Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Rebekka Hoffmann geb. Wallheimer

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Rebekka HOFFMANN geb. Wallheimer
geboren am 5. Mai 1893 in Aurich

Straße: Wallstraße 19
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Chelmno am 4.05.1942)
Todesort: Chelmno nad Nerem (Kulmhof)

Rebecca Hoffmann ca. 1920

 

 

 

 

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Rebekka Hoffmann wird am 5.05.1893 geboren als das 14. Kind der Eltern Benjamin Baruch Wallheimer und Eva Markus geb. Herzberg. Rebekka hat noch drei jüngere Geschwister. Ihr Vater betreibt mit seinen Onkeln Levy und Abraham Cohen das Viehhändlergeschäft und Schlachterhandwerk im Haus Breiter Weg 1 in Aurich. Hinter dem Haus dort befinden sich Stallungen und Räume einer koscheren Fleischfabrikation. Die Waren werden in ganz Deutschland vertrieben.

Rebekka heiratet den Koch und Hotelbesitzer Friedrich Hoffmann. Sie und Ihr Mann betreiben es – das Hoffmanns Hotel Falk – zusammen mit Friedrichs Bruder Julius und seiner Schwester Johanne auf Norderney. Dort lebt die Familie und es werden drei Kinder geboren: Eva, Helene und Henry.

Mit der Wirtschaftskrise und mit den schon im Frühjahr 1933 anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Familienbetrieb in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die 1935 in der Zwangsversteigerung enden. Die Familie zieht nach Aurich, Rebekkas Geburtsort. Ihr Mann arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt. Er ist nur alle paar Monate für wenige Tage zu Hause in Aurich.
Sie bringen die beiden Mädchen ins Ausland. Zuerst Eva im Mai 1938 zu Verwandten nach Italien, dann Helene mit der Jugend-Aliyah im März 1939 nach Palästina. Auch ihr Sohn Henry – noch ein Kind – soll nach Erez Israel kommen. Ihr Mann versucht es mit allen Mitteln über die Reichsvereinigung zu erreichen – wenigstens den Aufenthalt in  einem Vorbereitungslager. Dies gelingt aber erst im Frühjahr 1940 im Landwerk Steckelsdorf bei Rathenow.

Das Haus in der Wallstraße 19 muss verkauft werden. Rebekka lebt allein mit ihrem halbwüchsigen Sohn und führt den Haushalt als Mittelpunkt der nun weitverstreuten Familie im Haus Markstraße 4, einem „Judenhaus“. Zwischenzeitlich nimmt sie ein Kleinkind in Pflege namens Lora oder ähnlich.

Die letzten Arbeitsstätten ihres Mannes sind das Jüdische Krankenhaus in Leipzig und das Jüdischen Gemeindezentrum in der Hartungstraße in Hamburg. Letzteres muss 1939 aus wirtschaftlichen Gründen den Gaststättenbetrieb schließen. Ihr Mann wird wieder arbeitslos und kommt nach Aurich zurück.
Mit der Vertreibung der Auricher Juden im Frühjahr 1940 können Rebekka und ihr Mann ins Altenheim nach Emden umziehen und führen dort die Hauswirtschaft. Bald reißen die Brief-Nachrichten von dort an ihre Tochter Leni ab. Es ist anzunehmen ist, dass sich ihre Lebenslage rapide verschlechtert hat.

Am 23.10.1941 muss sie mit ihrem Mann und weiteren 121 Insassen des Heims den Weg zum Bahnhof-West antreten. Sie werden mit einem Zuliefertransport nach Berlin gebracht, der es am 24.10. erreicht, und gleich weiter nach Łódź deportiert, wo sie am 25.10.1941 eintreffen. Auf der Transportliste ist Rebekka mit Beruf „Köchin“ und „arbeitsfähig“ vermerkt und sie führt den festgestellten Geldbetrag von 52,21 RM mit. Die Emder werden im sogen. Greisenheim in der ulica Gnieźnieńska 26 untergebracht.

In Łódź verlieren sich die individuellen Spuren von Rebekka Hoffmann. Die Lebensumstände im Ghetto aus Enge, Hunger und Kälte fordern schnell Opfer bei den Alten.

Dieser Transport war einer der ersten zu einer Zeit, als das industrielle System des Massenmords noch nicht etabliert und dementsprechend behelfsmäßig war. Um im Ghetto Platz zu schaffen, werden ab Januar 1942 Arbeitsunfähige in das 70 km entfernte Chełmno nad Nerem gebracht. Rebekka Hoffmann und ihr Mann sind am 4.05.1942 dabei. Die Opfer werden in bereitstehende Möbellastwagen getrieben. Die umgelenkten Auspuffgase des dann angelassenen Motors ersticken die Eingepferchten. Der Fahrer fährt das Fahrzeug anschließend zum Entladen an vorbereitete Gruben.

Gedenkwand bei den Massengräbern bei Chelmno nad Nerem (Kulmhof)

Freilegung von Gebäuderesten auf dem Museumsgelände des früheren Vernichtungslagers. Fotos Günther Lübbers

 

Die Stolpersteine für Familie Hoffmann an der Stelle, wo früher das Haus Wallstraße 19 stand, heute ist dort die Zufahrt zum Gebäude der Sparkasse Aurich-Norden.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 12.09.2015)

Foto: 

 

 

 

– Rebekka Wallheimer verh. Hoffman ca. 1920 (Sammlung Zuntz)
– Rebekka Hoffmann geb. Wallheimer ca. 1938 (Sammlung Zuntz)
– Innenansichten des jüdischen Altenheims in Emden Klaas-Tholenstraße (Stadtarchiv Emden)
– Die Insassen des jüdischen Alten-heims in Emden am 23. 10. 1941 auf dem Weg durch die Stadt zum Bahnhof (Ostfriesische Tageszeitung OTZ vom 11. 2. 42; Stadtarchiv Emden)
– Ausschnitt aus der Lagerregistratur Łódź (Projekt Eine Reise nach Łódź)
– Kennkarte Rebekka Hoffmann (9.01.1939 – Staatsarchiv Aurich)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich und Kennkartensammlung beim Nds. Staatsarchiv
– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu
– Projekt Emden-Łódź
Literatur:
Patenschaft: Anita Schürmann
Verlegetermin: 17. Juli 2014

Rebekka Hoffmann geb. Wallheimer ca. 1938 (Sammlung Zuntz)

Innenansichten des jüdischen Altenheims in Emden Klaas-Tholenstraße (Stadtarchiv Emden)

Kennkarte Rebekka Hoffmann 1939

 

 

 

 

Die Insassen des jüdischen Altenheims in Emden am 23. 10. 1941 auf dem Weg durch die Stadt zum Bahnhof (Ostfriesische Tageszeitung OTZ vom 11. 2. 42; Stadtarchiv Emden)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschnitt aus der Lagerregistratur Łódź (Projekt Eine Reise nach Łódź)

 

Helene Hoffmann verh. Zunzt

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Helene HOFFMANN verh. Zuntz
geboren am 26. Juni 1923 in Norderney

Straße: Wallstraße 19
Todesdatum: 29.11.2003
Todesort: Kibbuz Sde Eliyahu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Helene Hoffmann wird geboren am 26.06.1923 als das zweite Kind der Eltern Friedrich Hoffmann und Rebekka geb. Wallheimer. Helene hat eine ältere Schwester – Eva und einen jüngeren Bruder – Henry. Helene und Eva können durch rechtzeitige Auswanderung der Shoah entgehen. Ihre Eltern betreiben mit den Geschwistern ihres Vaters ein großes Hotel auf Norderney – Hoffmanns Hotel Falk. Mit der Wirtschaftskrise und den anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Betrieb 1935 in die Zwangsversteigerung. Ihre Eltern ziehen nach Aurich, dem Geburtsort der Mutter. Ihr Vater arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt.

Als sich die Ausweglosigkeit des weiteren Bleibens in Deutschland abzeichnet, können ihre Eltern zuerst Eva zu Verwandten nach Italien, dann Helene 1939 mit der Jugend-Aliyah ins sichere Ausland bringen. Der Bruder Henry soll auch nach Erez kommen. Das versucht der Vater mit allen Mitteln über die Reichsvereinigung zu erreichen – wenigstens ein Vorbereitungslager.

Am 8.03.1939 kommt Helene mit der Bahn in Triest an und besteigt ein Schiff nach Palästina, wo sie am 11.03.1939 ankommt. Sie wohnt im Iwdi-Heim bei der Hauswirtschaftsschule Beth Zeiroth in der Raschistraße 60 in Jerusalem. In dieser Schule lernt sie alle Fertigkeiten der Hauswirtschaft für ein Pionierlebens beim Aufbau eines Kibbuz’s. Ihre Koch- und Backkünste werden noch heute von ihren Kindern und Enkeln hoch gepriesen.

Sie muss alle Umstände der Tropen wie Hitze, Durchfall und Hygiene durchleben. Sie hat sogleich Kontakt zu einigen anderen Aurichern, die bereits dort leben oder vorhaben dorthin zu kommen. Ihre Verwandten schreiben: Es sind ihre Cousinen und Cousins und Tanten und Onkel. Aus allen Briefen ist nicht zu erahnen, was den Zurückgebliebenen bevorsteht. Ihre Cousins Wolff und Benno Wolffs (+Irma) schreiben recht nonchalant über den Sprengstoffanschlag auf die PATRIA, dem sie unverletzt entkamen. Sie erzählen über die Kälte nachts im Lager Atlit und es würde durch undichte Fenster ziehen.

Ihr Vater schreibt stets im Sinn von – es ist alles gut, wir haben was zu essen und Deine Mutter (Rebekka) sieht hübsch aus wie eh’ und je. Zum Jahresende 1939 und Anfang 1940 werden die Briefe kürzer und die Frequenz geringer.

Als die Eltern im Frühjahr 1940 nach Emden in das Altersheim umziehen müssen, hören sie ganz auf. Möglich ist auch, dass die Reichspost sie nicht mehr befördert. Zuvor wurde per Gesetz verfügt: Juden dürfen keine Pakete senden oder empfangen.

Helene heiratet 1942 Walter (Meir) Zuntz. Ein Teil der Familie Zuntz, sie stammt aus dem Rheinland, emigriert vor dem Krieg noch nach Palästina. Das Paar bekommt fünf Kinder, es sind: Gabriel *1943, Efrat *1945, Amram *1949, Elon *1954 und Miryam *1961.  Helene Zuntz lebt bis zu ihrem Tod am 29. 11. 2003 im Kibbuz Sde Eliyahu. Einen Kontakt nach Deutschland nahm sie nie auf. Lediglich mit ihrer Schwester Eva ist sie nach dem Krieg noch einmal zusammengekommen. Aber es folgte nichts weiteres. Die heute in Israel lebenden Angehörigen wissen nicht warum.

Mitglieder der Familie Zuntz bei der Stolpersteinverlegung am 17. Juli 2014

Im Vorfeld dieser Stolpersteinrecherche ist ein Kontakt mit dem ersten Sohn von Helene, Gabriel, zustande gekommen. Es folgte die Einladung, bei der Stolpersteinlegung am 17.07. 2014 dabei zu sein. Es kamen 21 Familienmitglieder – und es waren nicht alle, es fehlten die Urenkel aus der Wurzel Leni und Meir Zuntz zu Besuch nach Aurich. Der Verfasser deklamierte in diesen Momenten der Wiederfindung den Psalm 126 über die Erlösung des Volkes Israel aus der Gefangenschaft, mit den Worten endend: Die mit Tränen sähen, werden mit Freuden ernten.

Familie Zuntz mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 E2 der Realschule Moordorf, den Paten des Stolpersteines für Helenes Bruder Heinz (Henry).

Die Stolpersteine für Familie Hoffmann an der Stelle, wo früher das Haus Wallstraße 19 stand, heute ist dort die Zufahrt zum Gebäude der Sparkasse Aurich-Norden.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 12.09.2015)

Fotos: 

 

– Leni Zuntz geb. Hoffmann – 1949 (Sammlung Zuntz)
– Leni Zuntz geb. Hoffmann – als Pionier im Kibbuz Sde Eliyahu, 1942 (Sammlung Zuntz)
– Kinder und Enkelkinder von Leni Zuntz bei der Stolpersteinverlegung  in Aurich am 17.06.2014- weitere Fotos der Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsarchiv
– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu.
Literatur:
Patenschaft: Hans-Gerd Meyerholz
Verlegetermin: 17. Juli  2014

Helene Zuntz im Kibbuz Sde Eliyahu

 

 

Eva Hoffmann verh. Fabbri

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Eva HOFFMANN verh. Fabbri
geboren am 10. November 1921 in Norderney

Straße: Wallstraße 19
Todesdatum: 2009
Todesort: Unbekannt (vermutlich in Italien)

Eva Hoffmann verh. Fabbri Januar 1939

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eva Hoffmann, geboren am 10.11.1921 in Norderney, ist das erste Kind der Eltern Friedrich Hoffmann und Rebekka geborene Wallheimer. Eva hat noch eine Schwester Helene und einen Bruder Heinz (Henry). Dieser überlebt die Shoah nicht

Ihre Eltern betreiben mit den Geschwistern ihres Vaters ein großes Hotel auf Norderney, „Hoffmanns Hotel Falk“. Mit der Wirtschaftskrise und den anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Betrieb 1935 in die Zwangsversteigerung. Ihre Eltern ziehen nach Aurich, dem Geburtsort der Mutter. Ihr Vater arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt.

Eva Hoffmann kann wie alle jungen Juden in Aurich weder eine Schul- noch Berufsausbildung anfangen. Sie geht als Hausmädchen am 3. Juli 1937 nach Gießen und weiter am 23. Dezember nach Ludwigshafen. Am 17. Mai 1938 zieht sie nach Palermo auf Sizilien. Die Familie Hoffmann hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Italien, ihr Großvater stammt aus Triest.

Eva Hoffmann heiratet Piero Fabbri. Mit dieser Verbindung sind die Eltern nicht einverstanden. Jedenfalls spricht ihr Vater nur schlecht darüber und möchte, dass seine andere Tochter, Leni in Palästina, keinen Kontakt mit ihr unterhält. Eva beschreibt ihr glückliches Leben mit ihrem Mann Piero. Sie will etwas für ihre Eltern, Henry und Leni tun. Aber Evas Beschreibungen ihres Lebens und der Hilfebekundung wirken in ihrer Naivität, Selbstzufriedenheit und Allgemeinheit seltsam kontrastiert zu den realen Nöten ihrer Eltern und dem harten Pionierleben ihrer Schwester in Palästina. Die Eltern antworten nicht auf ihre Offerten und auch nicht auf das Telegramm über die Geburt ihres Kindes. Ob Leni in Palästina Hilfe von ihrer Schwester erhalten hat, ist nicht überliefert.

Eva schreibt ihrer Schwester Leni jedoch mehrmals und berichtet von ihrem Familienleben, ihren Kindern, Mirella *5. 10. 1939 und Frederico [sic!]. Nach dem Krieg besucht sie ihre Schwester in Israel. Aus der Zeit danach gibt es keine weiteren Zeugnisse. Von den anderen nach Palästina emigrierten Aurichern hat keiner mehr Kontakt zu ihr bekommen. Sie stirbt 2009.

Die Stolpersteine für Familie Hoffmann an der Stelle, wo früher das Haus Wallstraße 19 stand, heute ist dort die Zufahrt zum Gebäude der Sparkasse Aurich-Norden.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 12.09.2015)

Fotos: – Eva Fabbri geb. Hoffmann Jan. 1939 (Sammlung Zuntz)
– Eva und Piero Fabbri – undatiert (Sammlung Zuntz)

-Stolpersteine (Günther Lübbers)

Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu

Literatur:
Patenschaft: Uwe und Elke Hemmelskamp
Verlegetermin: 17. Juli 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eva und Piero Fabbri

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Eva HOFFMANN verh. Fabbri
geboren am 10. November 1921 in Norderney

Straße: Wallstraße 19
Todesdatum: 2009
Todesort: Unbekannt (vermutlich in Italien)

Eva Hoffmann 1939

 

 

 

 

 

 

 

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Eva Hoffmann, geboren am 10.11.1921 in Norderney, ist das erste Kind der Eltern Friedrich Hoffmann und Rebekka geborene Wallheimer. Eva hat noch eine Schwester und einen Bruder. Dieser überlebt nicht die Shoah.Ihre Eltern betreiben mit den Geschwistern ihres Vaters ein großes Hotel auf Norderney, „Hoffmanns Hotel Falk“. Mit der Wirtschaftskrise und den anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Betrieb 1935 in die Zwangs-versteigerung. Ihre Eltern ziehen nach Aurich, dem Geburtsort der Mutter. Ihr Vater arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt.

Eva Hoffmann kann wie alle jungen Juden in Aurich weder eine Schul- noch Berufsausbildung anfangen. Sie geht als Hausmädchen am 3. Juli 1937 nach Gießen und weiter am 23. Dezember nach Ludwigshafen. Am 17. Mai 1938 geht sie nach Palermo auf Sizilien. Die Familie Hoffmann hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Italien, ihr Großvater stammt aus Triest.
Eva Hoffmann heiratet Piero Fabbri. Mit dieser Verbindung sind die Eltern nicht einverstanden. Jedenfalls spricht ihr Vater nur schlecht über sie und möchte, dass seine andere Tochter, Leni in Palästina, keinen Kontakt mit ihr unterhält. Eva beschreibt ihr glückliches Leben mit ihrem Mann Piero. Sie will etwas für ihre Eltern, Henry und Leni tun. Aber Evas Beschreibungen ihres Lebens und der Hilfebekundung wirken in ihrer Naivität, Selbstzufriedenheit und Allgemeinheit seltsam kontrastiert zu den realen Nöten ihrer Eltern und dem harten Pionierleben ihrer Schwester in Palästina. Die Eltern antworten nicht auf ihre Offerten und auch nicht auf das Telegramm über die Geburt ihres Kindes. Ob Leni in Palästina Hilfe von ihrer Schwester erhalten hat, ist nicht überliefert.

Eva schreibt ihrer Schwester Leni jedoch mehrmals und berichtet von ihrem Familienleben, ihren Kindern, Mirella *5. 10. 1939 und Frederico [sic!]. Nach dem Krieg besucht sie ihre Schwester in Israel. Aus der Zeit danach gibt es keine weiteren Zeugnisse. Von den anderen nach Palästina emigrierten Aurichern hat keiner mehr Kontakt zu ihr bekommen. Sie stirbt 2009.

 

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 12.09.2015)

Foto:

 

 

 

– Eva Fabbri geb. Hoffmann Jan. 1939 (Sammlung Zuntz)
– Eva und Piero Fabbri – undatiert (Sammlung Zuntz)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu

Literatur:
Patenschaft: Uwe und Elke Hemmelskamp
Verlegetermin: 27. Januar  2015

 

 

 

Heinz „Henry“ Hoffmann

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Heinz „Henry“ HOFFMANN
geboren am 14. Juni 1924 in Norderney

Straße: Wallstraße 19
Todesdatum: unbekannt, wahrscheinlich 1942
Todesort: unbekannt, möglicherweise Theresienstadt
 

Henry Hoffmann 1939

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Henry Hoffmann ist das dritte Kind der Eltern Friedrich Hoffmann und Rebekka geborene Wallheimer. Henry hat zwei ältere Schwestern – Eva und Helene. Sie können durch rechtzeitige Auswanderung der Shoah entgehen. Seine Eltern betreiben mit den Geschwistern seines Vaters ein großes Hotel auf Norderney – Hoffmanns Hotel Falk. Mit der Wirtschaftskrise und den anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Betrieb 1935 in die Zwangsversteigerung. Ihre Eltern ziehen nach Aurich, dem Geburtsort der Mutter. Sein Vater arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt. Seine Eltern können zuerst Eva zu Verwandten nach Italien, dann Helene 1939 mit der Beth Aliyah ins sichere Ausland bringen: als sich die Ausweglosigkeit des weiteren Bleibens in Deutschland abzeichnet. Der Vater versucht mit allen Mitteln über die Reichsvereinigung ähnliches für seinen Sohn zu erreichen, wenigstens ein Vorbereitungslager. Aber es gelingt nicht. Henry versucht sich mit kleinen und größeren Diensten nützlich zu machen. Sein Vater beschreibt ihn als noch sehr kindlich und verträumt – und seine Rechtschreibung ließe zu wünschen übrig, wie der Vater schreibt. Aber er repariert für alle Juden die Fahrräder in Aurich. Es wäre zu schön, wenn er auch nach Erez käme, schreibt er an seine Tochter nach Palästina. Und …vielleicht könnte Henry nach Ahlem bei Hannover auf die Gartenbauschule. Hauptsache ist ja jetzt, dass er etwas lernt, was ist egal, nur damit er bald raus kann.

Am 14.08.1939 fängt er bei einem Bauern in Schirum als Gehilfe an, und der Vater hofft, er wird etwas Nützliches lernen. Später ist er bei einem anderen Bauern in Ludwigsdorf. Seine Altersgenossen Siegfried Samson und Menno Cohen sind mit dabei.

Im Frühjahr 1940 müssen alle Juden Aurich aus „militärischen Gründen“ verlassen. Seine Eltern ziehen in das jüdische Altersheim nach Emden in der Claas-Tholen-Straße. Und Henry geht am 20. 2. 40 zum Jüdischen Umschulungsgut Landwerk Steckelsdorf-Ausbau. (heute ein Kinderheim).

Der „Bund religiöser Pioniere“ betriebt dort  die jüdische Ausbildungsstatte für jugendliche Auswanderer, die gärtnerische oder landwirtschaftliche Berufe erlernen sollten. Das Haus diente ursprünglich als Jagdvilla eines Berliner Industriellen, der seiner Jüdischen Gemeinde das Gebäude zur Einrichtung eines Erholungsheims (1936/37) schenkte. Da zum Anwesen auch eine Gärtnerei gehörte, eignete es sich gut für Umschulungszwecke. Nach dem Novemberpogrom 1938 und nachfolgenden Verschleppungen von Ausbildern, kann dieses Heim seinen Auftrag immer weniger erfüllen. Es gerät immer mehr zu einer Zwangsarbeiterunterkunft, dessen Insassen tagsüber 11-12 Stunden in umliegenden Betrieben der Landwirtschaft oder optischen Industrie zu Hungerlöhnen arbeiten müssen.

Am 21. Mai 1942 erhält das Landwerk ein Aufforderungsschreiben der Gestapo, alle hätten sich mit leichtem Gepäck zum Abtransport drei Tage später bereitzuhalten. Über den weiteren Verbleib der Gruppe und damit auch von Henry Hoffmann gibt es keine sicheren Angaben. Eine Gruppe agrarisch aussehender Jugendlicher soll in diesen Tagen in Berlin auf dem Weg in die zur Haftanstalt umfunktionierten Synagoge Levetzowstraße gesehen worden sein. Demnach wäre Henry Hoffmann mit dem nächsten Transport, das war der 2. Juni 1942, nach Theresienstadt gebracht worden. Es gibt keine weiteren Lebenszeichen, die weitere Deportation nach Auschwitz und damit der Todesort dort, ist aber wahrscheinlich.

Familie Zuntz mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 E2 der Realschule Moordorf, den Paten des Stolpersteines für Heinz (Henry).

Die Stolpersteine für Familie Hoffmann an der Stelle, wo früher das Haus Wallstraße 19 stand, heute ist dort die Zufahrt zum Gebäude der Sparkasse Aurich-Norden.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 12.09.2015)

Fotos: 

 

 

 

– Henry Hoffmann – 1939 (Sammlung Zuntz)
– Brief von Henry an seine Schwester Leni in Palästina 1939
(Henry schreibt an seine Schwester Leni nach Palästina. Der Brief, sie erhält ihn am 21. 12. 39, ist über die Schweiz geschickt worden. Der Vater nahm diesen Weg, um der Zensur und damit der Beschlagnahme zu entgehen.So unten rechts die Zufügung der Tante Käthe Ruda geb. Wallheimer: „Gut Chanukka“)
– Im Garten des Landwerks Steckelsdorf 1937 (Jüdisches Museum Berlin)- Fotos der Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu
– Jüdisches Museum Sammlung Sonnenfeld

Literatur: Ezra BenGershôm, DAVID. Aufzeichnungen eines Überlebenden. Erweiterte Neuausgabe, Frankfurt am Main 1993
Patenschaft: Klasse 9R der RS Moordorf
Verlegetermin: 17. Juli  2014

Henry schreibt an seine Schwester Leni nach Palästina. Der Brief, sie erhält ihn am 21. 12. 39, ist über die Schweiz geschickt worden. Der Vater nahm diesen Weg, um der Zensur und damit der Beschlagnahme zu entgehen. So unten rechts die Zufügung der Tante Käthe Ruda geb. Wallheimer: „Gut Chanukka“ (Sammlung Zuntz)

Jugendliche Garten Landwerk Steckelsdorf 1937

 

 

Moritz Artmann

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Moritz ARTMANN
geboren am 3. Mai 1911 in Duisburg

Straße: Hammerkeweg 1
Todesdatum: 21. April 1944
Todesort: Auschwitz
Moritz Artmann wird am 3. Mai 1911 in Duisburg geboren. Über seine Familie konnten wir nichts in Erfahrung bringen. Der Name Artmann ist aber auch heute noch in Duisburg anzutreffen.

Moritz Artmann zieht am 17.01.1933 im Alter von 22 Jahren aus Minden nach Aurich. Laut Meldekarte arbeitet er als Angestellter/Kaufmann und ist ledig.

Er wohnt für 7 Monate in Aurich, zunächst in der Norderstraße 11 bei Familie Wolff, dann in der Osterstraße 16-18 bei Familie Sternberg. Am 15.08.1933 zieht er nach Jever in die Schlachtstraße 9, kommt aber nach 6 Wochen schon wieder zurück nach Aurich und wohnt erneut bei Familie Sternberg in der Osterstraße. Von dort zieht er am 1.12.1933 zu Familie Wolffs in die Lindenstraße 12 und wohnt dort etwa 2 Jahre. Schließlich zieht er für 7 Monate in den Hammerkeweg 1 zu Familie Wolffs.

Am 4.09.1935 verlässt Moritz Artmann Aurich und zieht wieder in seine Geburtsstadt Duisburg. Soweit die Informationen aus der Meldekarte.

Über sein weiteres Leben konnten wir nur in Erfahrung bringen, dass er am 2.03.1943 von Bielefeld  aus nach Auschwitz deportiert wurde.

„Am 2.3.43 wurden mit dem 32. Osttransport und zugleich 2. Transport nach der „Fabrikaktion“ 1.529 Berliner Juden nach Auschwitz deportiert … Anhand der dabei vergebenen Häftlingsnummern lässt sich feststellen, dass an diesem Tag neben den Berliner Juden auch zahlreiche Deportierte aus weiteren Orten in ganz Deutschland in Auschwitz eingetroffen sind, darunter aus Stuttgart, Trier, Essen, Frankfurt/Main, Dortmund, Paderborn, Bielefeld, Hannover, Leipzig und Dresden. Mit Hilfe der Statistik der Reichsvereinigung kann deren Gesamtzahl mit 1360 ermittelt werden.“ (32. Osttransport: Abfahrtsdatum: 02.03.43, Deportierte: 1758, Deportationsziel: Auschwitz“, In: Statistik und Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich).

Für den Teiltransport aus Bielefeld können mithilfe der Dokumentation des Stadtarchivs Bielefeld mit Auswertung der Meldedaten [M. Minninger u.a., Antisemitisch Verfolgte registriert in Bielefeld 1933-45, Bielefeld 1985] die Teilnehmer rekonstruiert werden. (https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html)

„Die Deportierten aus dem westlichen Deutschland, die bei der Ankunft in Auschwitz am 3.3.43 für den Arbeitseinsatz in Monowitz selektiert wurden, hatten ausnahmslos Häftlingsnummern im Bereich von 104890-105172 und 105457-105506 erhalten.“

„Für weitere männliche Deportierte der Teiltransporte aus Dortmund und Bielefeld können die in Auschwitz am 3.3.43 vergebenen Häftlingsnummern mit Hilfe der Unterlagen des ITS ermittelt werden (siehe Tabelle).“

Lt. dieser Tabelle erhielt Moritz Artmann in Auschwitz die Häftlingsnummer 104893 (Teiltransport aus Bielefeld) und musste im Lager Auschwitz-Monowitz Zwangsarbeit leisten.

(https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html)

Moritz Artmann wird am 21.April 1944 in Auschwitz ermordet.

https://spurenimvest.de/2023/06/29/artmann-moritz/

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 1.01.2023)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Meldekarte, NLA Aurich
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html
Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin: Für Moritz Artmann wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da er nur relativ kurze Zeit hier wohnte und hier nicht sein letzter freiwillig gewählter Wohnort war.

Abraham Joseph Samson

Veröffentlicht: 1. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Abraham Josef SAMSON
geboren am 6. März 1885 in Aurich

Straße: Wallstraße 22
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 29.01.1943)
Todesort: Auschwitz

 

 

 

 

 

 

 

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Abraham Josef Samson wird am 6.03.1885 geboren. Er ist das dritte Kind der Eltern Josef Samson und Johanna geborene Blitz. Seine Geschwister Jeanette und Simon Josef mit ihren jeweils großen Familien werden Opfer der Shoah, die erste ausnahmslos, von der zweiten überleben drei Kinder.

Abraham Josef Samson ist Viehhändler, wie alle Auricher Samsons. Von seiner Tochter wird er so beschrieben: Er war streng und gewissenhaft. Er arbeitete ständig. Er hatte im Ersten Weltkrieg gekämpft, und man verlieh ihm das Eiserne Kreuz. Er hatte einen guten Ruf und war entsprechend angesehen. Er ist konservativ in den religiösen Dingen und bestimmt die Einhaltung der Gesetze. Sein ältester Sohn Josef arbeitet schon im Geschäft und ist ausersehen, dieses später zu übernehmen.

Die staatlichen Verfolgungen der Juden beginnen gleich nach der Machtübernahme. Bei der Wirtschaftsordnung wirken sie sich sofort bei den Samsons aus. Abraham Josef muss das Unternehmen auflösen und das Haus verkaufen. Seinen Kindern ist eine weitere Ausbildung nach der jüdischen Grundschule nicht möglich. Er und seine Söhne können nur noch als landwirtschaftliche Hilfskräfte bei umliegenden Bauern arbeiten. Die Familie zieht als Untermieter in das Haus der Jüdischen Gemeinde in der Emder Straße 16 ein. Die Familie will auswandern, aber sie haben keinen Verwandten in Amerika, der der Familie die begehrte Bürgschaft, das Affidavit verschaffen kann. Es reicht nur zur Zuteilung einer Vormerknummer auf einer Warteliste bei der Amerikanischen Botschaft.

Seine älteste Tochter Herta geht bereits 1938 als Au pair nach England, sein Sohn Josef mit einem Kindertransport auch dorthin. Zuvor musste Abraham Josef seinen in der Reichspogromnacht verschleppten Sohn gegen Lösegeld aus dem KZ Sachsenhausen freikaufen.

Er und seine Familie müssen am 27. Februar 1940 nach Berlin ziehen. Sie wohnen im Hinterhof der Rosenthalerstraße 40-41 (Hackesche Höfe). Tochter Grete lebt bereits in Berlin und lernt Krankenschwester im Jüdischen Krankenhaus in Gesundbrunnen. Sie müssen Zwangsarbeit leisten.

Der Sohn Siegfried kann zuvor in eine bei Berlin gelegene jüdische Bildungseinrichtung (Hachscharah) zur Vorbereitung für Palästina gehen.

Am 28.01.1943 bekommen Abraham Samson und seine Frau den Befehl, sich am nächsten Tag für die Abholung bereitzuhalten. Er ruft abends noch seine Tochter aus der Telefonzelle an. Sie, Grete, will mit ins Lager, ihre Eltern nicht alleine lassen. Abraham Joseph antwortet in den letzten überlieferten Worten: „Keine Frage, Du musst Dein Leben retten. Es ist nicht gut, wenn Eltern ihre Kinder leiden sehen, noch schlechter ist es wenn Kinder ihre Eltern leiden sehen. Hüte dich. Sei stark. Und esse genug, alles was Du bekommst ohne Rücksicht auf die Religion“.

Josef und Frieda besteigen am 29.01.1943 den Deportationszug nach Auschwitz. Unmittelbar nach ihrer Ankunft werden beide ermordet.
Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 29.05.2015)

Familie Samson 1937

Das Foto erhielt Günther Lübbers von Dr. Samson Munn. Es entstand im Juli 1958 im Hafen von New York an Bord eines kurz danach nach Argentinien auslaufenden Schiffes. Samson (Bildmitte) besuchte mit seiner Mutter Grete (3. von links) unter anderem Siegfried Wolff (links) und Eva Wolff (rechts).

Die Stolpersteine vor dem Haus Wallstraße 22

Dr. Samson Munn (Bildmitte) mit Ehefrau Rachel und den Kindern Amalia und Saul nahmen in Begleitung einer befreundeten Familie aus Berlin sowie Joan Chantrell aus England an der Verlegung teil.

Foto:

 

 

 

 

 

– Kennkarte (Staatsarchiv Aurich)
– Geburtsurkunde
– Reichsvereinigung der Juden, 26.02.1940
– Wartenummer der Amerikanischen Botschaft, 7.05.1940
– Arbeitsbescheinigung, 1940- Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Standesregister Standesamt Aurich,

– Korrespondenz und Sammlung Samson Munn – Boston

Literatur:
Patenschaft: Jakob Jungenkrüger
Verlegetermin: 17. Juli  2014

Geburtsurkunde Abraham Joseph Samson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bescheinigung der Reichsvereinigung der Juden v. 26.02.1940

Wartenummer der Amerikanischen Botschaft v. 7.05.1940

Arbeitsbescheinigung Abraham Joseph Samson v. 1940

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frieda Samson geb. Wolff

Veröffentlicht: 1. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Frieda SAMSON geb. Wolff
geboren am 24. Juli 1892 in Aurich

 

Straße: Wallstraße 22
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 29.01.1943)
Todesort: Auschwitz

 

 

 

 

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Frieda Wolff wird am 24.07.1892 in Sandhorst bei Aurich geboren. Sie ist das erste Kind der Eltern Joseph Wolff und Regine Reische geb. Von der Wall aus Norden. Sie hat noch drei weitere jüngere Geschwister. Ihre Schwester Eva verh. Salomons kommt mit Kind und Ehemann in der Shoah um.

Frieda Wolff heiratet den Viehhändler Abraham Josef Samson. Zusammen haben sie vier Kinder. Der älteste Sohn Josef ist schon im Geschäft.

Die Familie ist sehr religiös und beachtet die Gesetze der Religion.

Die staatlichen Verfolgungen der Juden machen auch vor den Samsons nicht halt. Sie müssen ihr Haus verkaufen und ziehen als Untermieter in das Haus der Jüdischen Gemeinde in der Emder Straße 16 ein. Die Familie will auswandern, aber sie haben keinen Verwandten in Amerika, der der Familie die begehrte Bürgschaft, das Affidavit verschafft. Ihre älteste Tochter Herta geht bereits 1938 als Au pair nach England, ihr Sohn Josef mit einem Kindertransport auch dorthin. Zuvor musste ihr Sohn die Torturen der Reichspogromnacht in Aurich und im KZ Sachsenhausen erleiden. Ihrem Mann gelang es ihn nach 14 Tagen dort gegen Lösegeld freizubekommen.

Die Familie, Frieda, ihr Mann Abraham Josef und ihr jüngstes Kind Siegfried müssen am 27. Februar 1940 Aurich verlassen und nach Berlin ziehen. Ihre Tochter Grete ist bereits dort und lernt Krankenschwester im Jüdischen Krankenhaus. Sie müssen Zwangsarbeit leisten. Sohn Siegfried kann in eine nahegelegene jüdische Bildungseinrichtung (Hachscharah) zur Vorbereitung auf Palästina gehen.

Am 28.01.1943 bekommen Frieda und ihr Mann den Befehl, sich am nächsten Tag für die Abholung bereitzuhalten.

Abraham Samson ruft abends noch seine Tochter aus der Telefonzelle an. Sie, Grete, will mit ins Lager, ihre Eltern nicht alleine lassen. Abraham Joseph antwortet in den letzten überlieferten Worten:“ Keine Frage, Du musst Dein Leben retten. Es ist nicht gut, wenn Eltern ihre Kinder leiden sehen, noch schlechter ist es, wenn Kinder ihre Eltern leiden sehen. Hüte dich. Sei stark. Und esse genug, alles was Du bekommst ohne Rücksicht auf die Religion.“

Frieda und Josef besteigen am 29.01.1943 den Deportationszug nach Auschwitz. Unmittelbar nach ihrer Ankunft werden beide ermordet.

Das Foto erhielt Günther Lübbers von Dr. Samson Munn. Es entstand im Juli 1958 im Hafen von New York an Bord eines kurz danach nach Argentinien auslaufenden Schiffes. Samson (Bildmitte) besuchte mit seiner Mutter Grete (3. von links) unter anderem Siegfried Wolff (links) und Eva Wolff (rechts).

Die Stolpersteine vor dem Haus Wallstraße 22

 

Dr. Samson Munn (Bildmitte) mit Ehefrau Rachel und den Kindern Amalia und Saul nahmen in Begleitung einer befreundeten Familie aus Berlin sowie Joan Chantrell aus England an der Verlegung teil.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.10.2015)

Foto:

 

 

 

 

– Kennkarte (Staatsarchiv Aurich)
– Familie Samson 1937 (Sammlung Munn)
– Reichsvereinigung der Juden, 26.02.1940
– Wartenummer der Amerikanischen Botschaft, 7.05.1940- Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Standesregister Standesamt Aurich,

– Korrespondenz und Sammlung Samson Munn – Boston

Literatur:
Patenschaft: Anke Meinen
Verlegetermin: 17. Juli  2014

 

Familie Samson 1937

 

 

 

 

 

 

 

Bescheinigung der Reichsvereinigung der Juden v. 26.02.1940

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wartenummer der Amerikanischen Botschaft, 7.05.1940

 

 

 

 

 

Herta Samson

Veröffentlicht: 1. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Herta Samson
geboren am 16. Oktober 1919 in Aurich

Straße: Wallstraße 22
Todesdatum: 17. Oktober 2012
Todesort: New York
Herta Samson ist das erste Kind der Eltern Abraham Josef und Frieda geb. Wolff aus Sandhorst. Die Familie wohnt in der Wallstraße 22 und zuletzt kurzzeitig im Haus Emder Straße 16.Die Familie ist sehr religiös und beachtet alle Gesetze der Religion. Um sie herum gibt es viel weitere Verwandtschaft der beiden Elternteile.

Wie alle jüdischen Kinder kann Herta nach der jüdischen Volksschule keine weitere Schul- oder Berufsausbildung in Aurich anschließen. Der Antrag auf Aufnahme in das Ulricianum wird abgelehnt. Es scheint für sie – wie auch für alle anderen jüdischen Mädchen in dieser Zeit – nur der Beruf der Haushaltshilfe in einem jüdischen Haushalt möglich zu sein.

In der Nacht des reichsweiten Pogroms, als die Auricher Synagoge brennt und die anderen jüdischen Kultuseinrichtungen zerstört werden, wird allen jungen Auricher Juden deutlich, dass sie ihr Land so schnell wie möglich verlassen müssen. Herta emigriert am 21. 12. 1938 mit einem Kindertransport nach England. Sie hilft ein Jahr in einem Haushalt in Northampton. Sie bleibt während der ganzen Kriegsjahre in England und steht auch in Kontakt mit ihrem in London lebenden Bruder Josef.

Nach dem Krieg emigriert sie in die USA, nach New York, um in der Nähe ihrer Schwester Grete zu sein. Sie macht eine Ausbildung als Radiologische Assistentin [MTA]. Nach ein paar Jahren macht sie eine Weiterbildung als Assistentin in der Strahlentherapie.

Sie ist attraktiv und belesen. Geistig unabhängig, selbstschaffend ist sie Teil der Intelligentia von Lower Manhattan von den 50ern bis zu den 70ern. Sie ist umgänglich und hat einen großen Freundeskreis und hat auch feste Beziehungen. Sie bekommt Heiratsanträge, die sie aber ablehnt. So bleibt sie unverheiratet und lebt alleinstehend. Sie bekommt auch keine Kinder.

„Ich, von der jüngeren Generation, stand ihr gefühlsmäßig sehr nah. Sie hatte viel Ärger mit meinem Bruder Allan und später sogar mit meiner Mutter. Auch mit mir hatte sie manchmal welchen. Aber wir hatten uns alle mit ihr, als es zum Ende ging, gut versöhnt.“ [Samson Munn]
Sie stirbt am 17. Oktober 2012, einen Tag nach ihrem Geburtstag, an Lungenkrebs – obwohl sie nie eine Raucherin war.

Das Foto erhielt Günther Lübbers von Dr. Samson Munn. Es entstand im Juli 1958 im Hafen von New York an Bord eines kurz danach nach Argentinien auslaufenden Schiffes. Samson (Bildmitte) besuchte mit seiner Mutter Grete (3. von links) unter anderem Siegfried Wolff (links) und Eva Wolff (rechts).

Die Stolpersteine vor dem Haus Wallstraße 22

Dr. Samson Munn (Bildmitte) mit Ehefrau Rachel und den Kindern Amalia und Saul nahmen in Begleitung einer befreundeten Familie aus Berlin sowie Joan Chantrell aus England an der Verlegung teil.

 

Recherche:Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 1.06.2015)

Fotos: – Geburtsurkunde Herta Samson (Standesamt Aurich)
– Familie Samson 1937 (Sammlung Munn)- Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Standesregister Standesamt Aurich,

– Korrespondenz Samson Munn – Boston

Literatur:
Patenschaft: Isolde Jungenkrüger
Verlegetermin: 17. Juli  2014

 

Geburtsurkunde Herta Samson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Familie Samson 1937

Wolff Wilhelm Cohen

Veröffentlicht: 1. Juni 1915 von westermayer in Verlegung

Cohen, Wolff WilhelmWolff  Wilhelm COHEN
geboren am 4. Januar 1915 in Aurich

 

 

 

Straße: Marktstraße 16
Todesdatum: Flucht nach Australien,  1.12.1948
Todesort: Adelaid

Wilhelm Cohen
1948
National Archives of Australia

 

Wilhelm Cohen
1939
National Archives of Australia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wolff Wilhelm Cohen wird am 4. Januar 1915 in Aurich als fünftes Kind von Jakob Abraham Cohen (1877-1943) und Jette „Jettchen“ Hess aus Dornum (1890-1950).Wolff Wilhelm Cohen flieht noch rechtzeitig vor der Reichspogromnacht aus Aurich. Er flieht zunächst nach England. Als letzten Wohnort in England gibt er Loxton an. Im Jahr 1938 verlässt er England mit der „SS Orontes“ und erreicht Australien am 25.10.1938 im Hafen Oyster Harbour südlich von Perth. Am 23.10.1939 beantragt er die Einbürgerung (Form of Application for Registration, s. u.). Als Beruf gibt er „Fleischer“ an.

Wolff Wilhelm heiratet Marjory Phillis (*25.05.1918) und hat mit ihr zwei Söhne: Robert Wilhelm (* 11.11.1945) und Jan Christopher (* 23.03.1947). Er wohnt mit seiner Familie in Adelaid.
Er stirbt im Alter von 33 Jahren am 1.12.1948 in Adelaid und ist auf der jüdischen Abteilung des Friedhofs West Terrace in Adelaid begraben.

Sein Vater Jakob Abraham Cohen wird am 24. Januar 1877 in Aurich geboren. Er ist das erste von vier Kindern seiner Eltern Abraham Jacob Cohen (1842 – 1933) und Betti geb. Driels (1848 – 1891). Seine Schwestern Friederike (1878 – 1933) und Caroline (1888 – 1942) ziehen nach Holland, sein Bruder Wolf Wilhelm Abraham Cohen (1881 – ) lebt in Aurich, arbeitet als Schlachter und gründet eine Familie.

Jette Hess ist das 4. von 13 Kindern ihrer Eltern Moses Hess (1861-1932) und Bertha Hess geb. Wolffs (*1863). Eine Schwester von Jette, Eva Hess (*1893) heiratet einen Bruder von Jakob Abraham Cohen, Wolff Wilhelm Cohen (1881-1935).

Jakob Abraham Cohen und seine Frau Jette haben zusammen sechs Kinder: Ihr erstes Kind, Moses Jacob Cohen (*14.09.1909) stirbt schon im Alter von 2 Jahren. Danach werden noch fünf Kinder geboren: Abraham Jakob   (4.10.1910 Aurich – 4.06.1995 Quito, Equador), Moritz Moses Jakob (20.11.1911 Aurich – 1943), Betti verh. Valk (16.01.1913 Aurich – 6.10.1944 Auschwitz), Wolff Wilhelm (4.01.1915 Aurich   – 31.12.1943 Australien) und Josef (25.03.1917 Aurich – 26.06.1941 Neuengamme).

Die Ehe zwischen Jakob Abraham und Jette verlief offensichtlich nicht glücklich. Jakob Abraham Cohen berichtet später: „als er (1918) aus dem Krieg kam, habe er Joseph (sein jüngstes Kind, zu dem Zeitpunkt etwa 1 ½ Jahre alt) damals mit einem Kopfaussatz in einer Bremer Hautklinik gefunden, da seine Mutter ihn vernachlässigte und alle Kinder im Stich ließ, als sie ihm damals durchgegangen war.“ Wohin Jette „durchgegangen“ ist wissen wir nicht. Vermutlich gleich nach Italien, denn dort trifft sie 1936 ihren Sohn Abraham Jakob. 1940 hält sie sich in Mailand auf. Sie kann vor der Judenverfolgung in die USA fliehen und lebt mit ihrem zweiten Ehemann in Toledo, Ohio. Dort stirbt sie 1950.
Über die Lebensumstände von Jakob Abraham Cohen in Aurich wissen wir wenig. Seine Kinder verlassen ihn schon in jungen Jahren, so zog sein jüngster Sohn Josef 1929 im Alter von 12 Jahren in ein Lehrlingsheim in Düsseldorf und kam nicht wieder nach Aurich zurück.
Jakob Abraham Cohen emigriert im Juni 1937 in die Niederlande und heiratet in Hoogeveen am 17. August 1938 Eva van Gelderen.

Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen auch dort die Judenverfolgung einsetzt, werden Jakob Abraham Cohen und seine Frau Eva am 6. April 1943 in Westerbork interniert und am 20. April 1943 nach Sobibor deportiert. Vermutlich werden sie nach ihrer Ankunft ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Über das Schicksal der Kinder von Jakob Abraham Cohen können wir Folgendes berichten: Sein zweites Kind Abraham Jakob konnte zunächst in die Niederlande fliehen. Sein Sohn Henry erzählt, dass sein Vater auf der Flucht aus Aurich zwei Soldaten erschosssen habe, die sein Haus bewachten. Die Niederlande lehnten einen von Deutschland gestellten Auslieferungsantrag ab, da Abraham Jakob in Selbstverteidigung gehandelt hätte. Er musste aber die Niederlande verlassen und ging nach Italien zu seiner Mutter. Dort heiratet er am 7.11.1936. Als auch in Italien die Situation für die Juden unsicher wird, flieht er mit seiner Familie nach Equador und wählte Quito als neuen Lebensort.

Sein drittes Kind Moritz Moses Jacob erlernt den Beruf des Bäckergesellen. Er verlässt 1926 Aurich im Alter von 15 Jahren um drei Jahre in Köln zu leben und kehrt 1929 wieder zurück. Nach Aufenthalten in Assen und Berlin kehrt er immer wieder nach Aurich zurück. Im November 1933 verlässt er endgültig Aurich und zieht nach Den Haag in den Niederlanden. Dort lernt er seine Frau Ester Roffesa (*7.12.1912 Den Haag – 1943) kennen und heiratet sie. Ihre älteste Tochter Jettchen (benannt nach ihrer Großmutter) wird am 25.05.1939 noch in Den Haag geboren. Dann zieht die Familie nach Groningen um. Dort wird am 30.11.1942 ihre zweite Tochter Rika Jacoba geboren.
Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen die Judenverfolgung beginnt, wird Moses am 9.03.1943 in Westerbork interniert, seine Frau und 2 Kinder folgen am 6.04.1943. Am 13.04.1943 wird die gesamte Familie nach Sobibor deportiert und ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Für das vierte Kind von Jakob Abraham Cohen, Betti Cohen verh. Valk, haben wir bereits einen Stolperstein in der Lindenstraße 9 verlegt. Sie zieht 1936 ebenfalls in die Niederlande nach Wildervank, heiratet dort Jacob Valk (1911-1945) und hat mit ihm eine Tochter Roosje (*1.08.1937). Die Familie wird am 4.10.1942 in Westerbork interniert, am 4.09.1944 zunächst nach Theresienstadt deportiert, dann nach Auschwitz (Jacob 29.9.1944, Betti und Roosje 4.10.1944).

Das sechste und jüngste Kind von Jakob Abraham Cohen, Josef Cohen, beginnt 1929 eine Schlosserlehre in Düsseldorf. Er arbeitet dann in verschiedenen Handlangertätigkeiten. 1937 wird er nach §175 zu 10 Monaten Haft verurteilt. Danach arbeitet er zunächst in Hamburg auf der Köhlbrand Werft, dann als Heizer auf verschiedenen Elbdampfern. Im September 1939 wird er verhaftet, am 29.04.1941 wegen Gewaltverbrechen und Rassenschande zum Tode verurteilt und am 26.06.1941 hingerichtet.

Sein Fall ist ein Musterbeispiel für nationalsozialistische Willkürjustiz: Widersprüchliche Aussagen über den Tathergang der Notzucht wurden nicht berücksichtigt, in den Verhörprotokollen lässt sich eine Vorverurteilung des „Judenlümmels“ deutlich erkennen, Rechtverordnungen wurden rückwirkend auf seinen Fall angewendet und die sofortige Vollstreckung trotz bestehender Zweifel im Eilverfahren durchgesetzt.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: National Archives of Australia: https://recordsearch.naa.gov.au/SearchNRetrieve/Interface/DetailsReports/ItemDetail.aspx?Barcode=4073825&isAv=N
Information des Sohnes Robert Wilhelm
Literatur:
Patenschaft: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Verlegetermin: 27. Januar 2015