Abraham Joseph Samson

Veröffentlicht: 1. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Abraham Josef SAMSON
geboren am 6. März 1885 in Aurich

Straße: Wallstraße 22
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 29.01.1943)
Todesort: Auschwitz

 

 

 

 

 

 

 

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Abraham Josef Samson wird am 6.03.1885 geboren. Er ist das dritte Kind der Eltern Josef Samson und Johanna geborene Blitz. Seine Geschwister Jeanette und Simon Josef mit ihren jeweils großen Familien werden Opfer der Shoah, die erste ausnahmslos, von der zweiten überleben drei Kinder.

Abraham Josef Samson ist Viehhändler, wie alle Auricher Samsons. Von seiner Tochter wird er so beschrieben: Er war streng und gewissenhaft. Er arbeitete ständig. Er hatte im Ersten Weltkrieg gekämpft, und man verlieh ihm das Eiserne Kreuz. Er hatte einen guten Ruf und war entsprechend angesehen. Er ist konservativ in den religiösen Dingen und bestimmt die Einhaltung der Gesetze. Sein ältester Sohn Josef arbeitet schon im Geschäft und ist ausersehen, dieses später zu übernehmen.

Die staatlichen Verfolgungen der Juden beginnen gleich nach der Machtübernahme. Bei der Wirtschaftsordnung wirken sie sich sofort bei den Samsons aus. Abraham Josef muss das Unternehmen auflösen und das Haus verkaufen. Seinen Kindern ist eine weitere Ausbildung nach der jüdischen Grundschule nicht möglich. Er und seine Söhne können nur noch als landwirtschaftliche Hilfskräfte bei umliegenden Bauern arbeiten. Die Familie zieht als Untermieter in das Haus der Jüdischen Gemeinde in der Emder Straße 16 ein. Die Familie will auswandern, aber sie haben keinen Verwandten in Amerika, der der Familie die begehrte Bürgschaft, das Affidavit verschaffen kann. Es reicht nur zur Zuteilung einer Vormerknummer auf einer Warteliste bei der Amerikanischen Botschaft.

Seine älteste Tochter Herta geht bereits 1938 als Au pair nach England, sein Sohn Josef mit einem Kindertransport auch dorthin. Zuvor musste Abraham Josef seinen in der Reichspogromnacht verschleppten Sohn gegen Lösegeld aus dem KZ Sachsenhausen freikaufen.

Er und seine Familie müssen am 27. Februar 1940 nach Berlin ziehen. Sie wohnen im Hinterhof der Rosenthalerstraße 40-41 (Hackesche Höfe). Tochter Grete lebt bereits in Berlin und lernt Krankenschwester im Jüdischen Krankenhaus in Gesundbrunnen. Sie müssen Zwangsarbeit leisten.

Der Sohn Siegfried kann zuvor in eine bei Berlin gelegene jüdische Bildungseinrichtung (Hachscharah) zur Vorbereitung für Palästina gehen.

Am 28.01.1943 bekommen Abraham Samson und seine Frau den Befehl, sich am nächsten Tag für die Abholung bereitzuhalten. Er ruft abends noch seine Tochter aus der Telefonzelle an. Sie, Grete, will mit ins Lager, ihre Eltern nicht alleine lassen. Abraham Joseph antwortet in den letzten überlieferten Worten: „Keine Frage, Du musst Dein Leben retten. Es ist nicht gut, wenn Eltern ihre Kinder leiden sehen, noch schlechter ist es wenn Kinder ihre Eltern leiden sehen. Hüte dich. Sei stark. Und esse genug, alles was Du bekommst ohne Rücksicht auf die Religion“.

Josef und Frieda besteigen am 29.01.1943 den Deportationszug nach Auschwitz. Unmittelbar nach ihrer Ankunft werden beide ermordet.
Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 29.05.2015)

Familie Samson 1937

Das Foto erhielt Günther Lübbers von Dr. Samson Munn. Es entstand im Juli 1958 im Hafen von New York an Bord eines kurz danach nach Argentinien auslaufenden Schiffes. Samson (Bildmitte) besuchte mit seiner Mutter Grete (3. von links) unter anderem Siegfried Wolff (links) und Eva Wolff (rechts).

Die Stolpersteine vor dem Haus Wallstraße 22

Dr. Samson Munn (Bildmitte) mit Ehefrau Rachel und den Kindern Amalia und Saul nahmen in Begleitung einer befreundeten Familie aus Berlin sowie Joan Chantrell aus England an der Verlegung teil.

Foto:

 

 

 

 

 

– Kennkarte (Staatsarchiv Aurich)
– Geburtsurkunde
– Reichsvereinigung der Juden, 26.02.1940
– Wartenummer der Amerikanischen Botschaft, 7.05.1940
– Arbeitsbescheinigung, 1940- Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Standesregister Standesamt Aurich,

– Korrespondenz und Sammlung Samson Munn – Boston

Literatur:
Patenschaft: Jakob Jungenkrüger
Verlegetermin: 17. Juli  2014

Geburtsurkunde Abraham Joseph Samson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bescheinigung der Reichsvereinigung der Juden v. 26.02.1940

Wartenummer der Amerikanischen Botschaft v. 7.05.1940

Arbeitsbescheinigung Abraham Joseph Samson v. 1940

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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