Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Fanny Wolff geb. Aron

Veröffentlicht: 21. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Fanny WOLFF geb. ARON
geboren am 25. Dezember 1874 in Hamburg

Straße: wohnhaft in Emden
Todesdatum: 15. Februar 1943
Todesort: Theresienstadt Ghetto
Fanny Aron wurde am 25. Dezember 1874 in Hamburg geboren. Sie heiratete den Auricher Kaufmann Salomon Wolff.

Salomon Wolff wurde als neuntes von 13 Kindern von Handelsmann Levy Wolff (18.07.1823 Aurich -1894 Aurich) und Röschen Wolff Wolff (11.02.1828 Aurich – 5.08.1909 Aurich) am

Die Eheleute zogen nach Emden, wo ihnen 19.03.1899 eine Tochter Recha geboren wurde.
Salomon Wolff gründete sein erstes Geschäft in der Kleinen Brückstraße im September 1900. Im Jahre 1919 kaufte er ein komfortables Gebäude in der Martin-Faber-Straße als Wohnhaus für seine Familie.

Die Tochter Recha verlobte sich im April 1919 mit dem Kaufmann Leo Sternberg (*24.01.1894) aus Aurich, den sie auch heiratete. Den Eheleuten wurde am 23. März 1923 die Tochter Irmgard geboren. Leo Sternberg, dessen Vorfahren alle Kaufleute waren, stieg in das Geschäft seines Schwiegervaters in Emden ein. Die Einnahmen waren so gut, dass beide Familien ein großbürgerliches Leben führen konnten.

1924 und 1929 konnte Samuel Wolff das Geschäft, welches nun unter „Damen-, Herren- und Kinderbekleidung S. Wolff“ firmierte, erheblich vergrößern.

Nach dem Boykottaufruf am 1.04.1933 kamen zunächst noch mutige Kundinnen zum Einkauf. Die Einnahmen wurden aber so gering, dass er das Geschäft mit einem großen Warenlager verpachten musste.

In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurden Salomon und Fanny Wolff von SA-Männern in die Neutorschule geschleppt, wo sie bis zum nächsten Morgen gedemütigt und gequält wurden. Im Dezember 1938 erhielt Salomon Wolff die Aufforderung seinen gesamten Grundbesitz sofort zu verkaufen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt kaufte im Jahr 1939 das Wohnhaus in der Martin-Faber-Straße. Bis zum 1. Mai 1939 musste es geräumt werden und der Umzug in das Jüdische Altersheim vollzogen sein.
Von dort aus wurden Salomon und Fanny Wolff am 22. Oktober 1941 nach Varel deportiert. Die Nationalsozialisten hatten ihnen einen sogenannten Heimplatz in Theresienstadt für ihr Vermögen versprochen.

Bewahrt vor der Deportation starb Salomon Wolff am 16. Mai 1942 in Varel im Alter von 77 Jahren. Der NS-Staat zog sein gesamtes Vermögen ein.

Seine Ehefrau Fanny Wolff wurde am 23. Juli 1942 über Bremen, Hannover und Leipzig in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aufgrund der unzureichenden Lebensbedingungen verstarb sie dort am 15. Februar 1943 im Alter von 68 Jahren.

Die Tochter Recha „Resi“ konnte rechtzeitig in die USA fliehen.
Im Juli 1936 veranlassten antisemitische Übergriffe Leo Sternberg so schnell wie möglich in die USA zu emigrieren.

Recha Sternberg, die alle Resi nannten, blieb zunächst bei ihren Eltern in Emden. Neun Monate später buchte sie die Reise in die USA mit ihrer Tochter Irmgard und dem Neffen Manfred auf der „Washington“. Sie betraten am 21. April 1937 amerikanischen Boden.

Leo Sternberg arbeitete zunächst im Kaufhaus seines Bruders Erich, konnte aber bald sein eigenes Geschäft in der Hauptstadt Baton Rouge eröffnen. Dort lebte Recha Sternberg, die sich in den USA Resi Wolff-Sternberg nannte, mit ihrem Mann bis zu ihrem Tod am 10. März 1985. Sie wurde auf dem Liberal Jewish Synagoque Cementary in Louisiana beigesetzt. Ihre Tochter Irmgard verstarb am 27.07.2013.

Für Fanny Wolff geb. Aron, ihren Ehemann Salomon, die Tochter Recha verh. Sternberg, Leo Sternberg und deren Tochter Irmgard wurden Stolpersteine in Emden in der Martin-Faber-Straße 2 verlegt.

Recherche: Gesine Janssen (Emden)
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 20.01.2023)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Gedenkbuch Bundesarchiv
Datenbank: https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I8107&lang=de
Stolpersteine Emden: https://www.emden.de/fileadmin/media/stadtemden/PDF/Stolpersteine/neu/okt_21/Biografie_Wolff_Fanny.pdf
Literatur:  

 

Patenschaft:
Verlegetermin: Für Salomon Wolff wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da sein Lebensmittelpunkt in Emden lag.

 

 

Salomon Wolff

Veröffentlicht: 21. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

 Salomon WOLFF
geboren am 29. August 1864 in Aurich

Straße: wohnhaft in Emden
Todesdatum: 16. Mai 1942
Todesort: Varel

Salomon Wolff 1939, Foto der Kennkarte, NLA Aurich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Salomon Wolff wurde als neuntes von 13 Kindern von Handelsmann Levy Wolff (18.07.1823 Aurich -1894 Aurich) und Röschen Wolff Wolff (11.02.1828 Aurich – 5.08.1909 Aurich) am 29. August 1864 in Aurich geboren.
Er wurde Kaufmann und heiratete Fanny Aron aus Hamburg (*25.12.1874). Die Eheleute zogen nach Emden, wo ihnen 19.03.1899 eine Tochter Recha geboren wurde.
Salomon Wolff gründete sein erstes Geschäft in der Kleinen Brückstraße im September 1900. Im Jahre 1919 kaufte er ein komfortables Gebäude in der Martin-Faber-Straße als Wohnhaus für seine Familie.Die Tochter Recha verlobte sich im April 1919 mit dem Kaufmann Leo Sternberg (*24.01.1894) aus Aurich, den sie auch heiratete. Den Eheleuten wurde am 23. März 1923 die Tochter Irmgard geboren. Leo Sternberg, dessen Vorfahren alle Kaufleute waren, stieg in das Geschäft seines Schwiegervaters in Emden ein. Die Einnahmen waren so gut, dass beide Familien ein großbürgerliches Leben führen konnten.1924 und 1929 konnte Samuel Wolff das Geschäft, welches nun unter „Damen-, Herren- und Kinderbekleidung S. Wolff“ firmierte, erheblich vergrößern.Nach dem Boykottaufruf am 1.04.1933 kamen zunächst noch mutige Kundinnen zum Einkauf. Die Einnahmen wurden aber so gering, dass er das Geschäft mit einem großen Warenlager verpachten musste.In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurden Salomon und Fanny Wolff von SA-Männern in die Neutorschule geschleppt, wo sie bis zum nächsten Morgen gedemütigt und gequält wurden. Im Dezember 1938 erhielt Salomon Wolff die Aufforderung seinen gesamten Grundbesitz sofort zu verkaufen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt kaufte im Jahr 1939 das Wohnhaus in der Martin-Faber-Straße. Bis zum 1. Mai 1939 musste es geräumt werden und der Umzug in das Jüdische Altersheim vollzogen sein.
Von dort aus wurden Salomon und Fanny Wolff am 22. Oktober 1941 nach Varel deportiert. Die Nationalsozialisten hatten ihnen einen sogenannten Heimplatz in Theresienstadt für ihr Vermögen versprochen.Bewahrt vor der Deportation starb Salomon Wolff am 16. Mai 1942 in Varel im Alter von 77 Jahren. Der NS-Staat zog sein gesamtes Vermögen ein.Seine Ehefrau Fanny Wolff wurde am 23. Juli 1942 über Bremen, Hannover und Leipzig in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aufgrund der unzureichenden Lebensbedingungen verstarb sie dort am 15. Februar 1943 im Alter von 68 Jahren.Eine ausführliche Biografie von Salomon und Fanny Wolff, v. a. über ihre Zeit im Altersheim in Varel und über ihre Nachfahren in den USA, findet sich beim „Arbeitskreis Gröschler Haus“ (s. Link ganz unten).Die Tochter Recha „Resi“ konnte rechtzeitig in die USA fliehen.
Im Juli 1936 veranlassten antisemitische Übergriffe Leo Sternberg so schnell wie möglich in die USA zu emigrieren.

Recha Sternberg, die alle Resi nannten, blieb zunächst bei ihren Eltern in Emden. Neun Monate später buchte sie die Reise in die USA mit ihrer Tochter Irmgard und dem Neffen Manfred auf der „Washington“. Sie betraten am 21. April 1937 amerikanischen Boden.

Leo Sternberg arbeitete zunächst im Kaufhaus seines Bruders Erich, konnte aber bald sein eigenes Geschäft in der Hauptstadt Baton Rouge eröffnen. Dort lebte Recha Sternberg, die sich in den USA Resi Wolff-Sternberg nannte, mit ihrem Mann bis zu ihrem Tod am 10. März 1985. Sie wurde auf dem Liberal Jewish Synagoque Cementary in Louisiana beigesetzt. Ihre Tochter Irmgard verstarb am 27.07.2013.

Für Salomon Wolff, seine Ehefrau Fanny, die Tochter Recha verh. Sternberg, Leo Sternberg und deren Tochter Irmgard wurden Stolpersteine in Emden in der Martin-Faber-Straße 2 verlegt.

Recherche: Gesine Janssen (Emden)
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 20.01.2023)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Gedenkbuch Bundesarchiv
Datenbank: https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I8107&lang=de
Stolpersteine Emden: https://www.emden.de/fileadmin/media/stadtemden/PDF/Stolpersteine/neu/okt_21/Biografie_Wolff_Salomon.pdf
Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin: Für Salomon Wolff wurde in Aurich kein Stolperstein verlegt, da sein Lebensmittelpunkt in Emden lag.

Was uns eine Grabplatte auf dem Jüdischen Friedhof Varel erzählt

 

Hanna „Hannchen“ David Cohen geb. Wolff

Veröffentlicht: 21. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Hanna „Hannchen“ David COHEN  geb. WOLFF
geboren am 17. September 1892 in Aurich

Straße: Wallstraße 33
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Minsk 18.11.1941
Todesort: Minsk
Hanna David Cohen
(Foto Chana Nahari) 

 

 

Hannchen David Cohen geb. Wolff 1939 (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

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Hanna „Hannchen“ Cohen wird am 17.09.1892 in Großefehn als Hanna David Wolff geboren Ihre Eltern sind David Abraham Wolff und Martha Abraham Samson. Sie hat acht Geschwister.

Hanna heiratet am 15.11.1922 Jakob Moses Cohen aus Aurich. Zusammen haben sie vier Kinder. Es werden zwei weitere geboren, ein Junge, der am Tag der Geburt am 8.05.1926 stirbt, und Zilla, am 18.01.1939 in Aurich geboren und wenig darauf am 30.01. gestorben. Die Familie lebt traditionell religiös. Im nahen Umkreis von Aurich wohnen Verwandtschaft aus Onkeln, Tanten und Kindern. Vielen gelingt vor Ausbruch des Krieges die Flucht ins Ausland, das waren Palästina, Uruguay, Argentinien, Chile und Ecuador.

Hanna ist in jeder Weise Seele und Mittelpunkt der großen Familie, während ihr Mann stets unterwegs ist. Klein, rundlich, herzlich, alle Kinder kamen zu ihr. „Wir Kinder, die wir zu Besuch waren, liebten dieses Aurich (Interview mit der Nichte und Zeitzeugin Lotte Oelsner in Berlin 12. Februar 2017) . Motjes Kinner sünd all dor“, hieß es wenn diese vom Haus der Wallstraße quer durch den Garten Onkel Siegfried Wolff in der Norderstraße 18 aufsuchten – und anderswo.
Ende 1938 ist ihr Mann mit ihrem Schwager Levy Hermann in Köln auf dem englischen Konsulat. Durch einen unerwarteten Fehler im Büro bietet man den Cohen-Brüdern Touristenvisa an, statt der regulären Immigration, die von den Engländern verwehrt wird. Hermann schlägt sofort ein – nichts wie weg, auch ohne Möbel, Jakob dagegen sagt nein – er will seinen Kindern nicht zur Last fallen – in vorsichtiger Erwägung, er könne dort in Palästina wirtschaftlich nicht klarkommen.

Die Cohens verlieren durch Änderungen der Gewerbeordnung, die einem Berufsverbot für diesen judentypischen Erwerb gleichkommt, ihre Wirtschaftsgrundlage. Sie müssen ihr Haus in der Wallstraße 33 aufgeben und in das noch in jüdischem Besitz befindlichen Haus Zingel 3 der Samson-Brüder am 6.09.1939 umziehen.

Am Tag des Novemberpogroms 1938 wird ihr Mann in Aurich verhaftet mit vielen anderen am 10. November nach Sachsenhausen deportiert. Dort muß er bis zum 6. Dezember bleiben. Hannchen ist zu dieser Zeit hochschwanger mit Zilla.

Ihre älteste Tochter Mia erhält über die Jugend-Alijah, eine zionistische Einwanderungsorganisation ein ,Affidavit, eine Genehmigung und Bürgschaft zur Einreise. Sie verläßt Aurich am 24. 11. 39 mit dem Ziel Wien, wo sie anschließend ein Schiff in Bratislava zur Flucht über die Donau besteigt. Ihr Sohn David, er hat ein Affidavit seines Onkels Levy Herman Cohen, folgt ihr vier Wochen später. Er steigt in Triest auf ein Schiff mit Ziel Palästina. Seine Tante nimmt ihn dort auf.

Im Februar 1940 müssen alle Juden Aurich verlassen. Ihre zwei jüngsten Kinder müssen in ein jüdisches Kinderheim nach Köln. Sie zieht mit ihrem Mann am 28. 4. 40 nach Bremen-Vegesack in die Alte Hafenstraße 23. Sie müssen dort Zwangsarbeit leisten.

Hannchen korrespondiert in Rundbriefen mit ihren nach Südamerika geflüchteten Verwandten. Sie schreibt von Widerständen und Enttäuschungen, welche sehr an ihrer Gesundheit gerüttelt hätten. In der Briefreihe ist bei genauem Hinsehen die pure Verzweiflung aus den Zeilen zu lesen. „Meine lieben Brüder, gebe Gott, daß es euch gelingen möge, uns recht bald aus diesem Goles [Exil, Verbannung] zu erlösen. […] Ihr könnt Euch ja wohl unsere Gefühle denken, die Kinder so in die Welt hinein zu schicken, aber es ist eben unser Schicksal, und wir müssen uns damit abfinden, auch Mia wird in Kürze auswandern […] möge der Allmächtige uns bald mit Euch vereinen“. – Hannchen konnte in Vegesack noch erfahren, dass ihre beiden Kinder – Mia nach 1½-jähriger Irrfahrt – in Palästina angekommen und in Obhut ihrer Schwester Erna Schlüssel sind.

Ende Oktober 41 kommen ihre jüngsten Kinder, Martha und Manfred, aus Köln zurück. Martha ist mit der Schule fertig, und Manfred soll nicht allein in Köln bleiben.

Am 18.11.1941 müssen Hannchen und ihre Familie in einen Zug zu einer Sammelstation nach Hamburg steigen, der anschließend nach Minsk

Weißrußland fährt. Die Familie lebt im Ghetto in einem von der deutschen Besatzung abgetrennten Gebiet, welches zuvor die weißrussische Judenschaft bewohnt. Diese wird kurz vor Beginn der Deportation aus dem Reich, Mitte November, vollständig ermordet. Am 28. Juli 42 setzen die deutschen Besatzer erstmals mobile Vergasungsanlagen ein. Das sind Möbelwagen, in deren mit Häftlingen vollgepferchten Laderaum Auspuffgase geleitet wurden. Es wurden alle nichtarbeitsfähigen Lagerinsassen, die Kinder Martha und Manfred, umgebracht.

Es ist nicht belegt, ob Hannchen und ihr Mann unter diesen Opfern waren. Aber auch alle Arbeitsfähigen erlitten bis zum 21.10.1943 das gleiche Schicksal. Ihr Todestag ist nicht bestimmt. Aber in Analogie zu ähnlichen Ereignissen, kann man annehmen, daß auch ihr Todestag der der ihrer dort mitgefangenen Familie war. Von den vielen Tausend dort überlebten nur fünf.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 20.01.2018)
Foto: Hanna David Cohen (Foto: Chana Nahari)
Bremen, Vegesack, Alte Hafenstraße 23, 50er J. (Foto: Wiltrud Ahlers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – Nds. Landesarchiv Aurich, Rep 107 Nr. 1786

– Dokumente der Nachkommen

– Interviews mit Zeitzeugen

Literatur:
Patenschaft: Hanna Vaknim
Verlegetermin: 21. Oktober  2016

 

 

 

Jakob Moses Cohen

Veröffentlicht: 21. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Jakob Moses COHEN
geboren am 4. Dezember 1882 in Aurich

Straße: Wallstraße 33
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Minsk 18.11.1941
Todesort: Minsk
 

 

Jakob Moses Cohen 1939 (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

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Jakob Moses Cohen wird am 4.12.1882 geboren. Die Eltern sind Moses Jakob Cohen und Minkel Levy Wolff. Er hat drei Geschwister – Abraham Moses, Levi „Hermann“ Moses und Leni später verheiratete Valk. Drei weitere werden geboren, sterben jedoch vor dem Erwachsenenalter.
Er heiratet am 15.11.1922 Hannchen Wolff aus Großefehn. Zusammen haben sie vier Kinder. Auch hier wurden zwei weitere geboren, ein Junge, der am Tag der Geburt am 8.05.1926 starb, und Zilla, am 18.01.39 in Aurich geboren und wenig darauf am 30.01. gestorben. Die Familie lebt traditionell religiös. Im nahen Umkreis wohnten zahlreiche Verwandtschaft aus Onkeln, Tanten und Kindern.Jakob Moses Cohen ist Viehhändler wie viele seiner Glaubensbrüder. Er ist stets auf dem Land unterwegs, seine Frau Hannchen ist so der Mittelpunkt der Familie. Er ist von zurückhaltender, still abwägender Natur. Diese Eigenschaft wird der Familie an einem besonderen Moment zum folgenschweren Verhängnis.Ende 1938 ist Jacob Moses mit seinem Bruder in Köln auf dem englischen Konsulat. Durch einen zufälligen Fehler dort im Büro bietet man den Cohen-Brüdern Touristenvisa an, statt der Immigration, die von den Engländern verwehrt wird. Hermann schlägt sofort ein – nichts wie weg, auch ohne Möbel, Jakob dagegen sagt nein – er will seinen Kindern nicht zur Last fallen – in vorsichtiger Erwägung, er könne dort in Palästina als alter Mann wirtschaftlich nicht klarkommen.
Die Cohens verlieren durch Änderungen der Gewerbeordnung, die einem Berufsverbot für diesen judentypischen Erwerb gleichkam, ihre Wirt-schaftsgrundlage. Sie müssen ihr Haus in der Wallstraße 33 aufgeben und in das noch in jüdischem Besitz befindliche Haus Zingel 3 der Samson-Brüder am 6.09.1939 umziehen.
Am Tag des Novemberpogroms 1938 wird Jakob Moses Cohen in Aurich verhaftet. Mit vielen anderen wird er am 10. November nach Sachsenhausen deportiert. Dort muss er bis zum 6. Dezember bleiben. Das Foto ist nach dieser Zeit aufgenommen.
Die Reichspogromnacht ist für ihn und seine Frau nun endgültiger Anlaß, „[…] meine Schwester und mich alleine nach Palästina zu schicken. Weil meine Eltern nach der Kristallnacht kein Geld mehr hatten. Wir waren nicht sehr wohlhabend, aber wir hatten ein Haus. Jeder musste sein Bußgeld bezahlen [Reichssühnesteuer!], und wir hatten kein Geld mehr. Wir hatten die Absicht, mit den Eltern nach Haifa oder Argentinien auszuwandern, irgendwo nach Südamerika oder Zentralamerika. Aber das Geld war nicht mehr da. Und da haben meine Eltern beschlossen, uns allein nach Palästina fahren zu lassen.“ (Ausschnitt Tonbandaufzeichnung mit dem Sohn David Cohen).
Die ältere Tochter Mia erhält über die Jugend-Alijah, eine zionistische Einwanderungsorganisation, ein Affidavit (offizielle Zusicherung mit Bürgschaftserklärung des Aufnehmenden). Sie verlässt Aurich am 24.11.1939 mit dem Ziel Wien, wo sie anschließend ein Schiff in Bratislava zur Flucht über die Donau besteigt. Sein Sohn David folgt ihr vier Wochen später. Er steigt in Triest auf ein Schiff mit Ziel Palästina. Seine Tante nimmt ihn dort auf.Im Februar 1940 müssen alle Juden Aurich verlassen. Jakob Moses Cohen schickt seine zwei Jüngsten in ein jüdisches Kinderheim nach Köln.

Bremen Vegesack, Alte Hafenstr. 23, 50er Jahre (Wiltrud Ahlers)

Er und seine Frau ziehen am 28.04.1940 nach Bremen-Vegesack in die Alte Hafenstraße 23 und müssen dort Zwangsarbeit leisten.
Im Oktober 41 kommen seine Kinder, Martha und Manfred, aus Köln zurück. Martha ist mit der Schule fertig, und Manfred soll nicht allein in Köln bleiben.Am 18. 11. 1941 müssen Jakob Moses Cohen, Hannchen und die Kinder Martha und Manfred in einen Zug zu einer Sammelstation nach Hamburg steigen, der anschließend nach Minsk Weißrußland fährt.

Die Familie lebt im Ghetto in einem von der deutschen Besatzung abgetrennten Gebiet, welches zuvor die weißrussische Judenschaft be-wohnt. Diese wird kurz vor Beginn der Deportation aus dem Reich, Mitte November, vollständig ermordet.

Am 28. Juli 42 setzen die deutschen Besatzer erstmals mobile Vergas¬ungsanlagen ein. Das waren Möbelwagen, in deren mit Häftlingen vollgepferchten Laderaum, Auspuffgase geleitet werden. Es werden alle nichtarbeitsfähigen Lagerinsassen, die Kinder Martha und Manfred um-gebracht.

Es ist nicht belegt, ob Jakob Moses Cohen unter diesen Opfern war. Aber auch alle Arbeitsfähigen erlitten bis zum 21.10.1943 das gleiche Schicksal. Sein Todestag ist nicht bestimmt. Aber in Analogie zu ähnlichen Ereignissen, kann man annehmen, daß auch sein Todestag der der seiner dort mitgefangenen Familie ist. Von den vielen Tausend dort überlebten nur fünf.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 20.01.2018)
Foto: Jakob Moses Cohen, Fot der Kennkarte (StA Aurich)
Bremen, Vegesack, Alte Hafenstraße 23, 50er J. (Wiltrud Ahlers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – Nds. Landesarchiv Aurich, Rep 107 Nr. 1786
– Dokumente der Nachkommen
– Interviews mit Zeitzeugen
Literatur:
Patenschaft: Yoram Cohen
Verlegetermin: 21. Oktober  2016

 

 

 

Ingrid Wolff

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Ingrid WOLFF
geboren am 9. Mai 1928 in Aurich

Straße: Osterstraße 27
Todesdatum: 6. Juli 1944, Deportation nach Litzmannstadt/Lodz am 27.10.1941
Todesort: Kulmhof/Chelmno
Ingrid Wolff wird am 9.05.1928 in Aurich geboren. Sie ist die Tochter des Kaufmanns Moritz Moses Wolff und seiner Ehefrau Lili Wolff geb. Donner.

v. l.: Lilli Donner (15.08.1889), Henni Donner (*3.02.1913, Tochter von Louis Donner) und Frieda Plaut (*24.12.1890), Foto 1915

Lili Donner ist am 15.08.1889 in Wittmund geboren. Ihre Eltern sind Simon Donner (1852 – 1935) und Henny geb. Holländer (1854 – 1914). Die Familie Donner betreibt eine Schlachterei und einen Viehhandel und hat zudem noch viele Ländereien in ihrem Besitz, waren also sehr vermögend. Dies zeigt sich auch an über 50 Rückerstattungsforderungen von Verwandten aus dem Ausland nach Kriegsende.

Simon und Henriette haben sieben Kinder. Lilly war die Zweitjüngste.

Ihren Urlaub verbringt Familie Donner im Sommer auf der Insel Wangerooge. Hier entstanden auch die beiden Fotos. Übrigens: Der Name „Donner“ wurde durch ein Dekret 1811 von Napoleon I. festgesetzt. Die Familie, die schon lange in Wittmund lebte, hieß vorher Isaacs.

Simon Donner leitet über 30 Jahre bis 1914 die Wittmunder jüdische Gemeinde als Schulvorsteher. Sein Sohn Louis folgt ihm in diesem Amt 1922-1925.
Lili Donner heiratet am 17.11.1920 in Wittmund Moritz Moses Wolff.

Moritz Moses Wolff wird am 14. März 1890 in Aurich geboren. Seine Eltern sind der Kaufmann Moses Levy Wolff (1859-1916) und Rosa Meyer geb. Sternberg (1860-1917). Seine Mutter stammt aus einer der bekanntesten Auricher Kaufmannsfamilien. Ihr Bruder ist Jakob Meyer Sternberg (1856-1941), der 1937 im Alter von 81 Jahren zusammen mit seinem Sohn Max Aurich schweren Herzens verlässt.

Moritz hat acht Geschwister (Rosalie verh. Wolff *2.05.1889 +12.09.1970 USA, Leopold *6.08.1891 +25.05.1916 im Feldlazarett der 10. Ersatzdivision, Erna verh. van Dyk *4.03.1893 + 18.12.1944 Stutthof, Frieda verh. Sternberg *12.07. 1894 +7.04.1986 USA, Wilhelm *20.01.1889 +5.05.1940 Berlin, vermutlich Selbstmord, Richard *18.07.1899 +6.09.1899 Aurich, Hilde verh. Glück*17.07.1902 +13.01.1992 USA). Seine Schwestern heiraten Auricher Geschäftsleute (s. Biografien).

Moritz Moses Wolff ergreift wie sein Vater den Beruf des Kaufmanns. Er betreibt mit seinem Bruder Iwan in der Osterstraße 17 (Ecke Wallstraße) ein Geschäft für Manufaktur- und Modewaren und auch für „künstliche Düngemittel“ (s. Adressenverzeichnis 1926).

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links Erna und Julius Donner, Johanne Donner (sie wählte in Dortmund 1940 den Freitod) sowie Hermann und Frieda Donner (geb. Plaut). (Foto 1920ger Jahre)

Nach der Hochzeit zieht Lili am 1.12.1020 zu ihrem Mann nach Aurich. Moritz und Lilly bekommen drei Kinder: Am 14.06.1922 wird ihre Tochter Rita geboren, am 9.05.1928 ihre Tochter Ingrid. Ihre Tochter Helga (geboren 1924) ist schon nach einem Jahr gestorben.  Auf der Meldekarte der Familie sind von 1926-1937 viele Stützen, Kindermädchen, Lehrmädchen und Hausmädchen eingetragen. Das zeugt von einem gewissen Wohlstand. Mit den ab 1933 beginnenden Repressionen verschlechtert sich diese Situation. Den jüdischen Geschäften wird durch Boykottmaßnahmen und andere Drangsalierungen systematisch die wirtschaftliche Grundlage entzogen. So muss die Familie Moritz Wolff das Haus in der Osterstraße 27 verlassen und zieht am 1.08.1937 in die Wallstraße 4 zu Jenny Wolff geb. Plaut, der Witwe von Iwan Moses Wolff, einem Bruder und Geschäftspartner von Moritz Moses Wolff. Der ist einige Monate zuvor am 19.04.1937 verstorben. Jenny ist eine Schwester von Frieda Plaut verh. Donner.

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links oben Moritz Moses Wolff (?), daneben Lilli Wolff geb. Donner, darunter Tochter Rita, darunter Julius und Adolf Donner. Die beiden hatten in Hamburg ein Porzellangeschäft. (Foto ca. 1937)

Da der Druck auf die jüdische Bevölkerung immer weiter zunimmt, entschließen sich Moritz und Lili, ihre ältere Tochter in die USA ausreisen zu lassen. Lt. Meldekarte verlässt Rita Wolff Aurich am 21.09.1937 im Alter von 15 Jahren. Am 22.09.1937 fährt sie mit der „SS Manhattan“ ab Hamburg nach New York. Sie wird begleitet von Lilis Bruder Hermann Donner und seiner Frau Frieda geb. Plaut (s. Foto). Ihr Ziel ist ein Onkel W. Baumgarten in San Francisco (2127 Broadway oder 522-530 Clay Street). Später zieht sie zu ihrer Tante Rosalie Moses Wolff, der ältesten Schwester von Moritz, und deren Mann Wolff „Willy“ David Wolff (bei geni.com wird sie als deren Tochter geführt!). Die beiden sind am 17.11.1938 in die USA geflohen. Willy Wolff verstirbt am 13.01.1965 in Cleveland, Ohio.

Viele Familienmitglieder und Geschwister von Lili und Moritz Wolff können wohl aufgrund der finanziellen Situation rechtzeitig aus Deutschland ausreisen. Warum das bei Lili und Moritz Wolff und ihrer Tochter Ingrid nicht so ist, konnten wir nicht herausfinden.

Rita heiratet und führt den Namen Corvin. Über das weitere Leben von Rita haben wir leider keine genaueren Informationen.

Eine Internierung im KZ Sachsenhausen nach der Reichspogromnacht am 9.11.1938 ist aufgrund seines Alters (er war zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alt) wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Als alle jüdischen Bürger Anfang 1940 endgültig Aurich verlassen müssen, gehören Moritz und Lili Wolff zu den letzten, die die Stadt verlassen, bevor Aurich „judenfrei“ erklärt wird. Sie ziehen am 4.03.1940 nach Essen, ihre Tochter Ingrid schon vorher nach Köln. In Essen kommt das Ehepaar in der Schutzwehr 24 unter. Das Haus, ursprünglich jüdischer Privatbesitz (Sanitätsrat Dr. Louis Hammerschlag), wird ab 1940 als „Judenhaus“ genutzt, um zuziehende jüdische Familien unterzubringen.

Als die Deportationen nach Osten beginnen, werden auch Moritz und Lilly Wolff mit ihrer Tochter Ingrid am 27.10.1941 ab Düsseldorf in das Ghetto Lodz/Litzmannstadt deportiert. Der Transport umfasst 1.003 Personen; Moritz, Lilly und Ingrid Wolff finden sich auf der Transportliste (Nr. 249, 259, 251) und auch auf der „Eingangsliste Litzmannstadt“ (Nr. 976, 977, 979). Litzmannstadt ist nach dem Warschauer Ghetto das zweitgrößte. Es dient als Zwischenstation vor der Deportation unter anderem in die Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno. Im Ghetto Litzmannstadt, in dem die Bewohner unter unmenschlichen Lebensbedingungen litten und schon dort massenhaft an Krankheiten sterben, stirbt auch Moritz Moses Wolff am 8. Mai 1942 im Alter von 52 Jahren.

Ingrid Wolff, 9.01.1939 – Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Lili Wolff wird im September 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort im gleichen Monat ermordet. Sie wird 53 Jahre alt.

Zwei Jahre später wird ihre Tochter Ingrid ebenfalls in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort am 6. Juli 1944 im Alter von 16 Jahren ermordet.

Recherche: Monika Bogena, Johannes Mennen, Hans-Jürgen Westermayer
Eingabe und Ergänzungen: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 14.01.2022)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248,
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:
Patenschaft: Heiko Decking
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

Rita Wolff verh. Corwin

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Rita WOLFF verh. Corwin
geboren am 14. Juni 1922 in Aurich

Straße: Osterstraße 27
Todesdatum: Flucht in die USA
Todesort:
Rita Wolff wird am 14.06.1922 in Aurich geboren. Sie ist die älteste Tochter des Kaufmanns Moritz Moses Wolff und seiner Ehefrau Lili Wolff geb. Donner. Ihre jüngere Schwester ist Ingrid Wolff, geboren am 9. Mai 1928. Anders als ihre Eltern und ihre Schwester kann Rita den Holocaust überleben.

v. l.: Lilli Donner (15.08.1889), Henni Donner (*3.02.1913, Tochter von Louis Donner) und Frieda Plaut (*24.12.1890), Foto 1915

Lili Donner ist am 15.08.1889 in Wittmund geboren. Ihre Eltern sind Simon Donner (1852 – 1935) und Henny geb. Holländer (1854 – 1914). Die Familie Donner betreibt eine Schlachterei und einen Viehhandel und hat zudem noch viele Ländereien in ihrem Besitz, waren also sehr vermögend. Dies zeigt sich auch an über 50 Rückerstattungsforderungen von Verwandten aus dem Ausland nach Kriegsende.

Simon und Henriette haben sieben Kinder. Lilly war die Zweitjüngste.

Ihren Urlaub verbringt Familie Donner im Sommer auf der Insel Wangerooge. Hier entstanden auch die beiden Fotos. Übrigens: Der Name „Donner“ wurde durch ein Dekret 1811 von Napoleon I. festgesetzt. Die Familie, die schon lange in Wittmund lebte, hieß vorher Isaacs.

Simon Donner leitet über 30 Jahre bis 1914 die Wittmunder jüdische Gemeinde als Schulvorsteher. Sein Sohn Louis folgt ihm in diesem Amt 1922-1925.
Lili Donner heiratet am 17.11.1920 in Wittmund Moritz Moses Wolff.

Moritz Moses Wolff wird am 14. März 1890 in Aurich geboren. Seine Eltern sind der Kaufmann Moses Levy Wolff (1859-1916) und Rosa Meyer geb. Sternberg (1860-1917). Seine Mutter stammt aus einer der bekanntesten Auricher Kaufmannsfamilien. Ihr Bruder ist Jakob Meyer Sternberg (1856-1941), der 1937 im Alter von 81 Jahren zusammen mit seinem Sohn Max Aurich schweren Herzens verlässt.

Moritz hat acht Geschwister (Rosalie verh. Wolff *2.05.1889 +12.09.1970 USA, Leopold *6.08.1891 +25.05.1916 im Feldlazarett der 10. Ersatzdivision, Erna verh. van Dyk *4.03.1893 + 18.12.1944 Stutthof, Frieda verh. Sternberg *12.07. 1894 +7.04.1986 USA, Wilhelm *20.01.1889 +5.05.1940 Berlin, vermutlich Selbstmord, Richard *18.07.1899 +6.09.1899 Aurich, Hilde verh. Glück*17.07.1902 +13.01.1992 USA). Seine Schwestern heiraten Auricher Geschäftsleute (s. Biografien).

Moritz Moses Wolff ergreift wie sein Vater den Beruf des Kaufmanns. Er betreibt mit seinem Bruder Iwan in der Osterstraße 17 (Ecke Wallstraße) ein Geschäft für Manufaktur- und Modewaren und auch für „künstliche Düngemittel“ (s. Adressenverzeichnis 1926).

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links Erna und Julius Donner, Johanne Donner (sie wählte in Dortmund 1940 den Freitod) sowie Hermann und Frieda Donner (geb. Plaut). (Foto 1920ger Jahre)

Nach der Hochzeit zieht Lili am 1.12.1020 zu ihrem Mann nach Aurich. Moritz und Lilly bekommen drei Kinder: Am 14.06.1922 wird ihre Tochter Rita geboren, am 9.05.1928 ihre Tochter Ingrid. Ihre Tochter Helga (geboren 1924) ist schon nach einem Jahr gestorben.  Auf der Meldekarte der Familie sind von 1926-1937 viele Stützen, Kindermädchen, Lehrmädchen und Hausmädchen eingetragen. Das zeugt von einem gewissen Wohlstand. Mit den ab 1933 beginnenden Repressionen verschlechtert sich diese Situation. Den jüdischen Geschäften wird durch Boykottmaßnahmen und andere Drangsalierungen systematisch die wirtschaftliche Grundlage entzogen. So muss die Familie Moritz Wolff das Haus in der Osterstraße 27 verlassen und zieht am 1.08.1937 in die Wallstraße 4 zu Jenny Wolff geb. Plaut, der Witwe von Iwan Moses Wolff, einem Bruder und Geschäftspartner von Moritz Moses Wolff. Der ist einige Monate zuvor am 19.04.1937 verstorben. Jenny ist eine Schwester von Frieda Plaut verh. Donner.

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links oben Moritz Moses Wolff (?), daneben Lilli Wolff geb. Donner, darunter Tochter Rita, darunter Julius und Adolf Donner. Die beiden hatten in Hamburg ein Porzellangeschäft. (Foto ca. 1937)

Da der Druck auf die jüdische Bevölkerung immer weiter zunimmt, entschließen sich Moritz und Lili, ihre ältere Tochter in die USA ausreisen zu lassen. Lt. Meldekarte verlässt Rita Wolff Aurich am 21.09.1937 im Alter von 15 Jahren. Am 22.09.1937 fährt sie mit der „SS Manhattan“ ab Hamburg nach New York. Sie wird begleitet von Lilis Bruder Hermann Donner und seiner Frau Frieda geb. Plaut (s. Foto). Ihr Ziel ist ein Onkel W. Baumgarten in San Francisco (2127 Broadway oder 522-530 Clay Street). Später zieht sie zu ihrer Tante Rosalie Moses Wolff, der ältesten Schwester ihres Vaters, und deren Mann Wolff „Willy“ David Wolff (bei geni.com wird sie als deren Tochter geführt!). Die beiden sind am 17.11.1938 aus Deutschland in die USA geflohen. Willy Wolff verstirbt am 13.01.1965 in Cleveland, Ohio.
Zunächst können wir wenig über Ritas Leben in den USA herausfinden, bis uns eine Nichte von Rita (Tracey Gluck) einige Informationen geben kann. Rita heiratet Lloyd Corwin (verstorben 2010), einen Kriegsveteranen aus dem II. Weltkrieg.
Die beiden haben zwei Kinder, Leni und Miles, und leben die meiste Zeit in Los Angelos, zunächst am Stadtrand in der Skid Row in einem Hotel, das Loyds Vater gehört. Miles Corwin ist ein renommierter Schriftsteller, dessen Bücher auch in deutscher Sprache verlegt wurden. Er schrieb 20 Jahre für die „Los Angeles Times“.

Viele Familienmitglieder und Geschwister von Lili und Moritz Wolff können wohl aufgrund ihrer finanziellen Situation rechtzeitig aus Deutschland ausreisen. Warum das bei den Eltern von Rita, Lili und Moritz Wolff, und ihrer Schwester Ingrid nicht so ist, konnten wir nicht herausfinden.
Eine Internierung im KZ Sachsenhausen nach der Reichspogromnacht am 9.11.1938 ist aufgrund seines Alters (er war zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alt) wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Als alle jüdischen Bürger Anfang 1940 endgültig Aurich verlassen müssen, gehören Moritz und Lili Wolff zu den letzten, die die Stadt verlassen, bevor Aurich „judenfrei“ erklärt wird. Sie ziehen am 4.03.1940 nach Essen, ihre Tochter Ingrid schon vorher nach Köln. In Essen kommt das Ehepaar in der Schutzwehr 24 unter. Das Haus, ursprünglich jüdischer Privatbesitz (Sanitätsrat Dr. Louis Hammerschlag), wird ab 1940 als „Judenhaus“ genutzt, um zuziehende jüdische Familien unterzubringen.

Als die Deportationen nach Osten beginnen, werden auch Moritz und Lilly Wolff mit ihrer Tochter Ingrid am 27.10.1941 ab Düsseldorf in das Ghetto Lodz/Litzmannstadt deportiert. Der Transport umfasst 1.003 Personen; Moritz, Lilly und Ingrid Wolff finden sich auf der Transportliste (Nr. 249, 259, 251) und auch auf der „Eingangsliste Litzmannstadt“ (Nr. 976, 977, 979). Litzmannstadt ist nach dem Warschauer Ghetto das zweitgrößte. Es dient als Zwischenstation vor der Deportation unter anderem in die Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno. Im Ghetto Litzmannstadt, in dem die Bewohner unter unmenschlichen Lebensbedingungen litten und schon dort massenhaft an Krankheiten sterben, stirbt auch Moritz Moses Wolff am 8. Mai 1942 im Alter von 52 Jahren.

Lili Wolff wird im September 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort im gleichen Monat ermordet. Sie wird 53 Jahre alt.

Ingrid Wolff, 9.01.1939 – Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Zwei Jahre später wird ihre Tochter Ingrid ebenfalls in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort am 6. Juli 1944 im Alter von 16 Jahren ermordet.

Recherche: Monika Bogena, Johannes Mennen, Hans-Jürgen Westermayer
Eingabe und Ergänzungen: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 14.01.2022)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248,
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:
Patenschaft: Frauenchor Frisia
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

Lili Wolff geb. Donner

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Lili WOLFF geb. Donner
geboren am 15. August 1889 in Wittmund

Straße: Osterstraße 27
Todesdatum: September 1942, Deportation nach Litzmannstadt/Lodz am 27.10.1941
Todesort: Kulmhof/Chelmno nad Nerem

v. l.: Lilli Donner (15.08.1889), Henni Donner (*3.02.1913, Tochter von Louis Donner) und Frieda Plaut (*24.12.1890), Foto 1915

Lili Donner ist am 15.08.1889 in Wittmund geboren. Ihre Eltern sind Simon Donner (1852 – 1935) und Henny geb. Holländer (1854 – 1914). Die Familie Donner betreibt eine Schlachterei und einen Viehhandel und hat zudem noch viele Ländereien in ihrem Besitz, waren also sehr vermögend. Dies zeigt sich auch an über 50 Rückerstattungsforderungen von Verwandten aus dem Ausland nach Kriegsende.

Simon und Henriette haben sieben Kinder. Lilly ist die Zweitjüngste.

Ihren Urlaub verbringt Familie Donner im Sommer auf der Insel Wangerooge. Hier entstanden auch die beiden Fotos. Übrigens: Der Name „Donner“ wurde durch ein Dekret 1811 von Napoleon I. festgesetzt. Die Familie, die schon lange in Wittmund lebte, hieß vorher Isaacs.

Simon Donner leitet über 30 Jahre bis 1914 die Wittmunder jüdische Gemeinde als Schulvorsteher. Sein Sohn Louis folgt ihm in diesem Amt 1922-1925.
Lili Donner heiratet am 17.11.1920 in Wittmund Moritz Moses Wolff.

Moritz Moses Wolff wird am 14. März 1890 in Aurich geboren. Seine Eltern sind der Kaufmann Moses Levy Wolff (1859-1916) und Rosa Meyer geb. Sternberg (1860-1917). Seine Mutter stammt aus einer der bekanntesten Auricher Kaufmannsfamilien. Ihr Bruder ist Jakob Meyer Sternberg (1856-1941), der 1937 im Alter von 81 Jahren zusammen mit seinem Sohn Max Aurich schweren Herzens verlässt.

Moritz hat acht Geschwister (Rosalie verh. Wolff *2.05.1889 +12.09.1970 USA, Leopold *6.08.1891 +25.05.1916 im Feldlazarett der 10. Ersatzdivision, Erna verh. van Dyk *4.03.1893 + 18.12.1944 Stutthof, Frieda verh. Sternberg *12.07. 1894 +7.04.1986 USA, Wilhelm *20.01.1889 +5.05.1940 Berlin, vermutlich Selbstmord, Richard *18.07.1899 +6.09.1899 Aurich, Hilde verh. Glück*17.07.1902 +13.01.1992 USA). Seine Schwestern heiraten Auricher Geschäftsleute (s. Biografien).

Moritz Moses Wolff ergreift wie sein Vater den Beruf des Kaufmanns. Er betreibt mit seinem Bruder Iwan in der Osterstraße 17 (Ecke Wallstraße) ein Geschäft für Manufaktur- und Modewaren und auch für „künstliche Düngemittel“ (s. Adressenverzeichnis 1926).

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links Erna und Julius Donner, Johanne Donner (sie wählte in Dortmund 1940 den Freitod) sowie Hermann und Frieda Donner (geb. Plaut). (Foto 1920ger Jahre)

Nach der Hochzeit zieht Lili am 1.12.1020 zu ihrem Mann nach Aurich. Moritz und Lilly bekommen drei Kinder: Am 14.06.1922 wird ihre Tochter Rita geboren, am 9.05.1928 ihre Tochter Ingrid. Ihre Tochter Helga (geboren 1924) ist schon nach einem Jahr gestorben.  Auf der Meldekarte der Familie sind von 1926-1937 viele Stützen, Kindermädchen, Lehrmädchen und Hausmädchen eingetragen. Das zeugt von einem gewissen Wohlstand. Mit den ab 1933 beginnenden Repressionen verschlechtert sich diese Situation. Den jüdischen Geschäften wird durch Boykottmaßnahmen und andere Drangsalierungen systematisch die wirtschaftliche Grundlage entzogen. So muss die Familie Moritz Wolff das Haus in der Osterstraße 27 verlassen und zieht am 1.08.1937 in die Wallstraße 4 zu Jenny Wolff geb. Plaut, der Witwe von Iwan Moses Wolff, einem Bruder und Geschäftspartner von Moritz Moses Wolff. Der ist einige Monate zuvor am 19.04.1937 verstorben. Jenny ist eine Schwester von Frieda Plaut verh. Donner.

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links oben Moritz Moses Wolff (?), daneben Lilli Wolff geb. Donner, darunter Tochter Rita, darunter Julius und Adolf Donner. Die beiden hatten in Hamburg ein Porzellangeschäft. (Foto ca. 1937)

Da der Druck auf die jüdische Bevölkerung immer weiter zunimmt, entschließen sich Moritz und Lili, ihre ältere Tochter in die USA ausreisen zu lassen. Lt. Meldekarte verlässt Rita Wolff Aurich am 21.09.1937 im Alter von 15 Jahren. Am 22.09.1937 fährt sie mit der „SS Manhattan“ ab Hamburg nach New York. Sie wird begleitet von Lilis Bruder Hermann Donner und seiner Frau Frieda geb. Plaut (s. Foto). Ihr Ziel ist ein Onkel W. Baumgarten in San Francisco (2127 Broadway oder 522-530 Clay Street).
Später zieht sie zu ihrer Tante Rosalie Moses Wolff, der ältesten Schwester von Moritz, und deren Mann Wolff „Willy“ David Wolff (bei geni.com wird sie als deren Tochter geführt!). Die beiden sind am 17.11.1938 in die USA geflohen. Willy Wolff verstirbt am 13.01.1965 in Cleveland, Ohio.

Viele Familienmitglieder und Geschwister von Lili und Moritz Wolff können wohl aufgrund der finanziellen Situation rechtzeitig aus Deutschland ausreisen. Warum das bei Lili und Moritz Wolff und ihrer Tochter Ingrid nicht so ist, konnten wir nicht herausfinden.

Rita heiratet und führt den Namen Corvin. Über das weitere Leben von Rita haben wir leider keine genaueren Informationen.

Eine Internierung im KZ Sachsenhausen nach der Reichspogromnacht am 9.11.1938 ist aufgrund seines Alters (er war zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alt) wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Als alle jüdischen Bürger Anfang 1940 endgültig Aurich verlassen müssen, gehören Moritz und Lili Wolff zu den letzten, die die Stadt verlassen, bevor Aurich „judenfrei“ erklärt wird. Sie ziehen am 4.03.1940 nach Essen, ihre Tochter Ingrid schon vorher nach Köln. In Essen kommt das Ehepaar in der Schutzwehr 24 unter. Das Haus, ursprünglich jüdischer Privatbesitz (Sanitätsrat Dr. Louis Hammerschlag), wird ab 1940 als „Judenhaus“ genutzt, um zuziehende jüdische Familien unterzubringen.

Als die Deportationen nach Osten beginnen, werden auch Moritz und Lilly Wolff mit ihrer Tochter Ingrid am 27.10.1941 ab Düsseldorf in das Ghetto Lodz/Litzmannstadt deportiert. Der Transport umfasst 1.003 Personen; Moritz, Lilly und Ingrid Wolff finden sich auf der Transportliste (Nr. 249, 259, 251) und auch auf der „Eingangsliste Litzmannstadt“ (Nr. 976, 977, 979). Litzmannstadt ist nach dem Warschauer Ghetto das zweitgrößte. Es dient als Zwischenstation vor der Deportation unter anderem in die Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno. Im Ghetto Litzmannstadt, in dem die Bewohner unter unmenschlichen Lebensbedingungen litten und schon dort massenhaft an Krankheiten sterben, stirbt auch Moritz Moses Wolff am 8. Mai 1942 im Alter von 52 Jahren.

Ingrid Wolff, 9.01.1939 – Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Lili Wolff wird im September 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort im gleichen Monat ermordet. Sie wird 53 Jahre alt.

Zwei Jahre später wird ihre Tochter Ingrid ebenfalls in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort am 6. Juli 1944 im Alter von 16 Jahren ermordet.

Recherche: Monika Bogena, Johannes Mennen, Hans-Jürgen Westermayer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 14.01.2022)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248,
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:
Patenschaft: Monika Bogena
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

Moritz Moses Wolff

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Moritz Moses WOLFF
geboren am 14. März 1890 in Aurich

Straße: Osterstraße 27
Todesdatum: 8.Mai 1942, Deportation nach Litzmannstadt/Lodz am 27.10.1941
Todesort: Litzmannstadt/Lodz
Moritz Moses Wolff wird am 14. März 1890 in Aurich geboren. Seine Eltern sind der Kaufmann Moses Levy Wolff (1859-1916) und Rosa Meyer geb. Sternberg (1860-1917). Seine Mutter stammt aus einer der bekanntesten Auricher Kaufmannsfamilien. Ihr Bruder ist Jakob Meyer Sternberg (1856-1941), der 1937 im Alter von 81 Jahren zusammen mit seinem Sohn Max Aurich schweren Herzens verlässt.

Moritz hat acht Geschwister (Rosalie verh. Wolff *2.05.1889 +12.09.1970 USA, Leopold *6.08.1891 +25.05.1916 im Feldlazarett der 10. Ersatzdivision, Erna verh. van Dyk *4.03.1893 + 18.12.1944 Stutthof, Frieda verh. Sternberg *12.07. 1894 +7.04.1986 USA, Wilhelm *20.01.1889 +5.05.1940 Berlin, vermutlich Selbstmord, Richard *18.07.1899 +6.09.1899 Aurich, Hilde verh. Glück*17.07.1902 +13.01.1992 USA). Seine Schwestern heiraten Auricher Geschäftsleute (s. Biografien).

Moritz Moses Wolff ergreift wie sein Vater den Beruf des Kaufmanns. Er betreibt mit seinem Bruder Iwan in der Osterstraße 17 (Ecke Wallstraße) ein Geschäft für Manufaktur- und Modewaren und auch für „künstliche Düngemittel“ (s. Adressenverzeichnis 1926).

v. l.: Lilli Donner (15.08.1889), Henni Donner (*3.02.1913, Tochter von Louis Donner) und Frieda Plaut (*24.12.1890), Foto 1915

Moritz heiratet am 17.11.1920 in Wittmund Lili (Lilly) Donner. Lili Donner ist am 15.08.1889 in Wittmund geboren. Ihre Eltern sind Simon Donner (1852 – 1935) und Henny geb. Holländer (1854 – 1914). Die Familie Donner betreibt eine Schlachterei und einen Viehhandel und hat zudem noch viele Ländereien in ihrem Besitz, waren also sehr vermögend. Dies zeigt sich auch an über 50 Rückerstattungsforderungen von Verwandten aus dem Ausland nach Kriegsende.

Simon und Henriette haben sieben Kinder. Lilly war die Zweitjüngste.

Ihren Urlaub verbringt Familie Donner im Sommer auf der Insel Wangerooge. Hier entstanden auch die beiden Fotos. Übrigens: Der Name „Donner“ wurde durch ein Dekret 1811 von Napoleon I. festgesetzt. Die Familie, die schon lange in Wittmund lebte, hieß vorher Isaacs.

Simon Donner leitet über 30 Jahre bis 1914 die Wittmunder jüdische Gemeinde als Schulvorsteher. Sein Sohn Louis folgt ihm in diesem Amt 1922-1925.

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links Erna und Julius Donner, Johanne Donner (sie wählte in Dortmund 1940 den Freitod) sowie Hermann und Frieda Donner (geb. Plaut). (Foto 1920ger Jahre)

Nach der Hochzeit zieht Lili am 1.12.1020 zu ihrem Mann nach Aurich. Moritz und Lilly bekommen drei Kinder: Am 14.06.1922 wird ihre Tochter Rita geboren, am 9.05.1928 ihre Tochter Ingrid. Ihre Tochter Helga (geboren 1924) ist schon nach einem Jahr gestorben.  Auf der Meldekarte der Familie sind von 1926-1937 viele Stützen, Kindermädchen, Lehrmädchen und Hausmädchen eingetragen. Das zeugt von einem gewissen Wohlstand. Mit den ab 1933 beginnenden Repressionen verschlechtert sich diese Situation. Den jüdischen Geschäften wird durch Boykottmaßnahmen und andere Drangsalierungen systematisch die wirtschaftliche Grundlage entzogen. So muss die Familie Moritz Wolff das Haus in der Osterstraße 27 verlassen und zieht am 1.08.1937 in die Wallstraße 4 zu Jenny Wolff geb. Plaut, der Witwe von Iwan Moses Wolff, einem Bruder und Geschäftspartner von Moritz Moses Wolff. Der ist einige Monate zuvor am 19.04.1937 verstorben. Jenny ist eine Schwester von Frieda Plaut verh. Donner.

Das Foto entstand auf Wangerooge und zeigt von links oben Moritz Moses Wolff (?), daneben Lilli Wolff geb. Donner, darunter Tochter Rita, darunter Julius und Adolf Donner. Die beiden hatten in Hamburg ein Porzellangeschäft. (Foto ca. 1937)

Da der Druck auf die jüdische Bevölkerung immer weiter zunimmt, entschließen sich Moritz und Lili, ihre ältere Tochter in die USA ausreisen zu lassen. Lt. Meldekarte verlässt Rita Wolff Aurich am 21.09.1937 im Alter von 15 Jahren. Am 22.09.1937 fährt sie mit der „SS Manhattan“ ab Hamburg nach New York. Sie wird begleitet von Lilis Bruder Hermann Donner und seiner Frau Frieda geb. Plaut (s. Foto). Ihr Ziel ist ein Onkel W. Baumgarten in San Francisco (2127 Broadway oder 522-530 Clay Street). Später zieht sie zu ihrer Tante Rosalie Moses Wolff, der ältesten Schwester von Moritz, und deren Mann Wolff „Willy“ David Wolff (bei geni.com wird sie als deren Tochter geführt!). Die beiden sind am 17.11.1938 in die USA geflohen. Willy Wolff verstirbt am 13.01.1965 in Cleveland, Ohio.

Viele Familienmitglieder und Geschwister von Lili und Moritz Wolff können wohl aufgrund der finanziellen Situation rechtzeitig aus Deutschland ausreisen. Warum das bei Lili und Moritz Wolff und ihrer Tochter Ingrid nicht so ist, konnten wir nicht herausfinden.

Rita heiratet und führt den Namen Corvin. Über das weitere Leben von Rita haben wir leider keine genaueren Informationen.

Eine Internierung im KZ Sachsenhausen nach der Reichspogromnacht am 9.11.1938 ist aufgrund seines Alters (er war zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alt) wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Als alle jüdischen Bürger Anfang 1940 endgültig Aurich verlassen müssen, gehören Moritz und Lili Wolff zu den letzten, die die Stadt verlassen, bevor Aurich „judenfrei“ erklärt wird. Sie ziehen am 4.03.1940 nach Essen, ihre Tochter Ingrid schon vorher nach Köln. In Essen kommt das Ehepaar in der Schutzwehr 24 unter. Das Haus, ursprünglich jüdischer Privatbesitz (Sanitätsrat Dr. Louis Hammerschlag), wird ab 1940 als „Judenhaus“ genutzt, um zuziehende jüdische Familien unterzubringen.

Als die Deportationen nach Osten beginnen, werden auch Moritz und Lilly Wolff mit ihrer Tochter Ingrid am 27.10.1941 ab Düsseldorf in das Ghetto Lodz/Litzmannstadt deportiert. Der Transport umfasst 1.003 Personen; Moritz, Lilly und Ingrid Wolff finden sich auf der Transportliste (Nr. 249, 259, 251) und auch auf der „Eingangsliste Litzmannstadt“ (Nr. 976, 977, 979). Litzmannstadt ist nach dem Warschauer Ghetto das zweitgrößte. Es dient als Zwischenstation vor der Deportation unter anderem in die Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno. Im Ghetto Litzmannstadt, in dem die Bewohner unter unmenschlichen Lebensbedingungen litten und schon dort massenhaft an Krankheiten sterben, stirbt auch Moritz Moses Wolff am 8. Mai 1942 im Alter von 52 Jahren.

Ingrid Wolff, 9.01.1939 – Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Seine Frau Lili wird im September 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort im gleichen Monat ermordet. Sie wird 53 Jahre alt.

Zwei Jahre später wird ihre Tochter Ingrid ebenfalls in das Vernichtungslager Kulmhof/Chelmno deportiert und dort am 6. Juli 1944 im Alter von 16 Jahren ermordet.

Recherche: Monika Bogena, Johannes Mennen, Hans-Jürgen Westermayer
Eingabe und Ergänzungen: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 14.01.2022)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248,
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:
Patenschaft: Johannes Mennen
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

Henriette Wolffs geb. Rosenthal

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Henriette „Jettchen“ WOLFFS geb. Rosenthal
geboren am 10. Juni 1888 in Vreden, Krs. Ahaus

Straße: Wallstraße 2
Todesdatum: Unbekannt, Deportation am 30.04.1942 in das Ghetto Krasniczyn
Todesort: Vermutlich Sobibor
Henriette Rosenthal wird am 10. Juni 1888 in Vreden Krs. Ahaus geboren. Sie ist die Schwester von Siegfried Rosenthal (*15.02.1887 in Vreden, wohnhaft in Köln, inhaftiert im KZ Dachau 16.-26.11.1938, deportiert am 22.10.1941 nach Litzmannstadt/Lodz, 1944 ermordet in Kulmhof/Chelmno) und eine Schwägerin von dessen Ehefrau Emma Rosenthal geb. Levy (*25.12.1890 in Remagen, deportiert am 22.10.1941 nach Litzmannstadt/Lodz, dort am 25.02.1943 im Ghetto verstorben). Nach dem Tod ihres Mannes am 12.10.1940 zieht sie am 28.03.1941 zum Bruder von Emma, Jonas Levy (4.06.1883) nach Remagen. Über Henriettes Familie konnten wir bisher nichts Weiteres in Erfahrung bringen.Henriette heiratet 1925 Karl Wolffs, dessen 1. Ehefrau kurz zuvor gestorben ist.

Karl Wolffs wird am 10. November 1874 in Aurich geboren. Die Eltern geben ihm den Namen Carlmann. Im Adressbuch der Stadt Aurich von 1926 ist er als Schlachter aufgelistet. Sein Vater ist der Schlachter Wolff Benjamin Wolffs (1842-1916) und die Mutter Gütel/Guste van der Wall (1841-1889). Er ist das 4. Kind des Ehepaares.

Folgendes ist über seine Geschwister bekannt:

Benjamin Bendix Wolffs (*4.05.1871) – Deportation nach Auschwitz am 28.10.1944 (s. Biografie auf dieser HP).

Jehuda Julius Wolffs (*30.04.1972 +16.12.1915)

Moses Wolff Wolffs (*30.06.1873) – Deportation nach Auschwitz am 28.10.1944 (s. Biografie auf dieser HP).

Goldine Wolffs verh. Cohen (*9.02.1876) – Verzieht nach Emden (dort Stolperstein). Deportation 2.04.1942 mit ihrem Ehemann Abraham Cohen in das Ghetto Warschau. Todesdatum unbekannt.

Rosa Wolffs (*5.05.1878 +16.02.1879)

Rosa Wolffs (*4.10.1879) – Deportation von Berlin nach Lodz/Litzmannstadt am 24.10.1941, ermordet in Kulmhof/Chelmno. Todesdatum unbekannt (s. Biografie auf dieser HP).

Zerline (*29.03. 1883 +16.05.1883)

Heimann (*2.06.1884) – Er verstirbt nach schweren Misshandlungen im KZ Sachsenhausen am 22.12.1938 in Aurich (s. Biografie auf dieser HP).

Eva verh. Wolff (*23.04.1887) – Sie ist verheiratet mit Moritz Meir Wolff (1876-1955) aus Norden und zieht nach der Hochzeit dorthin. Die Eheleute haben 4 Kinder (Ernst *1912 Norden +2002 Sydney/Australien, Greta *8.06.1914 Norden +1945 Melbourne, Werner Benjamin *2.06.1917 Norden +8.04.1989 London/GB, Julius *1922 Norden – als Kind verstorben?).  Sie können am 27.03.1939 nach London,England fliehen. Eva verstirbt in London am 20.10.1947. Sie überlebt als einzige der Geschwister den Holocaust.

Karl ist in erster Ehe mit Sara Feibelmann Hoffmann (*13.12.1870 in Aurich) verheiratet. Saras Mutter ist Rösjen Selig Wolff (1842-1915) und ihr Vater der Händler Feibelmann Meyer Hoffmann (1834-1910). Sie hat noch einen Bruder Jacob Feibelmann, der jedoch am 31. Oktober 1918 verstorben ist. Die Ehe von Sara und Karl bleibt anscheinend kinderlos. Sara Feibelmann stirbt am 14.01.1925 an „Lungenschlag“, also einer Lungenembolie.

Karl heiratet noch im selben Jahr Henriette „Jettchen“ Rosenthal. Vom 2.11.1926 an lebt sie mit Karl in der Wallstraße 2. Am 20.05.1938 ziehen Karl und Henriette in die Lilienstraße 12, zu diesem Zeitpunkt eine Art „Judenhaus“, d. h. Sammelunterkunft.

Eine Internierung von Karl Wolffs im KZ Sachsenhausen nach der Reichspogromnacht (9.11.1938) ist aufgrund seines Alters unwahrscheinlich und nicht belegt. Am 29.02.1940 zieht er mit seiner Frau Henriette in das jüdische Altersheim in Emden in der Schoonhovenstrr. 13/14. Dort stirbt er am 12.10.1940.

Seine Frau Henriette geht am 28.03.1941 nicht zu ihrer Schwägerin Emma Rosenthal geb. Levy nach Köln, sondern deren Bruder, Jonas Levy (*4.06.1883), nach Remagen. Sie lebt zusammen mit dessen Familie in dem Hinterhaus der jüdischen Familie Fassbender in der Bachstraße 19. Sie wird, ebenso wie Jonas Levy, der Schwager ihres Bruders, und dessen Frau Sophia zunächst am 26.04.1942 von Remagen in das Sammellager Brohl transportiert und am 30.04.1942 mit 770 Deportierten von Koblenz in das Ghetto Krasniczyn, Bez. Lublin, deportiert und vermutlich on Sobibor ermordet. Sie finden sich auf einer Liste des Landrates des Landkreises Ahrweiler mit den Namen von 21 jüdischen Bewohnern der Städte Remagen und Sinzig, die am 26.4.1942 „unbekannt wohin verzogen“ bzw. „ausgewandert“ sind. Das Ghetto Litzmannstadt/Lodz ist ein Durchgangslager für die Vernichtungslager Sobibor, Belzec, Treblinka und Auschwitz. Das Ghetto wird am 6.06.1942 geschlossen und die Überlebenden nach Sobibor gebracht und dort ermordet.

Für Henriette Wolffs geb. Rosenthal wurde am 19.04.2012 ein Stolperstein in Remagen in der Bachstraße 19 verlegt.

Recherche: Susanne Hermanns und Schüler der HTG Ihlow
Eingabe und Ergänzungen: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 25.01.2022)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943
Meldekarte, NLA Aurich
http://www.emden-lodz.de
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_rhl_420430.html
Gedenkblatt für Henriette Wolffs geb. Rosenthal bei Yad Vashem von Hans Homberg, Cousin
https://dewiki.de/Lexikon/Liste_der_Stolpersteine_in_Remagen
Literatur:
Patenschaft: Klasse 9D der Hermann-Tempel-Gesamtschule Ihlow
Verlegetermin: 5. Dezember 2015

Karl Wolffs

Veröffentlicht: 20. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Karl „Calmer“ WOLFFS
geboren am 10. November 1874 in Aurich

Straße: Wallstraße 2
Todesdatum: 12.10.1940
Todesort: Emden
Karl Wolffs wird am 10. November 1874 in Aurich geboren. Die Eltern geben ihm den Namen Carlmann. Im Adressbuch der Stadt Aurich von 1926 ist er als Schlachter aufgelistet. Sein Vater ist der Schlachter Wolff Benjamin Wolffs (1842-1916) und die Mutter Gütel/Guste van der Wall (1841-1889). Er ist das 4. Kind des Ehepaares.Folgendes ist über seine Geschwister bekannt:

Benjamin Bendix Wolffs (*4.05.1871) – Deportation nach Auschwitz am 28.10.1944 (s. Biografie auf dieser HP).

Jehuda Julius Wolffs (*30.04.1972 +16.12.1915)

Moses Wolff Wolffs (*30.06.1873) – Deportation nach Auschwitz am 28.10.1944 (s. Biografie auf dieser HP).

Goldine Wolffs verh. Cohen (*9.02.1876) – Verzieht nach Emden (dort Stolperstein). Deportation 2.04.1942 mit ihrem Ehemann Abraham Cohen in das Ghetto Warschau. Todesdatum unbekannt.

Rosa Wolffs (*5.05.1878 +16.02.1879)

Rosa Wolffs (*4.10.1879) – Deportation von Berlin nach Lodz/Litzmannstadt am 24.10.1941, ermordet in Kulmhof/Chelmno. Todesdatum unbekannt (s. Biografie auf dieser HP).

Zerline (*29.03. 1883 +16.05.1883)

Heimann (*2.06.1884) – Er verstirbt nach schweren Misshandlungen im KZ Sachsenhausen am 22.12.1938 in Aurich (s. Biografie auf dieser HP).

Eva verh. Wolff (*23.04.1887) – Sie ist verheiratet mit Moritz Meir Wolff (1876-1955) aus Norden und zieht nach der Hochzeit dorthin. Die Eheleute haben 4 Kinder (Ernst *1912 Norden +2002 Sydney/Australien, Greta *8.06.1914 Norden +1945 Melbourne, Werner Benjamin *2.06.1917 Norden +8.04.1989 London/GB, Julius *1922 Norden – als Kind verstorben?).  Sie können am 27.03.1939 nach London,England fliehen. Eva verstirbt in London am 20.10.1947. Sie überlebt als einzige der Geschwister den Holocaust.

Karl ist in erster Ehe mit Sara Feibelmann Hoffmann (*13.12.1870 in Aurich) verheiratet. Saras Mutter ist Rösjen Selig Wolff (1842-1915) und ihr Vater der Händler Feibelmann Meyer Hoffmann (1834-1910). Sie hat noch einen Bruder Jacob Feibelmann, der jedoch am 31. Oktober 1918 verstorben ist. Die Ehe von Sara und Karl bleibt anscheinend kinderlos. Sara Feibelmann stirbt am 14.01.1925 an „Lungenschlag“, also einer Lungenembolie.

Karl heiratet noch im selben Jahr Henriette „Jettchen“ Rosenthal. Henriette Rosenthal wird am 10. Juni 1888 in Vreden Krs. Ahaus geboren. Sie ist die Schwester von Siegfried Rosenthal (*15.02.1887 in Vreden, wohnhaft in Köln, inhaftiert im KZ Dachau 16.-26.11.1938, deportiert am 22.10.1941 nach Litzmannstadt/Lodz, 1944 ermordet in Kulmhof/Chelmno) und eine Schwägerin von dessen Ehefrau Emma Rosenthal geb. Levy (*25.12.1890 in Remagen, deportiert am 22.10.1941 nach Litzmannstadt/Lodz, dort am 25.02.1943 im Ghetto verstorben).
Nach dem Tod ihres Mannes Karl am 12.10.1940 zieht Henriette am 28.03.1941 zum Bruder von Emma, Jonas Levy (4.06.1883) nach Remagen. Über Henriettes Familie konnten wir bisher nichts Weiteres in Erfahrung bringen.

Vom 2.11.1926 an lebt sie mit Karl in der Wallstraße 2. Am 20.05.1938 ziehen Karl und Henriette in die Lilienstraße 12, zu diesem Zeitpunkt eine Art „Judenhaus“, d. h. Sammelunterkunft.

Eine Internierung von Karl Wolffs im KZ Sachsenhausen nach der Reichspogromnacht (9.11.1938) ist aufgrund seines Alters unwahrscheinlich und nicht belegt. Am 29.02.1940 zieht er mit seiner Frau Henriette „Jettchen“ in das jüdische Altersheim in Emden in der Schoonhovenstr. 13/14. Dort stirbt er am 12.10.1940.

Seine Frau Henriette geht am 28.03.1941 nicht zu ihrer Schwägerin Emma Rosenthal geb. Levy nach Köln, sondern deren Bruder, Jonas Levy (*4.06.1883), nach Remagen. Sie lebt zusammen mit dessen Familie in dem Hinterhaus der jüdischen Familie Fassbender in der Bachstraße 19. Sie wird, ebenso wie Jonas Levy, der Schwager ihres Bruders, und dessen Frau Sophia zunächst am 26.04.1942 von Remagen in das Sammellager Brohl transportiert und am 30.04.1942 mit 770 Deportierten von Koblenz in das Ghetto Krasniczyn, Bez. Lublin, deportiert und vermutlich on Sobibor ermordet. Sie finden sich auf einer Liste des Landrates des Landkreises Ahrweiler mit den Namen von 21 jüdischen Bewohnern der Städte Remagen und Sinzig, die am 26.4.1942 „unbekannt wohin verzogen“ bzw. „ausgewandert“ sind. Das Ghetto Litzmannstadt/Lodz ist ein Durchgangslager für die Vernichtungslager Sobibor, Belzec, Treblinka und Auschwitz. Das Ghetto wird am 6.06.1942 geschlossen und die Überlebenden nach Sobibor gebracht und dort ermordet.

Für Henriette Wolffs geb. Rosenthal wurde am 19.04.2012 ein Stolperstein in Remagen in der Bachstraße 19 verlegt.

Für Henriette Wolffs geb. Rosenthal ist auch ein Stolperstein in Remagen verlegt.

Recherche: Susanne Hermanns und Schüler der HTG Ihlow
Eingabe und Ergänzungen: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 15.01.2022)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943
Meldekarte, NLA Aurich
http://www.emden-lodz.de
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_rhl_420430.html
Gedenkblatt für Henriette Wolffs geb. Rosenthal bei Yad Vashem von Hans Homberg, Cousin https://dewiki.de/Lexikon/Liste_der_Stolpersteine_in_Remagen
Literatur:
Patenschaft: Klasse 9D der Hermann-Tempel-Gesamtschule Ihlow
Verlegetermin: 5. Dezember 2015