Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Norbert Stoppelmann

Veröffentlicht: 8. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Norbert STOPPELMANN
geboren am 27. März 1912 in Beesten Kreis Lingen

Straße: Wallstraße 18
Todesdatum: 19. Februar 1935
Todesort: Aurich
Die Familie Stoppelmann bestand aus dem Vater Gerson Stoppelmann und der Mutter Minna Stoppelmann geb. Wolff. Sie hatten zusammen zwei Söhne. Norbert Stoppelmann, der früh starb, und Siegfried Stoppelmann, der die Zeit der Judenverfolgung überlebte, weil er nach Palästina flüchten konnte.
Minna geb. Wolff wurde am 17. Januar 1887 in Aurich geboren. Ihre Eltern waren Samuel Wolff und Caroline Löwenthal (vgl. Geburtenregister, StAA Rep. 248, Nr. 943).
Ihr Ehemann Gerson Stoppelmann wurde am 13. Dezember 1883 in Schapen geboren. Er verstarb nad Nerem (vgl. http://www.bundesarchiv.de, Stand: 27.02.2013).
Das Ehepaar Stoppelmann hatte zwei Söhne. Norbert Stoppelmann wurde am 27. März 1912 in Beesten im Kreis Lingen geboren und lebte ab dem 15. August 1933 in Wildeshausen in einer Heilstätte. Er verstarb am 19. Februar 1935 in Aurich (vgl. siehe Anhang, StAA Meldekarte Nr. 2) und wurde auf dem Auricher Judenfriedhof an der Emder Straße beigesetzt. Der zweite Sohn Siegfried Stoppelmann wurde am 5. Oktober 1913 in Aurich geboren und verstarb am 31. Dezember 2002 in Bremen (vgl. Stoppelmann, 2013). Bis zum Jahr 1913 lebte die Familie Stoppelmann in Beesten im Kreis Lingen, wo auch ihr erster Sohn Norbert geboren wurde. Danach zog die Familie nach Aurich. Von 1914 bis zum Dezember 1930 lebte die Familie in der Wallstraße 18, woraus sich schließen lässt, dass das ihr Hauptwohnsitz in Aurich war. In den darauffolgenden Jahren zog die Familie öfter um. Ab dem 31. Dezember 1930 wohnte sie für drei Jahre in der Kleinen Mühlenwallstraße 7 und zog dann am 2. Februar 1933 zurück in die Wallstraße 18, wo sie wieder nur zwei Jahre wohnte (vgl. StAA Meldekarte Nr. 1). Ihr letzter Wohnsitz war vom 3. April 1935 bis zu ihrer Deportation 1940 ein Einfamilienhaus in der Wallstraße 6. Das Haus hatte zwei Schlafzimmer, eine Küche und ein Wohnzimmer (vgl. StAA Dep. 34, Nr. 143, S. 43).
Zugezogen sind die Stoppelmanns am 4. Februar 1914 aus Beesten. Sie wurden am 6. Februar 1914 in Aurich gemeldet. Jedoch wurde Siegfried Stoppelmann am 5. Oktober 1913 schon in Aurich geboren, was den Schluss zulässt, dass sie schon eher nach Aurich gezogen sind (vgl. siehe Anhang, StAA Meldekarte Nr. 1).

Wolfgang Neiweiser begleitet uns auch bei dieser Verlegung mit seiner Musik.

Ein Schüler der BBS II Aurich, Berufsfachschulklasse Bautechnik, säubert die gerade verlegten vier Stolpersteine.

Gerschon (Sohn von Siegfried Stoppelmann) und Marlies Stoppelmann waren aus Aachen zur Verlegung gekommen und stehen hier mit Neelke Lieutenant, der Rechercheurin der Familienbiographien) vor dem Haus Wallstraße 8. Später stellte sich heraus, dass Familie Stoppelmann tatsächlich im Haus Wallstraße 18 gewohnt hat, wohin die Stolpersteine inzwischen umverlegt worden sind.

 

Recherche: Neelke Lieutenant
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 17.07.2014)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich:
StAA Dep. 34, Nr. 143, Durchführung des Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden,
StAA Rep. 248, Nr. 942, Geburtenregister der jüdischen Gemeinde Aurich 1782-1845,StAA Rep. 248, Nr. 943, Geburtenregister der jüdischen Gemeinde Aurich 1844-1931StAA Rep. 248, Nr. 946, Sterberegister der jüdischen Gemeinde Aurich 1782-1844/ 1859-1863StAA Rep. 248, Nr. 947, Sterberegister der jüdischen Gemeinde Aurich 1844-1935
Internetquellen:http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html (Stand: 27.02.2013)http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-10/israel-100-jahre-kibbuz (Stand: 09.03.2013)
Literatur: Gries, Margeritha: Damals wurden Freunde plötzlich zu Feinden.

In: Weser Kurier, 3.11.1988
Gries, Margeritha: „Manche Leute spuckten und klatschten Beifall“.

In: Weser Kurier, 10.11.1998

Patenschaft: Gerschon Stoppelmann
Verlegetermin: 17. Juli 2014

 

 

 

Minna Stoppelmann geb. Wolff

Veröffentlicht: 8. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Stoppelmann, MinnaMinna STOPPELMANN geb. WOLFF
geboren am 17. Januar 1887 in Aurich

Straße: Wallstraße 18
Todesdatum: 4. Mai 1942
Todesort: Chelmno

Minna Stoppelmann

 

 

 

 

 

 

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Die Familie Stoppelmann bestand aus dem Vater Gerson Stoppelmann und der Mutter Minna Stoppelmann geb. Wolff. Sie hatten zusammen zwei Söhne. Norbert Stoppelmann, der früh starb, und Siegfried Stoppelmann, der die Zeit der Judenverfolgung überlebte, weil er nach Palästina flüchten konnte.
Minna geb. Wolff wurde am 17. Januar 1887 in Aurich geboren. Ihre Eltern waren Samuel Wolff und Caroline Löwenthal (vgl. Geburtenregister, StAA Rep. 248, Nr. 943).
Ihr Ehemann Gerson Stoppelmann wurde am 13. Dezember 1883 in Schapen geboren. Er verstarb vermutlich zusammen mit seiner Frau Minna Wolff am 4. Mai 1942 im Vernichtungslager Kulmhof in Chelmno nad Nerem (vgl. http://www.bundesarchiv.de, Stand: 27.02.2013).
Das Ehepaar Stoppelmann hatte zwei Söhne. Norbert Stoppelmann wurde am 27. März 1912 in Beesten im Kreis Lingen geboren und lebte ab dem 15. August 1933 in Wildeshausen in einer Heilstätte. Er verstarb am 19. Februar 1935 in Aurich (vgl. siehe Anhang, StAA Meldekarte Nr. 2) und wurde auf dem Auricher Judenfriedhof an der Emder Straße beigesetzt. Der zweite Sohn Siegfried Stoppelmann wurde am 5. Oktober 1913 in Aurich geboren und verstarb am 31. Dezember 2002 in Bremen (vgl. Stoppelmann, 2013). Bis zum Jahr 1913 lebte die Familie Stoppelmann in Beesten im Kreis Lingen, wo auch ihr erster Sohn Norbert geboren wurde. Danach zog die Familie nach Aurich. Von 1914 bis zum Dezember 1930 lebte die Familie in der Wallstraße 18, woraus sich schließen lässt, dass das ihr Hauptwohnsitz in Aurich war. In den darauffolgenden Jahren zog die Familie öfter um. Ab dem 31. Dezember 1930 wohnten sie für drei Jahre in der Kleinen Mühlenwallstraße 7 und zogen dann am 2. Februar 1933 zurück in die Wallstraße 18, wo sie wieder nur zwei Jahre wohnten (vgl. StAA Meldekarte Nr. 1). Ihr letzter Wohnsitz war vom 3. April 1935 bis zu ihrer Deportation 1940 ein Einfamilienhaus in der Wallstraße 6. Das Haus hatte zwei Schlafzimmer, eine Küche und ein Wohnzimmer (vgl. StAA Dep. 34, Nr. 143, S. 43).
Zugezogen sind sie am 4. Februar 1914 aus Beesten und wurden am 6. Februar 1914 in Aurich gemeldet. Jedoch wurde Siegfried Stoppelmann am 5. Oktober 1913 schon in Aurich geboren, was den Schluss zulässt, dass sie schon eher nach Aurich gezogen sind (vgl. siehe Anhang, StAA Meldekarte Nr. 1).
Gerson Stoppelmann betrieb in Aurich eine Schlachterei, die er 1935 jedoch schließen musste, weil keine Kunden mehr zu ihnen kamen zum Einkaufen (vgl. Gries, 1998). Außerdem war die Familie Stoppelmann sehr gläubig und besuchte regelmäßig den Gottesdienst in der damaligen Synagoge der Auricher Judengemeinde (vgl. Stoppelmann, 2013). Gerson Stoppelmann wurde in der Novemberpogromnacht am 9. November 1938 zusammen mit anderen Auricher Juden verhaftet und am nächsten Morgen ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Bis zum 15. Dezember 1938 war er im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Am 15. Februar 1940 mussten Minna Stoppelmann und ihr Mann Gerson Aurich verlassen und wurden zusammen nach Berlin gebracht. Am 18. Oktober 1941 kamen sie von Berlin aus nach Litzmannstadt ins Ghetto. Von dort aus wurden sie am 4. Mai 1942 nach Chelmno nad Nerem ins Vernichtungslager Kulmhof deportiert (vgl. http://www.bundesarchiv.de, 27.02.2113). Von dort sind sie nicht mehr lebend zurückgekehrt. Die letzte Nachricht, die Gerson und Minna Stoppelmann hinterließen, war „eine Art Telegramm vom Internationalen Roten Kreuz vom 6. November 1940, dass von Berlin aus nach Herzlia in Palästina gesendet wurde“ (Stoppelmann, 2013). Danach gab es kein Lebenszeichen mehr von ihnen.

Auf dem Gelände der Gedenkstätte des Vernichtungslagers Kulmhof. Fotos Günther Lübbers (2019)

Wolfgang Neiweiser begleitet uns auch bei dieser Verlegung mit seiner Musik.

Ein Schüler der BBS II Aurich, Berufsfachschulklasse Bautechnik, säubert die gerade verlegten vier Stolpersteine.

Gerschon (Sohn von Siegfried Stoppelmann) und Marlies Stoppelmann waren aus Aachen zur Verlegung gekommen und stehen hier mit Neelke Lieutenant, der Rechercheurin der Familienbiographien) vor dem Haus Wallstraße 8. Später stellte sich heraus, dass Familie Stoppelmann tatsächlich im Haus Wallstraße 18 gewohnt hat, wohin die Stolpersteine inzwischen umverlegt worden sind.

 

Recherche: Neelke Lieutenant
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 17.07.2014)
Foto:

Fotos von der Verlegung:

 Kennkarte, Staatsarchiv Aurich

Günther Lübbers

Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich:
StAA Dep. 34, Nr. 143, Durchführung des Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden,
StAA Rep. 248, Nr. 942, Geburtenregister der jüdischen Gemeinde Aurich 1782-1845,StAA Rep. 248, Nr. 943, Geburtenregister der jüdischen Gemeinde Aurich 1844-1931StAA Rep. 248, Nr. 946, Sterberegister der jüdischen Gemeinde Aurich 1782-1844/ 1859-1863StAA Rep. 248, Nr. 947, Sterberegister der jüdischen Gemeinde Aurich 1844-1935
Internetquellen:http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html (Stand: 27.02.2013)http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-10/israel-100-jahre-kibbuz (Stand: 09.03.2013)
Literatur: Gries, Margeritha: Damals wurden Freunde plötzlich zu Feinden.In: Weser Kurier, 3.11.1988
Gries, Margeritha: „Manche Leute spuckten und klatschten Beifall“.In: Weser Kurier, 10.11.1998
Patenschaft: Neelke Lieutenant
Verlegetermin: 17. Juli 2014

 

 

 

Karoline Wolff, geb. Wolff

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Karoline Wolff - SteinKaroline WOLFF, geb. Wolff
geboren am 8. Mai 1897 in Aurich

 

 

 

Straße: Leerer Landstraße 18
Todesdatum: unbekannt, am 10.05.1942 Deportation nach Lublin
Todesort: Belzyce
Wolff, Karoline, geb. Wolff, geb. 08.05.1897 in Aurich

Karoline Wolff geb. Wolff (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

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Karoline Wolff, geb. Wolff, wurde als 2. Kind von Selly Wolf und Henriette Wolff, geb. von der Walde, am 8. Mai 1897 geboren. Ihr Vater war ein in Aurich und darüber hinaus bekannter Viehhändler und Schlachter. Karoline hatte elf Geschwister, von denen nur drei den Völkermord überlebten. Für ihre Mutter und einige ihrer Geschwister wurden am 9. November 2012 Stolpersteine in Aurich in der Lilienstraße 9 verlegt.

Karoline heiratet Martin Wolff (1994-1942). Martin Wolff wurde am 24. September 1894 mit seinem Zwillingsbruder Abraham in Aurich als Kind von Wolff Abraham und Rosetta Wolff geboren. Er arbeitet im Viehhandel seines Vaters mit und führt nach dessen Tod den Betrieb weiter. Martin und Karoline Wolff haben fünf Kinder: Roesel, Hildegard, Hannelore, Wolfgang und Selly.

Im Juli 1934 zieht Martin Wolff mit seiner Familie nach Sandhorst in ein Nebengebäude von Gut  Eschen.
Der Besitzer des Gutes, Menko Dieken, hatte schon immer mit jüdischen Viehhändlern zusammengearbeitet und sieht offensichtlich auch 1934 kein Problem darin, Räume auf dem  Gut an die jüdische Familie Wolff zu vermieten.  Die Familie Wolff organisiert in den folgenden Jahren Ferienaufenthalte für jüdische Großstadtkinder aus Bremen und Berlin, die von der „Kinderlandverschickung“ der Nazis grundsätzlich ausgeschlossen sind. Dies nehmen Nazis in Aurich 1938 zum Anlass, in Zeitungsartikeln gegen „diesen skandalösen Zustand“ zu polemisieren, eine Unterschriftenliste gegen diese „Belästigung“ zu organisieren und die Schließung des „Kinderheims“ sowie die Kündigung der Familie Wolff zu erzwingen. Am 27.09.1938 müssen Martin und Karoline Wolff mit ihren Kindern Hannelore, Wolfgang und Selly Gut Eschen verlassen und ziehen nach Aurich in die Marktstraße 4.

Auf Betreiben des Kreisbauernführers Trauernicht strengt der Landesbauernführer einen Prozess zur Aberkennung der „Bauernfähigkeit“ des Menko Dieken an. Dieser Prozess geht schließlich vor das Landeserbhofgericht in Celle, zieht sich über 2 ½ Jahre hin und endet zum Glück für Menko Dieken mit der Einstellung des Verfahrens.

Am 10.10.1939 werden Martin Wolff mit Frau Karoline und Söhnen Wolfgang und Selly auf der Liste der im Kreis Aurich und Stadt Aurich gemeldeten Juden aufgeführt. Auch nach den traumatischen Erlebnissen des Terrors in der Reichspogromnacht bleibt die Familie in Aurich. Martin Wolff wird – vermutlich aufgrund seiner Kriegsverletzung  –  nicht wie die meisten jüdischen Männer nach der Pogromnacht in Sachsenhausen inhaftiert.

In der Zeit des zunehmenden Naziterrors gegen die jüdische Bevölkerung wird die Familie auseinandergerissen. Ihre beiden älteren Töchter Rösel und Hildegard können nach England bzw. Palästina auswandern. Hannelore, ihr 3. Kind, geht nach Berlin in eine jüdische Schule für Kindergärtnerinnen; die beiden Jungen Wolfgang und Sally werden nach Köln in ein jüdisches Kinderheim geschickt.

Karoline muss im Februar 1940 Aurich verlassen und zieht mit ihrem Mann und ihrer Mutter nach Weimar, zunächst in die Kaiserin Augusta Straße 57. Später wohnt sie  bei ihrer Schwester Ilse Gutmann. Ihr Mann Martin wird verhaftet, in das KZ Buchenwald verschleppt und am 23.März 1942 in Bernburg ermordet.
Als Karoline in Weimar den Deportationsbefehl erhält, reist ihre Tochter Hannelore aus Berlin zu ihrer Mutter. Am 10. Mai 1942 muss sich Karoline mit ihren Kindern Hannelore, Wolfgang und Selly  in der Viehauktionshalle von Weimar zur „Abfertigung“ einfinden – eine erniedrigende Prozedur.
Am 12.05.1942 erreicht der Zug Lublin mit 1.002 Deportierten.  Karoline lebt zunächst mit ihren Kindern im dortigen Ghetto und wird später nach Auflösung des Ghettos in Belzyce ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Die Tochter Hannelore kann den Völkermord überleben, da sie auf Schindlers Liste gesetzt wird. Die Söhne Wolfgang und Selly werden ermordet.

Gunter Demnig mit Schülern und Lehrer Friedhelm Veith von der Berufsfachschulklasse Bautechnik der BBS Aurich II. Hans-Jürgen Westermayer verliest eine Biographie.

Das Haus Leerer Landstraße 18

Jörg Peter mit einem Foto von Wolfgang und Selly Wolff.

Verlesung weiterer Biographien

Fotos von der Stolpersteinverlegung: Günther Lübbers

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:

 

– Karoline und Martin Wolff
– Gut Eschen ca. 1930
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur: Laura Hillman, „I Will Plant You a Lilac Tree: A Memoir of a Schindler’s List Survivor“ (2006). Die Übersetzung erschien im Jahre 2019 im Eckhaus Verlag Weimar unter dem Titel „Ich pflanze einen Flieder für dich“ (ISBN 978-3-945294-31-4)
Patenschaft: Prof. Dr. Helga de Wall
Verlegetermin: 21. Februar 2013
Gut Eschen 3 Foto C. Dieken 1929

Gut Eschen 1929 (Foto C. Dieken)

 

Foto: Laura Hillman, I Will Plant You a Lilac Tree (2006), S. 216

Werner Wolff

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Werner Wolff - SteinWerner WOLFF,
geboren am 12. November 1924 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 13. Februar 1945 (nicht gesichert)
Todesort: Buchenwald (nicht gesichert)
 

Werner Wolff war der mittlere von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb 1899). Werners Brüder waren Adolf (geb. 1920), Siegbert (1922), Louis (1929) und Ewald (1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.7.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.1.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.9.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder in Auschwitz. Allerdings liegt in der Gedenkstätte Yad Vashem  eine „Page of Testimony“ für Werner vor. Dort schreibt Hilda P.Stern, Werner sei am 28.9.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert worden. Das Todesdatum für Werner ist in einigen Quellen mit dem 13.02.1945 angegeben. Sollte Werner in Auschwitz ermordet worden sein, so ist dieses Datum zweifelhaft. Denn Auschwitz wurde bereits am 27.01.1945 von sowjetischen Truppen befreit.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

 

 

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)

Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Norbert Eilers
Verlegetermin: 21. Februar 2013

Siegbert Wolff

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Siegbert Wolff - SteinSiegbert WOLFF,
geboren am 25. Dezember 1922 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 1944 (nicht gesichert)
Todesort: Auschwitz
Siegbert Wolff war der zweitälteste von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb. 1899). Siegberts Brüder waren Adolf (geb. 1920), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt.

Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.07.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder, also auch Siegbert, in Auschwitz. Das Todesdatum für Siegbert kann in den Quellen nicht genau ermittelt werden. Gesichert ist, dass er am 4.9.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde, dort verliert sich seine Spur 1944.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

 

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)

Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers

 

Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Bündnis 90/Die Grünen, OV Aurich
Verlegetermin: 21. Februar 2013

Louis WOLFF

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Louis Wolff - SteinLouis WOLFF,
geboren am 26. März 1929 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 28. Februar 1945 (nicht gesichert)
Todesort: Auschwitz
 

Louis Wolff war einer von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb 1899). Louis‘ Brüder waren Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28. Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus. Louis und Ewald gingen in Haren zur Tuindorpschool, bis sie als Juden dort nicht mehr zur Schule gehen durften.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.07.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert.

Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder, also auch Louis, in Auschwitz.

Das Todesdatum für Louis wird mit dem 28.02.1945 angegeben. Dieses Datum ist jedoch nicht gesichert, da Auschwitz bereits am 27.01.1945 von sowjetischen Truppen befreit wurde. Gesichert ist jedoch, dass Louis am 4.10.1944 zusammen mit seiner Mutter Jeanette und seinem jüngsten Bruder Ewald von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

 

 

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)

Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Ralf-Martin Marksfeldt
Verlegetermin: 21. Februar 2013

Jeanette WOLFF

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Janette Wolff - SteinJeanette WOLFF, geb. Wolff
geboren am 18. Juli 1899 in Mittegroßefehn

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 1944 (verschollen)
Todesort: Auschwitz
Jeanette Wolff, geboren am 18.07.1899 als Tochter von David und Martha Wolff in Mittegroßefehn, heiratete in Aurich am 1.03.1920 den Schlachter und Viehzüchter Hermann Wolff.

Hermann und Jeanette Wolff bekamen fünf Söhne: Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.07.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder in Auschwitz. Das Todesdatum für Jeanette kann in den Quellen nicht genau ermittelt werden. Gesichert ist, dass sie am 4.10.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde, dort verliert sich ihre Spur 1944.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich:
Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203Bundesarchiv:
Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945(www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)Informationszentrum Westerbork:
Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin
Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Patenschaft: Familie Polenz-Schohaus
Verlegetermin: 21. Februar 2013

Hermann WOLFF

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Hermann Wolff - SteinHerrmann WOLFF
geboren am 29. Oktober 1893 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 27. Januar 1945
Todesort: Buchenwald (nicht gesichert)
Hermann Wolff, am 29.10.1893 in Aurich geboren, in den Akten auch mit den Vornamen Georg Samuel und Herz Samuel geführt, arbeitete als Viehhändler und Schlachter.

Seine Frau Jeanette, geboren als Jeanette Wolff, stammte aus Mittegroßefehn. Die beiden heirateten in Aurich am 1.03.1920. Hermann und Jeanette Wolff bekamen fünf Söhne: Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Er wurde dort bereits seit dem 21. April 1933 in den Unterlagen der Stadt Haren bei Groningen als Einwohner geführt. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug seiner restlichen Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.7.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod. Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, die übrigen Familienmitglieder in Auschwitz. Als Todesdatum wird in den Quellen für Hermann Wolff der 27.01.1945 angegeben.

Gunter Demnig bei seiner Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Fotos von der Verlegung: Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat.

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Ulrike und Gerald Fiene
Verlegetermin: 21. Februar 2013

Ewald Wolff

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Ewald WOLFF,
geboren am 6. Oktober 1931 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 6. Oktober 1944
Todesort: Auschwitz
Ewald Wolff war der jüngste von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb 1899). Ewalds Brüder waren Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924) und Louis (*1929). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28. Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus. Louis und Ewald gingen in Haren zur Tuindorpschool, bis sie als Juden dort nicht mehr zur Schule gehen durften.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen.

Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.07.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert.

Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder Louis wurde Ewald am 4.10.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz weiterdeportiert. Der anderen Mitglieder seiner Familie hatten bereits mit einem Transport einen Monat vorher Theresienstadt verlassen. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Auschwitz wurde Ewald ermordet.

Gunter Demnig bei der Arbeit

Brigitte Weber legt, beobachtet von Schülerinnen und Schülern der IGS Aurich-Ost, weiße Rosen nieder.

 

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:  Klassenfoto von 1938, Stolpersteinverlegungsfotos Günther Lübbers
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Der Familie Wolff wird auch auf einer Gedenktafel in der Gemeinde Haren / NL gedacht sowie in dem Buch „Van kwaad tot onvoorstelbaar erger“ von Wil Legemaat

https://www.tracesofwar.nl/sights/24418/Oorlogsmonument-NH-Kerk.htm

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Helene Kötting
Verlegetermin: 21. Februar 2013

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Adolf WOLFF
geboren am 18. Oktober 1920 in Aurich

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 28. Februar 1945 (nicht gesichert)
Todesort: Auschwitz
Adolf Wolff war der älteste von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb. 1899). Adolf hatte vier jüngere Brüder: Siegbert (*1922), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.7.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder in Auschwitz. Das Todesdatum für Adolf Wolff wird in einigen Quellen als der 28.02.1945 benannt. Dieses Datum ist nicht gesichert, denn bereits am 27.01.1945 wurde Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Sicher scheint jedoch, dass Adolf in Auschwitz umkam.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv:  Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

 

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Bündnis 90/Die Grünen, OV Aurich
Verlegetermin: 21. Februar 2013