Rebekka HOFFMANN geb. Wallheimer
geboren am 5. Mai 1893 in Aurich

Die Insassen des jüdischen Altenheims in Emden am 23. 10. 1941 auf dem Weg durch die Stadt zum Bahnhof (Ostfriesische Tageszeitung OTZ vom 11. 2. 42; Stadtarchiv Emden)
Rebekka HOFFMANN geb. Wallheimer
geboren am 5. Mai 1893 in Aurich

Die Insassen des jüdischen Altenheims in Emden am 23. 10. 1941 auf dem Weg durch die Stadt zum Bahnhof (Ostfriesische Tageszeitung OTZ vom 11. 2. 42; Stadtarchiv Emden)
Helene HOFFMANN verh. Zuntz
geboren am 26. Juni 1923 in Norderney
Eva HOFFMANN verh. Fabbri
geboren am 10. November 1921 in Norderney
| Straße: | Wallstraße 19 |
| Todesdatum: | 2009 |
| Todesort: | Unbekannt (vermutlich in Italien) |
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Eva Hoffmann, geboren am 10.11.1921 in Norderney, ist das erste Kind der Eltern Friedrich Hoffmann und Rebekka geborene Wallheimer. Eva hat noch eine Schwester Helene und einen Bruder Heinz (Henry). Dieser überlebt die Shoah nicht
Ihre Eltern betreiben mit den Geschwistern ihres Vaters ein großes Hotel auf Norderney, „Hoffmanns Hotel Falk“. Mit der Wirtschaftskrise und den anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Betrieb 1935 in die Zwangsversteigerung. Ihre Eltern ziehen nach Aurich, dem Geburtsort der Mutter. Ihr Vater arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt. Eva Hoffmann kann wie alle jungen Juden in Aurich weder eine Schul- noch Berufsausbildung anfangen. Sie geht als Hausmädchen am 3. Juli 1937 nach Gießen und weiter am 23. Dezember nach Ludwigshafen. Am 17. Mai 1938 zieht sie nach Palermo auf Sizilien. Die Familie Hoffmann hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Italien, ihr Großvater stammt aus Triest. Eva Hoffmann heiratet Piero Fabbri. Mit dieser Verbindung sind die Eltern nicht einverstanden. Jedenfalls spricht ihr Vater nur schlecht darüber und möchte, dass seine andere Tochter, Leni in Palästina, keinen Kontakt mit ihr unterhält. Eva beschreibt ihr glückliches Leben mit ihrem Mann Piero. Sie will etwas für ihre Eltern, Henry und Leni tun. Aber Evas Beschreibungen ihres Lebens und der Hilfebekundung wirken in ihrer Naivität, Selbstzufriedenheit und Allgemeinheit seltsam kontrastiert zu den realen Nöten ihrer Eltern und dem harten Pionierleben ihrer Schwester in Palästina. Die Eltern antworten nicht auf ihre Offerten und auch nicht auf das Telegramm über die Geburt ihres Kindes. Ob Leni in Palästina Hilfe von ihrer Schwester erhalten hat, ist nicht überliefert. Eva schreibt ihrer Schwester Leni jedoch mehrmals und berichtet von ihrem Familienleben, ihren Kindern, Mirella *5. 10. 1939 und Frederico [sic!]. Nach dem Krieg besucht sie ihre Schwester in Israel. Aus der Zeit danach gibt es keine weiteren Zeugnisse. Von den anderen nach Palästina emigrierten Aurichern hat keiner mehr Kontakt zu ihr bekommen. Sie stirbt 2009. Die Stolpersteine für Familie Hoffmann an der Stelle, wo früher das Haus Wallstraße 19 stand, heute ist dort die Zufahrt zum Gebäude der Sparkasse Aurich-Norden. Recherche: Jörg Peter |
| Fotos: | – Eva Fabbri geb. Hoffmann Jan. 1939 (Sammlung Zuntz) – Eva und Piero Fabbri – undatiert (Sammlung Zuntz) -Stolpersteine (Günther Lübbers) |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,
– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | Uwe und Elke Hemmelskamp |
| Verlegetermin: | 17. Juli 2014 |
Eva HOFFMANN verh. Fabbri
geboren am 10. November 1921 in Norderney
| Straße: | Wallstraße 19 |
| Todesdatum: | 2009 |
| Todesort: | Unbekannt (vermutlich in Italien) |
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Eva Hoffmann, geboren am 10.11.1921 in Norderney, ist das erste Kind der Eltern Friedrich Hoffmann und Rebekka geborene Wallheimer. Eva hat noch eine Schwester und einen Bruder. Dieser überlebt nicht die Shoah.Ihre Eltern betreiben mit den Geschwistern ihres Vaters ein großes Hotel auf Norderney, „Hoffmanns Hotel Falk“. Mit der Wirtschaftskrise und den anschließenden Boykottaufrufen gegen jüdische Gäste gerät der Betrieb 1935 in die Zwangs-versteigerung. Ihre Eltern ziehen nach Aurich, dem Geburtsort der Mutter. Ihr Vater arbeitet dann als Koch an vielen Orten in Deutschland und auch in der Seefahrt.
Eva Hoffmann kann wie alle jungen Juden in Aurich weder eine Schul- noch Berufsausbildung anfangen. Sie geht als Hausmädchen am 3. Juli 1937 nach Gießen und weiter am 23. Dezember nach Ludwigshafen. Am 17. Mai 1938 geht sie nach Palermo auf Sizilien. Die Familie Hoffmann hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Italien, ihr Großvater stammt aus Triest. Eva schreibt ihrer Schwester Leni jedoch mehrmals und berichtet von ihrem Familienleben, ihren Kindern, Mirella *5. 10. 1939 und Frederico [sic!]. Nach dem Krieg besucht sie ihre Schwester in Israel. Aus der Zeit danach gibt es keine weiteren Zeugnisse. Von den anderen nach Palästina emigrierten Aurichern hat keiner mehr Kontakt zu ihr bekommen. Sie stirbt 2009.
Recherche: Jörg Peter |
| Foto:
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– Eva Fabbri geb. Hoffmann Jan. 1939 (Sammlung Zuntz) – Eva und Piero Fabbri – undatiert (Sammlung Zuntz) |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,
– Korrespondenz und Sammlung Gabriel Zuntz – Sde Eliahu |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | Uwe und Elke Hemmelskamp |
| Verlegetermin: | 27. Januar 2015 |
Heinz „Henry“ HOFFMANN
geboren am 14. Juni 1924 in Norderney

Henry schreibt an seine Schwester Leni nach Palästina. Der Brief, sie erhält ihn am 21. 12. 39, ist über die Schweiz geschickt worden. Der Vater nahm diesen Weg, um der Zensur und damit der Beschlagnahme zu entgehen. So unten rechts die Zufügung der Tante Käthe Ruda geb. Wallheimer: „Gut Chanukka“ (Sammlung Zuntz)
Moritz ARTMANN
geboren am 3. Mai 1911 in Duisburg
| Straße: | Hammerkeweg 1 |
| Todesdatum: | 21. April 1944 |
| Todesort: | Auschwitz |
| Moritz Artmann wird am 3. Mai 1911 in Duisburg geboren. Über seine Familie konnten wir nichts in Erfahrung bringen. Der Name Artmann ist aber auch heute noch in Duisburg anzutreffen.
Moritz Artmann zieht am 17.01.1933 im Alter von 22 Jahren aus Minden nach Aurich. Laut Meldekarte arbeitet er als Angestellter/Kaufmann und ist ledig. Er wohnt für 7 Monate in Aurich, zunächst in der Norderstraße 11 bei Familie Wolff, dann in der Osterstraße 16-18 bei Familie Sternberg. Am 15.08.1933 zieht er nach Jever in die Schlachtstraße 9, kommt aber nach 6 Wochen schon wieder zurück nach Aurich und wohnt erneut bei Familie Sternberg in der Osterstraße. Von dort zieht er am 1.12.1933 zu Familie Wolffs in die Lindenstraße 12 und wohnt dort etwa 2 Jahre. Schließlich zieht er für 7 Monate in den Hammerkeweg 1 zu Familie Wolffs. Am 4.09.1935 verlässt Moritz Artmann Aurich und zieht wieder in seine Geburtsstadt Duisburg. Soweit die Informationen aus der Meldekarte. Über sein weiteres Leben konnten wir nur in Erfahrung bringen, dass er am 2.03.1943 von Bielefeld aus nach Auschwitz deportiert wurde. „Am 2.3.43 wurden mit dem 32. Osttransport und zugleich 2. Transport nach der „Fabrikaktion“ 1.529 Berliner Juden nach Auschwitz deportiert … Anhand der dabei vergebenen Häftlingsnummern lässt sich feststellen, dass an diesem Tag neben den Berliner Juden auch zahlreiche Deportierte aus weiteren Orten in ganz Deutschland in Auschwitz eingetroffen sind, darunter aus Stuttgart, Trier, Essen, Frankfurt/Main, Dortmund, Paderborn, Bielefeld, Hannover, Leipzig und Dresden. Mit Hilfe der Statistik der Reichsvereinigung kann deren Gesamtzahl mit 1360 ermittelt werden.“ (32. Osttransport: Abfahrtsdatum: 02.03.43, Deportierte: 1758, Deportationsziel: Auschwitz“, In: Statistik und Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich). Für den Teiltransport aus Bielefeld können mithilfe der Dokumentation des Stadtarchivs Bielefeld mit Auswertung der Meldedaten [M. Minninger u.a., Antisemitisch Verfolgte registriert in Bielefeld 1933-45, Bielefeld 1985] die Teilnehmer rekonstruiert werden. (https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html) „Die Deportierten aus dem westlichen Deutschland, die bei der Ankunft in Auschwitz am 3.3.43 für den Arbeitseinsatz in Monowitz selektiert wurden, hatten ausnahmslos Häftlingsnummern im Bereich von 104890-105172 und 105457-105506 erhalten.“ „Für weitere männliche Deportierte der Teiltransporte aus Dortmund und Bielefeld können die in Auschwitz am 3.3.43 vergebenen Häftlingsnummern mit Hilfe der Unterlagen des ITS ermittelt werden (siehe Tabelle).“ Lt. dieser Tabelle erhielt Moritz Artmann in Auschwitz die Häftlingsnummer 104893 (Teiltransport aus Bielefeld) und musste im Lager Auschwitz-Monowitz Zwangsarbeit leisten. (https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html) Moritz Artmann wird am 21.April 1944 in Auschwitz ermordet. |
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| Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 1.01.2023) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Meldekarte, NLA Aurich https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_wfn_43a.html |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | |
| Verlegetermin: | Für Moritz Artmann wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da er nur relativ kurze Zeit hier wohnte und hier nicht sein letzter freiwillig gewählter Wohnort war. |
Abraham Josef SAMSON
geboren am 6. März 1885 in Aurich
Frieda SAMSON geb. Wolff
geboren am 24. Juli 1892 in Aurich
Herta Samson
geboren am 16. Oktober 1919 in Aurich
Wolff Wilhelm COHEN
geboren am 4. Januar 1915 in Aurich
| Straße: | Marktstraße 16 |
| Todesdatum: | Flucht nach Australien, 1.12.1948 |
| Todesort: | Adelaid |
Wilhelm Cohen
Wilhelm Cohen
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Wolff Wilhelm Cohen wird am 4. Januar 1915 in Aurich als fünftes Kind von Jakob Abraham Cohen (1877-1943) und Jette „Jettchen“ Hess aus Dornum (1890-1950).Wolff Wilhelm Cohen flieht noch rechtzeitig vor der Reichspogromnacht aus Aurich. Er flieht zunächst nach England. Als letzten Wohnort in England gibt er Loxton an. Im Jahr 1938 verlässt er England mit der „SS Orontes“ und erreicht Australien am 25.10.1938 im Hafen Oyster Harbour südlich von Perth. Am 23.10.1939 beantragt er die Einbürgerung (Form of Application for Registration, s. u.). Als Beruf gibt er „Fleischer“ an.
Wolff Wilhelm heiratet Marjory Phillis (*25.05.1918) und hat mit ihr zwei Söhne: Robert Wilhelm (* 11.11.1945) und Jan Christopher (* 23.03.1947). Er wohnt mit seiner Familie in Adelaid. Sein Vater Jakob Abraham Cohen wird am 24. Januar 1877 in Aurich geboren. Er ist das erste von vier Kindern seiner Eltern Abraham Jacob Cohen (1842 – 1933) und Betti geb. Driels (1848 – 1891). Seine Schwestern Friederike (1878 – 1933) und Caroline (1888 – 1942) ziehen nach Holland, sein Bruder Wolf Wilhelm Abraham Cohen (1881 – ) lebt in Aurich, arbeitet als Schlachter und gründet eine Familie. Jette Hess ist das 4. von 13 Kindern ihrer Eltern Moses Hess (1861-1932) und Bertha Hess geb. Wolffs (*1863). Eine Schwester von Jette, Eva Hess (*1893) heiratet einen Bruder von Jakob Abraham Cohen, Wolff Wilhelm Cohen (1881-1935). Jakob Abraham Cohen und seine Frau Jette haben zusammen sechs Kinder: Ihr erstes Kind, Moses Jacob Cohen (*14.09.1909) stirbt schon im Alter von 2 Jahren. Danach werden noch fünf Kinder geboren: Abraham Jakob (4.10.1910 Aurich – 4.06.1995 Quito, Equador), Moritz Moses Jakob (20.11.1911 Aurich – 1943), Betti verh. Valk (16.01.1913 Aurich – 6.10.1944 Auschwitz), Wolff Wilhelm (4.01.1915 Aurich – 31.12.1943 Australien) und Josef (25.03.1917 Aurich – 26.06.1941 Neuengamme). Die Ehe zwischen Jakob Abraham und Jette verlief offensichtlich nicht glücklich. Jakob Abraham Cohen berichtet später: „als er (1918) aus dem Krieg kam, habe er Joseph (sein jüngstes Kind, zu dem Zeitpunkt etwa 1 ½ Jahre alt) damals mit einem Kopfaussatz in einer Bremer Hautklinik gefunden, da seine Mutter ihn vernachlässigte und alle Kinder im Stich ließ, als sie ihm damals durchgegangen war.“ Wohin Jette „durchgegangen“ ist wissen wir nicht. Vermutlich gleich nach Italien, denn dort trifft sie 1936 ihren Sohn Abraham Jakob. 1940 hält sie sich in Mailand auf. Sie kann vor der Judenverfolgung in die USA fliehen und lebt mit ihrem zweiten Ehemann in Toledo, Ohio. Dort stirbt sie 1950. Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen auch dort die Judenverfolgung einsetzt, werden Jakob Abraham Cohen und seine Frau Eva am 6. April 1943 in Westerbork interniert und am 20. April 1943 nach Sobibor deportiert. Vermutlich werden sie nach ihrer Ankunft ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt. Über das Schicksal der Kinder von Jakob Abraham Cohen können wir Folgendes berichten: Sein zweites Kind Abraham Jakob konnte zunächst in die Niederlande fliehen. Sein Sohn Henry erzählt, dass sein Vater auf der Flucht aus Aurich zwei Soldaten erschosssen habe, die sein Haus bewachten. Die Niederlande lehnten einen von Deutschland gestellten Auslieferungsantrag ab, da Abraham Jakob in Selbstverteidigung gehandelt hätte. Er musste aber die Niederlande verlassen und ging nach Italien zu seiner Mutter. Dort heiratet er am 7.11.1936. Als auch in Italien die Situation für die Juden unsicher wird, flieht er mit seiner Familie nach Equador und wählte Quito als neuen Lebensort. Sein drittes Kind Moritz Moses Jacob erlernt den Beruf des Bäckergesellen. Er verlässt 1926 Aurich im Alter von 15 Jahren um drei Jahre in Köln zu leben und kehrt 1929 wieder zurück. Nach Aufenthalten in Assen und Berlin kehrt er immer wieder nach Aurich zurück. Im November 1933 verlässt er endgültig Aurich und zieht nach Den Haag in den Niederlanden. Dort lernt er seine Frau Ester Roffesa (*7.12.1912 Den Haag – 1943) kennen und heiratet sie. Ihre älteste Tochter Jettchen (benannt nach ihrer Großmutter) wird am 25.05.1939 noch in Den Haag geboren. Dann zieht die Familie nach Groningen um. Dort wird am 30.11.1942 ihre zweite Tochter Rika Jacoba geboren. Für das vierte Kind von Jakob Abraham Cohen, Betti Cohen verh. Valk, haben wir bereits einen Stolperstein in der Lindenstraße 9 verlegt. Sie zieht 1936 ebenfalls in die Niederlande nach Wildervank, heiratet dort Jacob Valk (1911-1945) und hat mit ihm eine Tochter Roosje (*1.08.1937). Die Familie wird am 4.10.1942 in Westerbork interniert, am 4.09.1944 zunächst nach Theresienstadt deportiert, dann nach Auschwitz (Jacob 29.9.1944, Betti und Roosje 4.10.1944). Das sechste und jüngste Kind von Jakob Abraham Cohen, Josef Cohen, beginnt 1929 eine Schlosserlehre in Düsseldorf. Er arbeitet dann in verschiedenen Handlangertätigkeiten. 1937 wird er nach §175 zu 10 Monaten Haft verurteilt. Danach arbeitet er zunächst in Hamburg auf der Köhlbrand Werft, dann als Heizer auf verschiedenen Elbdampfern. Im September 1939 wird er verhaftet, am 29.04.1941 wegen Gewaltverbrechen und Rassenschande zum Tode verurteilt und am 26.06.1941 hingerichtet. Sein Fall ist ein Musterbeispiel für nationalsozialistische Willkürjustiz: Widersprüchliche Aussagen über den Tathergang der Notzucht wurden nicht berücksichtigt, in den Verhörprotokollen lässt sich eine Vorverurteilung des „Judenlümmels“ deutlich erkennen, Rechtverordnungen wurden rückwirkend auf seinen Fall angewendet und die sofortige Vollstreckung trotz bestehender Zweifel im Eilverfahren durchgesetzt. |
| Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 27.01.2015) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | National Archives of Australia: https://recordsearch.naa.gov.au/SearchNRetrieve/Interface/DetailsReports/ItemDetail.aspx?Barcode=4073825&isAv=N Information des Sohnes Robert Wilhelm |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | Irmtraut Schulze-Rodenberg |
| Verlegetermin: | 27. Januar 2015 |