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Moritz Moses Jakob Cohen

Veröffentlicht: 1. Juni 1915 von westermayer in Verlegung

Cohen, Moses JakobMoritz Moses Jakob COHEN
geboren am 20. November 1911 in Aurich

Straße: Marktstraße 16
Todesdatum: 31. Dezember 1943
Todesort: Australien
Moritz Moses Jakob Cohen wird am 20. November 1911 in Aurich als zweites Kind von Jakob Abraham Cohen (1877-23.04.1943 Sobibor) und Jette „Jettchen“ Hess aus Dornum (09.04.1890-02.07.1950 Toledo / USA).

Sein Vater Jakob Abraham Cohen wird am 24. Januar 1877 in Aurich geboren. Er ist das erste von vier Kindern seiner Eltern Abraham Jacob Cohen (1842 – 1933) und Betti geb. Driels (1848 – 1891). Seine Schwestern Friederike (1878 – 1933) und Caroline (1888 – 1942) ziehen nach Holland, sein Bruder Wolf Wilhelm Abraham Cohen (1881 – ) lebt in Aurich, arbeitet als Schlachter und gründet eine Familie.

Jette Hess ist das 4. von 13 Kindern ihrer Eltern Moses Hess (1861-1932) und Bertha Hess geb. Wolffs (*1863). Eine Schwester von Jette, Eva Hess (*1893) heiratet einen Bruder von Jakob Abraham Cohen, Wolff Wilhelm Cohen (1881-1935).

Jakob Abraham Cohen und seine Frau Jette haben zusammen sechs Kinder: Ihr erstes Kind, Moses Jacob Cohen (*14.09.1909) stirbt schon im Alter von 2 Jahren. Danach werden noch fünf Kinder geboren: Abraham Jakob   (4.10.1910 Aurich – 4.06.1995 Quito, Equador), Moritz Moses Jakob (20.11.1911 Aurich – 1943), Betti verh. Valk (16.01.1913 Aurich – 6.10.1944 Auschwitz), Wolff Wilhelm (4.01.1915 Aurich – 31.12.1943 Australien) und Josef (25.03.1917 Aurich – 26.06.1941 Neuengamme).

Die Ehe zwischen Jakob Abraham und Jette verlief offensichtlich nicht glücklich. Jakob Abraham Cohen berichtet später: „als er (1918) aus dem Krieg kam, habe er Joseph (sein jüngstes Kind, zu dem Zeitpunkt etwa 1 ½ Jahre alt) damals mit einem Kopfaussatz in einer Bremer Hautklinik gefunden, da seine Mutter ihn vernachlässigte und alle Kinder im Stich ließ, als sie ihm damals durchgegangen war.“ Wohin Jette „durchgegangen“ ist wissen wir nicht. Vermutlich gleich nach Italien, denn dort trifft sie 1936 ihren Sohn Abraham Jakob. 1940 hält sie sich in Mailand auf. Sie kann vor der Judenverfolgung in die USA fliehen und lebt mit ihrem zweiten Ehemann in Toledo, Ohio. Dort stirbt sie am 2.07.1950.
Über die Lebensumstände von Jakob Abraham Cohen in Aurich wissen wir wenig. Seine Kinder verlassen ihn schon in jungen Jahren, so zog sein jüngster Sohn Josef 1929 im Alter von 12 Jahren in ein Lehrlingsheim in Düsseldorf und kam nicht wieder nach Aurich zurück.
Jakob Abraham Cohen emigriert im Juni 1937 in die Niederlande und heiratet in Hoogeveen am 17. August 1938 Eva van Gelderen.

Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen auch dort die Judenverfolgung einsetzt, werden Jakob Abraham Cohen und seine Frau Eva am 6. April 1943 in Westerbork interniert und am 20. April 1943 nach Sobibor deportiert. Vermutlich werden sie nach ihrer Ankunft ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Über das Schicksal der Kinder von Jakob Abraham Cohen können wir Folgendes berichten: Sein zweites Kind Abraham Jakob konnte zunächst in die Niederlande fliehen. Sein Sohn Henry erzählt, dass sein Vater auf der Flucht aus Aurich zwei Soldaten erschosssen habe, die sein Haus bewachten. Die Niederlande lehnten einen von Deutschland gestellten Auslieferungsantrag ab, da Abraham Jakob in Selbstverteidigung gehandelt hätte. Er musste aber die Niederlande verlassen und ging nach Italien zu seiner Mutter. Dort heiratet er am 7.11.1936. Als auch in Italien die Situation für die Juden unsicher wird, flieht er mit seiner Familie nach Equador und wählte Quito als neuen Lebensort.

Sein drittes Kind Moritz Moses Jakob erlernt den Beruf des Bäckergesellen. Er verlässt 1926 Aurich im Alter von 15 Jahren um drei Jahre in Köln zu leben und kehrt 1929 wieder zurück. Nach Aufenthalten in Assen und Berlin kehrt er immer wieder nach Aurich zurück. Im November 1933 verlässt er endgültig Aurich und zieht nach Den Haag in den Niederlanden. Dort lernt er seine Frau Ester Roffesa (*7.12.1912 Den Haag – 16.04.1943) kennen und heiratet sie. Ihre älteste Tochter Jettchen (benannt nach ihrer Großmutter) wird am 25.05.1939 noch in Den Haag geboren. Dann zieht die Familie nach Groningen um. Dort wird am 30.11.1942 ihre zweite Tochter Rika Jacoba geboren.

Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen die Judenverfolgung beginnt, wird Moses am 9.03.1943 in Westerbork interniert, seine Frau und 2 Kinder folgen am 6.04.1943. Am 13.04.1943 wird die gesamte Familie nach Sobibor deportiert und ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
Für das vierte Kind von Jakob Abraham Cohen, Betti Cohen verh. Valk, haben wir bereits einen Stolperstein in der Lindenstraße 9 verlegt. Sie zieht 1936 ebenfalls in die Niederlande nach Wildervank, heiratet dort Jacob Valk (1911-1945) und hat mit ihm eine Tochter Roosje (*1.08.1937). Die Familie wird am 4.10.1942 in Westerbork interniert, am 4.09.1944 zunächst nach Theresienstadt deportiert, dann nach Auschwitz (Jacob 29.9.1944, Betti und Roosje 4.10.1944).

Wolff Wilhelm Cohen, fünftes Kind von JakobAbraham Cohen, flieht noch rechtzeitig vor der Reichspogromnacht aus Aurich. Er flieht zunächst nach England. Als letzten Wohnort in England gibt er Loxton an. Im Jahr 1938 verlässt er England mit der „SS Orontes“ und erreicht Australien am 25.10.1938 im Hafen Oyster Harbour südlich von Perth. Am 23.10.1939 beantragt er die Einbürgerung (Form of Application for Registration, s. u.). Als Beruf gibt er „Fleischer“ an.
Wolff Wilhelm heiratet Marjory Phillis (*25.05.1918) und hat mit ihr zwei Söhne: Robert Wilhelm (* 11.11.1945) und Jan Christopher (* 23.03.1947). Er wohnt mit seiner Familie in Adelaid.
Er stirbt im Alter von 33 Jahren am 1.12.1948 in Adelaid und ist auf der jüdischen Abteilung des Friedhofs West Terrace in Adelaid begraben.

Das sechste und jüngste Kind von Jakob Abraham Cohen, Josef Cohen, beginnt 1929 eine Schlosserlehre in Düsseldorf. Er arbeitet dann in verschiedenen Handlangertätigkeiten. 1937 wird er nach § 175 zu 10 Monaten Haft verurteilt. Danach arbeitet er zunächst in Hamburg auf der Köhlbrand Werft, dann als Heizer auf verschiedenen Elbdampfern. Im September 1939 wird er verhaftet, am 29.04.1941 wegen Gewaltverbrechen und Rassenschande zum Tode verurteilt und am 26.06.1941 hingerichtet.

Sein Fall ist ein Musterbeispiel für nationalsozialistische Willkürjustiz: Widersprüchliche Aussagen über den Tathergang der Notzucht wurden nicht berücksichtigt, in den Verhörprotokollen lässt sich eine Vorverurteilung des „Judenlümmels“ deutlich erkennen, Rechtverordnungen wurden rückwirkend auf seinen Fall angewendet und die sofortige Vollstreckung trotz bestehender Zweifel im Eilverfahren durchgesetzt.

Für die Familie Cohen wurden am 10.06.2016 weitere vier Stolpersteine in Stadskanaal / NL, vor dem Haus Hoofdstraat 57 verlegt.

 

 Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Ergänzung am 04.01.2024: Günther Lübbers

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Dieter Schmidt
Verlegetermin: 27. Januar 2015

Gertrud Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, GertrudGertrud WOLFF
geboren am 4. Mai 1924 in Aurich

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: unbekannt
Todesort:
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.Gertrud Wolff wird am 4. Mai 1924 in Aurich als jüngstes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Gertrud hat insgesamt zwei Schwestern und drei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), David (*31.07.1917) und Max (*20.09.1920 +12.02.2014.Gertruds Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Ihre Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.Bei Gertruds Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

Im Januar 1938 muss Getruds Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Davids Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Davids Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

Nur Getruds Brüder Karl Levi Wolff (1909-1989), David Levy (1917-1992) und Max Wolff (1920-2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben.

Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig. Wir wissen nicht, warum ihr Vater sie nicht nach Rotterdam mitgenommen hat.

Gertrud ist vermutlich am 7.03.1938 zu einer Familie Valk nach Emden in die Große Straße gezogen. Es kann aber auch sein, dass sie vom 14.03. bis zum 28.06.1938 im jüdischen Altenheim und Waisenhaus an der Claas-Tholen-Straße 19 wohnte und nach Aurich zurückkehrte.
Danach verliert sich ihre Spur.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Mathias Riek
Verlegetermin: 27. Januar 2015

Max Levy Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, MaxMax Levy WOLFF
geboren am 20. September 1920 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: 12.02.2014
Todesort: San Diego
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Max Levy Wolff wird am 20. September 1920 in Aurich als fünftes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Max Levy hat insgesamt drei Schwestern und zwei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), David (*31.07.1917) und Gertrud (4.05.1924).
Max Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Davids Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Max verlässt Aurich am 16.09.1937 und zieht nach Rabber im Kreis Wittlage. Ihm gelingt die Flucht nach San Diego, Kalifornien, USA. Dorthin flieht auch sein Bruder Karl, wahrscheinlich auch sein Bruder David.

Max heiratet und hat zwei Kinder: Levy David Wolff (benannt nach seinem Vater) und Jette Julia Wolff (benannt nach seiner Mutter).
Er stirbt am 12. Februar 2014 in San Diego.

 

Im Januar 1938 muss Max Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Max Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Max Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Max Brüder Karl Levi Wolff (*1909) und David Levy Wolff (*31.07.1917) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.nwzonline.de/friesland/politik/varel-erinnert-an-opfer-der-verfolgung_a_9,4,2033758190.html
http://www.tributes.com/obituary/show/Max-Wolff-100689865
Literatur:
Patenschaft: Ingo Mersch-Klock
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

David Levy Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, DavidDavid Levy WOLFF
geboren am 31. Juli 1917 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: San Diego
Todesort: 22.10.1992
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

David Levy Wolff wird am 31. Juli 1917 in Aurich als viertes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. So erhält der als viertes Kind geborene ebenfalls diesen Namen. David Levy hat insgesamt drei Schwestern und zwei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Davids Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Davids Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

David verlässt Aurich am 19.09.1934 und zieht nach Varel. Er kehrt von Januar bis Aperil 1935 noch einmal nach Aurich zurück, um dann wieder nach Varel zu ziehen. David gelingt die Flucht aus Varel in die USA. Er zieht zu seinen Brüdern Karl und Max, die sich nach ihrer Flucht aus Deutschland in San Diego, Kalifornien, USA niederließen. Er heiratet und hat drei Kinder
(s. https://www.geni.com/people/David-Wolff).

Er verstirbt in San Diego am 22.10.1992.

 

 

Im Januar 1938 muss Davids Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Davids Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Davids Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Davids Brüder Karl Levi Wolff (*1909) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: – http://www.nwzonline.de/friesland/politik/varel-erinnert-an-opfer-der-verfolgung_a_9,4,2033758190.html
– https://www.geni.com/people/David-Wolff/5181395339470086283?through=6000000002615293150
– http://www.mocavo.com/David-Wolff-1917-1992-Social-Security-Death-Index/13948285134398626251
Literatur:
Patenschaft: Klaus und Gerta Gebhardt
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Karl Levy Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Karl Levy WOLFF
geboren am 9. Juni 1909 in Aurich

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: 2.02.1989
Todesort: San Diego
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Karl Levy Wolff wird am 9. Juni 1909 in Aurich als zweites von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“   Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Karl hat insgesamt drei Schwestern und zwei Brüder: Marianne (*15.05.1908), Netta (2.03.1915), David Levi Wolff (*31.07.1917), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Karls Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Karls Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Karl heiratet am 22.02.1937 Sophie Hes(s) (*24.10.1914 in Papenburg), die am 19.03.1937 aus Papenburg, Hauptkanal 57, zu ihm nach Aurich zieht. Das junge Paar wohnt bei Karls Vater in der Großen Mühlenwallstraße 1.

Am 20.01.1938 meldet sich das Paar aus Aurich ab und zieht zu Sophies Eltern (der Schlachtermeister Max Hes und seine Frau Rosita geb. Löwenstein) nach Papenburg, Hauptkanal 57.

Nach der Reichspogromnacht wandern viele jüdische Papenburger Bürger nach Südamerika aus, so auch Sophies Eltern am 3.05.1939 nach Paraguay und zwei von Sophies Geschwistern: Joseph und Julius.

 

Auch Karl Levi und seiner Frau Sophie gelingt noch rechtzeitig die Ausreise aus Deutschland. Sie sind dem Völkermord an den Juden entkommen.
Über den weiteren Lebensweg von Karl Wolff und seiner Ehefrau Sophie geb. Hes wissen wir leider nur wenig. Karl Levy Wolff verstirbt 2.02.1989 in San Diego, USA. Seine Frau Sophie Wolff verstirbt   am 23.03.2006 in San Diego, Kalifornien, USA.
Aus der Todesanzeige für Sophie können wir entnehmen, dass Karl und Sophie Wolff eine Tochter Joan verh. Schauder und einen Sohn Lois haben. Auch Sophies Bruder Julius ist dort erwähnt sowie ihre 4 Enkelkinder und fünf Urenkel.

 

Im Januar 1938 muss Karls Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Karls Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Karls Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Karls Brüder David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.mocavo.com/Sophie-Wolff-1914-2006-Social-Security-Death-Index/14054770734409381826
http://www.utsandiego.com/uniontrib/20060328/news_1m28obitqz.html
http://death-records.mooseroots.com/l/214560111/Karl-Wolff
Literatur:
Patenschaft: Kirchenamt Aurich
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Karl Levy Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Karl Levy WOLFF
geboren am 9. Juni 1909 in Aurich

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: 2.02.1989
Todesort: San Diego
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Karl Levy Wolff wird am 9. Juni 1909 in Aurich als zweites des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“   Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Karl hat noch zwei weitere Schwestern und Brüder: Netta (2.03.1915), David Levi Wolff (*31.07.1917), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Karls Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Karls Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Karl heiratet 1937 Sophie Hes(s) (*24.10.1914 in Papenburg), die am 19.03.1937 aus Papenburg, Hauptkanal 57, zu ihm nach Aurich zieht. Das junge Paar wohnt bei Karls Vater in der Großen Mühlenwallstraße 1.

Am 20.01.1938 meldet sich das Paar aus Aurich ab und zieht zu Sophies Eltern (der Schlachtermeister Max Hes und seine Frau Rosita geb. Löwenstein) nach Papenburg, Hauptkanal 57.

Nach der Reichspogromnacht wandern viele jüdische Papenburger Bürger nach Südamerika aus, so auch Sophies Eltern am 3.05.1939 nach Paraguay und zwei von Sophies Geschwistern: Joseph und Julius.

 

Auch Karl Levi und seiner Frau Sophie gelingt noch rechtzeitig die Ausreise auch Deutschland. Sie sind dem Völkermord an den Juden entkommen.
Über den weiteren Lebensweg von Karl Wolff und seiner Ehefrau Sophie geb. Hes wissen wir leider nur wenig. Karl Levy Wolff verstirbt 2.02.1989 in San Diego, USA. Seine Frau Sophie Wolff verstirbt   am 23.03.2006 in San Diego, Kalifornien, USA.
Aus der Todesanzeige für Sophie können wir entnehmen, dass Karl und Sophie Wolff eine Tochter Joan verh. Schauder und einen Sohn Lois haben. Auch Sophies Bruder Julius ist dort erwähnt sowie ihre 4 Enkelkinder und fünf Urenkel.

 

Im Januar 1938 muss Karls Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Karls Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Karls Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Karls Brüder David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.mocavo.com/Sophie-Wolff-1914-2006-Social-Security-Death-Index/14054770734409381826
http://www.utsandiego.com/uniontrib/20060328/news_1m28obitqz.html
http://death-records.mooseroots.com/l/214560111/Karl-Wolff
Literatur:
Patenschaft: Kirchenamt Aurich
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Gelle Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, GelleGelle WOLFF
geboren am 20. Juli 1880 in Aurich

 

 

 

Straße: Wallstraße 16
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Riga

Gelle Wolff (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelle (Gelte) Wolff wird am 20. Juli 1880 in Aurich geboren. Sie ist das 3. von 15 Kindern ihrer Eltern David Levi Wolff (1847-1911) und Marianne Wolff geb. von Oß (1855-1931) aus Emden. Fünf von Gelles Geschwistern versterben schon im Kindesalter. Sechs ihrer Geschwister werden ebenso wie sie Opfer des Völkermordes an den Juden. Drei ihrer Geschwister können vor dem Naziterror noch rechtzeitig nach Australien, nach Paraguay bzw. in die USA fliehen.

Gelles Vater David Levy Wolff arbeitet in Aurich als Viehhändler und Schlachter und wohnt mit seiner Familie in der Wallstraße 16. Noch im Adressenverzeichnis von 1926 wird unter dem Namen ihres Vaters, der zu dieser Zeit schon seit 15 Jahren verstorben ist, hier eine Viehhandlung geführt. Vermutlich wird sie von Gelles Mutter und ihren Geschwistern betrieben. Ihr ältester Bruder Levy David hatte zu dieser Zeit schon seine eigene Viehhandlung in der Großen Mühlenwallstraße 1.
Leider wissen wir über Gelles Leben nicht viel. Sie bleibt ledig und wohnt zunächst in Aurich bei ihrer Mutter in der Wallstraße 16. In dem Verzeichnis der in Aurich wohnenden Juden vom Oktober 1935 ist sie nicht mehr erwähnt. Sie muss also schon 1935 nach Berlin verzogen sein. Gemeldet ist sie dort in der Alten Schönhauser Straße 3 in der Nähe der „Volksbühne“ (nahe U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz).

Vermutlich musste sie – wie viele andere jüdische Bürger in Berlin – Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten.

Am 25. Januar 1942 wird Gelle (Gelte) Wolff mit dem 10. Transport ab Berlin-Grunewald nach Riga deportiert. In der Transportliste, die im Internet einzusehen ist, wird sie unter der Nr. 685 aufgelistet und als „arbeitsfähig“ eingestuft.
Der Zug mit den 1.000 deportierten Juden aus Berlin erreicht am 30. Januar 1942 sein Ziel. Hier verliert sich die Spur von Gelle (Gelte) Wolff.

In dem Ghetto in Riga, das im Oktober 1941 abgeriegelt wird, leben zunächst etwa 30.000 lettische Juden auf engstem Raum. Viele von ihnen werden ermordet um Platz für Juden aus dem Reichsgebiet zu schaffen. Insgesamt werden etwa 25.000 deutsche Juden nach Riga transportiert. Viele werden bei ihrer Ankunft erschossen. Die zunächst überlebenden müssen Zwangsarbeit leisten. Im November 1943 ist das Ghetto weitgehend geräumt, die Bewohner werden ermordet oder in andere Konzentrations- oder Vernichtungslager deportiert.

Es ist davon auszugehen, dass auch Gelle Wolff ermordet wurde. Ein genaues Todesdatum kennen wir nicht.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:
Kennkarte v. 31.07.1939, Staatsarchiv Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Anita Schürmann
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Netta Izaaks geb. Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Izaaks, Netta gebNetta IZAAKS geb. WOLFF
geboren am 2. März 1915 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 16.10.1942
Todesort: Auschwitz
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.Netta Wolff wurde am 2. März 1915 in Aurich als viertes Kind des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.

Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl (1909-1989) im Jahr 1909 in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Netta hat noch zwei weitere Schwestern und drei Brüder: Marianne Wolff verh. Salomons (*15.04.1908), Karl Wolff (9.06.1909), David Levi Wolff (*31.07.1917), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud Wolff (4.05.1924).
Nettas Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Ihre Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Nettas Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

Marianne (1908-1942) zieht nach Rotterdam (Abmeldung aus Aurich erst am 4.08.1933) und heiratet dort am 6.03.1933 Samuel Salomons (*5.12.1898 in Vlagtwedde +31.03.1944). Samuel wohnte zunächst in Windschoten, dann in Den Haag und seit 1929 in Rotterdam. Am 27.06.1938 wird ihr Sohn Menno Salomons in Rotterdam geboren.
Auch Netta zieht nach Holland und heiratet dort. Am 28.10.1935 zieht sich nach Denekamp und heiratet Emanuel Izaaks (*13.01.1917). Die beiden ziehen nach Rotterdam, wo auch Ihre Schwester Marianne mit ihrem Mann und Sohn wohnt. Sie bekommen am 24.04.1940 ihren Sohn Salomon und 13.02.1942 ihren Sohn   Levy. Die Söhne werden nach den Großvätern benannt.

Im Januar 1938 muss Nettas Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seinen Töchtern nach Rotterdam.

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung.

Netta Izaaks, ihr Mann und ihre Kindern Salomon (2 Jahre) und Levi (8 Monate) werden Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach ihrer Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch ihr Vater und ihre Schwester Marianne mit ihrem Mann und ihrem Sohn Menno (4 Jahre) nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Die Ehemänner von Marianne und Netta, Samuel Salomons und Emanuel Izaaks haben wahrscheinlich noch einige Zeit gelebt. Möglicherweise sind sie in Cosel/Kosel (in der Nähe von Oppeln, Oberschlesien) aus dem Transport geholt worden. Zwischen August und Dezember 1942 werden arbeitsfähige Männer von der SS aus den Transporten geholt und in Arbeitslager gebracht. In dieser Zeit lässt die SS „Organisation Schmelt“ mit Erlaubnis Himmlers mehrere Deportationszüge aus Westeuropa in Kosel halten, um dort insgesamt 8.000 bis 10.000 kräftige Juden als Zwangsarbeiter zu rekrutieren. Alte Leute und Frauen mit Kindern werden nach Auschwitz weitertransportiert und viele von ihnen dort sofort ermordet.

Als Todesdatum wird für Samuel Salomons und für Emanuel Izaaks der 31.03.1944 angegeben, ein Todesort ist nicht bekannt.

Nur Nettas Brüder Karl Levi Wolff (1909-1989), David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Ostfriesische Landschaft
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Marianne Salomons geb. Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Salomons, Marianne gebMarianne SALOMONS geb. WOLFF
geboren am 15. April 1908 in Gildehaus, Kreis Bentheim

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 16.10.1942
Todesort: Auschwitz
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Marianne Wolff wurde am 15. April 1908 in Gildehaus (Kreis Bentheim) als Tochter des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren. Sie erhält den Vornamen ihrer Großmutter Marianne Wolff geb. von Oss.

 

Sie ist das erste Kind von Levy David und Julia Wolff und wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren.

Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl (1909-1989) im Jahr 1909 in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Marianne hat noch zwei weitere Schwestern und Brüder: Netta (2.03.1915), David Levi Wolff (*31.07.1917), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Mariannes Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Ihre Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Mariannes Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Marianne (1908-1942) zieht nach Rotterdam (Abmeldung aus Aurich erst am 4.08.1933) und heiratet dort am 6.03.1933 Samuel Salomons (*5.12.1898 in Vlagtwedde +31.03.1944). Samuel wohnte zunächst in Windschoten, dann in Den Haag und seit 1929 in Rotterdam.

Am 27.06.1938 wird ihr Sohn Menno Salomons in Rotterdam geboren.
Im Januar 1938 muss Mariannes Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung.

Marianne Wolff und ihre Familie werden Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach ihrer Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch ihr Vater und ihre Schwester Netta mit ihrer Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie ihre Schwester Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre) und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.
Die Ehemänner von Marianne und Netta, Samuel Salomons und Emanuel Izaaks haben wahrscheinlich noch einige Zeit gelebt. Möglicherweise sind sie in Cosel/Kosel (in der Nähe von Oppeln, Oberschlesien) aus dem Transport geholt worden. Zwischen August und Dezember 1942 werden arbeitsfähige Männer von der SS aus den Transporten geholt und in Arbeitslager gebracht. In dieser Zeit lässt die SS „Organisation Schmelt“ mit Erlaubnis Himmlers mehrere Deportationszüge aus Westeuropa in Kosel halten, um dort insgesamt 8.000 bis 10.000 kräftige Juden als Zwangsarbeiter zu rekrutieren. Alte Leute und Frauen mit Kindern werden nach Auschwitz weitertransportiert und viele von ihnen dort sofort ermordet.

Als Todesdatum wird für Samuel Salomons und für Emanuel Izaaks der 31.03.1944 angegeben, ein Todesort ist nicht bekannt.

 

Nur Mariannes Brüder Karl Levi Wolff (1909-1989), David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Ostfriesische Landschaft
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Levy David Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, Levy DavidLevy David WOLFF
geboren am 25. September 1877 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 16.10.1942
Todesort: Auschwitz
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Levy David Wolff wird am 25. September 1877 in Aurich als Sohn des Schlächters David Levy Wolff (1847-1911) und seiner Ehefrau Marianne Wolff geb. von Oss (1855-1931) in Aurich geboren. Er ist das älteste von 15 Kindern. Fünf seiner Geschwister versterben bereits im Kindesalter. Sieben Geschwister – darunter Gelle Wolff, für die wir gerade einen Gedenkstein in der Wallstraße 16 verlegt haben – werden ebenso wie Levy David Wolff Opfer des Völkermordes an den Juden. Drei seiner Geschwister können nach Australien, nach Paraguay bzw. in die USA fliehen.

Levy David Wolff heiratet Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim. Das Ehepaar bekommt sieben Kinder. Ihr erstes Kind (Marianne *15.04.1908) wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, geboren, die anderen Kinder in Aurich. Ihr drittes Kind (David Levy Wolff, benannt nach dem Großvater, 1913-1914) verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Die Töchter Marianne (1908-1942) und Netta (1915-1842) heiraten in den Niederlanden, werden aber mit ihren Ehemännern und Kindern aufgegriffen, in Westerbork interniert und in Auschwitz ermordet. Nur die Söhne Karl Levi Wolff (1909-1989), David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngste Tochter Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes im Jahr 1909 in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1. Levy David Wolff arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürgen als Viehhändler. Seine Frau stirbt bereits 1926 als die jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei ihrem Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Kurt arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, seine Kinder Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Levy Davids Tochter Marianne.

Im Januar 1938 muss die Familie Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff. Levy zieht noch im Januar 1938 zu seiner Tochter Marianne nach Rotterdam, seine Tochter Gertrud zieht am 14. März 1938 in das jüdische Altenheim und Waisenhaus in Emden an der Claas-Tholen-Straße 19. Dort wohnt sie nur etwas mehr als drei Monate. Lt. Meldekarte kehrt sie nach Aurich zurück. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Levy David Wolff wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.
Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Ostfriesische Landschaft
Verlegetermin: 27. Januar 2015