Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Erika Wolff

Veröffentlicht: 9. März 2010 von westermayer in Verlegung

Erika WOLFF
geboren am 22. August 1933 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: Deportation nach Izbica am 22.04.1942
Todesort: unbekannt
Erika Wollf wird am 22.08.1933 als drittes und jüngstes Kind des Kaufmanns Wilhelm Moses Wolff und seiner Frau Erna geb. Wallheimer in Aurich geboren.

Die kleine Familie wohnt in Aurich zunächst im Kirchdorferweg 20 und in der Norderstraße 18. Erikas ältere Schwester Rosa wird am 26.01.1926 geboren und nach ihrer Großmutter, der Mutter ihres Vaters, benannt. Als die Familie weiteren Zuwachs erhält, steht ein Umzug in die Tannenbergstraße 7 an: Erikas Bruder Berndt Leopold wird am 24. Januar 1930 in Aurich geboren. Seine Eltern geben ihm den Zwischennamen Leopold in Gedenken an Wilhelms Bruder, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel. Zeitgleich mit Erikas Geburt im August 1933 zieht die Familie in eine Wohnung in der Marktstraße 25 um, wo auch die Stolpersteine verlegt wurden.

Am 16.06.1939 muss die Familie erneut umziehen, sehr wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen: Ab dem 16. Juni 1939 wohnen Wilhelm, Erna, Rosa, Berndt und Erika in der Wallstraße 24, und von dort melden sie sich dann auch aus Aurich ab, denn bis zum 1. April 1940 sollten alle Juden Aurich verlassen haben.

Berndt und Erika, zehn und sechseinhalb Jahre alt, verabschieden sich am 19. Februar 1940 von ihren Eltern und werden gemeinsam mit einer Reihe weiterer Kinder aus Aurich, unter anderem ihrem Cousin Horst und ihrer Cousine Vera Wallheimer, nach Köln gebracht. Rosa, die bereits 14 ist, kommt im jüdischen Altenheim in der Klaas-Tholen-Straße in Emden unter. Hier arbeitet sie möglicherweise als Dienstmädchen oder Haushaltshilfe. Wilhelm und Erna melden sich schließlich am 1. April 1940 aus Aurich ab. Als neue Adresse geben sie Berlin, Rosenstraße 2-4, an – eine Adresse der jüdischen Gemeinde.

Unklar ist, wie lange die Wolffs in Berlin bleiben und wann die Kinder zu den Eltern zurückgekehrt sind.

Am 5. Mai 1940 trifft Erna und die Kinder der nächste Schicksalsschlag: Wilhelm verstirbt, Erna ist nun Witwe. Rosa, Berndt und Erika sind Halbwaisen.

Erna zieht zunächst nach Recklinghausen, wohin auch die jüngere Tochter Erika zieht. Möglicherweise lebt auch Berndt dort bereits wieder bei seiner Mutter. Später sind Erna und alle drei Kinder in Oberhausen, in der Ellenbogenstraße 10, gemeldet.

Von Oberhausen aus werden Erna, Rosa, Berndt und Erika auch schließlich deportiert: Vermutlich mussten sie sich bereits am 21. April 1942 am Sammelpunkt in Oberhausen einfinden, von wo aus sie nach Düsseldorf gebracht wurden. Die Deportation der Familie sollte am nächsten Tag erfolgen. Zunächst wurden alle Juden, die mit dem Transport DA 52 deportiert werden sollten, genauestens kontrolliert und durchsucht. Offiziell wurden alle „umgesiedelt“ und an ihrem neuen Wohnort im Osten warteten angeblich Arbeitsplätze auf alle. Auch Erna, Rosa, Berndt und Erika werden an Kleidung und Familienandenken soviel mitgenommen haben, so viel sie nur tragen konnten. Am 22. April 1942 verlassen schließlich 20 Personen- und Gepäckwagen den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf. Gemeinsam mit Erna, Rosa, Erika und Berndt werden 938 Menschen ins Ghetto Izbica in Polen deportiert.

Die Ankunft in Izbica muss für alle ein Schock gewesen sein: Nicht nur, dass allen Deportierten bereits in Lublin das Gepäck abgenommen wurde und die Menschen nun im wahrsten Sinne des Wortes „mittellos“ dastehen – Izbica ist ein ärmliches Dorf, überwiegend aus Holzhäusern errichtet und weitgehend ohne gepflasterte Straßen. Ursprünglich hatte der Ort gerade einmal rund 3000 Einwohner, nun wurde er mit immer neuen sogenannten „Umsiedlern“ vollgestopft. Arbeit gab es zudem fast gar keine. Izbica war ein Ghetto, genauer gesagt ein „Transitghetto“: Hier lebten die Deportierten einige Wochen bis Monate, bevor sie in die Vernichtungslager weiter verbracht wurden. Die Bedingungen in dem völlig überbevölkerten Ort sind katastrophal: Teilweise wohnen bis zu 10 Familien in einem Haus, es gibt kaum Toiletten und kaum etwas zu essen: Wer beispielsweise nicht arbeitet – und das sind fast alle Einwohner – erhält 50 Gramm Brot am Tag und etwas Suppe. Täglich verhungern 20 bis 30 Menschen, zudem grassieren mehrfach Seuchen wie Typhus. Insgesamt werden rund 16 000 Menschen in das das Ghetto Izbica deportiert, von denen rund 5000 im Ghetto selbst durch Krankheit und Hunger den Tod finden oder dort erschossen werden. Die übrigen werden in die Vernichtungslager deportiert, vor allem Belzec, Sobibor und Treblinka.

Das Schicksal von Erna Wolff und ihren Kindern Rosa, Berndt und Erika ist bis heute unklar. Ihre Spur verliert sich mit Besteigen des Zuges in Düsseldorf. Am 28. April 1943 wurde das Ghetto Izbica aufgelöst, alle Juden, die dort lebten, waren zu diesem Zeitpunkt in Vernichtungslager deportiert oder erschossen worden.

Erna Wolff war bei ihrer Deportation 46 Jahre alt, Rosa 16, Berndt 12 und Erika gerade einmal 9.

Ausführliche Informationen zu den Eltern und zur Geschichte der Familie finden sich in den Biografien von Wilhelm Moses Wolff und Erna Wolff geb. Wallheimer.

Recherche: Dr. Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2020)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
Zwangsversteigerung: Rep. 121, Nr. 2088 und Rep. 91, Nr. 262
Deportationsliste: http://statistik-des-holocaust.de/OT420422-50.jpgStammbaum: https://www.geni.com/people/Wilhelm-Wolff/600000003373126114 http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I5932&nachname=WOLFF&modus=&lang=en0

Wolff Erika

 

Literatur: http://www.bildungswerk-ks.de/izbica/deportationen-von-und-nach-izbica-1
Patenschaft: Dr. Sandra Weferling und Heiko Schlake
Verlegetermin: 5. Dezember  2020

 

 

 

Berndt Leopold Wolff

Veröffentlicht: 9. März 2010 von westermayer in Verlegung

Berndt Leopold WOLFF
geboren am 24. Januar 1930 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: Deportation nach Izbica am 22.04.1942
Todesort: unbekannt
Berndt Leopold Wolff wird am 24.01.1930 als zweites Kind des Kaufmanns Wilhelm Moses Wolff und seiner Frau Erna geb. Wallheimer in Aurich geboren. Seine Eltern geben ihm den Zwischennamen Leopold in Gedenken an Wilhelms Bruder, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel.

Die kleine Familie wohnt in Aurich zunächst im Kirchdorferweg 20 und in der Norderstraße 18. Das erste Kind, Rosa wird am 26.01.1926 geboren und nach ihrer Großmutter, der Mutter ihres Vaters, benannt. Als Berndt Leopold geboren wird, steht ein Umzug in die Tannenbergstraße 7 an. Drei Jahre später ist die Familie dann komplett: Am 22. August 1933 kommt das Nesthäkchen Erika in Aurich zu Welt. Zeitgleich zieht die Familie in eine Wohnung in der Marktstraße 25 um, wo auch die Stolpersteine verlegt wurden.

Am 16.06.1939 muss die Familie erneut umziehen, sehr wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen: Ab dem 16. Juni 1939 wohnen Wilhelm, Erna, Rosa, Berndt und Erika in der Wallstraße 24, und von dort melden sie sich dann auch aus Aurich ab, denn bis zum 1. April 1940 sollten alle Juden Aurich verlassen haben.

Als die Familien Berndt und Erika, zehn und sechseinhalb Jahre alt, verabschieden sich am 19. Februar 1940 von ihren Eltern und werden gemeinsam mit einer Reihe weiterer Kinder aus Aurich, unter anderem ihrem Cousin Horst und ihrer Cousine Vera Wallheimer, nach Köln gebracht. Rosa, die bereits 14 ist, kommt im jüdischen Altenheim in der Klaas-Tholen-Straße in Emden unter. Hier arbeitet sie möglicherweise als Dienstmädchen oder Haushaltshilfe. Wilhelm und Erna melden sich schließlich am 1. April 1940 aus Aurich ab. Als neue Adresse geben sie Berlin, Rosenstraße 2-4, an – eine Adresse der jüdischen Gemeinde.

Unklar ist, wie lange die Wolffs in Berlin bleiben und wann die Kinder zu den Eltern zurückgekehrt sind.

Am 5. Mai 1940 trifft Erna und die Kinder der nächste Schicksalsschlag: Wilhelm verstirbt, Erna ist nun Witwe. Rosa, Berndt und Erika sind Halbwaisen.

Erna zieht zunächst nach Recklinghausen, wohin auch die jüngere Tochter Erika zieht. Möglicherweise lebt auch Berndt dort bereits wieder bei seiner Mutter. Später sind Erna und alle drei Kinder in Oberhausen, in der Ellenbogenstraße 10, gemeldet.

Von Oberhausen aus werden Erna, Rosa, Berndt und Erika auch schließlich deportiert: Vermutlich mussten sie sich bereits am 21. April 1942 am Sammelpunkt in Oberhausen einfinden, von wo aus sie nach Düsseldorf gebracht wurden. Die Deportation der Familie sollte am nächsten Tag erfolgen. Zunächst wurden alle Juden, die mit dem Transport DA 52 deportiert werden sollten, genauestens kontrolliert und durchsucht. Offiziell wurden alle „umgesiedelt“ und an ihrem neuen Wohnort im Osten warteten angeblich Arbeitsplätze auf alle. Auch Erna, Rosa, Berndt und Erika werden an Kleidung und Familienandenken soviel mitgenommen haben, so viel sie nur tragen konnten. Am 22. April 1942 verlassen schließlich 20 Personen- und Gepäckwagen den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf. Gemeinsam mit Erna, Rosa, Erika und Berndt werden 938 Menschen ins Ghetto Izbica in Polen deportiert.

Die Ankunft in Izbica muss für alle ein Schock gewesen sein: Nicht nur, dass allen Deportierten bereits in Lublin das Gepäck abgenommen wurde und die Menschen nun im wahrsten Sinne des Wortes „mittellos“ dastehen – Izbica ist ein ärmliches Dorf, überwiegend aus Holzhäusern errichtet und weitgehend ohne gepflasterte Straßen. Ursprünglich hatte der Ort gerade einmal rund 3000 Einwohner, nun wurde er mit immer neuen sogenannten „Umsiedlern“ vollgestopft. Arbeit gab es zudem fast gar keine. Izbica war ein Ghetto, genauer gesagt ein „Transitghetto“: Hier lebten die Deportierten einige Wochen bis Monate, bevor sie in die Vernichtungslager weiter verbracht wurden. Die Bedingungen in dem völlig überbevölkerten Ort sind katastrophal: Teilweise wohnen bis zu 10 Familien in einem Haus, es gibt kaum Toiletten und kaum etwas zu essen: Wer beispielsweise nicht arbeitet – und das sind fast alle Einwohner – erhält 50 Gramm Brot am Tag und etwas Suppe. Täglich verhungern 20 bis 30 Menschen, zudem grassieren mehrfach Seuchen wie Typhus. Insgesamt werden rund 16 000 Menschen in das das Ghetto Izbica deportiert, von denen rund 5000 im Ghetto selbst durch Krankheit und Hunger den Tod finden oder dort erschossen werden. Die übrigen werden in die Vernichtungslager deportiert, vor allem Belzec, Sobibor und Treblinka.

Das Schicksal von Erna Wolff und ihren Kindern Rosa, Berndt und Erika ist bis heute unklar. Ihre Spur verliert sich mit Besteigen des Zuges in Düsseldorf. Am 28. April 1943 wurde das Ghetto Izbica aufgelöst, alle Juden, die dort lebten, waren zu diesem Zeitpunkt in Vernichtungslager deportiert oder erschossen worden.

Erna Wolff war bei ihrer Deportation 46 Jahre alt, Rosa 16, Berndt 12 und Erika gerade einmal 9.

Ausführliche Informationen zu den Eltern und zur Geschichte der Familie finden sich in den Biografien von Wilhelm Moses Wolff und Erna Wolff geb. Wallheimer.

Recherche: Dr. Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2020)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
Zwangsversteigerung: Rep. 121, Nr. 2088 und Rep. 91, Nr. 262
Deportationsliste: http://statistik-des-holocaust.de/OT420422-50.jpgStammbaum: https://www.geni.com/people/Wilhelm-Wolff/600000003373126114 http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I5932&nachname=WOLFF&modus=&lang=en0

https://spurenimvest.de/2020/12/04/wolff-bernard/

Literatur: http://www.bildungswerk-ks.de/izbica/deportationen-von-und-nach-izbica-1
Patenschaft: Gymnasium Ulricianum Aurich
Verlegetermin: 5. Dezember  2015

 

 

 

Rosa Wolff

Veröffentlicht: 9. März 2010 von westermayer in Verlegung

Rosa WOLFF
geboren am 29. Januar 1926 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: Deportation nach Izbica am 22.04.1942
Todesort: unbekannt
Rosa Wollf wird am 29.01.1926 als erstes Kind des Kaufmanns Wilhelm Moses Wolff und seiner Frau Erna geb. Wallheimer in Aurich geboren. Sie wird nach ihrer Großmutter, der Mutter ihres Vaters, benannt.
Die kleine Familie wohnt in Aurich zunächst im Kirchdorferweg 20 und in der Norderstraße 18. Als die Familie weiteren Zuwachs erhält, steht ein Umzug in die Tannenbergstraße 7 an: Rosas kleiner Bruder Berndt Leopold wird am 24. Januar 1930  in Aurich geboren. Seine Eltern geben ihm den Zwischennamen Leopold in Gedenken an Wilhelms Bruder, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel. Drei Jahre später ist die Familie dann komplett: Am 22. August 1933 kommt das Nesthäkchen Erika in Aurich zu Welt. Zeitgleich zieht die Familie in eine Wohnung in der Marktstraße 25 um, wo auch die Stolpersteine verlegt wurden.
Am 16.06.1939 muss die Familie erneut umziehen, sehr wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen: Ab dem 16. Juni 1939 wohnen Wilhelm, Erna, Rosa, Berndt und Erika in der Wallstraße 24, und von dort melden sie sich dann auch aus Aurich ab, denn bis zum 1. April 1940 sollten alle Juden Aurich verlassen haben.Berndt und Erika, zehn und sechseinhalb Jahre alt, verabschieden sich am 19. Februar 1940 von ihren Eltern und werden gemeinsam mit einer Reihe weiterer Kinder aus Aurich, unter anderem ihrem Cousin Horst und ihrer Cousine Vera Wallheimer, nach Köln gebracht. Rosa, die bereits 14 ist, kommt im jüdischen Altenheim in der Klaas-Tholen-Straße in Emden unter. Hier arbeitet sie möglicherweise als Dienstmädchen oder Haushaltshilfe. Wilhelm und Erna melden sich schließlich am 1. April 1940 aus Aurich ab. Als neue Adresse geben sie Berlin, Rosenstraße 2-4, an – eine Adresse der jüdischen Gemeinde.

Unklar ist, wie lange die Wolffs in Berlin bleiben und wann die Kinder zu den Eltern zurückgekehrt sind.
Am 5. Mai 1940 trifft Erna und die Kinder der nächste Schicksalsschlag: Wilhelm verstirbt, Erna ist nun Witwe. Rosa, Berndt und Erika sind Halbwaisen.

Erna zieht zunächst nach Recklinghausen, wohin auch die jüngere Tochter Erika zieht. Möglicherweise lebt auch Berndt dort bereits wieder bei seiner Mutter. Später sind Erna und alle drei Kinder in Oberhausen, in der Ellenbogenstraße 10, gemeldet.

Von Oberhausen aus werden Erna, Rosa, Berndt und Erika auch schließlich deportiert: Vermutlich mussten sie sich bereits am 21. April 1942 am Sammelpunkt in Oberhausen einfinden, von wo aus sie nach Düsseldorf gebracht wurden. Die Deportation der Familie sollte am nächsten Tag erfolgen. Zunächst wurden alle Juden, die mit dem Transport DA 52 deportiert werden sollten, genauestens kontrolliert und durchsucht. Offiziell wurden alle „umgesiedelt“ und an ihrem neuen Wohnort im Osten warteten angeblich Arbeitsplätze auf alle. Auch Erna, Rosa, Berndt und Erika werden an Kleidung und Familienandenken soviel mitgenommen haben, so viel sie nur tragen konnten. Am 22. April 1942 verlassen schließlich 20 Personen- und Gepäckwagen den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf. Gemeinsam mit Erna, Rosa, Erika und Berndt werden 938 Menschen ins Ghetto Izbica in Polen deportiert.

Die Ankunft in Izbica muss für alle ein Schock gewesen sein: Nicht nur, dass allen Deportierten bereits in Lublin das Gepäck abgenommen wurde und die Menschen nun im wahrsten Sinne des Wortes „mittellos“ dastehen – Izbica ist ein ärmliches Dorf, überwiegend aus Holzhäusern errichtet und weitgehend ohne gepflasterte Straßen. Ursprünglich hatte der Ort gerade einmal rund 3000 Einwohner, nun wurde er mit immer neuen sogenannten „Umsiedlern“ vollgestopft. Arbeit gab es zudem fast gar keine. Izbica war ein Ghetto, genauer gesagt ein „Transitghetto“: Hier lebten die Deportierten einige Wochen bis Monate, bevor sie in die Vernichtungslager weiter verbracht wurden. Die Bedingungen in dem völlig überbevölkerten Ort sind katastrophal: Teilweise wohnen bis zu 10 Familien in einem Haus, es gibt kaum Toiletten und kaum etwas zu essen: Wer beispielsweise nicht arbeitet – und das sind fast alle Einwohner – erhält 50 Gramm Brot am Tag und etwas Suppe. Täglich verhungern 20 bis 30 Menschen, zudem grassieren mehrfach Seuchen wie Typhus. Insgesamt werden rund 16 000 Menschen in das das Ghetto Izbica deportiert, von denen rund 5000 im Ghetto selbst durch Krankheit und Hunger den Tod finden oder dort erschossen werden. Die übrigen werden in die Vernichtungslager deportiert, vor allem Belzec, Sobibor und Treblinka.

Das Schicksal von Erna Wolff und ihren Kindern Rosa, Berndt und Erika ist bis heute unklar. Ihre Spur verliert sich mit Besteigen des Zuges in Düsseldorf. Am 28. April 1943 wurde das Ghetto Izbica aufgelöst, alle Juden, die dort lebten, waren zu diesem Zeitpunkt in Vernichtungslager deportiert oder erschossen worden.

Erna Wolff war bei ihrer Deportation 46 Jahre alt, Rosa 16, Berndt 12 und Erika gerade einmal 9.

Ausführliche Informationen zu den Eltern und zur Geschichte der Familie finden sich in den Biografien von Wilhelm Moses Wolff und Erna Wolff geb. Wallheimer.

Recherche: Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 8.03.2020)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
Zwangsversteigerung: Rep. 121, Nr. 2088 und Rep. 91, Nr. 262
Deportationsliste: http://statistik-des-holocaust.de/OT420422-50.jpgStammbaum: https://www.geni.com/people/Wilhelm-Wolff/600000003373126114 http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I5932&nachname=WOLFF&modus=&lang=en0
Literatur: http://www.bildungswerk-ks.de/izbica/deportationen-von-und-nach-izbica-1
Patenschaft: Gymnasium Ulricianum Aurich
Verlegetermin: 5. Dezember  2015

 

 

 

Erna Wolff geb. Wallheimer

Veröffentlicht: 9. März 2010 von westermayer in Verlegung

Erna WOLFF geb. Wallheimer
geboren am 24. März 1896 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: Deportation nach Izbica am 22.04.1942
Todesort: unbekannt

Erna Wolff geb. Wallheimer Foto der Kennkarte 1939 NLA Aurich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erna ist die Tochter des Schlachters Benjamin Baruch Levy Wallheimer und dessen Frau Eva, geborene Herzberg. Sie kommt am 23. März 1896 zur Welt, wächst in Aurich im Kreise einer großen und weit verzweigten Familie auf: Insgesamt hat Erna 17 Geschwister, von denen jedoch nur acht das Erwachsenenalter erreichen – die meisten ihrer Brüder und Schwestern versterben in den ersten drei Lebensjahren, oft sogar noch in den ersten Tagen nach der Geburt. Die überlebenden Brüder und Schwestern von Erna lassen sich ebenfalls zum Teil in Aurich nieder – ihr Bruder Wilhelm Benjamin beispielsweise lebt mit seiner Familie im „Breiten Weg 1“, beim heutigen Europahaus („Haus Wallheimer“), und arbeitet dort als Schlachter und Viehhändler.
Ernas Geschwister:
Betti Wallheimer verh. Wolffs *1877 +1942 KZ Kulmhof/Chelmno (Stolperstein)
Goldine Wallheimer verh. Samson *1879 +1944 Auschwitz (Stolperstein)
Levy Wallheimer *1881 +in Buenos Aires
Selma Wallheimer verh. Schanzer *26.05.1884 +1942 KZ Kulmhof/Chelmno (Stolperstein)
Fanni Wallheimer *1890 +1944 Stutthof (Stolperstein)
Rebecca Wallheimer verh. Hoffmann *1893 + 1942 KZ Kulmhof/Chelmno (Stolperstein)
Wilhelm Wallheimer *1897 + 1943 Auschwitz (Stolperstein)

1923 heiratet Erna den Kaufmann Wilhelm Moses Wolff. Wilhelm Moses Wolff wird am 20. Januar 1898 in Aurich geboren. Er ist der Sohn des Kaufmanns Moses Levy Wolff (21.04.1850 – 16.04.1916) und seiner Frau Rosa, geb. Sternberg (5.03.1860 – 7.07.1917), die ebenfalls aus einer Auricher Kaufmannsfamilie stammt. Wilhelm wächst mit seinen neun Geschwistern (sein jüngster Bruder verstarb kurz nach der Geburt) in Aurich auf und tritt schließlich in die Fußstapfen seines Vaters: Wilhelm wird Kaufmann und lässt sich in Aurich nieder, wie auch mehrere seiner Brüder. Wilhelms Schwestern heiraten zum Teil wiederum in andere Auricher Kaufmannsfamilien ein, wie z.B. Wilhelms Schwester Erna (*1893), die Karl van Dyk ehelicht, der ein Kaufhaus in der Burgstraße (damals Wilhelmstraße) betreibt.Bereits im Jahr nach der Hochzeit kommt das erste Kind von Erna und Wilhelm zur Welt: Ihr Sohn Meinhard Wilhelm wird am 14. April 1924 geboren, er verstirbt jedoch noch am Tag seiner Geburt. Angesichts dessen, dass Erna so viele Geschwister und nun auch schon das erste Kind verloren hat, muss es ihr bei ihrer nächsten Schwangerschaft im darauffolgenden Jahr recht mulmig gewesen sein. Doch dieses Mal geht alles gut: Am 29. Januar 1926 erblickt Töchterchen Rosa das Licht der Welt. Sie wird nach ihrer Großmutter, der Mutter ihres Vaters, benannt. Die kleine Familie wohnt in Aurich zunächst im Kirchdorferweg 20 und in der Norderstraße 18. Als die Familie weiteren Zuwachs erhält, steht ein Umzug in die Tannenbergstraße 7 an: Rosas kleiner Bruder Berndt Leopold wird am 24. Januar 1930  in Aurich geboren. Seine Eltern geben ihm den Zwischennamen Leopold in Gedenken an Wilhelms Bruder, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel. Drei Jahre später ist die Familie dann komplett: Am 22. August 1933 kommt das Nesthäkchen Erika in Aurich zu Welt. Zeitgleich zieht die Familie in eine Wohnung hier in der Marktstraße 25 um, wo nun auch die Stolpersteine verlegt werden.Auf den Geburtsurkunden der Kinder ist als Beruf des Vaters zunächst Kaufmann, bei Berndt und Erika dann „Reisender“ angegeben. Wilhelm war demnach wohl als fahrender Händler tätig und besaß keine Geschäftsniederlassung in der Stadt. Die Geschäfte sind vermutlich nicht herausragend gut gelaufen, denn nur bis 1926 waren Dienstmädchen im Haushalt beschäftigt, um Erna zu unterstützen. Der Aufstieg der Nationalsozialisten und die ersten Boykottaktionen ab Frühjahr 1933 werden ein übriges getan haben, um die finanzielle Situation der Familie zu erschweren. Rosa, Berndt und Erika wachsen in Aurich in der Zeit des Nationalsozialismus auf – die einzige, die sich in Ansätzen an eine Zeit „davor“ erinnern kann, ist Rosa: Sie ist bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler immerhin schon sieben Jahre alt. Wie die anderen jüdischen Kinder aus Aurich werden Rosa, Berndt und Erika unter Schikanen, Drohungen und Misshandlungen durch sogenannte „arische“ Erwachsene und auch Kinder gelitten haben: Otto Wolffs beispielsweise, der in der Lindenstraße wohnte, berichtet, dass er als Kind mehrfach beschimpft und angefeindet und von zwei Hitlerjungen sogar um ein Haar ertränkt wurde.Als besonders schlimm müssen die Kinder die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erlebt haben: In der Pogromnacht werden reichsweit die Synagogen in Brand gesetzt und auch das Auricher Gotteshaus wurde zerstört. Alle jüdischen Familien werden geweckt und aus den Häusern getrieben, die Männer werden verhaftet und zur sogenannten „Bullenhalle“ gebracht. Auch Wilhelm Wolff ist darunter. Wilhelm, Erna und die Kinder wissen nicht, was als nächstes geschehen wird und was ihrem Ehemann und Vater bevorsteht:

In der Bullenhalle werden die Männer von der SA bedroht und gedemütigt, unter anderem müssen sie unter allgemeinem Gejohle Gebete aufsagen, singen und Exerzierübungen machen, und das die ganz Nacht hindurch. Am nächsten Morgen wird Wilhelm Wolff gemeinsam mit den übrigen verhafteten zum Ellernfeld gebracht, wo gerade ein Sportplatz angelegt wird. Die Männer müssen hier den ganzen Tag lang unsinnige Arbeiten ausführen, wie Sand von der einen Seite des Platzes zur anderen zu bringen, wobei viele Todesangst haben, denn sie befürchten, im nächsten Moment vor einem der Sandhügel erschossen zu werden. Erst um 18 Uhr ist die Tortur vorbei und die Männer werden ins Auricher Gefängnis gebracht, wo sie die Nacht verbringen und nun zum ersten Mal etwas zu essen und zu trinken erhalten. Am nächsten Morgen wird Wilhelm mit den übrigen Auricher Juden zunächst nach Oldenburg und dann ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Wilhelm kann sich zuvor nicht einmal von seiner Familie verabschieden – er weiß bei der Abfahrt selbst auch weder, wohin er gebracht wird, noch, wie lange er fort bleiben würde. Für Erna und die Kinder, die gerade einmal 12, 8 und 6 Jahre alt sind, muss die Situation sehr schwierig gewesen sein: Erna ist nun allein mit den Kindern, das Schicksal ihres Mannes ist unklar und durch die Abwesenheit ihres Mannes ist auch das Familieneinkommen weggefallen, was die finanzielle Situation der Familie erschwert haben dürfte. Wilhelm ist zu diesem Zeitpunkt zwar bereits nicht mehr als Händler tätig, doch muss er eine Anstellung gehabt haben, denn er ist als „Arbeiter“ gemeldet.

In Sachsenhausen leben und arbeiten die angeblich „in Schutzhaft“ genommenen  Auricher Juden unter schlimmsten Bedingungen. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist sehr schlecht, die Bedingungen im KZ sind katastrophal: Es wird in den Baracken kaum oder gar nicht geheizt, die hygienischen Bedingungen sind schlecht und die Strafen für kleinste Vergehen übermäßig hart. Viele der Verhafteten kehren schwer krank oder als gebrochene Männer bei ihrer Entlassung nach Aurich zurück. Wilhelm wird deutlich früher als die meisten Auricher entlassen, die vielfach bis Mitte Januar in Sachsenhausen interniert waren: Er kann bereits am 15. Dezember 1938 zu seiner Familie heimkehren. Der Grund für die frühe Entlassung ist unklar. Mehrere Auricher wurden noch im Dezember entlassen, weil sie sehr krank waren und zudem im Ersten Weltkrieg mitgekämpft hatten. Da Wilhelm bei Kriegsausbruch bereits 16 Jahre alt war, ist es denkbar, dass auch er zu den Kriegsveteranen gehörte, die früher nach Hause zurückkehren durften.

Rund ein halbes Jahr später muss die Familie erneut umziehen, sehr wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen: Ab dem 16. Juni 1939 wohnen Wilhelm, Erna, Rosa, Berndt und Erika in der Wallstraße 24, und von dort melden sie sich dann auch aus Aurich ab, denn bis zum 1. April 1940 sollten alle Juden Aurich verlassen haben. Der jüdischen Gemeinde wurde dies jedoch erst im Februar mitgeteilt, sodass in aller Hast der Umzug organisiert werden musste. Das Problem bestand dabei nicht nur darin, Häuser und ggf. auch Mobiliar schnell zu verkaufen, sondern insbesondere darin, eine neue Wohnung zu finden, denn es gab Gesetze, die das Vermieten von Wohnungen an Juden stark einschränkten.

Die jüdische Gemeinde hatte zusammen mit den jüdischen Gemeinden in Köln und Hildesheim daher eine Notlösung organisiert: Eltern mit kleinen Kindern konnten diese zunächst nach Köln oder Hildesheim in eiligst eingerichtete Kinderheime schicken, um leichter bei Verwandten „unterkriechen“ und von dort aus eine Wohnung für die ganze Familie finden zu können. Wilhelm und Erna nutzen ebenfalls diese Möglichkeit: Berndt und Erika, zehn und sechseinhalb Jahre alt, verabschieden sich am 19. Februar 1940 von ihren Eltern und werden gemeinsam mit einer Reihe weiterer Kinder aus Aurich, unter anderem ihrem Cousin Horst und ihrer Cousine Vera Wallheimer, nach Köln gebracht. Rosa, die bereits 14 ist, kommt im jüdischen Altenheim in der Klaas-Tholen-Straße in Emden unter. Hier arbeitet sie möglicherweise als Dienstmädchen oder Haushaltshilfe. Wilhelm und Erna melden sich schließlich am 1. April 1940 aus Aurich ab. Als neue Adresse geben sie Berlin, Rosenstraße 2-4, an – eine Adresse der jüdischen Gemeinde.

Unklar ist, wie lange die Wolffs in Berlin bleiben und wann die Kinder zu den Eltern zurückgekehrt sind.
Am 5. Mai 1940 trifft Erna und die Kinder der nächste Schicksalsschlag: Wilhelm verstirbt, Erna ist nun Witwe. Rosa, Berndt und Erika sind Halbwaisen.

Erna zieht zunächst nach Recklinghausen, wohin auch die jüngere Tochter Erika zieht. Möglicherweise lebt auch Berndt dort bereits wieder bei seiner Mutter. Später sind Erna und alle drei Kinder in Oberhausen, in der Ellenbogenstraße 10, gemeldet.

Von Oberhausen aus werden Erna, Rosa, Berndt und Erika auch schließlich deportiert: Vermutlich mussten sie sich bereits am 21. April 1942 am Sammelpunkt in Oberhausen einfinden, von wo aus sie nach Düsseldorf gebracht wurden. Die Deportation der Familie sollte am nächsten Tag erfolgen. Zunächst wurden alle Juden, die mit dem Transport DA 52 deportiert werden sollten, genauestens kontrolliert und durchsucht. Offiziell wurden alle „umgesiedelt“ und an ihrem neuen Wohnort im Osten warteten angeblich Arbeitsplätze auf alle. Auch Erna, Rosa, Berndt und Erika werden an Kleidung und Familienandenken soviel mitgenommen haben, so viel sie nur tragen konnten. Am 22. April 1942 verlassen schließlich 20 Personen- und Gepäckwagen den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf. Gemeinsam mit Erna, Rosa, Erika und Berndt werden 938 Menschen ins Ghetto Izbica in Polen deportiert.

Die Ankunft in Izbica muss für alle ein Schock gewesen sein: Nicht nur, dass allen Deportierten bereits in Lublin das Gepäck abgenommen wurde und die Menschen nun im wahrsten Sinne des Wortes „mittellos“ dastehen – Izbica ist ein ärmliches Dorf, überwiegend aus Holzhäusern errichtet und weitgehend ohne gepflasterte Straßen. Ursprünglich hatte der Ort gerade einmal rund 3000 Einwohner, nun wurde er mit immer neuen sogenannten „Umsiedlern“ vollgestopft. Arbeit gab es zudem fast gar keine. Izbica war ein Ghetto, genauer gesagt ein „Transitghetto“: Hier lebten die Deportierten einige Wochen bis Monate, bevor sie in die Vernichtungslager weiter verbracht wurden. Die Bedingungen in dem völlig überbevölkerten Ort sind katastrophal: Teilweise wohnen bis zu 10 Familien in einem Haus, es gibt kaum Toiletten und kaum etwas zu essen: Wer beispielsweise nicht arbeitet – und das sind fast alle Einwohner – erhält 50 Gramm Brot am Tag und etwas Suppe. Täglich verhungern 20 bis 30 Menschen, zudem grassieren mehrfach Seuchen wie Typhus. Insgesamt werden rund 16 000 Menschen in das das Ghetto Izbica deportiert, von denen rund 5000 im Ghetto selbst durch Krankheit und Hunger den Tod finden oder dort erschossen werden. Die übrigen werden in die Vernichtungslager deportiert, vor allem Belzec, Sobibor und Treblinka.

Das Schicksal von Erna Wolff und ihren Kindern Rosa, Berndt und Erika ist bis heute unklar. Ihre Spur verliert sich mit Besteigen des Zuges in Düsseldorf. Am 28. April 1943 wurde das Ghetto Izbica aufgelöst, alle Juden, die dort lebten, waren zu diesem Zeitpunkt in Vernichtungslager deportiert oder erschossen worden.

Erna Wolff war bei ihrer Deportation 46 Jahre alt, Rosa 16, Berndt 12 und Erika gerade einmal 9.

Recherche: Dr. Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2020)
Foto: Kennkarte Erna Wolff, NLA Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
Zwangsversteigerung: Rep. 121, Nr. 2088 und Rep. 91, Nr. 262
Deportationsliste: http://statistik-des-holocaust.de/OT420422-50.jpgStammbaum: https://www.geni.com/people/Wilhelm-Wolff/600000003373126114 http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I5932&nachname=WOLFF&modus=&lang=en0
Literatur: http://www.bildungswerk-ks.de/izbica/deportationen-von-und-nach-izbica-1
Patenschaft: AK Stolpersteine am RPZ Aurich
Verlegetermin: 5. Dezember  2015

 

 

 

Wilhelm Moses Wolff

Veröffentlicht: 9. März 2010 von westermayer in Verlegung

Wilhelm Moses WOLFF
geboren am 20. Januar 1898 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: 5. Mai 1940
Todesort: Berlin
Wilhelm Moses Wolff wird am 20. Januar 1898 in Aurich geboren. Er ist der Sohn des Kaufmanns Moses Levy Wolff (21.04.1850 – 16.04.1916) und seiner Frau Rosa, geb. Sternberg (5.03.1860 – 7.07.1917), die ebenfalls aus einer Auricher Kaufmannsfamilie stammt. Wilhelm wächst mit seinen neun Geschwistern (sein jüngster Bruder verstarb kurz nach der Geburt) in Aurich auf und tritt schließlich in die Fußstapfen seines Vaters: Wilhelm wird Kaufmann und lässt sich in Aurich nieder, wie auch mehrere seiner Brüder. Wilhelms Schwestern heiraten zum Teil wiederum in andere Auricher Kaufmannsfamilien ein, wie z.B. Wilhelms Schwester Erna (*1893), die Karl van Dyk ehelicht, der ein Kaufhaus in der Burgstraße (damals Wilhelmstraße) betreibt.
Die Geschwister von Wilhelm Moses Wolff:
Rosalie Moses Wolff verh. Wolff *2.05.1889 +12.09.1970 USA
Moritz Moses Wolff *14.03.1890 +8.05.1942 Lodz (Stolperstein)
Leopold Moses Wolff *1891 +1916 Feldlazarett
Erna Moses Wolff verh. van Dyk *4.03.1893 +18.12.1944 KZ Sutthof (Stolperstein)
Frieda Moses Wolff verh. Sternberg *24.07.1894 +1986 USA
Iwan Moses Wolff *1896 +1937
Richard Wolff *1899 +1899
Hilde Wolff verh. Glück *17.07.1902 Flucht USA1923 heiratet auch Wilhelm – jedoch keine Frau aus einer Kaufmannsfamilie: Wilhelm hat sich in Erna Wallheimer verliebt. Sie ist die Tochter des Schlachters Benjamin Baruch Levy Wallheimer und dessen Frau Eva, geborene Herzberg. Auch Erna, die am 23. März 1896 zur Welt kommt, wächst in Aurich im Kreise einer großen und weit verzweigten Familie auf: Insgesamt hat Erna 17 Geschwister, von denen jedoch nur acht das Erwachsenenalter erreichen – die meisten ihrer Brüder und Schwestern versterben in den ersten drei Lebensjahren, oft sogar noch in den ersten Tagen nach der Geburt. Die überlebenden Brüder und Schwestern von Erna lassen sich ebenfalls zum Teil in Aurich nieder – ihr Bruder Wilhelm Benjamin beispielsweise lebt mit seiner Familie im „Breiten Weg 1“, beim heutigen Europahaus („Haus Wallheimer“), und arbeitet dort als Schlachter und Viehhändler.Bereits im Jahr nach der Hochzeit kommt das erste Kind von Erna und Wilhelm zur Welt: Ihr Sohn Meinhard Wilhelm wird am 14. April 1924 geboren, er verstirbt jedoch noch am Tag seiner Geburt. Angesichts dessen, dass Erna so viele Geschwister und nun auch schon das erste Kind verloren hat, muss es ihr bei ihrer nächsten Schwangerschaft im darauffolgenden Jahr recht mulmig gewesen sein. Doch dieses Mal geht alles gut: Am 29. Januar 1926 erblickt Töchterchen Rosa das Licht der Welt. Sie wird nach ihrer Großmutter, der Mutter ihres Vaters, benannt. Die kleine Familie wohnt in Aurich zunächst im Kirchdorferweg 20 und in der Norderstraße 18. Als die Familie weiteren Zuwachs erhält, steht ein Umzug in die Tannenbergstraße 7 an: Rosas kleiner Bruder Berndt Leopold wird am 24. Januar 1930  in Aurich geboren. Seine Eltern geben ihm den Zwischennamen Leopold in Gedenken an Wilhelms Bruder, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel. Drei Jahre später ist die Familie dann komplett: Am 22. August 1933 kommt das Nesthäkchen Erika in Aurich zu Welt. Zeitgleich zieht die Familie in eine Wohnung hier in der Marktstraße 25 um, wo nun auch die Stolpersteine verlegt werden.

Auf den Geburtsurkunden der Kinder ist als Beruf des Vaters zunächst Kaufmann, bei Berndt und Erika dann „Reisender“ angegeben. Wilhelm war demnach wohl als fahrender Händler tätig und besaß keine Geschäftsniederlassung in der Stadt. Die Geschäfte sind vermutlich nicht herausragend gut gelaufen, denn nur bis 1926 waren Dienstmädchen im Haushalt beschäftigt, um Erna zu unterstützen. Der Aufstieg der Nationalsozialisten und die ersten Boykottaktionen ab Frühjahr 1933 werden ein übriges getan haben, um die finanzielle Situation der Familie zu erschweren. Rosa, Berndt und Erika wachsen in Aurich in der Zeit des Nationalsozialismus auf – die einzige, die sich in Ansätzen an eine Zeit „davor“ erinnern kann, ist Rosa: Sie ist bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler immerhin schon sieben Jahre alt. Wie die anderen jüdischen Kinder aus Aurich werden Rosa, Berndt und Erika unter Schikanen, Drohungen und Misshandlungen durch sogenannte „arische“ Erwachsene und auch Kinder gelitten haben: Otto Wolffs beispielsweise, der in der Lindenstraße wohnte, berichtet, dass er als Kind mehrfach beschimpft und angefeindet und von zwei Hitlerjungen sogar um ein Haar ertränkt wurde.

Als besonders schlimm müssen die Kinder die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erlebt haben: In der Pogromnacht werden reichsweit die Synagogen in Brand gesetzt und auch das Auricher Gotteshaus wurde zerstört. Alle jüdischen Familien werden geweckt und aus den Häusern getrieben, die Männer werden verhaftet und zur sogenannten „Bullenhalle“ gebracht. Auch Wilhelm Wolff ist darunter. Wilhelm, Erna und die Kinder wissen nicht, was als nächstes geschehen wird und was ihrem Ehemann und Vater bevorsteht:

In der Bullenhalle werden die Männer von der SA bedroht und gedemütigt, unter anderem müssen sie unter allgemeinem Gejohle Gebete aufsagen, singen und Exerzierübungen machen, und das die ganz Nacht hindurch. Am nächsten Morgen wird Wilhelm Wolff gemeinsam mit den übrigen verhafteten zum Ellernfeld gebracht, wo gerade ein Sportplatz angelegt wird. Die Männer müssen hier den ganzen Tag lang unsinnige Arbeiten ausführen, wie Sand von der einen Seite des Platzes zur anderen zu bringen, wobei viele Todesangst haben, denn sie befürchten, im nächsten Moment vor einem der Sandhügel erschossen zu werden. Erst um 18 Uhr ist die Tortur vorbei und die Männer werden ins Auricher Gefängnis gebracht, wo sie die Nacht verbringen und nun zum ersten Mal etwas zu essen und zu trinken erhalten. Am nächsten Morgen wird Wilhelm mit den übrigen Auricher Juden zunächst nach Oldenburg und dann ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Wilhelm kann sich zuvor nicht einmal von seiner Familie verabschieden – er weiß bei der Abfahrt selbst auch weder, wohin er gebracht wird, noch, wie lange er fort bleiben würde. Für Erna und die Kinder, die gerade einmal 12, 8 und 6 Jahre alt sind, muss die Situation sehr schwierig gewesen sein: Erna ist nun allein mit den Kindern, das Schicksal ihres Mannes ist unklar und durch die Abwesenheit ihres Mannes ist auch das Familieneinkommen weggefallen, was die finanzielle Situation der Familie erschwert haben dürfte. Wilhelm ist zu diesem Zeitpunkt zwar bereits nicht mehr als Händler tätig, doch muss er eine Anstellung gehabt haben, denn er ist als „Arbeiter“ gemeldet.

In Sachsenhausen leben und arbeiten die angeblich „in Schutzhaft“ genommenen  Auricher Juden unter schlimmsten Bedingungen. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist sehr schlecht, die Bedingungen im KZ sind katastrophal: Es wird in den Baracken kaum oder gar nicht geheizt, die hygienischen Bedingungen sind schlecht und die Strafen für kleinste Vergehen übermäßig hart. Viele der Verhafteten kehren schwer krank oder als gebrochene Männer bei ihrer Entlassung nach Aurich zurück. Wilhelm wird deutlich früher als die meisten Auricher entlassen, die vielfach bis Mitte Januar in Sachsenhausen interniert waren: Er kann bereits am 15. Dezember 1938 zu seiner Familie heimkehren. Der Grund für die frühe Entlassung ist unklar. Mehrere Auricher wurden noch im Dezember entlassen, weil sie sehr krank waren und zudem im Ersten Weltkrieg mitgekämpft hatten. Da Wilhelm bei Kriegsausbruch bereits 16 Jahre alt war, ist es denkbar, dass auch er zu den Kriegsveteranen gehörte, die früher nach Hause zurückkehren durften.

Rund ein halbes Jahr später muss die Familie erneut umziehen, sehr wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen: Ab dem 16. Juni 1939 wohnen Wilhelm, Erna, Rosa, Berndt und Erika in der Wallstraße 24, und von dort melden sie sich dann auch aus Aurich ab, denn bis zum 1. April 1940 sollten alle Juden Aurich verlassen haben. Der jüdischen Gemeinde wurde dies jedoch erst im Februar mitgeteilt, sodass in aller Hast der Umzug organisiert werden musste. Das Problem bestand dabei nicht nur darin, Häuser und ggf. auch Mobiliar schnell zu verkaufen, sondern insbesondere darin, eine neue Wohnung zu finden, denn es gab Gesetze, die das Vermieten von Wohnungen an Juden stark einschränkten.

Die jüdische Gemeinde hatte zusammen mit den jüdischen Gemeinden in Köln und Hildesheim daher eine Notlösung organisiert: Eltern mit kleinen Kindern konnten diese zunächst nach Köln oder Hildesheim in eiligst eingerichtete Kinderheime schicken, um leichter bei Verwandten „unterkriechen“ und von dort aus eine Wohnung für die ganze Familie finden zu können. Wilhelm und Erna nutzen ebenfalls diese Möglichkeit: Berndt und Erika, zehn und sechseinhalb Jahre alt, verabschieden sich am 19. Februar 1940 von ihren Eltern und werden gemeinsam mit einer Reihe weiterer Kinder aus Aurich, unter anderem ihrem Cousin Horst und ihrer Cousine Vera Wallheimer, nach Köln gebracht. Rosa, die bereits 14 ist, kommt im jüdischen Altenheim in der Klaas-Tholen-Straße in Emden unter. Hier arbeitet sie möglicherweise als Dienstmädchen oder Haushaltshilfe. Wilhelm und Erna melden sich schließlich am 1. April 1940 aus Aurich ab. Als neue Adresse geben sie Berlin, Rosenstraße 2-4, an – eine Adresse der jüdischen Gemeinde.

Unklar ist, wie lange die Wolffs in Berlin bleiben und wann die Kinder zu den Eltern zurückgekehrt sind.
Am 5. Mai 1940 trifft Erna und die Kinder der nächste Schicksalsschlag: Wilhelm verstirbt, Erna ist nun Witwe. Rosa, Berndt und Erika sind Halbwaisen.

Erna zieht zunächst nach Recklinghausen, wohin auch die jüngere Tochter Erika zieht. Möglicherweise lebt auch Berndt dort bereits wieder bei seiner Mutter. Später sind Erna und alle drei Kinder in Oberhausen, in der Ellenbogenstraße 10, gemeldet.

Von Oberhausen aus werden Erna, Rosa, Berndt und Erika auch schließlich deportiert: Vermutlich mussten sie sich bereits am 21. April 1942 am Sammelpunkt in Oberhausen einfinden, von wo aus sie nach Düsseldorf gebracht wurden. Die Deportation der Familie sollte am nächsten Tag erfolgen. Zunächst wurden alle Juden, die mit dem Transport DA 52 deportiert werden sollten, genauestens kontrolliert und durchsucht. Offiziell wurden alle „umgesiedelt“ und an ihrem neuen Wohnort im Osten warteten angeblich Arbeitsplätze auf alle. Auch Erna, Rosa, Berndt und Erika werden an Kleidung und Familienandenken soviel mitgenommen haben, so viel sie nur tragen konnten. Am 22. April 1942 verlassen schließlich 20 Personen- und Gepäckwagen den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf. Gemeinsam mit Erna, Rosa, Erika und Berndt werden 938 Menschen ins Ghetto Izbica in Polen deportiert.

Die Ankunft in Izbica muss für alle ein Schock gewesen sein: Nicht nur, dass allen Deportierten bereits in Lublin das Gepäck abgenommen wurde und die Menschen nun im wahrsten Sinne des Wortes „mittellos“ dastehen – Izbica ist ein ärmliches Dorf, überwiegend aus Holzhäusern errichtet und weitgehend ohne gepflasterte Straßen. Ursprünglich hatte der Ort gerade einmal rund 3000 Einwohner, nun wurde er mit immer neuen sogenannten „Umsiedlern“ vollgestopft. Arbeit gab es zudem fast gar keine. Izbica war ein Ghetto, genauer gesagt ein „Transitghetto“: Hier lebten die Deportierten einige Wochen bis Monate, bevor sie in die Vernichtungslager weiter verbracht wurden. Die Bedingungen in dem völlig überbevölkerten Ort sind katastrophal: Teilweise wohnen bis zu 10 Familien in einem Haus, es gibt kaum Toiletten und kaum etwas zu essen: Wer beispielsweise nicht arbeitet – und das sind fast alle Einwohner – erhält 50 Gramm Brot am Tag und etwas Suppe. Täglich verhungern 20 bis 30 Menschen, zudem grassieren mehrfach Seuchen wie Typhus. Insgesamt werden rund 16 000 Menschen in das das Ghetto Izbica deportiert, von denen rund 5000 im Ghetto selbst durch Krankheit und Hunger den Tod finden oder dort erschossen werden. Die übrigen werden in die Vernichtungslager deportiert, vor allem Belzec, Sobibor und Treblinka.

Das Schicksal von Erna Wolff und ihren Kindern Rosa, Berndt und Erika ist bis heute unklar. Ihre Spur verliert sich mit Besteigen des Zuges in Düsseldorf. Am 28. April 1943 wurde das Ghetto Izbica aufgelöst, alle Juden, die dort lebten, waren zu diesem Zeitpunkt in Vernichtungslager deportiert oder erschossen worden.

Erna Wolff war bei ihrer Deportation 46 Jahre alt, Rosa 16, Berndt 12 und Erika gerade einmal 9.

Recherche: Dr. Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2020)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
Zwangsversteigerung: Rep. 121, Nr. 2088 und Rep. 91, Nr. 262
Deportationsliste: http://statistik-des-holocaust.de/OT420422-50.jpgStammbaum: https://www.geni.com/people/Wilhelm-Wolff/600000003373126114 http://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I5932&nachname=WOLFF&modus=&lang=en0
Literatur: http://www.bildungswerk-ks.de/izbica/deportationen-von-und-nach-izbica-1
Patenschaft: Kollekte 27.01.2015
Verlegetermin: 5. Dezember  2015

 

 

 

Paul Rosenthal

Veröffentlicht: 8. März 2010 von westermayer in Verlegung

Paul ROSENTHAL
geboren am 26. Mai 1889 in Altona

Straße: Rudolf-Eucken-Allee 4
Todesdatum: 1. Januar 1944
Todesort: Theresienstadt
Paul Rosenthal wird am 26. Mai 1889 in Altona bei Hamburg geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren zieht Paul nach Aurich, möglicherweise macht er hier eine Ausbildung zum Kaufmann, es ist jedoch unklar, in welchem Betrieb. In Aurich lernt er seine spätere Frau Elisabeth Kirchner aus Oberellenbach kennen, die im Piqueurhof als „Servierfräulein“ arbeitet.

Paul und Elisabeth heiraten am 5. September 1925. Das Paar ist für damalige Verhältnisse schon eher „älter“ – Paul ist 36, Elisabeth 29 Jahre alt. Die beiden wohnen zunächst in der Hafenstraße 14, am 10. Juni 1926 ziehen sie in die Norderstraße 24. Ein halbes Jahr darauf, im Dezember 1926, konvertiert Elisabeth dann zum Judentum – sie war ursprünglich evangelisch-lutherisch. Im Oktober 1927 schließlich ziehen Paul und Elisabeth in das Haus in der Rudolf-Eucken-Allee 4 um. Hier sollten sie bis zum März 1939 leben, als sicherlich wirtschaftliche Schwierigkeiten beide zwingen, in die Julianenburger Straße Nr. 3 umzuziehen.

Als die Auricher Judengemeinde im Februar 1940 die Nachricht erhält, dass alle jüdischen Einwohner Ostfriesland bis zum 1. April 1940 zu verlassen haben, meldet sich zunächst Paul alleine ab, um  für sich und seine Frau eine neue Bleibe zu finden. Paul zieht nach Hamburg, wo er eine Wohnung in der Papagoyenstraße 1 findet. Am 4. März verlässt auch Elisabeth Aurich für immer und meldet sich nach Hamburg zu ihrem Mann ab.

Später zieht das Paar nach Berlin um, wo es in der Rosenthaler Straße 65 eine Unterkunft findet. Von hier wird Paul schließlich im Sommer 1942 nach Theresienstadt deportiert, Elisabeth bleibt allein in Berlin zurück: Obwohl Elisabeth zum Judentum konvertiert war, wurde sie nicht gemeinsam mit ihrem Mann deportiert. Elisabeth wurde als „Geltungsjüdin“ betrachtet und wurde daher zunächst von der Deportation ausgenommen. Zu einer Deportation von Elisabeth sollte es jedoch auch später nicht mehr kommen: Am 1. Januar 1944 wird Paul in Theresienstadt ermordet, genau sechs Monate später, am 1. Juli, nimmt Elisabeth sich das Leben. Sie wurde 48 Jahre alt, ihr Mann Paul 55.

Erschreckend bei der Recherche war, dass über Paul Rosenthal kaum Informationen zu finden waren – er und seine Frau hatten keine Kinder und keinen bedeutenden Besitz, so dass keine Unterlagen und Akten entstanden. Paul war bis zu dieser Recherche nicht einmal als Opfer des Nationalsozialismus im Gedenkbuch des Bundesarchivs aufgeführt. Die Stolpersteinverlegung trägt damit in ganz besonderer Weise dazu bei, dass auch Paul Rosenthal nicht vergessen wird.

Recherche: Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 2.03.2020)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Meldekartei

http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html

XXXX Akten Arolsen

Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt

https://de.wikipedia.org/wiki/Geltungsjude

Patenschaft: Sandra Weferling und Heiko Schlake
Verlegetermin: 3. Juli  2015

Elisabeth Rosenthal geb. Kirchner

Veröffentlicht: 8. März 2010 von westermayer in Verlegung

Elisabeth ROSENTHAL geb. Kirchner
geboren am 1. Dezember 1896 in Oberellenbach, Krs. Hersfeld-Rotenburg

Straße: Rudolf-Eucken-Allee 4
Todesdatum: 1. Juli 1944
Todesort: Berlin
Elisabeth Kirchner wird am 1. Dezember 1896 in Oberellenbach geboren. Sie ist das Kind des Weisbinders (alte Bezeichnung für Maler) Christian Kirchner und seiner Ehefrau Elise Kirchner geb. Lier (Geburtsurkunde s. u.). Elisabeth zieht am 15.02.1922 von Gelsenkirchen (Bochumerstraße 105)  nach Aurich und arbeitet dort im Piqueurhof als „Servierfräulein“. Sie wohnt in der Bahnhofstraße 1, also im Hotel.

In Aurich lernt sie ihren späteren Mann Paul Rosenthal kennen. Paul Rosenthal wird am 26. Mai 1889 in Altona bei Hamburg geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren zieht Paul nach Aurich, möglicherweise macht er hier eine Ausbildung zum Kaufmann, es ist jedoch unklar, in welchem Betrieb.
Paul und Elisabeth heiraten am 5. September 1925. Das Paar ist für damalige Verhältnisse schon eher „älter“ – Paul ist 36, Elisabeth 29 Jahre alt. Die beiden wohnen zunächst in der Hafenstraße 14, am 10. Juni 1926 ziehen sie in die Norderstraße 24. Ein halbes Jahr darauf, im Dezember 1926, konvertiert Elisabeth dann zum Judentum – sie war ursprünglich evangelisch-lutherisch. Im Oktober 1927 schließlich ziehen Paul und Elisabeth in das Haus in der Rudolf-Eucken-Allee 4 um. Hier sollten sie bis zum März 1939 leben, als sicherlich wirtschaftliche Schwierigkeiten beide zwingen, in die Julianenburger Straße Nr. 3 umzuziehen.

Als die Auricher Judengemeinde im Februar 1940 die Nachricht erhält, dass alle jüdischen Einwohner Ostfriesland bis zum 1. April 1940 zu verlassen haben, meldet sich zunächst Paul alleine ab, um  für sich und seine Frau eine neue Bleibe zu finden. Paul zieht nach Hamburg, wo er eine Wohnung in der Papagoyenstraße 1 findet. Am 4. März verlässt auch Elisabeth Aurich für immer und meldet sich nach Hamburg zu ihrem Mann ab.

Später zieht das Paar nach Berlin um, wo es in der Rosenthaler Straße 65 eine Unterkunft findet. Von hier wird Paul schließlich im Sommer 1942 nach Theresienstadt deportiert, Elisabeth bleibt allein in Berlin zurück: Obwohl Elisabeth zum Judentum konvertiert war, wurde sie nicht gemeinsam mit ihrem Mann deportiert. Elisabeth wurde als „Geltungsjüdin“ betrachtet und daher zunächst von der Deportation ausgenommen. Zu einer Deportation von Elisabeth sollte es jedoch auch später nicht mehr kommen: Am 1. Januar 1944 wird Paul in Theresienstadt ermordet, genau sechs Monate später, am 1. Juli 1944, nimmt Elisabeth sich das Leben. Sie wurde 48 Jahre alt, ihr Mann Paul 55.

Erschreckend bei der Recherche war, dass über Paul und Elisabeth Rosenthal kaum Informationen zu finden waren – er und seine Frau hatten keine Kinder und keinen bedeutenden Besitz, so dass keine Unterlagen und Akten entstanden. Paul war bis zu dieser Recherche nicht einmal als Opfer des Nationalsozialismus im Gedenkbuch des Bundesarchivs aufgeführt. Die Stolpersteinverlegung trägt damit in ganz besonderer Weise dazu bei, dass auch Paul Rosenthal nicht vergessen wird.

Recherche: Sandra Weferling
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 2.03.2020)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Meldekartei

http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html

Geburtsurkunde: http://dfg-viewer.de/show/cache.off?tx_dlf%5Bpage%5D=40&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fdigitalisate-he.arcinsys.de%2Fhstam%2F907%2F3974.xml&tx_dlf%5Bdouble%5D=0&cHash=12e5db8a492fc8b42c97cdcc9178db6c

Literatur: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt

https://de.wikipedia.org/wiki/Geltungsjude

Patenschaft: Axel Gärtner
Verlegetermin: 3. Juli  2015

Sophie Aron geb. Aron

Veröffentlicht: 8. März 2010 von westermayer in Verlegung

Sophie ARON geb. Aron
geboren am 21. Januar 1873 in Leer

Straße: Oldersumer Str. 53 (ehemals Georgstr. 53)
Todesdatum: 5. Februar 1943
Todesort: Auschwitz
Sophie Aron wird am 21. Januar 1873 in Leer geboren. Ihre Eltern sind der Optiker Abraham Hirsch Aron und Johanne Meyer, geb. David. Sie hat noch drei Brüder, Adolf Aron [siehe: Stolperstein in der Norderstr. 8], geboren 1869, Louis geboren 1875 und den jüngsten Bruder Moritz (auch Moses) 1878.

Sophie Aron erlernt den Beruf der Putzmacherin und ist 28 Jahre alt, als sie am 3. März 1901 in Leer den in Aurich wohnenden Optiker und Brillenhändler Gottschalk Hirsch Aron heiratet. Gottschalk, geboren am 31.12.1842, stammt aus der Nähe von Bremen, aus Lesum, Kreis Blumenthal. Sophie zieht zu ihrem Mann nach Aurich, der in der Norderstraße 37 sein Optikergeschäft betreibt. Ihr Sohn Hermann kommt am 2. August 1901 in Aurich zur Welt.

Ihr zweites Kind Johanna wird drei Jahre später geboren, am 18. Januar 1904. Ihr drittes Kind Paula bringt sie in ihrer Heimatstadt Leer am 4. Oktober 1905 zur Welt. Zwei Wochen später kehrt Sophie aber wieder nach Aurich zurück.

Ihr Ehemann Gottschalk Hirsch Aron stirbt am 19. November 1919 im Alter von 76 Jahren an einem Schlaganfall und Sophie verlässt das gemeinsame Haus in der Norderstraße wahrscheinlich kurz nach dem Tod ihres Ehemannes. Im Auricher Adressbuch von 1926 ist sie unter ihrer neuen Anschrift verzeichnet: Georgstraße 53. Hier sind auch ihre Kinder Hermann, Johanna und Paula gemeldet.

Es war ein großes Haus mit mehreren Wohnungen. Außerdem wohnen in diesen Jahren hier noch die Witwe eines Predigers, ein Referendar und eine Hausdame.

Im Dezember 1933 verlassen ihre Töchter Aurich und ziehen in die Niederlande. Anfang Oktober 1935 folgt Sophie mit ihrem Sohn Hermann den beiden Töchtern in das vermeintlich sichere Amsterdam. Doch am 10. Mai 1940 werden die Niederlande von der deutschen Wehrmacht besetzt. Hermann, der sich 1936 Richtung Ruhrgebiet abmeldet, gilt seitdem als verschollen. Im Februar 1941 wohnen die drei Frauen aus Aurich noch in der „Nieuwe Keizersgracht 74 I“, eine Straße, in der damals viele jüdische Flüchtlinge leben.

Sophie kann noch im Januar 1942 miterleben, wie ihre Tochter Paula den Angestellten Maurits Leonardus Blitz (geboren 24. April 1903) heiratet. Dann wird sie von ihren Töchtern getrennt, die 1942 im Lager Westerbork interniert und nach Auschwitz deportiert werden.

Am 14. Januar 1943 wird die mittlerweile 69-jährige Sophie Aron nach Vught und in das Lager Herzogenbosch gebracht. Ihr Leidensweg ist aber noch nicht zu Ende. Schon zwei Wochen später, am 29. Januar, wird sie mit weiteren 436 alten und kranken jüdischen Gefangenen in das Lager Westerbork überführt. Am 2. Februar 1943 erfolgt die Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie am 5. Februar 1943 ermordet wird.

Von ihren nächsten Angehörigen überlebt nur ein Neffe, der Sohn ihres Bruders Moritz. Er kann sich nach Uruguay retten. Ihr Bruder Louis flieht in die Niederlande, er wird vom Lager Westerbork am 17. März 1943 nach Sobibor deportiert. Vermutlich kommt auch  Moritz in den Vernichtungslagern um.

Gunther Demnig bei der Arbeit

Recherche: Astrid Parisius
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2018)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: NLA- Standort Aurich- : Meldekartei der Stadt Aurich (Dep. 34 C Nr. 1203/1)
Auskunft von Jose Martin, Erinnerungszentrum Lager Gedenkstätte Westerbork
Literatur:
Patenschaft: Staatsarchiv Aurich
Verlegetermin: 14. Dezember 2013

 

 

 

Paula Aron verh. Blitz

Veröffentlicht: 8. März 2010 von westermayer in Verlegung

Paula ARON verh. Blitz
geboren am 4. Oktober 1905 in Leer

Straße: Oldersumer Str. 53 (ehemals: Georgstr.53)
Todesdatum: 18. August 1942
Todesort: Auschwitz
Paula ist das dritte Kind von Sophie Aron, geb. Aron und Gottschalk Aron Hirsch. Ihr Vater betreibt in der Norderstr. 37 ein Optikergeschäft, ihre Mutter arbeitet als Putzmacherin. Sie hat noch zwei Geschwister: den älteren Bruder Hermann, geboren 2.08.1901, und die ältere Schwester Johanna, geboren 18.01.1904. Paula arbeitet wie ihre Mutter und die Schwester als Näherin und Schneiderin.

Nach dem Tod des Vaters, der am 19. November 1919 einem Schlaganfall erliegt, zieht die Familie in die Georgstraße 53 (heute Oldersumer Str. 53), einem großen Haus, in dem noch eine Witwe eines Predigers, ein Referendar und eine Hausdame wohnen.

Am 1. Dezember 1933 meldet sich Paula mit ihrer Schwester Johanna, die sich schon 1932 kurz in den Niederlanden aufgehalten hat, nach Amsterdam ab. Vielleicht haben sie die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 richtig gedeutet.

Im Oktober 1935 ziehen auch ihre Mutter Sophie und ihr Bruder Hermann nach Amsterdam. Hermann, der sich am 6. Februar 1936 wieder nach Essen abmeldet, werden sie nicht wiedersehen. Sein weiteres Schicksal ist bis jetzt noch nicht geklärt, er wird 1954 für tot erklärt.

Paula verbringt mit ihrer Schwester Johanna und der Mutter Sophie die kommenden Jahre zusammen in Amsterdam. Im Februar 1941 wohnen die drei Frauen aus Aurich in der „Nieuwe Keizersgracht “. Am 28. Januar 1942 heiratet sie den Angestellten Maurits Leonardus Blitz, geboren 24. April 1903 in Amsterdam.

Am 10. Mai 1940 werden die Niederlande von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Deutschen beschließen Ende 1941, das Lager in Westerbork als zentrales Sammellager für die bevorstehende Deportation der sich in den Niederlanden aufhaltenden Juden einzurichten. Ab Juli 1942 treffen Juden aus allen Teilen des Landes in Westerbork ein. Auch Paula und ihr Ehemann sowie ihre Schwester Johanna werden in Westerbork interniert. Der erste Deportationszug in die Vernichtungslager verlässt das Lager am 15. Juli 1942. Am 16. Juli folgt der zweite. Unter den 895 Deportierten befinden sich Paula und ihr Ehemann Maurits Leonardus Blitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 17./ 18. August 1942. Paula und Maurits Blitz werden sofort nach der Ankunft ermordet.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Recherche: Astrid Parisius
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2018)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: NLA- Standort Aurich- : Meldekartei der Stadt Aurich (Dep. 34 C Nr. 1203/1)

Auskunft von Jose Martin, Erinnerungszentrum Lager Gedenkstätte Westerbork Datenbank: Joods Monument (https://www.joodsmonument.nl/)

Literatur:
Patenschaft: Gerda Wollberg-Broer
Verlegetermin: 14. Dezember 2013

 

 

 

Johanne Aron

Veröffentlicht: 8. März 2010 von westermayer in Verlegung

Johanne ARON
geboren am 18. Januar 1904 in Aurich

Straße: Oldersumer Str. 53 (ehemals Georgstr. 53)
Todesdatum: 15. Dezember 1942
Todesort: Auschwitz
Johanna ist das zweite Kind von Sophie Aron, geb. Aron und Gottschalk Aron Hirsch. Ihr Vater betreibt in der Norderstr. 37 ein Optikergeschäft, ihre Mutter arbeitet als Putzmacherin. Sie hat noch zwei Geschwister: den älteren Bruder Hermann, geboren 2.08.1901, und die jüngere Schwester Paula, geboren 4.10.1905. Johanna arbeitet wie ihre Mutter und ihre Schwester als Näherin und Schneiderin.

Nach dem Tod des Vaters, der am 19. November 1919 einem Schlaganfall erliegt, zieht die Familie in die Georgstraße 53 (heute Oldersumer Str. 53), einem großen Haus, in dem noch eine Witwe eines Predigers, ein Referendar und eine Hausdame wohnen.

Johanna zieht es im März 1932 ein erstes Mal in die Niederlande, nach Sneek in die Provinz Friesland. Am 1. Dezember 1933 meldet sich Johanna mit ihrer Schwester Paula nach Amsterdam ab. Vielleicht haben sie die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 richtig gedeutet.

Im Oktober 1935 folgen auch ihre Mutter Sophie und ihr Bruder Hermann nach Amsterdam. Hermann, der sich am 6. Februar 1936 wieder nach Essen abmeldet, werden sie nicht wiedersehen. Sein weiteres Schicksal ist bis jetzt noch nicht geklärt, er wird 1954 für tot erklärt.

Johanna verbringt mit ihrer Schwester Paula und ihrer Mutter Sophie die kommenden Jahre zusammen in Amsterdam. Im Februar 1941 wohnen die drei Frauen aus Aurich in der „Nieuwe Keizersgracht “, eine Straße, in der viele Juden lebten. Am 28. Januar 1942 kann sie noch an der Hochzeit ihrer Schwester Paula teilnehmen.

Am 10. Mai 1940 werden die Niederlande von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Deutschen beschließen Ende 1941, das Lager in Westerbork als zentrales Sammellager für die bevorstehende Deportation der sich in den Niederlanden aufhaltenden Juden einzurichten. Ab Juli 1942 treffen Juden aus allen Teilen des Landes in Westerbork ein. Auch Johanna wird wie ihre Schwester und ihr Schwager in Westerbork interniert. Am 12. Dezember 1942 wird sie von dort mit 757 weiteren Juden nach Auschwitz deportiert. Der Zug erreicht Auschwitz am 14. Dezember, einen Tag später am 15. Dezember wird sie ermordet.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Recherche: Astrid Parisius
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.03.2018)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: NLA- Standort Aurich- : Meldekartei der Stadt Aurich (Dep. 34 C Nr. 1203/1)

Auskunft von Jose Martin, Erinnerungszentrum Lager Gedenkstätte Westerbork
Datenbank: Joods Monument (https://www.joodsmonument.nl/)

Literatur:
Patenschaft: Arno Wirdemann
Verlegetermin: 14. Dezember 2013