Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Caroline Gottschalk Leers

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

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Caroline „Kendel“ Gottschalk LEERS
geboren am 20. Dezember 1863 in Aurich

Straße: Wallstraße 56
Todesdatum: 26. September 1942
Todesort: Treblinka

Caroline Leers (Foto der Kennkarte StA Aurich, auf der Kennkarte „Kendel Gottschlak Leers“)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Caroline (lt. Kennkarte „Kendel Gottschalk“) Leers, eine Schwester von Victor Leers (geboren am 7.12.1861 in Aurich), wird am 20.12.1863 in Aurich geboren. Ihre Eltern sind Gottschalk Gossel Victor Leers, geboren 12.09.1823 in Aurich, verstorben 28.05.1889 in Aurich, und Mirjam Calmer Leers geborene Wolff, geboren 08.07.1837 in Aurich, verstorben 24.06.1873 in Aurich. Sara hat 8 Geschwister, darunter Victor Gottschalk Leers und Ruben Gottschalk Leers.

Caroline ist ohne Beruf und wohnt zeitweise in Aurich, Wallstraße 56, zwischenzeitlich auch Osterstraße 28. Als ihr Bruder Victor Gottschalk Leers am 29.01.1897 in Aurich Sara geb. Goldschmidt  heiratet – er ist zu dieser Zeit wohnhaft in Weener/ Ems – wohnt Sara bei ihrem Bruder.

Sara Sarah Leers, geborene Goldschmidt, wird am 01.04.1873 in Emden geboren. Am 29.01.1897 ist sie wohnhaft in Aurich. Ihre Eltern sind  Marcus Goldschmidt, geboren 1841, verstorben 23.09.1909 in Aurich und Röschen Jacob Goldschmidt, geborene Pels, geboren 1841, verstorben 18.01.1923 in Aurich.

In Weener /Ems betreibt das Ehepaar Victor Gottschalk und Sara Sarah Leers viele Jahre lang ein Geschäft in der Norderstraße 6.

Am 15.03.1938 zieht Victor Gottschalk Leers, inzwischen Rentier, 77 Jahre, zusammen mit seiner Frau Sara und seiner Schwester Caroline, von Weener/Ems wieder nach Aurich, in das bereits ein Jahr zuvor erworbene Haus, in der Wallstraße 56.

Am 8.03.1940 müssen die drei Leers gezwungenermaßen Aurich verlassen und verziehen nach Bremen, in die Willehadstraße 30.

Am 15.07.1942 werden  Victor Gottschalk, Sara Sarah und Caroline Sara Leers ab Hamburg in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Todesdatum und Ort sind für Victor Gottschalk Leers: 29.07.1942, Theresienstadt Ghetto und für Sara Sarah Leers: 21.03.1943 Theresienstadt Ghetto.

Todesdatum und Ort sind für Caroline Sara Leers: 26.09.1942, Vernichtungslager Treblinka.

Recherche: Hinrich Schmidt
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto: Kennkarte v. 28.02.1939
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Arno Wirdemann
Verlegetermin: 27. Januar  2015

 

Sara Leers geb. Goldschmidt

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

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Sara LEERS geb. Goldschmidt
geboren am 1. April 1873 in Emden

Straße: Wallstraße 56
Todesdatum: 21. März 1943
Todesort: Ghetto Theresienstadt
Sara Sarah Leers, geborene Goldschmidt, wird am 01.04.1873 in Emden geboren. Am 29.01.1897 ist sie wohnhaft in Aurich. Ihre Eltern sind  Marcus Goldschmidt, geboren 1841, verstorben 23.09.1909 in Aurich und Röschen Jacob Goldschmidt, geborene Pels, geboren 1841, verstorben 18.01.1923 in Aurich.

Sara Leers  heiratet Victor Gottschalk Leers am 29.01.1897 in Aurich – zu dieser Zeit ist er wohnhaft in Weener/ Ems.

In Weener /Ems betreibt das Ehepaar Victor Gottschalk und Sara Sarah Leers viele Jahre lang ein Geschäft in der Norderstraße 6.

Victor Gottschalk Leers wird am 7.12.1861 in Aurich geboren. Seine Eltern sind Gottschalk Gossel Victor Leers, geboren 12.09.1823 in Aurich, verstorben 28.05.1889 in Aurich, und Mirjam Calmer Leers geborene Wolff, geboren 08.07.1837 in Aurich, verstorben24.06.1873 in Aurich. Victor Gottschalk hat 8 Geschwister, darunter Caroline Sara Gottschalk und Ruben Gottschalk.

Mit wohnhaft bei Sara und Victor Leers in Weener/Ems ist auch die Schwester Karoline Sara Leers (geboren 20.12.1863 in Aurich), eine Schwester von Victor Leers. Sie ist ohne Beruf und wohnt zeitweise in Aurich, Wallstraße 56, zwischenzeitlich auch Osterstraße 28.

Am 15.03.1938 zieht Victor Gottschalk Leers, inzwischen Rentier, 77 Jahre, zusammen mit seiner Frau Sara und seiner Schwester Karoline, von Weener/Ems wieder nach Aurich, in das bereits ein Jahr zuvor erworbene Haus, in der Wallstraße 56.

Am 8.03.1940 müssen die drei Leers gezwungenermaßen Aurich verlassen und verziehen nach Bremen, in die Willehadstraße 30.

Am 15.07.1942 werden  Victor Gottschalk, Sara Sarah und Caroline Sara Leers ab Hamburg in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Todesdatum und Ort sind für Victor Gottschalk Leers: 29.07.1942, Theresienstadt Ghetto und für Sara Leers: 21.03.1943 Theresienstadt Ghetto.

Todesdatum und Ort sind für Karoline Leers: 26.09.1942, Vernichtungslager  Treblinka.

Recherche: Hinrich Schmidt
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Margrit Habicht
Verlegetermin: 27. Januar  2015

 

Victor Gottschalk Leers

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

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Victor Gottschalk LEERS
geboren am 7. Dezember 1861 in Aurich

Straße: Wallstraße 56
Todesdatum: 29. Juli 1942
Todesort: Ghetto Theresienstadt

Vicotr Gottschalk Leers (Foto der Kennkarte StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Victor Gottschalk Leers wird am 7.12.1861 in Aurich geboren. Seine Eltern sind Gottschalk Gossel Victor Leers, geboren 12.09.1823 in Aurich, verstorben 28.05.1889 in Aurich, und Mirjam Calmer Leers geborene Wolff, geboren 08.07.1837 in Aurich, verstorben 24.06.1873 in Aurich.

Victor Gottschalk hat 8 Geschwister, darunter Caroline Sara Gottschalk und Ruben Gottschalk.

Victor Gottschalk Leers heiratet am 29.01.1897 in Aurich – zu dieser Zeit ist er wohnhaft in Weener/ Ems – Sara Sarah Leers, geborene Goldschmidt, geboren 01.04.1873 in Emden. Am 29.01.1897 ist sie wohnhaft in Aurich. Ihre Eltern sind  Marcus Goldschmidt, geboren 1841, verstorben 23.09.1909 in Aurich und Röschen Jacob Goldschmidt, geborene Pels, geboren 1841, verstorben 18.01.1923 in Aurich.

In Weener /Ems betreibt das Ehepaar Victor Gottschalk und Sara Sarah Leers viele Jahre lang ein Geschäft in der Norderstraße 6.

Mit dort wohnhaft ist auch die Schwester Karoline Sara Leers (geboren 20.12.1863 in Aurich), eine Schwester von Victor Leers. Sie ist ohne Beruf und wohnt zeitweise in Aurich, Wallstraße 56, zwischenzeitlich auch Osterstraße 28.

Am 15.03.1938 zieht Victor Gottschalk Leers, inzwischen Rentier, 77 Jahre, zusammen mit seiner Frau Sara und seiner Schwester Karoline, von Weener/Ems wieder nach Aurich, in das bereits ein Jahr zuvor erworbene Haus, in der Wallstraße 56.

Am 8.03.1940 müssen die drei Leers gezwungenermaßen Aurich verlassen und verziehen nach Bremen, in die Willehadstraße 30.

Am 15.07.1942 werden  Victor Gottschalk, Sara Sarah und Caroline Sara Leers ab Hamburg in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Todesdatum und Ort sind für Victor Gottschalk Leers: 29.07.1942, Theresienstadt Ghetto und für Sara Sarah Leers: 21.03.1943 Theresienstadt Ghetto.

Todesdatum und Ort sind für Karoline Sara Leers: 26.09.1942, Vernichtungslager Treblinka.

Recherche: Hinrich Schmidt
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto: Kennkarte v. 27.02.1939, Staatsarchiv Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Ortsrat Kernstadt Aurich
Verlegetermin: 27. Januar  2015

 

Bertha Wolff

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Bertha WOLFF
geboren am 16. Januar 1878 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: 8. Januar 1943
Todesort: Theresienstadt

Bertha Wolff (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bertha Wolff wird am 16.01.1878 in Aurich geboren. Ihre Eltern sind der Schlachter Levy Abraham Wolff (1843-1901) und Rebecca Isaac Wolff geb. Valk (1848-1921). Levy und Rebecca Wolff haben fünf Kinder: Bertha (geboren am 16.01.1878), Isaak Levy (geboren am 24.09.1879), Abraham Levy (geboren 1882 und schon nach wenigen Monaten verstorben), Betty (geboren am 17.06.1884) und Minna (geboren 1886, verstorben 1935). Minna blieb ledig und wohnte bis zu ihrem Tod bei ihren Geschwistern in der Markstraße 25.

Das Auricher Gewerbeverzeichnis von 1880 nennt für den Schlachter Levy A. Wolff die Anschrift „Wallstr. 50“.

Alle drei Geschwister Bertha, Isaak und Betty Wolff wohnen spätestens seit Mitte der 20ger Jahre in der Marktstraße 25 und bleiben dort wohnhaft bis sie 1940 gezwungenermaßen nach Emden verziehen. Für Bertha und ihre Schwester Betty gibt es keine Berufsangaben. Ihr Bruder Isaak arbeitet lt. Adressenverzeichnis der Stadt Aurich von 1926 als Schlachter und Viehhändler. Sein Geschäft, das er anscheinend mit anderen jüdischen Schlachtern betreibt (Abraham Wolff, Levy Wolff, Wilhelm Wolff) ist in der Marktstraße 5.

Alle drei Geschwister bleiben ledig.

Als alle jüdischen Bürger Aurich verlassen müssen, ziehen die drei Geschwister am 28.03.1940 nach Emden in das jüdische Altenheim. Bis zum Oktober 1941 können die drei Geschwister dort wohnen.

Bertha und Betty müssen am 22.10.1941 Emden verlassen und in das jüdische Altersheim in Varel in der Schüttingstraße 13 ziehen.  Nach 9 Monaten müssen sie auch dieses Altenheim verlassen. Bertha und Betty werden mit weiteren 777 Personen am 23.07.1942 über Hannover (Transport VIII/1, č. 602) in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Ihre Meldeadresse dort lautet „Gebäude L120“. Dort wohnen sie in Zimmer 14.

Bertha Wolff stirbt am 8.01.1943 kurz vor ihrem 65. Geburtstag an den unmenschlichen Haftbedingungen in Theresienstadt und wird am 10. Januar 1943 beerdigt.

Für ihre Schwester Betty setzt sich der Leidensweg fort. Zwei Wochen nach der Beisetzung ihrer Schwester Bertha wird sie am 23.01.1943 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Mit diesem Transport (Transport Cr, č. 772) werden 2.011 Menschen in die Gaskammern von Auschwitz deportiert, nur 6 von ihnen können überleben.

Wir müssen davon ausgehen, dass Betty bald nach ihrer Ankunft in Auschwitz im Alter von 58 Jahren ermordet wird.

Anders als seine Schwestern Bertha und Betty wird Isaak Wolff nach Auflösung des Emder Altersheimes nicht nach Theresienstadt, sondern am 23.10.1941 von Emden über Berlin nach Litzmannstadt deportiert. Isaak Wolff stirbt am 12.01.1942 im Alter von 62 Jahren an den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto Litzmannstadt.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 5.12.2015)
Foto: Kennkarte v. 24.03.1939, Staatsarchiv Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Kollekte 27.01.2015
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

 

 

Isaak Levy Wolff

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Isaak Levy WOLFF
geboren am 24. September 1879 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: 12. Januar 1942
Todesort: Litzmannstadt

Isaak Levy Wolff (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Isaak Wolff wird am 24.09.1879 in Aurich geboren. Seine Eltern sind der Schlachter Levy Abraham Wolff (1843-1901) und Rebecca Isaac Wolff geb. Valk (1848-1921). Levy und Rebecca Wolff haben fünf Kinder: Bertha (geboren am 16.01.1878), Isaak Levy (geboren am 24.09.1879), Abraham Levy (geboren 1882 und schon nach wenigen Monaten verstorben), Betty (geboren am 17.06.1884) und Minna (geboren 1886, verstorben 1935). Minna blieb ledig und wohnte bis zu ihrem Tod bei ihren Geschwistern in der Markstraße 25.

Das Auricher Gewerbeverzeichnis von 1880 nennt für den Schlachter Levy A. Wolff die Anschrift „Wallstr. 50“.

Alle drei Geschwister Bertha, Isaak und Betty Wolff wohnen spätestens seit Mitte der 20ger Jahre in der Marktstraße 25 und bleiben dort wohnhaft bis sie 1940 gezwungenermaßen nach Emden verziehen. Für Bertha und ihre Schwester Betty gibt es keine Berufsangaben. Ihr Bruder Isaak arbeitet lt. Adressenverzeichnis der Stadt Aurich von 1926 als Schlachter und Viehhändler. Sein Geschäft, das er anscheinend mit anderen jüdischen Schlachtern betreibt (Abraham Wolff, Levy Wolff, Wilhelm Wolff) ist in der Marktstraße 5.

Alle drei Geschwister bleiben ledig.

Als alle jüdischen Bürger Aurich verlassen müssen, ziehen die drei Geschwister am 28.03.1940 nach Emden in das jüdische Altenheim. Bis zum Oktober 1941 können die drei Geschwister dort wohnen.

Nach Auflösung des Emder Altersheimes wird Isaak Levy Wolff am 23.10.1941 von Emden über Berlin nach Litzmannstadt deportiert. Isaak Wolff stirbt am 12.01.1942 im Alter von 62 Jahren an den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto Litzmannstadt.

Seine Schwestern Bertha und Betty müssen am 22.10.1941 Emden verlassen und in das jüdische Altersheim in Varel in der Schüttingstraße 13 ziehen.  Nach 9 Monaten müssen sie auch dieses Altenheim verlassen. Bertha und Betty werden mit weiteren 777 Personen am 23.07.1942 über Hannover (Transport VIII/1, č. 602) in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Ihre Meldeadresse dort lautet „Gebäude L120“. Dort wohnen sie in Zimmer 14.

Bertha Wolff stirbt am 8.01.1943 kurz vor ihrem 65. Geburtstag an den unmenschlichen Haftbedingungen in Theresienstadt und wird am 10. Januar 1943 beerdigt.

Für ihre Schwester Betty setzt sich der Leidensweg fort. Zwei Wochen nach der Beisetzung ihrer Schwester Bertha wird sie am 23.01.1943 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Mit diesem Transport (Transport Cr, č. 772) werden 2.011 Menschen in die Gaskammern von Auschwitz deportiert, nur 6 von ihnen können überleben.

Wir müssen davon ausgehen, dass Betty bald nach ihrer Ankunft in Auschwitz im Alter von 58 Jahren ermordet wird.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 5.12.2015)
Foto: Kennkarte v. 14.04.1939, Staatsarchiv Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Ingrid und Michaela Weinbrenner
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

 

 

Betty Wolff

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Betty WOLFF
geboren am 17. Juni 1884 in Aurich

Straße: Marktstraße 25
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 23.01.1943
Todesort: Theresienstadt

Betty Wolff (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Betty Wolff wird am 17.06.1884 in Aurich geboren. Ihre Eltern sind der Schlachter Levy Abraham Wolff (1843-1901) und Rebecca Isaac Wolff geb. Valk (1848-1921). Levy und Rebecca Wolff haben fünf Kinder: Bertha (geboren am 16.01.1878), Isaak Levy (geboren am 24.09.1879), Abraham Levy (geboren 1882 und schon nach wenigen Monaten verstorben), Betty (geboren am 17.06.1884) und Minna (geboren 1886, verstorben 1935). Minna blieb ledig und wohnte bis zu ihrem Tod bei ihren Geschwistern in der Markstraße 25.

Das Auricher Gewerbeverzeichnis von 1880 nennt für den Schlachter Levy A. Wolff die Anschrift „Wallstr. 50“.

Alle drei Geschwister Bertha, Isaak und Betty Wolff wohnen spätestens seit Mitte der 20ger Jahre in der Marktstraße 25 und bleiben dort wohnhaft bis sie 1940 gezwungenermaßen nach Emden verziehen. Für Bertha und ihre Schwester Betty gibt es keine Berufsangaben. Ihr Bruder Isaak arbeitet lt. Adressenverzeichnis der Stadt Aurich von 1926 als Schlachter und Viehhändler. Sein Geschäft, das er anscheinend mit anderen jüdischen Schlachtern betreibt (Abraham Wolff, Levy Wolff, Wilhelm Wolff) ist in der Marktstraße 5.

Alle drei Geschwister bleiben ledig.

Als alle jüdischen Bürger Aurich verlassen müssen, ziehen die drei Geschwister am 28.03.1940 nach Emden in das jüdische Altenheim. Bis zum Oktober 1941 können die drei Geschwister dort wohnen.

Bertha und Betty müssen am 22.10.1941 Emden verlassen und in das jüdische Altersheim in Varel in der Schüttingstraße 13 ziehen.  Nach 9 Monaten müssen sie auch dieses Altenheim verlassen. Bertha und Betty werden mit weiteren 777 Personen am 23.07.1942 über Hannover (Transport VIII/1, č. 602) in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Ihre Meldeadresse dort lautet „Gebäude L120“. Dort wohnen sie in Zimmer 14.

Bertha Wolff stirbt am 8.01.1943 kurz vor ihrem 65. Geburtstag an den unmenschlichen Haftbedingungen in Theresienstadt und wird am 10. Januar 1943 beerdigt.

Für ihre Schwester Betty setzt sich der Leidensweg fort. Zwei Wochen nach der Beisetzung ihrer Schwester Bertha wird sie am 23.01.1943 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Mit diesem Transport (Transport Cr, č. 772) werden 2.011 Menschen in die Gaskammern von Auschwitz deportiert, nur 6 von ihnen können überleben.

Wir müssen davon ausgehen, dass Betty bald nach ihrer Ankunft in Auschwitz im Alter von 58 Jahren ermordet wird.

Anders als seine Schwestern Bertha und Betty wird Isaak Wolff nach Auflösung des Emder Altersheimes nicht nach Theresienstadt, sondern am 23.10.1941 von Emden über Berlin nach Litzmannstadt deportiert. Isaak Wolff stirbt am 12.01.1942 im Alter von 62 Jahren an den unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto Litzmannstadt/Lodz.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 5.12.2015)
Foto: Kennkarte v. 24.03.1939, Staatsarchiv Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:  
Literatur:  
Patenschaft: Kollekte 9.11.2014
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

 

 

Kurt Salomons

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Kurt  SALOMONS
geboren am 19. Februar 1917 in Aurich

Straße: Wallstraße 4
Todesdatum: 28. Mai 1943
Todesort: Sobibor
Kurt Salomons kommt am 19. Februar 1917 zur Welt. Seine Eltern sind Georgina geb. Wolff und Levy „Ludwig“ Salomons.
1918 stirbt seine Mutter Georgina, knapp zwei Jahre nach ihrer Heirat mit Levy Salomons. Nach dem Tod ihrer Schwester heiratet Eva Wolff am 13. Juni 1919 Levy, den Witwer ihrer Schwester Georgina, und zieht mit ihm und seinem Sohn Kurt in die Wallstraße 4. Kurt  wird von seiner Stiefmutter Eva großgezogen.1931 geht Kurt mit seinen 14 Jahren nach Köln. Er tritt nicht in die Fußstapfen seines Vaters, sondern wird Schlosser. Weitere Station ist laut Meldekartei  Düsseldorf.
Am 17. Juli 1938 flieht Kurt nach Middelburg in der Provinz Zeeland, im Vlissingenweg. Einige Monate später treffen auch sein Vater und seine Stiefmutter dort ein.

Eva Salomons, geborene Wolff wird am 5. Mai 1895 in Aurich geboren. Mit ihrer Mutter Regine Wolff geborene von der Wall, ihrem Vater  Joseph Levy Wolff  und den fünf Geschwistern Frieda (24.7.1892), Louis (4.9.1893), Adolf (13.5.1896), Georgina (3.2.1898) und Gustav (26.8.1902) wächst Eva in Sandhorst auf. Ihr Vater  betreibt  einen Viehhandel.  Die Familie hatte einen Hof mit Acker und Garten  in Sandhorst  Am Tiergarten, zu der Zeit Sandhorst Nr. 7. genannt.

Der ältere Bruder Louis stirbt bereits 1900 im Alter von 6 Jahren.  Die älteren Schwestern Frieda und Georgina und die beiden jüngeren Brüder Adolf und Gustav heiraten und gründen eigene Familien. Georgina lebt mit ihrem Mann im elterlichen Haus. Ihre Eltern sterben 1920 bzw. 1929. Ihr Bruder Gustav erbt den elterlichen Hof, der aber 1935 zwangsversteigert werden muss und verkauft wird.

Levy Salomons, genannt Ludwig, wird am 14. August 1891 in Lage im Kreis Bad Bentheim geboren.   Zum Zeitpunkt seiner Geburt  lebt seine Familie in Deutschland. Sie  zieht später zur anderen Seite der deutsch-niederländischen Grenze, nach Denekamp in die Region Dinkelland in der Provinz Overijssel.
Seine Eltern Senetta ten Brink und Cumpert Levy Salomons stammen aus einer Familie, die als Kaufleute, Viehhändler und Schlachter arbeiten. Levy ist der Älteste, seine beiden Geschwister heißen  Jettchen und Alex. Jettchen arbeitet kurzzeitig in Aurich als sogenannte Stütze  im  Haushalt der Familie Wolff in der Julianenburger Str. 3. Der Cousin Isaak Salomons heiratet ebenfalls nach Aurich.
Levys Vater stirbt früh im Jahre 1925, seine Mutter lebt bis zu ihrem Tod im September 1942 in Denekamp in der Nordhorsche Straat 70.
Im Alter von 23 Jahren zieht Levy nach Aurich und heiratet Georgina Wolff. Sie leben im Haus ihrer Eltern in Sandhorst. Dort wird sein Sohn Kurt geboren. Nach dem Tod seiner Frau heiratet Levy am 13. Juni 1919 Eva Wolff, die Schwester von Georgina.

Als Viehhändler und Rossschlachter ist Levy Salomons, wie alle jüdischen Bürger dieses Berufsstandes  in der Fleischerzwangsinnung Mitglied, mit Mitgliedern  christlichen Glaubens vereint. Aufgrund der Arbeitsteilung gibt es unter den Schlachtern und Viehhändler kaum Probleme. Auf einer  Aufstellung der beitragspflichtigen Mitglieder des Magistrats der Stadt Aurich von 1932 ist der Name Salomons unter der Nr. 16 noch aufgeführt.
Wie der Viehhandel seines Schwagers ist Levy telefonisch erreichbar und hat im Zusammenwirken mit den Familienmitgliedern sicher ein gutes Auskommen.
Als 1933 das rituelle Schlachten verboten wird, kommt  der wichtigste Erwerbszweig der jüdischen Mitbürger in wirtschaftliche Bedrängnis.  Es folgen Boykottaufrufe und weitere sogenannte Rassegesetze, die den jüdischen Bürgern die  Lebensgrundlage entziehen sollen, sie nach und nach aus der Gesellschaft  ausgrenzt und ihnen ihre Rechte entzieht.  Die antisemitischen Feindseligkeiten gipfeln in den gewalttätigen Demütigungen  in der Reichspogromnacht am 9. November 1998.

Bereits im Dezember 1933 gibt die Familie Salomons  ihr Zuhause nach 15 Jahren auf und meldet sich nach Sandhorst ab.  Sie wohnen zunächst kurz  bei Evas jüngsten  Bruder Gustav in Evas Elternhaus.   Anschließend kommen sie von 1934 bis 1938 bei Verwandten in der Julianenburger Str. 3 unter. Die letzte Station der Familie in Aurich ist ab dem 4. Januar  1938 die Emder Str. 16, das Haus der israelitischen Gemeinde.

Nach dem Schrecken der Pogromnacht versucht sich die Familie in Sicherheit bringen. Levy emigriert am 31. Dezember  1938 nach Holland, am 4. Januar 1939 kommt Eva nach. Ihr Ziel ist Middelburg in der Provinz Zeeland, im Vlissingenweg. Kurt ist bereits am 17. Juli 1938 dorthin geflohen.

Nach der Besatzung der Niederländer durch die deutsche Wehrmacht am 10. April 1940 beginnt auch hier die systematische Verfolgung der Juden. Ab 1941 müssen Juden  den gelben Stern an ihrer Kleidung tragen. Am 21.Oktober 1942 wird die Familie aufgefordert Middelbourg zu verlassen und nach Amsterdam in die Jekerstr. 41 umziehen.

Nach sieben Monaten werden Eva und Kurt Salomons am 25. Mai 1943 dort abgeholt und in dem Sammellager Westerbork interniert. Am selben Tag werden sie mit weiteren 2.860 Menschen nach Sobibor in Polen deportiert.

Eva und Kurt werden nach einer dreitägigen Fahrt noch am Tag  ihrer Ankunft  am 28. Mai 1943   ermordet.

Levy Salomons stirbt am 9. März 1943 in Medemblikin der Provinz Noordholland unter ungeklärten Umständen. Es bleibt offen, ob er noch versucht hat eine Fluchtmöglichkeit oder ein Versteck zu finden, oder ob er nicht mehr in der Lage war, die Verfolgung gesundheitlich und psychisch zu verkraften.

Die einzigen Überlebenden der  Familien von Eva und Levy sind Gustavs 1. Frau Gelly geb. Wolffs, die sich 1935 scheiden ließ  und am 4. April 1937 mit ihren Kindern Ilana (23.05.27) und Joseph (10.03.1930) nach Palästina auswandert.

Und es überleben drei der vier Kinder von Evas Schwester Frieda Samson:  Josef, Hertha und  Grete. Ihr  Leben wird durch die Ausreise mit einem Kindertransport nach England gerettet.

Eine große Anteilnahme erfährt auch die Stolpersteinverlegung vor dem Haus Wallstr. 4

Gunter Demnig beim Einsetzen der drei Stolpersteine

Elfriede Lübbers verliest die Biographien

Die Stolpersteine für Familie Salomons mit drei weißen Rosen

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 8.12.2015)
Fotos: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Kollekte 27.01.2015
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

 

 

Eva Salomons geb. Wolff

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Eva SALOMONS geb. Wolff
geboren am 5. Mai 1895 in Aurich

Straße: Wallstraße 4
Todesdatum: 28. Mai 1943
Todesort: Sobibor
Eva Salomons, geborene Wolff, wird am 5. Mai 1895 in Aurich geboren. Mit ihrer Mutter Regine Wolff geborene von der Wall, ihrem Vater  Joseph Levy Wolff  und den fünf Geschwistern Frieda (24.7.1892), Louis (4.9.1893), Adolf (13.5.1896), Georgina (3.2.1898) und Gustav (26.8.1902) wächst Eva in Sandhorst auf. Ihr Vater  betreibt  einen Viehhandel.  Die Familie hatte einen Hof mit Acker und Garten  in Sandhorst  Am Tiergarten, zu der Zeit Sandhorst Nr. 7 genannt.
Der ältere Bruder Louis stirbt bereits 1900 im Alter von 6 Jahren.  Die älteren Schwestern Frieda und Georgina und die beiden jüngeren Brüder Adolf und Gustav heiraten und gründen eigene Familien. Georgina lebt mit ihrem Mann im elterlichen Haus. Ihre Eltern sterben 1920 bzw. 1929. Ihr Bruder Gustav erbt den elterlichen Hof, der aber 1935 zwangsversteigert werden muss und verkauft wird.
1918 stirbt Evas Schwester Georgina, knapp zwei Jahre nach ihrer Heirat mit Levy Salomons und hinterlässt  den einjährigen Sohn Kurt. Nach dem Tod ihrer Schwester heiratet Eva  am 13. Juni 1919 Levy, den Witwer ihrer Schwester von Georgina, und zieht mit ihm und seinem Sohn in die Wallstr. 4.Levy Salomons, genannt Ludwig, wird am 14. August 1891 in Lage im Kreis Bad Bentheim geboren.   Zum Zeitpunkt seiner Geburt  lebt seine Familie in Deutschland. Sie  zieht später zur anderen Seite der deutsch-niederländischen Grenze, nach Denekamp in die Region Dinkelland in der Provinz Overijssel.
Seine Eltern Senetta ten Brink und Cumpert Levy Salomons stammen aus einer Familie, die als Kaufleute, Viehhändler und Schlachter arbeiten. Levy ist der Älteste, seine beiden Geschwister heißen  Jettchen und Alex. Jettchen arbeitet kurzzeitig in Aurich als sogenannte Stütze  im  Haushalt der Familie Wolff in der Julianenburger Str. 3. Der Cousin Isaak Salomons heiratet ebenfalls nach Aurich.
Levys Vater stirbt früh im Jahre 1925, seine Mutter lebt bis zu ihrem Tod im September 1942 in Denekamp in der Nordhorsche Straat 70.
Im Alter von 23 Jahren zieht Levy nach Aurich und heiratet Georgina Wolf. Sie leben im Haus ihrer Eltern in Sandhorst. Dort wird sein Sohn Kurt geboren. Nach dem Tod seiner Frau heiratet Levy am 13. Juni 1919 Eva, die Schwester von Georgina.

Kurt Salomons kommt am 19. Februar 1917 zur Welt. Er  wird von seiner Stiefmutter Eva großgezogen. 1931 geht Kurt mit seinen 14 Jahren nach Köln. Er tritt nicht in die Fußstapfen seines Vaters, sondern wird Schlosser. Weitere Station ist laut Meldekartei  Düsseldorf. Über seinen Lebensweg konnte ich keine weiteren Spuren finden.
Als Viehhändler und Rossschlachter ist Levy Salomons, wie alle jüdischen Bürger dieses Berufsstandes  in der Fleischerzwangsinnung Mitglied, mit Mitgliedern  christlichen Glaubens vereint. Aufgrund der Arbeitsteilung gibt es unter den Schlachtern und Viehhändler kaum Probleme. Auf einer  Aufstellung der beitragspflichtigen Mitglieder des Magistrats der Stadt Aurich von 1932 ist der Name Salomons unter der Nr. 16 noch aufgeführt.
Wie der Viehhandel seines Schwagers ist Levy telefonisch erreichbar und hat im Zusammenwirken mit den Familienmitgliedern sicher ein gutes Auskommen.

Als 1933 das rituelle Schlachten verboten wird, kommt  der wichtigste Erwerbszweig der jüdischen Mitbürger in wirtschaftliche Bedrängnis.  Es folgen Boykottaufrufe und weitere sogenannte Rassegesetze, die den jüdischen Bürgern die  Lebensgrundlage entziehen sollen, sie nach und nach aus der Gesellschaft  ausgrenzt und ihnen ihre Rechte entzieht.  Die antisemitischen Feindseligkeiten gipfeln in den gewalttätigen Demütigungen  in der Reichspogromnacht am 9. November 1998.

Bereits im Dezember 1933 gibt die  Familie Salomons  ihr Zuhause nach 15 Jahren auf und meldet sich nach Sandhorst ab.  Sie wohnen zunächst kurz bei Evas jüngstem Bruder Gustav in Evas Elternhaus. Anschließend kommen sie von 1934 bis 1938 bei Verwandten in der Julianenburger Str. 3 unter. Die letzte Station der Familie in Aurich ist ab dem 4. Januar  1938 die Emder Str. 16, das Haus der israelitischen Gemeinde.

Nach dem Schrecken der Pogromnacht versucht sich die Familie in Sicherheit bringen. Levy emigriert am 31. Dezember  1938 nach Holland, am 4. Januar 1939 kommt Eva nach. Ihr Ziel ist Middelburg in der Provinz Zeeland, im Vlissingenweg. Kurt ist bereits am 17. Juli 1938 dorthin geflohen.

Nach der Besatzung der Niederländer durch die deutsche Wehrmacht am 10. April 1940 beginnt auch hier die systematische Verfolgung der Juden. Ab 1941 müssen Juden  den gelben Stern an ihrer Kleidung tragen. Am 21.Oktober 1942 wird die Familie aufgefordert Middelbourg zu verlassen und nach Amsterdam in die Jekerstr. 41 umziehen.
Nach sieben Monaten werden Eva und Kurt Salomons am 25. Mai 1943 dort abgeholt und in dem Sammellager Westerbork interniert. Am selben Tag werden sie mit weiteren 2.860 Menschen nach Sobibor in Polen deportiert.

Eva und Kurt werden nach einer dreitägigen Fahrt noch am Tag  ihrer Ankunft  am 28. Mai 1943   ermordet.

Levy Salomons stirbt am 9. März 1943 in Medemblikin der Provinz Noordholland unter ungeklärten Umständen. Es bleibt offen, ob er noch versucht hat, eine Fluchtmöglichkeit oder ein Versteck zu finden, oder ob er nicht mehr in der Lage war, die Verfolgung gesundheitlich und psychisch zu verkraften.

Die einzigen Überlebenden der  Familien von Eva und Levy sind Gustavs 1. Frau Gelly geb. Wolffs, die sich 1935 scheiden ließ  und am 4. April 1937 mit ihren Kindern Ilana (23.05.27) und Joseph (10.03.1930) nach Palästina auswandert.

Und es überleben drei der vier Kinder von Evas Schwester Frieda Samson:  Josef, Hertha und  Grete. Ihr  Leben wird durch die Ausreise mit einem Kindertransport nach England gerettet.

Eine große Anteilnahme erfährt auch die Stolpersteinverlegung vor dem Haus Wallstr. 4

Gunter Demnig beim Einsetzen der drei Stolpersteine

Elfriede Lübbers verliest die Biographien

Die Stolpersteine für Familie Salomons mit drei weißen Rosen

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 8.12.2015)
Fotos: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Hans-Hermann Harms
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

 

 

Levy „Ludwig“ Salomons

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Levy „Ludwig“ SALOMONS
geboren am 14. August 1891 in Lage, Kreis Bad Bentheim

Straße: Wallstraße 4
Todesdatum: 9. März 1943
Todesort: Medemblik, Provinz Noordholland, NL
Levy Salomons, genannt Ludwig, wird am 14. August 1891 in Lage im Kreis Bad Bentheim geboren.   Zum Zeitpunkt seiner Geburt  lebt seine Familie in Deutschland. Sie  zieht später zur anderen Seite der deutsch-niederländischen Grenze, nach Denekamp in die Region Dinkelland in der Provinz Overijssel.

Seine Eltern Senetta ten Brink und Cumpert Levy Salomons stammen aus einer Familie, die als Kaufleute, Viehhändler und Schlachter arbeiten. Levy ist der Älteste, seine beiden Geschwister heißen  Jettchen und Alex. Jettchen arbeitet kurzzeitig in Aurich als sogenannte Stütze  im  Haushalt der Familie Wolff in der Julianenburger Str. 3. Der Cousin Isaak Salomons heiratet ebenfalls nach Aurich. Levys Vater stirbt früh im Jahre 1925, seine Mutter lebt bis zu ihrem Tod im September 1942 in Denekamp in der Nordhorsche Straat 70.

Im Alter von 23 Jahren zieht Levy nach Aurich und heiratet Georgina Wolff. Sie leben im Haus ihrer Eltern in Sandhorst. Dort wird sein Sohn Kurt geboren. Nach dem Tod seiner Frau heiratet Levy am 13. Juni 1919 Eva, die Schwester von Georgina, und zieht mit ihr und seinem Sohn in die Wallstr. 4.

Kurt Salomons kommt am 19. Februar 1917 zur Welt. Er  wird von seiner Stiefmutter Eva großgezogen. 1931 geht Kurt mit seinen 14 Jahren nach Köln. Er tritt nicht in die Fußstapfen seines Vaters, sondern wird Schlosser. Weitere Station ist laut Meldekartei  Düsseldorf. Über seinen Lebensweg konnte ich keine weiteren Spuren finden.

Eva Salomons, geborene Wolff,  wird am 5. Mai 1895 in Aurich geboren. Mit ihrer Mutter Regine Wolff geborene von der Wall, ihrem Vater  Joseph Levy Wolff  und den fünf Geschwistern Frieda (24.7.1892), Louis (4.9.1893), Adolf (13.5.1896), Georgina (3.2.1898) und Gustav (26.8.1902) wächst Eva in Sandhorst auf. Ihr Vater  betreibt  einen Viehhandel.  Die Familie hatte einen Hof mit Acker und Garten  in Sandhorst,  Am Tiergarten, zu der Zeit Sandhorst Nr. 7. genannt.

Der ältere Bruder Louis stirbt bereits 1900 im Alter von 6 Jahren.  Die älteren Schwestern Frieda und Georgina und die beiden jüngeren Brüder Adolf und Gustav heiraten und gründen eigene Familien. Georgina lebt mit ihrem Mann im elterlichen Haus. Ihre Eltern sterben 1920 bzw. 1929. Ihr Bruder Gustav erbt den elterlichen Hof, der aber 1935 zwangsversteigert werden muss und verkauft wird.

1918 stirbt Evas Schwester Georgina, knapp zwei Jahre nach ihrer Heirat mit Levy Salomons und hinterlässt  den einjährigen Sohn Kurt.

Als Viehhändler und Rossschlachter ist Levy Salomons, wie alle jüdischen Bürger dieses Berufsstandes  in der Fleischerzwangsinnung Mitglied, mit Mitgliedern christlichen Glaubens vereint. Aufgrund der Arbeitsteilung gibt es unter den Schlachtern und Viehhändler kaum Probleme. Auf einer  Aufstellung der beitragspflichtigen Mitglieder des Magistrats der Stadt Aurich von 1932 ist der Name Salomons unter der Nr. 16 noch aufgeführt.
Wie der Viehhandel seines Schwagers ist Levy telefonisch erreichbar und hat im Zusammenwirken mit den Familienmitgliedern sicher ein gutes Auskommen.

Als 1933 das rituelle Schlachten verboten wird, kommt  der wichtigste Erwerbszweig der jüdischen Mitbürger in wirtschaftliche Bedrängnis.  Es folgen Boykottaufrufe und weitere sogenannte Rassegesetze, die den jüdischen Bürgern die  Lebensgrundlage entziehen sollen, sie nach und nach aus der Gesellschaft  ausgrenzt und ihnen ihre Rechte entzieht.  Die antisemitischen Feindseligkeiten gipfeln in den gewalttätigen Demütigungen  in der Reichspogromnacht am 9. November 1938.

Bereits im Dezember 1933 gibt die  Familie Salomons  ihr Zuhause nach 15 Jahren auf und meldet sich nach Sandhorst ab.  Sie wohnen zunächst kurz  bei Evas jüngsten  Bruder Gustav in Evas Elternhaus. Anschließend kommen sie von 1934 bis 1938 bei Verwandten in der Julianenburger Str. 3 unter.

Die letzte Station der Familie in Aurich ist ab dem 4. Januar 1938 die Emder Str. 16, das Haus der israelitischen Gemeinde.

Nach dem Schrecken der Pogromnacht versucht sich die Familie in Sicherheit bringen. Levy emigriert am 31. Dezember 1938 nach Holland, am 4. Januar 1939 kommt Eva nach. Ihr Ziel ist Middelburg in der Provinz Zeeland, im Vlissingenweg. Kurt ist bereits am 17. Juli 1938 dorthin geflohen.

Nach der Besatzung der Niederländer durch die deutsche Wehrmacht am 10. April 1940 beginnt auch hier die systematische Verfolgung der Juden. Ab 1941 müssen Juden den gelben Stern an ihrer Kleidung tragen. Am 21.Oktober 1942 wird die Familie aufgefordert Middelbourg zu verlassen und nach Amsterdam in die Jekerstr. 41 umziehen.

Nach sieben Monaten werden Eva und Kurt Salomons am 25. Mai 1943 dort abgeholt und in dem Sammellager Westerbork interniert. Am selben Tag werden sie mit weiteren 2.860 Menschen nach Sobibor in Polen deportiert. Eva und Kurt werden nach einer dreitägigen Fahrt noch am Tag  ihrer Ankunft  am 28. Mai 1943 ermordet.

Levy Salomons stirbt am 9. März 1943 in Medemblik in der Provinz Noordholland unter ungeklärten Umständen. Es bleibt offen, ob er noch versucht hat eine Fluchtmöglichkeit oder ein Versteck zu finden, oder ob er nicht mehr in der Lage war, die Verfolgung gesundheitlich und psychisch zu verkraften.

Die einzigen Überlebenden der  Familien von Eva und Levy sind Gustavs 1. Frau Gelly geb. Wolffs, die sich 1935 scheiden läßt und am 4. April 1937 mit ihren Kindern Ilana (23.05.27) und Joseph (10.03.1930) nach Palästina auswandert.

Und es überleben drei der vier Kinder von Evas Schwester Frieda Samson:  Josef, Hertha und  Grete. Ihr  Leben wird durch die Ausreise mit einem Kindertransport nach England gerettet.

Eine große Anteilnahme erfährt auch die Stolpersteinverlegung vor dem Haus Wallstr. 4

Gunter Demnig beim Einsetzen der drei Stolpersteine

Elfriede Lübbers verliest die Biographien

Die Stolpersteine für Familie Salomons mit drei weißen Rosen

Recherche: Christiane Meissner
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 8.12.2015)
Fotos: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Traugott Dusse
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

Hedwig Samson geb. Goldschmidt

Veröffentlicht: 5. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Hedwig  SAMSON geb. Goldschmidt
geboren am 14. August 1880 in Aurich

Straße: Esenser Straße 107 (füher: Sandhorst 8, Coldehörn)
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 26.10.1944)
Todesort: Auschwitz

Hedwig Samson geb. Goldschmidt (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

Hedwig Samson geb. Goldschmidt wird am 14.08.1880 in Aurich als jüngstes Kind der Eltern Marcus Goldschmidt  (1841 –  23.09.1909) und Röschen Jacob Pels (1841 -18.01.1923) geboren. Sie wohnt  in Aurich Sandhorst, Gut Coldehörn.
Vier Geschwister werden zuvor geboren, eins stirbt aber mit zwei Jahren. Ihr Bruder Sally Goldschmidt wohnt mit Familie in der Osterstraße.Hedwig Goldschmidt heiratet den Viehhändler Abraham Samson in Aurich.Das Paar bekommt zwei Kinder: Julius 1907 und Emmy 1908. Ihr Sohn Julius geht Ostern 1917 auf das Ulricianum. 1926 kauft ihr Mann Abraham Samson das Gut Coldehörn, welches von weiträumigen Ländereien nördlich von der Straße Am Tiergarten bis zur Alten Ehe im Westen, umgeben ist.
1938 geht ihre Tochter Emmy nach Dortmund und heiratet einen Siegfried Stern. Die Lebensbedingungen werden für die Samsons in Aurich wegen des Berufsverbots immer schwieriger. Die Eltern Samson ziehen noch vor dem zwangsweisen Wegzug aller Juden im Februar 1940 schon Ende 1939 nach Dortmund. Das Ehepaar Samson wohnt in Dortmund in der Saarlandsraße 71, ein Judenhaus in der damaligen Zeit.Am 29.07.1942 wird sie mit ihrem Ehemann und dessen anderen Brüdern Ruben, Herz und Bendit mit Transport X1 ab Dortmund nach Theresienstadt deportiert.Von Theresienstadt wird sie am 26.10.1944 nach Auschwitz deportiert. Da die alten Samsons weit über der Altersgrenze der Nutzbarmachung aus Vernichtung durch Arbeit waren, werden sie unmittelbar bei Ankunft in die Gaskammer getrieben.
Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 21.01.2016)
Foto:

 

 

– Kennkarte v. 1.03.1939, Staatsarchiv Aurich
– Vor dem Haus Gut Coldehörn: v. l. Herta Goldschmidt später verh. Hoffmann – Nichte von Hedwig Samson, Emmy Samson, Hedwig Samson geb. Goldschmidt, Julius Samson, Hermann Knurr(Foto Lorraine Hoffmann – Milwaukee)
Opfergruppe: Juden
Quellen: Nds. Landesarchiv Aurich
Literatur: Verfolgung und Vernichtung, Dr. Rolf Fischer, Stadt Dortmund Essen 2015
Patenschaft: Hans-Gerd Meyerholz
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

v. l.: Herta Goldschmidt später verh. Hoffmann – Nichte von Hedwig Samson, Emmy Samson, Hedwig Samson geb. Goldschmidt, Julius Samson, Hermann Knurr. Foto Lorraine Hoffmann – Milwaukee