Lazarus Louis HOFFMANN
geboren am 14. Februar 1877 in Aurich
Lazarus Louis HOFFMANN
geboren am 14. Februar 1877 in Aurich
Dr. Manfred Louis HOFFMANN
geboren am 20. Oktober 1907 in Aurich
| Straße: | Wallstraße 20 |
| Todesdatum: | Überlebt, Flucht in die USA 1939 |
| Todesort: | |
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Manfred ist das erste Kind der Familie Louis Lazarus und Lina Hoffmann. Er hat noch einen jüngeren Bruder Harri. Sein Vater Louis Lazarus betreibt mit seinem Sohn Harri und Lazarus’ Bruder Jakob Zwi eine Tischlerei und einen Möbelhandel. Manfred macht 1926 sein Abitur am Ulricianum als Jahrgangsbester, studiert Medizin und lebt mehrfach in Köln und Hamburg. Am 14.01.1938 heiratet er Rosi Ronsheim aus Abterode bei Eschwege in Nordhessen. Er hat seine Praxis und Wohnhaus in der Wallstraße 24. Am 30. September 1938 verliert er per 4. Verordnung zum Reichsbürgergesetz seine Approbation. Er darf sich nicht mehr Arzt, sondern nur noch Krankenbehandler nennen. Zuvor verliert er in Aurich schon viele nichtjüdische Patienten, die ihn aus Angst vor Denunziation nicht mehr aufsuchen. Er muss deshalb weite Fahrten in Ostfriesland und bis ins Emsland unternehmen, um seine jüdischen Patienten aufzusuchen.Widerruflich wird ihm am 11.11.1938 auf Vorschlag der Reichsärztekammer §2 der 4. VO zum Reichsbürgergesetz gestattet, den ärztlichen Beruf mit Auflagen auszuüben: • Sie dürfen sich nicht als Arzt oder ä. Sanitätsrat bezeichnen. • Sie haben ein Schild zu führen das auf blauem Grund einen gelben Kreis mit blauem Davidstern zeigt. Dieses Zeichen auf Rezepten, Briefbogen usw. zu führen. Zu vermerken ist: zur ärztlichen Behandlung ausschließlich von Juden berechtigt. • Sie dürfen keine Krankheitserreger züchten, Impfstoffe oder Sera herstellen und syphilis-diagnostische Blutuntersuchungen vornehmen. Zuvor in der Reichspogromnacht stürmen SA-Leute seine Wohnung und zerstören sämtliche Praxisgegenstände, Türen und Fenster. Sie entwenden ihm sein Auto, ein Fahrrad und einen Photoapparat im Wert von insgesamt 1.800 RM. 500 RM in bar werden beschlagnahmt. Zuvor schlägt eine Pistolenkugel über dem Bett seiner Frau in die Wand. Manfred wird mit vielen anderen und seinem Bruder festgenommen und in das KZ Sachsenhausen gebracht (wie sein Cousin Werner). Erst nach vielen Wochen wird er entlassen. Wahrscheinlich körperlich und seelisch schwer misshandelt und geschädigt – so die Schilderung seines mitinhaftierten Cousins. Die Familie wandert am 9.03.1939 von Hamburg mit seinen Eltern, Bruder, Schwägerin und deren Eltern, nach Amerika aus. Er wohnt mit seiner Familie in Chicago. 1942 wird Sohn Howard geboren. Es müssen schwere und wirtschaftlich enge Jahre gewesen sein. Wohnung und Praxis waren über einem Laden in der Devon Avenue, einer stark befahrenen Ausfallstraße. Alle schlafen in einem Raum. Wohnzimmer und Praxis-/ Patientenempfang sind ein Raum. Zusätzlich lebt sein Vater, in Amerika Witwer geworden, in seiner Familie.
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| Recherche: Jörg Peter Eingabe: Hans Jürgen Westermayer(Stand 3.01.2018) |
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| Foto: | Bildnachweis Bild 2, 3 – Carol Kain |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | – Staatsarchiv Aurich: Rep. 20 Nr. 743 – Meldeblätter – Kennkarten – Korrespondenz mit Nachkommen |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | Sparkasse Aurich-Norden |
| Verlegetermin: | 23. Oktober 2017 |
Samuel Semmi HOFFMANN
geboren am 3. Mai 1888 in Aurich
| Straße: | Fockenbollwerkstr. 7 |
| Todesdatum: | 4. Mai 1944 |
| Todesort: | Auschwitz |
| Semmi Hoffmann wird am 3. Mai 1888 als jüngstes von fünf Kindern seiner Eltern Zwi Aron Hoffmann (*11.06.1839 Aurich +17.11.1930 Aurich) und Susanne Sätje Moses Leers (*4.07.1845 Aurich +23.02.1931 Aurich geboren. Drei seiner Geschwister (Gelli *28.09.1882, Marianne *2.02.1884 und Moses *12.03.1886) sterben schon bald nach der Geburt. Nur seine Schwester Gelli Gertrud (*21.01.1885 Aurich) erreicht das Erwachsenenalter. Semmi Hoffmann hat noch vier Stiefbrüder (Aron Zwi *7.07.1875., David Hoffmann *24.02.1877 +1942 Minsk – Stolperstein Wallstr. 28 -, *Lazarus 14.02.1879 +April 1966 Milwaukee, Jacob Zwi am 21.03.1881 +19.01.1935) aus der ersten Ehe seines Vaters mit Caroline Jakob deVries, die bei der Geburt des 4. Sohnes verstarb. Seine Schwester Gelli Gertrud Zwi Hoffmann (*21.02.1885 Aurich +29.03.1983 Baton Rouge, USA) heiratet Karl Gidanski und kann mit ihrer Familie rechtzeitig vor dem Völkermord – zunächst im Januar 1939 zu ihrem Bruder Semmi nach Luxemburg, dann über Hamburg in die USA – fliehen. Semmi Hoffmann zieht aus Aurich nach Luxemburg (Datum unbekannt). Er heiratet Rosalie Kahn (*26.06.1893 Everlange, Luxemburg) und hat mit ihr eine Tochter Marcelle. In Luxemburg wohnt er in der Rue Goethe 11. Dort besucht ihn 1939 seine Schwester Gelli/Gertrud Gidanski mit ihrer Familie bevor sie in die USA emigrieren. Am 10. Mai 1940 zieht Semmi Hoffmann nach Eymoutier, Haute Vienne, Frankreich. Er wird später in dem Lager Drancy interniert und am 29. April 1944 nach Auschwitz deportiert. Am 1. Mai trifft der Transport mit 1.004 Personen in Auschwitz ein. 91 Frauen und 48 Männer als Häftlinge übernommen, 865 werden nach ihrer Ankunft ermordet. Das genaue Schicksal von Semmi Hoffmann kennen wir nicht. Semmis Tochter Marcelle überlebt den Völkermord. Sie heiratet einen Herr Cerf und hat mit ihm ein Kind. Die Tochter von Semmis Schwester Gertrud, Merri Knurr, besuchte mit ihrer Tochter im Jahr 1992 ihre Cousine Marcelle Cerf in Metz und nahm im selben Jahr an der Begegnungswoche in Aurich teil. Für Gelli Gertrude Hoffmann verh. Gidanski wurde am 23.10.2017 am Marktplatz 31 in Aurich ein Stolperstein verlegt. |
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| Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 17.01.2023) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Gedenkbuch Bundesarchiv
Transport ab Drancy: http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/dokumente/auschwitz-teil-6-januar—juni-1944.html |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | |
| Verlegetermin: | Für Semmi Hoffmann wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da er schon frühzeitig Aurich verließ, um in Luxemburg zu wohnen. |
Ida WOLFFS geb. DANNENBERG
geboren am 9. Mai 1875 in Felsberg
| Straße: | Zuletzt wohnhaft in Leer |
| Todesdatum: | 8. September 1942 |
| Todesort: | Riga |
| Ida Dannenberg wird am 9. Mai 1875 in Felsberg Kreis Melsungen in Hessen, ca. 20 km südlich von Kasssel, geboren. Sie ist das 14. von 16 Kindern ihrer Eltern Levi Leib Dannenberg (24.08.1825 Altenburg über Felsberg – 09.07.1887) und Rebekka Levi (27.09.1837 Ungedanken – 1904), die am 28.05.1857 geheiratet hatten. In Felsberg bestand eine jüdische Gemeinde seit dem 18. Jahrhundert. Idas Bruder Susmann Dannenberg (*25.05.1868 +13.07.1932 Felsberg) unterrichtete viele Jahre an der jüdischen Volksschule des Ortes.Ida Dannenberg heiratet am 9.05.1909 in Kassel den Auricher Schlachter und Viehhändler Joseph Wolffs. Joseph Wolffs wird am 16. März 1880 in Aurich geboren. Er ist das sechste von sieben Kindern der Eheleute Wolff Benjamin Abraham Wolffs (9.11.1839 Aurich – 26.12.1912 Aurich) und Gelli Cosmann Wolffs geb. Hoffmann (16.06.1843 Aurich – 19.02.1884 Aurich). Joseph war noch nicht 4 Jahre alt; als seine Mutter starb, sein Vater hat danach noch einmal geheiratet (Fanny Wolffs 1856-1934). Ida und Joseph Wolffs wohnen zunächst in Aurich in der Lilienstraße 12 bei Familie Abraham Levy Wolff. Hier werden ihre Kinder Werner (*12.03.1911) und Ruth (*13.06.1912) geboren. Im Jahr 1914 zieht die Familie in die Große Mühlenwall Str. 13 und wohnt dort 12 Jahre lang. Ihre Tochter Ruth besucht die „Höhere Töchter Schule“ in Aurich. Am 9.03.1926 zieht die Familie nach Wittmund. Sie ist dort am 15.03.1926 gemeldet. Sohn Werner verbleibt noch bis 1929 in Aurich und zieht dann nach Frankfurt am Main. Von Wittmund aus ziehen Joseph und Ida Wolffs mit ihrer Tochter Ruth am 1.04.1929 nach Leer in die Heisfelder Straße 44 – wohl auch, weil es in Wittmund keine geeignete Schule für ihre Tochter gab. An allen Orten ist Joseph in der Synagoge als Vorbeter/Vorsänger tätig. In Leer wohnt er als Synagogendiener gleich bei der Synagoge. Die Enkeltochter berichtet: „Die Familie war ziemlich streng religiös, und mein Vater (Werner) konnte aus seiner Kindheit noch alle Melodien, die man damals dort gesungen hat, auswendig.“ Ihre Tochter Ruth betätigt sich auch in Leer als erfolgreiche Turnerin und gewinnt verschiedene Wettbewerbe. Im August 1933 emigriert Ruth nach Groningen in die Niederlande, wohnt dort bei Familie Moritz Gerzon in der Jozef Israelstraat 44 (Lt. Meldekarte 18.12.1933) und verdient ihren Lebensunterhalt als Näherin. Als hervorragende Sportlerin wird sie im April 1935 zur Makkabiade nach Palästina geschickt. Ihr Bruder Werner veranlasst sie dort zu bleiben, was ihr das Leben rettete. Diese Makkabiade war für viele Sportler aus Europa eine Gelegenheit, in Palästina zu bleiben. Ruth musst eine Scheinehe (für 4 Jahre) mit einem Araber eingehen, damit sie nicht von den britischen Behörden ausgewiesen wird. Joseph und Ida Wolffs müssen die Reichspogromnacht 9./10.11.1938 in Leer erleben. Dort erhielt das Einsatzkommando in Leer gegen drei Uhr nachts von Bürgermeister Erich Drescher genaue Instruktionen, die besagten, dass das Synagogengebäude an der Heisfelderstraße in Brand gesetzt und dabei auch die Wohnung des Synagogendieners „ausgeräuchert“ werden sollte. Außerdem wurde die SA angewiesen, die Schaufenster aller noch vorhandenen jüdischen Geschäfte zu demolieren. An der Synagoge angekommen, wurden zunächst die Wolffs‘schen Möbel aus der Wohnung nach draußen geschafft. Der Kantor der jüdischen Gemeinde Joseph Wolffs und seine Frau Ida wurden rüde aus dem Schlaf gerissen. In Nachtkleidung mussten sie mit ansehen, wie der Bürgermeister Maßnahmen in die Wege leitete, ihr Mobiliar zu verladen und für Absperrungsmaßnahmen Sorge trug, wodurch er erst die Voraussetzungen für die Brandstiftung schaffte. Anschließend wurden die jüdischen Bürger in der Viehhofanlage auf der Nesse zusammengetrieben (vgl. Darstellung s. Link unten). Aus Leer wurden 56 Männer in das KZ Sachsenhausen verbracht, darunter auch Joseph Wolffs. Er kam am 15.12.1938 als gebrochener Mann nach Leer zurück. Als alle Juden Ostfriesland bis zum 1.04.1940 verlassen müssen, ziehen Joseph und Ida Wolffs nach Berlin (C2, Neue Königstraße 42, heute Otto-Braun-Straße). Von dort werden sie am 31. August 1942 ab Berlin-Moabit in das Ghetto Riga deportiert (Nr. 34 und 35 auf der Transportliste, s.u.) und kamen am 3. September 1942 in Riga an. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie gleich nach der Ankunft ermordet. (Im Gedenkbuch Bundesarchiv findet sich der 5.09.1942 als Transportbeginn und der 8. September als Tag der Ankunft in Riga.) Ihre Kinder konnten dem Völkermord durch Flucht nach Israel entkommen. Die Kinder Werner (dort neuer Name: Benjamin Seewi – 12.03.1911 Aurich – 27.07.1995 Jerusalem) und Ruth (13.06.1912 Aurich – 8.05.1996 Jerusalem), verheiratet mit Arnold Rund (*1906 Berlin), nahmen an der Begegnungswoche 1992 in Aurich teil, Ruth mit Sohn Emanuel. Werners war seit 1964 mit Eleonore Wolffs, später: Liora Seewi geb. Kraus – 15.03.1926 Augsburg – 3.01.2018 Jerusalem) verheiratet. Ihre Tochter Ada (*10.02.1965 Duisburg) lebt in Jerusalem. Sie ist verheiratet und hat 4 Kinder. Ihre Tochter Schulamith (*1.08.1967 Duisburg) wohnt in Ramat Gan, Israel. Sie ist verheiratet und hat 2 Kinder. Zu den Geschwistern von Ida Wolffs geb. Dannenberg: Zu den Geschwistern von Joseph Wolffs: Sein ältester Bruder Abraham 28.03.1868) zog aus Aurich nach Stettin. Er wurde am 12.02.1940 in das Ghetto Glusk deportiert. Dort verliert sich seine Spur. Für Clara Wolff geb. Wolffs wurde am 24.06.21 ein Stolperstein in der Osterstraße 25 verlegt. Für Joseph und Ida Wolffs wurden am 5.02.2023 Stolpersteine in Leer verlegt. |
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| Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 27.01.2023) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Gedenkbuch Bundesarchiv Meldekarte Aurich Meldebuch WittmundDatenbank: https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I4288&nachname=Dannenberg&lang=de Datenbank: https://www.geni.com/people/Ida-Wolffs/6000000009215218624 Pogromnacht Leer: https://pogrome1938-niedersachsen.de/leer/ Juden im Sport während des Nationalsozialismus (eBook, PDF) Ein historisches Handbuch für Niedersachsen und Bremen
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| Literatur: | Dr. Dieter Vaupel, „Etwas Schaden ist wohl bei den meisten Juden eingetreten“ – Jüdisches Leben in Felsberg: Integration – Verfolgung –Erinnerung. 2020 (ISBN 978-3-7410-0270-0)
Dieter Vaupel: Flucht oder Vernichtung. Stolpersteine zur Erinnerung an die Felsberger Familie Dannenberg/Deutsch. 2019 (ISBN 978-374-851-9096) |
| Patenschaft: | |
| Verlegetermin: | Für Joseph Wolffs wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da er bereits 1926 Aurich verließ. |
Joseph WOLFFS
geboren am 16. März 1880 in Aurich
| Straße: | Zuletzt wohnhaft in Leer |
| Todesdatum: | 8. September 1942 |
| Todesort: | Riga |
| Joseph Wolffs wird am 16. März 1880 in Aurich geboren. Er ist das sechste von sieben Kindern der Eheleute Wolff Benjamin Abraham Wolffs (9.11.1839 Aurich – 26.12.1912 Aurich) und Gelli Cosmann Wolffs geb. Hoffmann (16.06.1843 Aurich – 19.02.1884 Aurich). Joseph war noch nicht 4 Jahre alt; als seine Mutter starb, sein Vater hat danach noch einmal geheiratet (Fanny Wolffs 1856-1934).
Joseph arbeitet wie sein Vater als Schlachter und Viehhändler. Er heiratet am 9.05.1909 in Kassel Ida Dannenberg (*9.05.1875 Felsberg Krs. Melsungen). Das Paar wohnt zunächst in Aurich in der Lilienstraße 12 bei Familie Abraham Levy Wolff. Hier werden ihre Kinder Werner (*12.03.1911) und Ruth (*13.06.1912) geboren. Im Jahr 1914 zieht die Familie in die Große Mühlenwall Str. 13 und wohnt dort 12 Jahre lang. Ihre Tochter Ruth besucht die „Höhere Töchter Schule“ in Aurich. Am 9.03.1926 zieht die Familie nach Wittmund. Sohn Werner verbleibt noch bis 1929 in Aurich und zieht dann nach Frankfurt am Main. Von Wittmund aus ziehen Joseph und Ida Wolffs mit ihrer Tochter Ruth am 1.04.1929 nach Leer in die Heisfelder Straße 44 – wohl auch, weil es in Wittmund keine geeignete Schule für ihre Tochter gab. An allen Orten ist Joseph in der Synagoge als Vorbeter/Vorsänger tätig. In Leer wohnt er als Synagogendiener gleich bei der Synagoge. Die Enkeltochter berichtet: „Die Familie war ziemlich streng religiös, und mein Vater (Werner) konnte aus seiner Kindheit noch alle Melodien, die man damals dort gesungen hat, auswendig.“ Ihre Tochter Ruth betätigt sich auch in Leer als erfolgreiche Turnerin und gewinnt verschiedene Wettbewerbe. Im August 1933 emigriert Ruth nach Groningen in die Niederlande, wohnt dort bei Familie Moritz Gerzon in der Jozef Israelstraat 44 (Lt. Meldekarte 18.12.1933) und verdient ihren Lebensunterhalt als Näherin. Als hervorragende Sportlerin wird sie im April 1935 zur Makkabiade nach Palästina geschickt. Ihr Bruder Werner veranlasst sie dort zu bleiben, was ihr das Leben rettete. Diese Makkabiade war für viele Sportler aus Europa eine Gelegenheit, in Palästina zu bleiben. Ruth musst eine Scheinehe (für 4 Jahre) mit einem Araber eingehen, damit sie nicht von den britischen Behörden ausgewiesen wird. Joseph und Ida Wolffs müssen die Reichspogromnacht 9./10.11.1938 in Leer erleben. Dort erhielt das Einsatzkommando gegen drei Uhr nachts von Bürgermeister Erich Drescher genaue Instruktionen, die besagten, dass das Synagogengebäude an der Heisfelderstraße in Brand gesetzt und dabei auch die Wohnung des Synagogendieners „ausgeräuchert“ werden sollte. Außerdem wurde die SA angewiesen, die Schaufenster aller noch vorhandenen jüdischen Geschäfte zu demolieren. An der Synagoge angekommen, wurden zunächst die Wolffs‘schen Möbel aus der Wohnung nach draußen geschafft. Der Kantor der jüdischen Gemeinde Joseph Wolffs und seine Frau Ida wurden rüde aus dem Schlaf gerissen. In Nachtkleidung mussten sie mit ansehen, wie der Bürgermeister Maßnahmen in die Wege leitete, ihr Mobiliar zu verladen und für Absperrungsmaßnahmen Sorge trug, wodurch er erst die Voraussetzungen für die Brandstiftung schaffte. Anschließend wurden die jüdischen Bürger in der Viehhofanlage auf der Nesse zusammengetrieben (vgl. Darstellung s. Link unten). Aus Leer wurden 56 Männer in das KZ Sachsenhausen verbracht, darunter auch Joseph Wolffs. Er kam am 15.12.1938 als gebrochener Mann nach Leer zurück. Als alle Juden Ostfriesland bis zum 1.04.1940 verlassen müssen, ziehen Joseph und Ida Wolffs nach Berlin (C2, Neue Königstraße 42, heute Otto-Braun-Straße). Ihre Kinder konnten dem Völkermord durch Flucht nach Israel entkommen. Die Kinder Werner (dort neuer Name: Benjamin Seewi – 12.03.1911 Aurich – 27.07.1995 Jerusalem) und Ruth (13.06.1912 Aurich – 8.05.1996 Jerusalem), verheiratet mit Arnold Rund (*1906 Berlin), nahmen an der Begegnungswoche 1992 in Aurich teil, Ruth mit Sohn Emanuel. Zu den Geschwistern von Joseph Wolffs: Sein ältester Bruder Abraham 28.03.1868) zog aus Aurich nach Stettin. Er wurde am 12.02.1940 in das Ghetto Glusk deportiert. Dort verliert sich seine Spur. Für Clara Wolff geb. Wolffs wurde am 24.06.21 ein Stolperstein in der Osterstraße 25 verlegt. Für Joseph und Ida Wolffs wurden am 5.02.2023 Stolpersteine in Leer verlegt. |
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| Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 27.01.2023) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Gedenkbuch Bundesarchiv Meldekarte Aurich, NLA AurichDatenbank: https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I8069&lang=de Pogromnacht Leer: https://pogrome1938-niedersachsen.de/leer/
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| Literatur: |
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| Patenschaft: | |
| Verlegetermin: | Für Joseph Wolffs wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da er bereits 1926 Aurich verließ. |
Wilhelmine „Helmi“ WOLFFS geb. NATHANS
geboren am 12. August 1907 in Dortmund (Dorstfeld)
| Straße: | Wohnte seit Anfang der 1930er Jahre in den Niederlanden |
| Todesdatum: | 11. Juni 1943 |
| Todesort: | Sobibor, Vernichtungslager |
| Wilhelmine Nathans wird am 12. August 1907 in Dortmund geboren.
Wilhelmine heiratet am 1.04.1936 in Amsterdam Ludwig Meyer Wolffs (*21.06.1904 Großefehn). Ludwig Wolffs‘ Vater Meyer Zwi Wolffs wird am 2.11.1870 als Sohn des Schlachters und Viehhändlers Zwy Jacob Wolffs und Süsje Meyer Hoffmann in Aurich geboren. In der ersten Lebenshälfte wohnt er in Ostgroßefehn, wohin vermutlich verwandtschaftliche Beziehungen bestehen. Er ist von Beruf Viehhändler wie sein Vater. Er heiratet die neun Jahre jüngere Helene Cohen aus Emden. Fünf von insgesamt acht Kindern werden in Großefehn geboren: 1900: Hanna Wolffs, 1901: Käthe Wolffs, 1903: Hermann Wolffs, 1904: Ludwig Wolffs und 1907: Elsa Wolffs. Im Jahr 1907 zieht die Familie nach Aurich in den Lüchtenburger Weg Nr. 8, wo 1913, 16 und 18 die drei jüngsten Kinder Edith, Jakob und Grete geboren werden. Am 15.09.1934 sind Ludwig und Wilhelmine Wolffs in Amsterdam, Moddermolensteeg 2 als Einwohner eingetragen. Ludwig betreibt dort einen kleinen Lebensmittel- und Milchladen. Am 9.11.1937 wird dort ihr Sohn Maurits Simon Wolffs geboren, am 7.01.1941 ihr Sohn Jacques Wolffs. Es existiert noch eine mit Schreibmaschine geschriebene Meldung von Ende Juli 1941 (hier übersetzt aus dem Niederländischen): Zu diesem Zeitpunkt muss Ludwig Wolffs also noch seinen Laden betrieben haben, allerdings schon mit dem von den Nazis aufgezwungenen Vornamen „Israel“. Die Familie wird am 26.05.1943 im Lager Westerbork interniert, am 8. Juni 1943 von dort in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort nach ihrer Ankunft ermordet. Als Todesdatum gilt der 11. Juni 1943. Ludwigs Eltern und seine Geschwister Käthe, Jakob und Grete können rechtzeitig in die USA fliehen, sein Bruder Hermann nach Argentinien. So können sie dem Völkermord entgehen. Für Ludwigs Eltern Meyer Zwi und Helene Wolffs sowie für die Geschwister Hermann, Jakob und Grete wurden am 21.10.2016 Stolperstein in Aurich im Lüchtenburger Weg 8 verlegt. |
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| Recherche: und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 30.01.2023) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Meldekarte Amsterdam, Kamp Westerbork Datenbank: https://www.joodsmonument.nl/nl/page/189476/ludwig-meijer-wolffsBiographie von Ludwigs Bruder Hermann Wolffs: https://stolpersteineaurich.wordpress.com/2010/01/30/hermann-wolffs/ |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | |
| Verlegetermin: | Für Wilhelmine Wolffs geb. Nathans wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da ein Aufenthalt in Aurichnicht nachweisbar ist. |
Amalie Melach van der WYK geb. WOLFFS
geboren am 25. Juli 1881 in Aurich
| Straße: | Wohnhaft in Emden |
| Todesdatum: | Deportation Warschau Ghetto am 31. März 1942 |
| Todesort: | Warschau Ghetto |
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Amalie Wolffs wird am 25. Juli 1881 in Aurich geboren. Sie ist das sechste von zehn Kindern ihrer Eltern Melach Elimelech Wolffs (19.08.1841 Aurich – 24.06.1923 Aurich) und Zerle Wolffs, geborene Wallheimer (4.02.1845 Aurich – 18.10.1909 Aurich).
Zur Zeit ihrer Heirat mit dem Schlachter Sigmund van der Wyk wohnte sie in der Hofstraße. Die Ehe blieb kinderlos. Nach der Verheiratung wohnte das Paar zunächst in Petkum, um 1921 in der Neue Straße 50 (Friedrich-Ebert-Straße) ihr Schlachtergeschäft zu eröffnen. Für Amalie Melach van der Wyk und ihren Ehemann Sigmund van der Wyk wurden Stolpersteine in Emden, Am Gasthof 5 (gegenüber) verlegt. Zwei Geschwister von Amalie van der Wyk verstarben schon 1917 (Levie Melach Wolffs 26.06.1886 – 16.04.1917 Frankreich) bzw. 1920 (Simon Melach Wolffs (25.05.1891 – 21.10.1920 Aurich), eine Schwester (Eva Gradenwitz geb. Wolffs 17.10.1874 – 28.01.1968 Harrow, GB) konnte rechtzeitig nach England fliehen. Die anderen sechs Geschwister wurden Opfer des Völkermordes. Bertha Melach de Vries (10.02.1885 – 6.03.1943 Auschwitz) und Hannchen Melach Nordheim (15.04.1889 – 25.01.1942 Riga) wurden Opfer der Shoa, ebenso wie die vier Geschwister von Amalie Melach für die Stolpersteine in Aurich verlegt wurden: |
| Recherche: Dr. Rolf Uphoff (Emden) Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 22.01.2023) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Gedenkbuch Bundesarchiv
Datenbank: https://www.geni.com/people/Amalie-Melach-van-der-Wyk/6000000027523789938 Stolpersteine Emden: https://www.emden.de/fileadmin/media/stadtemden/PDF/Stolpersteine/neu/stahlbgg4_-_vd_wyk_amalie_melach_-_mai_2013.pdf
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| Literatur: | |
| Patenschaft: | |
| Verlegetermin: | Für Amalie Melach van der Wyk geb. Wolffs wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da sie schon vor 1920 Aurich erließ. |
Harry HOFFMANN
geboren am 22. Februar 1911 in Aurich
Louis WATERMANN
geboren am 1. November 1891 in Marienhafe
| Straße: | Wallstr. 4 |
| Todesdatum: | 22. Januar 1942 |
| Todesort: | Lodz |
| Louis Watermann wurde am 1. November 1891 in Marienhafe geboren. Seine Eltern, der Kaufmann Simon Meyer Watermann (26.12.1855) und Helene Watermann geb. de Loewe (5.02.1866) bekamen drei Kinder.
Der ältere Bruder Sally wurde am 7.05.1888 geboren. Der jüngere Bruder August wurde am 25.04.1890 geboren. Er ging nach Hamburg und wurde ein angesehener Psychiater. Die Familie lebte in Marienhafe, wo sie ein Geschäft betrieben. Louis Mutter kam aus einer Kaufmannsfamilie, die ein Modewarengeschäfts in Norden hatten. Seine Mutter stirbt am 9.11.1925 im Alter von 69 Jahren, sein Vater 14.11.1933 im Alter von 77 Jahren.
Louis diente im 1. Weltkrieg und war Mitte 20, als er als Kriegsinvalide zurückkehrt. Er blieb unverheiratet und hatte keine Kinder. Er muss schwerst behindert gewesen sein, denn er bekam einen gesetzlichen Vormund, den Kaufmann Harry Knurr, dessen Ehefrau Louis Schwägerin war. Anfang 1940 erhalten alle Juden die Aufforderung, Ostfriesland zu verlassen – aus „sicherheitspolizeilichen Gründen“ sollte die Region „judenfrei“ werden. Louis Watermann zieht am 5. März 1940 zusammen mit der Familie seines Vermieters Moritz Moses Wolff und dessen Frau Lilly nach Essen, zuerst in die Schützenstr. 24, dann am 7.03. in die Laut Meldekartei wohnte Louis seit 15.12.1934 in der Wallstr. 4 bei Moritz Moses Wolff. Am 27.10.1941 wird er mit 1.003 anderen Juden in das Ghetto Lodz deportiert (s. u. „Transportliste“, 2. Zeile). Dort stirbt er drei Monate nach seiner Ankunft am 22. Januar1942 im Alter von 51 Jahren. Sein Bruder August Watermann floh bereits 1933 vor dem Naziregime aus Hamburg in die Niederlande, wo er sich als Psychiater/Psychoanalytiker niederließ (s. u. Artikel „Hamburgs erste Psychoanalytiker“) und die Niederländerin Deena Vecht heiratete. Nach einigen Wirren wurde er Mitglied der Niederländischen Vereinigung für Psychoanalyse. Unter der deutschen Besatzung, ab Mai 1940, konnte er fast zwei Jahren nicht mehr weiterarbeiten. Er wurde mit seiner Frau und seinem 7-jährigen Sohn John Jack über Westerbork nach Auschwitz deportiert und am 06. Oktober 1944 ermordet. Sally Watermann stellt einen Widergutmachungsantrag. Er erhält nach einem langjährigen Verfahren (1948–1953) im Rahmen eines Vergleichs 5.000 Mark. Beschreibung der Deportation mit dem auch Louis Watermann von Düsseldorf in Ghetto Lodz deportiert wird: Am 27.10.1941 um 7:50 Uhr verlässt ein Sonderzug mit 1.003 Niederrheiner darunter Männer, Frauen und Kinder den Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf mit Ziel Lodz. Der Zug erreicht Lodz am 28.10.1941. Geschichte des Transportes Vermögenseinziehung Ankunft in Lodz |
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| Recherche: Christiane Meissner Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 23.10.2017) |
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| Foto: | |
| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | Staatsarchiv Aurich, Geburtsbücher Staatsarchiv Aurich, Rep. 107, acc.2009/075 Nr. 1500 http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411027-20a.jpg http://www.tenhumbergreinhard.de/05aaff9c310b0fe15/05aaff9c360ff9610/index.html http://www.Joodsemonument.nl http://www.alemannia-judaica.de/norden_synagoge.htm http://www.geni.com http://www.myheritage.com |
| Literatur: | |
| Patenschaft: | Aktion 9.11.2014 |
| Verlegetermin: | 23. Oktober 2017 |
Sally Ludwig WOLFF
geboren am 1. August 1928 in Aurich
| Straße: | Große Mühlenwallstr. 34 (früher: Ostertorplatz 14) |
| Todesdatum: | Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 1.03.1943 |
| Todesort: | Auschwitz |
| Sally Ludwig Wolff wird am 1. August 1928 als erstes Kind von Ludwig Wolff und Hildegard Auguste Woff geb. Simson geboren.
Sein Vater Ludwig Wolff wird im Jahr 2.07.1899 als viertes von zwölf Kindern seiner Eltern Henriette und Selly Wolff geboren. Die Familie lebt in der Lilienstr. 9. Dort wurden bereits mehrere Stolpersteine verlegt. Von den zwölf Kindern überleben nur drei den Völkermord. Ludwigs Vater, Selly Wolff, war ein nicht nur in der Stadt Aurich, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannter und geachteter Viehhändler und Schlachter, der regelmäßig in den „Ostfriesischen Nachrichten“ sein „Ausstellungs- Fleisch, Das Beste vom Besten“ annoncierte. Selly Wolff verstirbt im Jahr 1930. Seine Söhne Ludwig , Magnus und Abraham, die schon 1926 als Schlachter und Viehhändler in der Lilienstraße 9 aufgelistet werden, führen das Geschäft ihres Vaters unter seinem Namen weiter. ![]() Familie Hugo Simson mit den Kindern Wilhelm Feodor, Gustav, Fanny und Hildegard Auguste (der späteren Ehefrau von Ludwig Wolff (*1899). Ca. 1915 Seine Mutter Hildegard Auguste Simson wird am 4. November 1906 in Mettmann im Kreis Mettmann geboren. Hildegard Simson ist Tochter von Hugo Simson (*17.09.1863) und Henrietta Simson geb. Mayer (*10.03.1880). Ihr Vater, ein Viehhändler und Metzger, ist relativ wohlhabend und ein angesehener Bürger der Stadt, der sogar Mitglied im Rat der Stadt war. Er stirbt am 29.01.1929. Hildegard hat drei ältere Geschwister (Wilhelm Feodor Simson *1902, Gustav Simson *1903 und Fanny Simson *1905, die alle Opfer des Völkermordes an den Juden wurden und für die Stolpersteine in Mettman, Goethestraße (früher: Pfingstgarten 288) verlegt sind. Ihre Mutter wird am 1.03.1943 zusammen mit ihrem damals 15 Jahre alten Enkelsohn Sally Ludwig nach Auschwitz deportiert. Am 18.08.1926 heiraten Hildegard Auguste und Ludwig Wolff. Das junge Paar Ludwig und Hildegard Wolff zieht zunächst für einige Jahre in die Leererstr. 32. Im Jahr 1928 wird ihr Sohn „Hans“ Sally Ludwig geboren, ein Jahr später ihre Tochter Helga. Als in der Reichspogromnacht die Auricher Juden in der Bullenhalle zusammengetrieben werden, ist Ludwig Wolff mit Sicherheit auch dabei. Auch von seiner Internierung in Sachsenhausen ist auszugehen. Nach diesen Erfahrungen bleibt für ihn und seine Familie nur die Hoffnung auf eine Flucht aus Deutschland. Im Februar 1940 wird Hildegard Wolff – ebenso wie die letzten noch in Aurich verbliebenen jüdischen Bürger – gezwungen, mit ihrem Sohn die Stadt zu verlassen. Sie zieht nach Berlin zu ihrer Mutter Henriette Simson (Kreuzberg, Skalitzerstr. 20). Dort muss sie vermutlich wie die meisten anderen Juden Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion leisten. Sallys Vater Ludwig Wolff gelingt es über viele Umwege zusammen mit seiner bei Kriegsende 16 Jahre alten Tochter Helga von England in die USA nach Kalifornien auszuwandern (Brief Minna Wolff an Johannes Diekhoff v. 16.03.1982). Seine Schwester Minna Wolff, die sich vor der Verfolgung in die Schweiz retten konnte, zieht 1955 zu ihrem Bruder Ludwig und sorgt sich um ihn, nachdem sie schon zuvor ihren Bruder Abraham in Australien gepflegt hatte. Ludwig Wolff stirbt 1971 an seinem 72. Geburtstag in Lakewood, Kalifornien. Sallys Schwester lebt ebenfalls in Kalifornien. Über ihr Leben dort konnten wir bisher nichts in Erfahrung bringen. —————————————————————— 1) In einem Verzeichnis vom 27.06.1939 (Der Bürgermeister Aurich des bei jüdischem Hauseigentum vorhandenen Wohnraums) ist folgendes aufgelistet:) „Lilienstraße 12, Hauseigentümer: Abraham Levy Wolff, Witwe, Beilen/Holland Zur Zeit benutzt: Zahl der Hausangehörigen: 16 Mietvertrag läuft auf unbestimmte Zeit. |
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| Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer (Stand 3.01.2018) |
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| Opfergruppe: | Juden |
| Quellen: | – http://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot36.html – http://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot31.html |
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| Patenschaft: | Bernd Clemenz-Weber |
| Verlegetermin: | 23. Oktober 2017 |