04.2015.

4. Die jüngste der Familie ist Ruth. Sie wird am 29. November 1921 geboren.

In Buenos  heiratet sie Walter Pins (geb. 27.07.1919) der aus Dülmen bei Münster stammte. Walter stammte aus einer langansässigen Familie aus Nordrhein- Westfalen. Seine Eltern Herz Pins und Johanna Katz verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler.

Herz Pins ältester Sohn Max (1880–1973) heiratete die in Barntrup geborene Johanna Katz (1896–1973) und lebte mit seiner Familie in Dülmen. Zusammen mit ihren zwei Söhnen Walter (1919–2000) und Günter (1921–2007) konnte die Familie im April 1939 nach Argentinien auswandern und so der Vernichtung im Dritten Reich entkommen. Letzterer kam nach 1988 mehrfach zum Besuch nach Dülmen.

1947 kommt Sohn Rudolfo auf die Welt (geb.am  27.10.1947). Er starb früh im Alter von 44 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall.

Mit seinem Bruder Günter Pins gründet Walter eine metallverarbeitende Fabrik, in der kleine Messinggegenstände, wie z.B. Türgriffe produziert werden.

Vor ihrem unfreiwilligen Abschied aus Aurich waren die beiden Geschwister Erna und Manfred  im jüdischen Sportbund aktiv. 1935 gewann Erna die Klubmeisterschaft im Tischtennis bei den Damen. Manfred wurde 2. bei den Herren B.  Ernas Verlobter Hermann Altenberger wurde 1. bei den Herren  A.

Nach der Ankunft in Argentinien lebt die Familie zunächst in der jüdischen Siedlung Monigotes. Die Siedlung wurde von 1888 jüdischen Flüchtlingen aus Russland gegründet. Es wird jiddisch und spanisch, aber auch deutsch gesprochen. Dort treffen sie viele der aus ganz Europa geflüchteten Juden an.

Dabei hatte Argentinien, wie so viele andere Zufluchtsländer, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge per Dekret gestoppt und nur bis 1938 zugelassen. Vorher sind viele deutsche und österreichische Juden ins Land gekommen. Mit einem geheimen Rundschreiben, der Circular 11 sollte die Erteilung von Visa an Personen, „die ihre Herkunftsländer als Unerwünschte oder Verstoßene verlassen“, verhindert werden. Daran hielten sich zum Glück, auch für unsere Familie Wolff,  nicht alle Konsuln, die vermutlich gegen Geld trotzdem Visa erteilten.

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Informationen  von Mario Alejandro Wolff (Sohn  von Isaak Abraham „Bubi“ Wolff)
Literatur: – Pfeiffer/Wahlig, Juden im Sport während des Nationalsozialismus: Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen, 2012- Uki Gondi, Odessa: Die wahre Geschichte: Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, 2006
Patenschaft: Christoff Leerhoff
Verlegetermin: 19. September  2018

Sally Goldschmidt

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Sally GOLDSCHMIDT
geboren am 29. Dezember 1876 in Aurich

Straße: Osterstraße 13
Todesdatum: 24.07.1956
Todesort: Milwaukee/Wisconcin
Sally Goldschmidt wird am 29.12.1876 in Aurich als Sohn des Manufakturwarenhändlers Markus Goldschmidt geboren. Sein Vater gründete das Geschäft im Jahr 1878.
Sally übernimmt später den Laden und wohnt mit seiner Frau Meta Goldschmidt, geb. Friedenberg, geb.26.03.1885, und seiner Tochter Herta bis zum 07.10.1938 in diesem Haus, Osterstr. 13, danach bis zu seiner Auswanderung 1939 in der Wallstr. 18.

Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde etwa 420 Personen gehören (7 % von insgesamt etwa 6.040 Einwohner), gehört Sally zur jüdischen Gemeinderepräsentanz.

Am 4.10.1929 gehört er dem Wahlausschuss betreffend der Neuwahl zum Provinziallandtag, Kreistag und Gemeindevertretungen an.
Er kandidiert mit zwei weiteren jüdischen Männern auf der Liste „Handel und Gewerbe“ und wird am 17.11.1929 mit 215 Stimmen gewählt.

Sally Goldschmidt verlässt Aurich mit seiner Frau Meta, seiner Tochter Herta Hoffmann geb. Goldschmidt, deren Mann Harry Hoffmann, dessen Eltern Louis und Lina Hoffmann und dessen weiterem Sohn Manfred mit Ehefrau Rosie am 06.03.1939 in Richtung USA.
Sie erreichen New York am 17.03.1939, wo die Schwiegermutter von Herta Hoffmann, Lina, wegen einer Herzerkrankung, die sie sich auf dem Schiff zuzog, stirbt.

Von Amerika aus stellt Sally mehrere Anträge auf Wiedergutmachung, da sein Haus nach seinem Auszug in arische Hände gelangt, aber weiterhin als Manufakturwarengeschäft geführt wird.

Sally Goldschmidt stirbt am 24.07.1956 in Milwaukee/Wisconcin USA.

Recherche: Helga Oldermann
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Peter Tewes
Verlegetermin: 23. Oktober  2017

 

 

 

Meta Goldschmidt geb. Friedenberg

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Meta GOLDSCHMIDT geb. Friedenberg
geboren am 26. März 1885 in Recklinghausen

Straße: Osterstraße 13
Todesdatum: Überlebt den Völkermord
Todesort:
Meta Goldschmidt geb. Friedenberg wird am 26.03.1885 in Recklinghausen geboren.Wann sie genau nach Aurich kommt, ist nicht bekannt.

Sie heiratet Sally Goldschmidt und lebt mit ihm und der gemeinsamen Tochter Herta, die am 23.03.1909 in Aurich geboren wird, in der Osterstr. 13, bis sie am 05.03.1939 Harry Hoffmann, geb. 22.02.1911 in Aurich, heiratet.

Die Mutter von Meta, Frau Therese Friedenberg geb. Sahn, geb. am 27.05.1859 im Kreis Jülich, zieht am 21.12.1926 von Recklinghausen zu ihrer Tochter nach Aurich in die Osterstr. 13.

Meta Goldschmidt verlässt Aurich mit ihrem Mann Sally, ihrer Tochter Herta Hoffmann geb. Goldschmidt, deren Mann Harry Hoffmann, dessen Eltern Louis und Lina Hoffmann und dessen weiterer Sohn Manfred mit Ehefrau Rosie am 06.03.1939 in Richtung USA.

Sie erreichen New York am 17.03.1939.

Recherche: Helga Oldermann
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Sparkasse Aurich-Norden
Verlegetermin: 23. Oktober  2017

Herta Goldschmidt-Hoffmann geb. Goldschmidt

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Herta GOLDSCHMIDT-HOFFMANN geb. Goldschmidt
geboren am 23. März 1909 in Aurich

Straße: Osterstraße 13
Todesdatum: Überlebt den Völkermord – verstorben: 29.04.2011
Todesort:

Herta Hoffmann geb. Goldschmidt Foto der Meldekarte v. 3.03.1939

 

Herta wird als Herta Goldschmidt am 23.03.1909 in Aurich geboren. Sie lebt bis zu ihrer Heirat am 05.03.1939 mit Harry Hoffmann, geb. 22.02.1911, bei ihren Eltern Sally und Meta Goldschmidt geb. Friedenberg in der Osterstr. 13.

Herta Hoffmann verlässt Aurich mit ihrem Eltern Sally und Meta Goldschmidt, ihrem Ehemann Harry Hoffmann, dessen Eltern Louis und Lina Hoffmann und dessen weiterem Sohn Manfred mit Ehefrau Rosie am 06.03.1939 in Richtung USA.

Sie erreichen New York am 17.03.1939.

Herta Hoffmann geb. Goldschmidt verstirbt am 29.04.2011.

Hertas Tochter Lorraine wollte eigentlich zu dieser Stolperstein-verlegung kommen, verstarb aber plötzlich im Sommer diesen Jahres (2017).

Recherche: Helga Oldermann
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 17.01.2019)
Foto: Meldekarte v. 3.03.1939, NLA Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Lorraine Hoffmann
Verlegetermin: 21. Oktober  2017

 

 

 

Julie Wallheimer geb. Salinger

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Julie WALLHEIMER geb. Salinger
geboren am 27. September 1868 in Marienburg (Westpreußen)

Straße: Kirchdorf 11 (heute Kreuzstr. 6d)
Todesdatum: 10.12.1942
Todesort: Theresienstadt
Geboren am 27.09.1868 in Marienburg Westpreußen. Ihr Vater ist Mayer Salinger aus Baldram, ihre Mutter ist Ida geborene Caro aus Fordon. Beide Orte südlich von Danzig an der Weichsel. Sie hat drei Schwestern Therese, Friederike, Johanna und einen Bruder. Die ersten zwei Schwestern sterben noch vor ihr im KZ Theresienstadt.

Julie Salinger heiratet am 24.05.1904 Calmer Wallheimer genannt Karl, einen Viehhändler. Sie wohnt mit ihm und ihren Schwägerinnen Minkel und Goldine im Haus Kirchdorf Nr. 11 heute Kreuzstraße 6d.

Die Ehe bleibt kinderlos. Wie allen Auricher Juden bleibt auch dieser Familie der Verlust der wirtschaftlichen Existenz nicht erspart. Ihr Mann muss verkaufen, bzw. er fängt 1939 mit Verkaufsverhandlungen über das Wohnhaus an, die jedoch nicht zum Abschluss führen. Ende 1939 zieht Karl Wallheimer mit Frau und Schwester zu seiner Schwester Goldine verheiratete Grünberg nach Bremen in die Biebricherstraße 7. Später muss das Ehepaar in das Judenhaus Große Johannisstraße 85 der Bremer Westvorstadt ziehen.

Mit dem Transport am 23. Juli 1942 werden sie und die andere in Bremen ansässige Verwandtschaft über Hannover nach Theresienstadt deportiert. Ihre Schwestern aus Westpreußen folgen kurz darauf in dieses Ghetto.

Julie Wallheimer stirbt am 10.12.1942 in Theresienstadt. Zur Todesursache auf dem Formular wird festgestellt: Enterocolitis, also schwerer Durchfall aus Darmentzündung – wie es in bemühter Normalität der behandelnde Arzt, der Totenbeschauer, der Amtsarzt und der Chefarzt, bescheinigen. Zuvor sterben ihre Schwestern, ebenso ihr Mann am 21.10.1942. Ihre Schwägerin Goldine stirbt ein halbes Jahr später: wahrscheinlich alle an Hunger und Altersschwäche.

Von den dort inhaftierten überlebt nur ihre Schwägerin Minkel genannt Minna.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.01.2019)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Heike und Tim Sander
Verlegetermin: 21. Oktober  2016

 

Erna Wolff verh. Meyer

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Erna WOLFF verh. Meyer
geboren am 4. Mai 1908 in Aurich

Straße: Lilienstraße 12
Todesdatum: überlebt
Todesort:  
  Für Erna Wolff verh. Meyer wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da sie bereits 1930 Aurich verließ und nach ihrer Hochzeit mit Moses Meyer zu ihm nach Groningen verzog. Für sechs ihrer Geschwister sind in Aurich Stolpersteine verlegt.

Erna Meyer ist das einzige Kind Hedwigs, das den Holocaust überlebte. In ihrem Brief teilt mir Lea, die Tochter von Erna mit, dass sie sich während des Krieges dreieinhalb Jahre versteckt hielten. Ihre Eltern wurden von einem Bauern versteckt, Lea von einem Pastor. Nach der Befreiung der Niederlande gingen sie zurück nach Groningen. Leas Eltern adoptierten einen 10-jährigen Jungen, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind. 1951 wanderten sie nach Israel aus. Weiter schreibt Lea, dass ihre Mutter Erna 2006 im Alter von 98 Jahre gestorben. Lea ist Ernas einzige Tochter. Sie hat fünf Kinder und acht Enkelkinder.

Erna Wolff verh. Meyer wird am 4. Mai 1908 in Aurich geboren. Sie  ist das vierte  von neun Kindern von Abraham Levy und Hedwig Wolff, geb. von/van der Walde. Abraham Levy Wolff, der Vater von Iwan, betreibt in Aurich einen Viehhandel. Ihm gehören das Haus in der Lilienstraße 12, in dem die Familie wohnt, sowie Acker- und Weideland im Hammerkeweg.

Die Lilienstrasse 12 – das Haus hat Abraham im Jahr 1907 erworben – ist Hedwigs Zuhause und bleibt es 37 Jahre lang. Das Ehepaar führt einen Rinderhof und betreibt  Viehhandel. Aus der Meldekartei der Stadt Aurich ist zu entnehmen, dass mehrere, auch nichtjüdische Mieter in ihrem Haus zur Untermiete wohnten. Im Hammerkeweg 32 hatten sie Weide- und Ackerland.

Am 23. Dezember 1923, wenige Tage vor seinem 58. Geburtstag, stirbt Hedwigs Ehemann Abraham Levy Wolff an einer Lungenentzündung. Hedwig ist erst 40 Jahre alt. Im selben Jahr bringt sie ihr jüngstes Kind Ruth Senathe zur Welt, das nun ohne Vater aufwachsen muss.

Hedwig bringt neun Kinder zur Welt, vier Töchter und fünf Söhne:
Nachman geb. 6.Dezember 1903
Ludwig 14. Oktober 1905
Jakob geb. 25. Februar 1907
Erna geb. 4. Mai 1908
Herta geb. 18. Dezember 1909
Iwan geb. 15. Februar 1913
Sophie geb. 1917
Alfred geb. 25. Juni 1919 und
Senathe Ruth geb. 10. März 1923.
Tochter Sophie stirbt 1917 einen Tag nach ihrer Geburt.

1929 zieht Herta als erste Tochter aus dem Elternhaus aus und heiratet Isaak ter Berg aus Delmenhorst, der gebürtig aus Zuidbroek in Holland stammt. Sie bekommen zwei Kinder – Sigmund wird im Dezember 1930 und Hedwig im Juni 1933 geboren. Es sind Hedwigs erste Enkelkinder.
Tochter Erna heiratet 1930 Moses Meyer aus Groningen, wo sie fortan lebt. Erna bringt eine Tochter, Lea Leni, zur Welt.

Herta ter Berg flieht am 9. Mai 1936 mit ihrem Ehemann Isaak, ihren Kindern Hedwig und Siegmund aus Delmenhorst nach Holland und lebt in Hoogeveen, südlich von Beilen sind.

Hertas Bruder Ludwig Wolff lebt mit seiner Frau Johanna Wolff-Samson und den drei Kindern Albert (*1937), Simon (*1938) und Hedwig (*1941) seit ihrer Emigration am 25. März 1938 in Beilen, wo die beiden jüngsten Kinder zur Welt kommen.
Beilen liegt 7,5 Kilometer von der Ortschaft Westerbork entfernt. Zu dieser Zeit befindet sich bei Westerbork ein Flüchtlingslager. Es wurde von den Niederlanden im Jahr 1939 errichtet, um die vielen geflüchteten und verfolgten Juden, Sinti und Roma und Widerstandskämpfer aus Deutschland und Österreich aufzunehmen.

Am 10. Mai 1940 beginnt die Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen. Am 1. Juli 1942 wird aus dem Zentralen Flüchtlingslager Westerbork offiziell ein Durchgangslager unter direkter deutscher Verwaltung (KZ-Sammellager) für die Deportation der niederländischen und deutschen Juden in die Vernichtungslager.

Herta ter Berg (34 J.) wird zusammen mit ihren Kindern Siegmund (12 J.) und Hedwig ( 10 J.) am 23. Oktober 1942 von Westerbork nach Auschwitz deportiert und am 26.Oktober 1942 in Auschwitz ermordet. Ihr Ehemann Isaak (51 J.) wird am 24. März 1945 in Auschwitz ermordet.

Alfred Wolff (24 Jahre) und seine Frau Resi Wolff-Samson  (24 Jahre) wurden am 18. Mai von Westerbork nach Sobibor deportiert und beide am 21.Mai1943 in Sobibor ermordet.

Iwan Wolff wurde (lt. Gedenkbuch Bundesarchiv) am 30. April 1943 (lt. Liste Westerbork am 16.02.1943) im Alter von 30 Jahren nach Auschwitz deportiert. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.

Ruth Senathe Wolff wurde am 9.02.1943 nach Auschwitz deportiert und dort am 12. Februar 1943 im Alter von 19 Jahren ermordet.

Ludwig Wolffs Frau Johanna (29 J.) wurde mit ihren Kindern Albert (5 J.), Simon (3 J.) und Hedwig (1 J.) am 9. November 1942 in Auschwitz ermordet. Ludwig Wolff (38 J.) wird am 31. März 1944 ermordet.

Nachman und Jakob Wolff wurden nach der Liste der aus Berlin Deportierten, beide am 26.Oktober 1942 mit dem Transport 22 von Berlin mit 796 weiteren Menschen nach Riga in Lettland deportiert. Dort wurden sie nach der Ankunft am 29.Oktober 1942 umgebracht.

In Beilen / Niederlande sind drei Stolpersteine in der Stationslaan 24 verlegt worden, für Hedwig Wolff, Iwan Wolff und Ruth Senathe Wolff.  Fünf Stolpersteine wurden im Eursingerweg 1 für die Familie Ludwig, Johanna, Albert, Simon und Hedwig Wolff verlegt.

  Recherche: Christiane Meißner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen: s. Hedwig Wolff
Literatur:  
Patenschaft:  
Verlegetermin:  

 

 

 

Herta Wolff verh. ter Berg

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Herta WOLFF verh. ter Berg
geboren am 18. September 1909 in Aurich

Straße: Lilienstraße 12
Todesdatum: 26. Oktober 1942
Todesort: Auschwitz

Izaak ter Berg

 

 

Für Herta Wolff verh. ter Berg wurde in Aurich kein  Stolperstein verlegt, da sie bereits 1929 Aurich verließ und nach Delmenhorst verzog. Dies war ihr letzter frei gewählter Wohnsitz und dort wurden auch Stolpersteine für sie und ihrem Ehemann verlegt. (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stolperstein_Delmenhorst_-_Herta_ter_Berg_(1909).JPG)

Herta Wolff verh. ter Berg wird am 18. September 1909 in Aurich geboren. Sie  ist das fünfte  von neun Kindern von Abraham Levy und Hedwig Wolff, geb. von/van der Walde. Abraham Levy Wolff, der Vater von Iwan, betreibt in Aurich einen Viehhandel. Ihm gehören das Haus in der Lilienstraße 12, in dem die Familie wohnt, sowie Acker- und Weideland im Hammerkeweg.

Die Lilienstrasse 12 – das Haus hat Abraham im Jahr 1907 erworben – ist Hedwigs Zuhause und bleibt es 37 Jahre lang. Das Ehepaar führt einen Rinderhof und betreibt  Viehhandel. Aus der Meldekartei der Stadt Aurich ist zu entnehmen, dass mehrere, auch nichtjüdische Mieter in ihrem Haus zur Untermiete wohnten. Im Hammerkeweg 32 hatten sie Weide- und Ackerland.

Am 23. Dezember 1923, wenige Tage vor seinem 58. Geburtstag, stirbt Hedwigs Ehemann Abraham Levy Wolff an einer Lungenentzündung. Hedwig ist erst 40 Jahre alt. Im selben Jahr bringt sie ihr jüngstes Kind Ruth Senathe zur Welt, das nun ohne Vater aufwachsen muss.

Hedwig bringt neun Kinder zur Welt, vier Töchter und fünf Söhne:
Nachman geb. 6.Dezember 1903
Ludwig 14. Oktober 1905
Jakob geb. 25. Februar 1907
Erna geb. 4. Mai 1908
Herta geb. 18. Dezember 1909
Iwan geb. 15. Februar 1913
Sophie geb. 1917
Alfred geb. 25. Juni 1919 und
Senathe Ruth geb. 10. März 1923.
Tochter Sophie stirbt 1917 einen Tag nach ihrer Geburt.

1929 zieht Herta als erste Tochter aus dem Elternhaus aus und heiratet Isaak ter Berg aus Delmenhorst, der gebürtig aus Zuidbroek in Holland stammt. Sie bekommen zwei Kinder – Sigmund wird im Dezember 1930 und Hedwig im Juni 1933 geboren. Es sind Hedwigs erste Enkelkinder. Tochter Erna heiratet 1930 Moses Meyer aus Groningen, wo sie fortan lebt. Erna bringt eine Tochter, Lea Leni, zur Welt.

Herta ter Berg flieht am 9. Mai 1936 mit ihrem Ehemann Isaak, ihren Kindern Hedwig und Siegmund aus Delmenhorst nach Holland und lebt in Hoogeveen, südlich von Beilen sind.

Hertas Bruder Ludwig Wolff lebt mit seiner Frau Johanna Wolff-Samson und den drei Kindern Albert (*1937), Simon (*1938) und Hedwig (*1941) seit ihrer Emigration am 25. März 1938 in Beilen, wo die beiden jüngsten Kinder zur Welt kommen.

Beilen liegt 7,5 Kilometer von der Ortschaft Westerbork entfernt. Zu dieser Zeit befindet sich bei Westerbork ein Flüchtlingslager. Es wurde von den Niederlanden im Jahr 1939 errichtet, um die vielen geflüchteten und verfolgten Juden, Sinti und Roma und Widerstandskämpfer aus Deutschland und Österreich aufzunehmen.

Am 10. Mai 1940 beginnt die Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen. Am 1. Juli 1942 wird aus dem Zentralen Flüchtlingslager Westerbork offiziell ein Durchgangslager unter direkter deutscher Verwaltung (KZ-Sammellager) für die Deportation der niederländischen und deutschen Juden in die Vernichtungslager.

Herta ter Berg (34 J.) wird zusammen mit ihren Kindern Siegmund (12 J.) und Hedwig ( 10 J.) am 23. Oktober 1942 von Westerbork nach Auschwitz deportiert und am 26.Oktober 1942 in Auschwitz ermordet. Ihr Ehemann Isaak (51 J.) wird am 24. März 1945 in Auschwitz ermordet.

Bis auf Hertas Schwester Erna werden alle ihre Geschwister Opfer des Völkermordes. Auch ihre Mutter Hedwig wird in Auschwitz ermordet.

Alfred Wolff (24 Jahre) und seine Frau Resi Wolff-Samson  (24 Jahre) wurden am 18. Mai von Westerbork nach Sobibor deportiert und beide am 21.Mai1943 in Sobibor ermordet.

Iwan Wolff wurde (lt. Gedenkbuch Bundesarchiv) am 30. April 1943 (lt. Liste Westerbork am 16.02.1943) im Alter von 30 Jahren nach Auschwitz deportiert. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.

Ruth Senathe Wolff wurde am 9.02.1943 nach Auschwitz deportiert und dort am 12. Februar 1943 im Alter von 19 Jahren ermordet.

Ludwig Wolffs Frau Johanna (29 J.) wurde mit ihren Kindern Albert (5 J.), Simon (3 J.) und Hedwig (1 J.) am 9. November 1942 in Auschwitz ermordet. Ludwig Wolff (38 J.) wird am 31. März 1944 ermordet.

Nachman und Jakob Wolff wurden nach der Liste der aus Berlin Deportierten, beide am 26.Oktober 1942 mit dem Transport 22 von Berlin mit 796 weiteren Menschen nach Riga in Lettland deportiert. Dort wurden sie nach der Ankunft am 29.Oktober 1942 umgebracht.

Erna Meyer ist das einzige Kind Hedwigs, das den Holocaust überlebte. In ihrem Brief teilt mir Lea, die Tochter von Erna mit, dass sie sich während des Krieges dreieinhalb Jahre versteckt hielten. Ihre Eltern wurden von einem Bauern versteckt, Lea von einem Pastor. Nach der Befreiung der Niederlande gingen sie zurück nach Groningen. Leas Eltern adoptierten einen 10-jährigen Jungen, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind. 1951 wanderten sie nach Israel aus. Weiter schreibt Lea, dass ihre Mutter Erna 2006 im Alter von 98 Jahre gestorben. Lea ist Ernas einzige Tochter. Sie hat fünf Kinder und acht Enkelkinder.

In Beilen / Niederlande sind drei Stolpersteine in der Stationslaan 24 verlegt worden, für Hedwig Wolff, Iwan Wolff und Ruth Senathe Wolff.  Fünf Stolpersteine wurden im Eursingerweg 1 für die Familie Ludwig, Johanna, Albert, Simon und Hedwig Wolff verlegt.

Recherche: Christiane Meißner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:  Izaak ter Berg: https://www.joodsmonument.nl/nl/page/33583/izaak-ter-berg
Opfergruppe: Juden
Quellen: s. Hedwig Wolff
Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin:

 

 

 

Irma Stern

Veröffentlicht: 18. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Irma STERN
geboren am 1. August 1908 in Bigge, Westfalen (Hochsauerland)

Straße: 15.06.1932 bis 30.04.1933 Leerer Landstr. 20
Todesdatum: 31. August 1942
Todesort: Auschwitz
Irma Stern wird als erstes von fünf Kindern ihrer Eltern Moritz Stern (*4.10.1974 Bigge) und Minna geb. Udenwald (24.05.1879 Beverungen) in Bigge geboren.
Ihr Vater arbeitet als Hausierer.
Ihre Geschwister sind Sidonie verh. Katz (*4.02.1912 Bigge), Margaretha (*5.11.1913 Bigge), Max (*21.12.1920 Bigge) und Fritz (*23.05.1922 Bigge).Irma zieht am 15.06.1932 aus Bigge nach Aurich und wohnt in der Leerer Landstraße 20 bei Familie Sternberg, vermutlich als Hausmädchen. Sie verlässt Aurich am 30.04.1933 und emigriert in die Niederlande, zunächst nach Doetinchem und am 17.11.1934 nach Amsterdam.
Ihre Schwester Margaretha folgt ihr im Februar 1934 dorthin.

Auch ihre Eltern und ihre Brüder Max und Fritz fliehen im Mai 1937 vor dem Naziterror in die Niederlande nach Amsterdam.

Die Hoffnung auf ein Leben ohne Repressionen erfüllte sich nicht. Irma Stern wird im August 1942 in Westerborg interniert und gleich anschließend am 28. August 1842 nach Auschwitz deportiert, wo sie gleich nach der Ankunft am 31. August 1942 ermordet wird.

Ihre gesamte Familie wird Opfer der Shoa. Ihr Bruder Fritz wird 1941 ab Westerbork in das KZ Mauthausen (Österreich) deportiert und dort ermordet. Ihre Schwester Sidonie und ihr Bruder Max werden am 10. August 1942 von Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort nach ihrer Ankunft ermordet. Ihre Eltern Moritz und Minna Stern werden am 2. März 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und nach ihrer Ankunft ermordet. Ihre Schwester Margaretha wird ab Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort am 17. September 1943 ermordet.

Für die gesamte Familie sind Stolpersteine in Bigge in der Hauptstraße 40 verlegt.

Recherche: und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 15.01.2023)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Gedenkbuch Bundesarchiv
Meldekarte Aurich, NLA Aurich
Stolpersteine Bigge
Yad Vashem
Meldekarte Amsterdam
Informationen aus Westerbork von Jose Martin
Zur jüdischen Gemeinde in Bigge: https://docplayer.org/83595958-Die-juden-im-frueheren-amtsbezirk-bigge.html
Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin: Für Irma Stern wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da sie nur wenige Monate in Aurich wohnte und bereits im April 1933 Aurich verließ.