Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Wolff „Benjamin-Zeev“ Wolff

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

Wolff „Benjamin-Zeev“ WOLFF
geboren am 3. Juni 1902 in Aurich

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 1958
Todesort: Haifa
Wolff Wolff wird am 3. Juni 1902 in Aurich geboren. Seine Eltern sind der Auricher Schlachter Levy Abraham Wolff (1862-1937) und Clara Wolff geb. Wolffs (1872-1943). Er hat einen älteren Bruder Abraham Levy Wolff (1901-1942) und eine jüngere Schwester Gelly Wolff (1906-1977).

Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse, beginnend mit der Mutter von Wolff Wolff:
„Um noch eine andere Familie geht es hier an dieser Stelle bei der Verlegung der Stolpersteine. Wir hören jetzt von Clara Wolff, geborene Wolffs, zur Welt gekommen in Aurich am 5. Oktober 1872. Sie war die Tochter der Eheleute Wolff Benjamin Abraham Wolffs (1839-1912) und der Gelli Cosmann Hoffmann (1843-1884). Clara verlor ihre Mutter schon mit 12 Jahren, ihr Vater hat danach noch einmal geheiratet (Fanny Wolffs 1856-1934).
Clara selber heiratete den Auricher Schlachter Levy Abraham Wolff (1862-1937), der aus einer alteingesessenen Auricher Familie stammte. Er war der Sohn des Abraham Wolff Levy Wolff (1820-1881) und der Hanne Benjamin Baruch Wolff (1830-1918). Schlachter Levy Abraham Wolff starb 1937 und Clara blieb als Witwe mit zwei erwachsenen Kindern zurück. Sie hat viel Leid erlebt in jungen Jahren, zwei Söhne, die, im Abstand von einigen Jahren geboren, beide Benjamin hießen, starben noch vor dem Ersten Weltkrieg als Kinder.
Erwachsen wurden Claras Kinder Abraham Levy Wolff (1901-1942), Wolff Levy Wolff (1902-1956), für den heute auch ein Stolperstein verlegt wird und Gelly Wolff (1906-1977), für die ebenfalls heute ein Stolperstein verlegt wird. Claras Tochter Gelly Wolff wurde 1906 in Aurich geboren. Sie heiratete Gustav Wolff (auch Gershom genannt) aus Aurich-Sandhorst, der von den Nazis 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Gelly selber überlebte den Naziterror, konnte nach Israel gelangen und starb dort 1977.

Ihr Bruder Wolff Wolff, in Aurich geboren 1902, konnte am 11.02.1938 aus Aurich fliehen und auch nach Israel gelangen. Dort nannte er sich „Benjamin-Zeev“ (Zeev Hebräisch für Wolff). Von seiner Schwiegertochter Rahel erfahren wir, dass er in einem Textilwerk arbeitete und ein sehr hilfsbereiter Mensch war. Er starb 1956 in Haifa nach langem schweren Leiden.
Wolff/Benjamin-Zeev heiratete 1940 in Israel Hadassa Hinde Malka Koppel, die aus einer rumänisch-jüdischen Familie stammte, die auch rechtzeitig nach Israel auswandern konnte. Den Namen Hadassa (als Abwandlung des rumänischen „Hinde“) hatte sie erst in Israel angenommen. In dieser Ehe wurden zwei Kinder geboren. Zipora. Der Sohn wurde Yehuda Wolff genannt. Er heiratete Rahel Wolff und hatte mit ihr vier Kinder. Die Tochter nannten sie Zipora.Sie heiratete Emerich Goldstein und hatte ebenfalls vier Kinder.

Clara Wolff floh am 1.03.1938 zu ihrem Sohn Abraham Levy Wolff nach Groningen in die Folkingerstraat 19. Der war bereits im September 1933 dorthin mit seiner Frau Frieda geb Hess ausgewandert.

Besonders erschüttert hat uns bei der weiteren Recherche, dass Mutter Clara Wolff wie alle ihre erwachsen gewordenen Geschwister ermordet wurde. Clara selber wurde im Alter von 70 Jahren über das niederländische Durchgangslager Westerbork nach Sobibor verschleppt und dort am 25. März 1943 ermordet. Ihre Geschwister starben in verschiedenen Ghettos und Lagern der Nazis in Osteuropa. Auch ihr Sohn Abraham Levy und seine Frau Frieda wurden in Sobibor ermordet. Überlebt hat aus ihrer Generation diese Zeit niemand. Wir dürfen sie nicht vergessen, darum stehen wir heute hier.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer

Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)

Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Auskünfte der Familie
Literatur:  
Patenschaft: Heinz-Werner Windhorst
Verlegetermin: 24. Juni  2021

 

 

 

Clara „Clärchen“ Wolff geb. Wolffs

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

Clara WOLFF geb. Wolffs
geboren am 5. Oktober 1872 in Aurich

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 25.03.1943
Todesort: Sobibor
Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse:

„Um noch eine andere Familie geht es hier an dieser Stelle bei der Verlegung der Stolpersteine. Wir hören jetzt von Clara Wolff, geborene Wolffs, zur Welt gekommen in Aurich am 5. Oktober 1872. Sie war die Tochter der Eheleute Wolff Benjamin Abraham Wolffs (1839-1912) und der Gelli Cosmann Hoffmann (1843-1884). Clara verlor ihre Mutter schon mit 12 Jahren, ihr Vater hat danach noch einmal geheiratet (Fanny Wolffs 1856-1934).
Clara selber heiratete am 21.12.1900 den Auricher Schlachter Levy Abraham Wolff (1862-1937), der aus einer alteingesessenen Auricher Familie stammte. Er war der Sohn des Abraham Wolff Levy Wolff (1820-1881) und der Hanne Benjamin Baruch Wolff (1830-1918). Schlachter Levy Abraham Wolff starb 1937 und Clara blieb als Witwe mit zwei erwachsenen Kindern zurück. Sie hat viel Leid erlebt in jungen Jahren, zwei Söhne, die, im Abstand von einigen Jahren geboren, beide Benjamin hießen, starben noch vor dem Ersten Weltkrieg als Kinder.
Erwachsen wurden Claras Kinder Abraham Levy Wolff (1901-1942), Wolff Levy Wolff (1902-1956), für den heute auch ein Stolperstein verlegt wird und Gelly Wolff (1906-1977), für die ebenfalls heute ein Stolperstein verlegt wird. Claras Tochter Gelly Wolff wurde 1906 in Aurich geboren. Sie heiratete Gustav Wolff (auch Gershom genannt) aus Aurich-Sandhorst, der von den Nazis 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Gelly selber überlebte den Naziterror, konnte nach Israel gelangen und starb dort 1977.

Ihr Bruder Wolff Wolff, in Aurich geboren 1902, konnte am 11.02.1938 aus Aurich fliehen und auch nach Israel gelangen. Dort nannte er sich „Benjamin-Zeev“ (Zeev Hebräisch für Wolff). Von seiner Schwiegertochter Rahel erfahren wir, dass er in einem Textilwerk arbeitete und ein sehr hilfsbereiter Mensch war. Er starb 1956 in Haifa nach langem schweren Leiden.
Wolff/Benjamin-Zeev heiratete 1940 in Israel Hadassa Hinde Malka Koppel, die aus einer rumänisch-jüdischen Familie stammte, die auch rechtzeitig nach Israel auswandern konnte. Den Namen Hadessa (als Abwandlung des rumänischen „Hinde“) hatte sie erst in Israel angenommen. In dieser Ehe wurden zwei Kinder geboren. Der Sohn wurde Yehuda Wolff genannt. Er heiratete Rahel Wolff und hatte mit ihr vier Kinder. Die Tochter nannten sie Zipora.Sie heiratete Emerich Goldstein und hatte ebenfalls vier Kinder.

Clara Wolff floh am 1.03.1938 zu ihrem Sohn Abraham Levy Wolff nach Groningen in die Folkingerstraat 19. Der war bereits im September 1933 dorthin mit seiner Frau Frieda geb Hess ausgewandert.

Besonders erschüttert hat uns bei der weiteren Recherche, dass Mutter Clara Wolff wie alle ihre erwachsen gewordenen Geschwister ermordet wurde. Clara selber wurde im Alter von 70 Jahren am 12. März 1943 im niederländische Durchgangslager Westerbork interniert, kurz darauf in das Vernichtungslager Sobibor verschleppt und dort am 25. März 1943 ermordet. Ihre Geschwister starben in verschiedenen Ghettos und Lagern der Nazis in Osteuropa. Auch ihr Sohn Abraham Levy und seine Frau Frieda wurden in Sobibor ermordet. Überlebt hat aus ihrer Generation diese Zeit niemand. Wir dürfen sie nicht vergessen, darum stehen wir heute hier.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Auskünfte der Familie
Literatur:  
Patenschaft: Bernd Volker Brahms
Verlegetermin: 24. Juni  2021

 

 

 

Emelie Wolff verh. Faber

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

Emilie Wolff verh. Farber
geboren am 24. Januar 1935 in Aurich

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 26. Juli 1972
Todesort: San Francisco, Kalifornien, USA
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Emilie Wolff verh. Farber (1935-1972), Foto: privat

Emilie Wolff wird am 26.07.1935 in Aurich geboren. Sie ist die jüngste Tochter von Jonas Wolff (1897-1981) aus Aurich und Senta Wolff geb. Wolff (1903-1973) aus Aurich-Kirchdorf. Sie wächst mit ihren Geschwistern Lia (*27.06.1931) und David „Bodo“ (*28.01.1933) in Aurich auf. Sie kann mit ihrer Familie im April 1939 in die USA fliehen. Dort heiratet sie am 26.10.1957 in Alameda Stanley Morton Farber (*27.11.1933 in Almeda + 19.01.2005). Sie haben zwei Kinder.
Emelie stirbt am 26.07.1972 im Alter von 37 Jahren.Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse:„Als wir in einem ersten Schritt nach Dokumenten zur Familie von Jonas und Senta Wolff geschaut haben, haben wir ganz Merkwürdiges erlebt. Zuerst waren wir sehr froh, als wir als erstes Dokument zur Familie von Jonas und Senta Wolff die Schiffspassage gefunden haben: ihre Namen und die Namen ihrer Kinder fanden sich auf der Passagierliste des Schiffes „President Roosevelt“ vom 23. April 1939. Sie sind sicher von Hamburg nach New York gefahren und gut angekommen. Das hat uns irgendwie etwas beruhigt und dann haben wir in vielen Unterlagen weitergesucht. Wir waren trotz allen Grauens froh, dass die Familie doch mit dem Leben davongekommen war. Dazu hören wir später noch etwas.Dann haben wir uns überlegt, ob Jonas Wolff wohl noch Geschwister hatte? Ja, hatte er, noch acht Geschwister. Und dann hat uns ein ganz anderes Gefühl eingeholt: wir waren und sind entsetzt, was mit der dieser großen Auricher Familie geschah. Ein Bruder Wilhelm ist noch vor dem Beginn der Nazizeit in Aurich verstorben, er hatte sich eine schwere Lungenentzündung eingehandelt und starb mit 42 Jahren im April 1924. Aber alle anderen sieben Geschwister haben Furchtbares durchmachen müssen: auch nicht eines der Geschwister wurde nicht von den Nazis umgebracht: Jonas` Bruder Benjamin (auch Benno), der am längsten in Aurich ausgeharrt hatte, starb im Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk im November 1941, Bruder Levy (auch Louis) und seine Frau wurden im KZ Auschwitz am 5. November 1942 umgebracht, Schwester Minna und ihr Mann 1942 im KZ Kulmhof oder Chelmo 1942, die schon 1934 verwitwete Schwester Frieda auch im Mai 1942 in Kulmhof/Chelmo, der Bruder Iwan Wolff mit seiner in Auschwitz am 26. Februar 1943, der Bruder Hermann Wolff am 27.01.1945 im KZ Buchenwald bei Weimar, der Bruder David wurde mit seiner Frau im Herbst 1944 in Auschwitz ermordet. Jetzt wurde uns deutlich: von den neun Geschwistern der großen Auricher Familie Wolff war Jonas mit seiner Familie der Einzige, der die Kriegszeit überlebte. Was für eine schreckliche Geschichte. So viel Leid und so viel große Schuld.In einem zweiten Schritt haben wir uns überlegt: woher stammte Senta Wolff, die Ehefrau des Jonas Wolff? Senta Wolff, geb. Wolff war auch eine geborene Wolff, ihre Eltern lebten in Aurich-Kirchdorf-Westerfeld, die Westerfelder Straße kennen die meisten. Dort wurde Senta am 30. Juni 1903 geboren, ihre Eltern hießen Benjamin Wolff und Emilie de Löwe. Vater Benjamin starb 1920 in Kirchdorf, Mutter Emilie musste die Nazizeit miterleben, konnte aber auch noch nach Amerika fliehen. Wir haben in einer Friedhofsliste in Kalifornien ihr Grab gefunden, auf dem Stein wird auch an ihren in Aurich begrabenen Mann erinnert. Zu Sentas eigener Familie hören wir gleich noch etwas.

Wir haben zuerst herauszufinden versucht, ob sie Geschwister hatte und wie es ihnen ergangen sein mag. Senta hatte drei Brüder, denen allen noch die Flucht nach Amerika gelang. Sie haben alle in Kalifornien gelebt. Zwei von ihnen, Leopold und Josef sind ihr Leben lang Junggesellen geblieben. Der älteste Bruder Leopold Wolff wurde 1897 in Aurich-Kirchdorf geboren und fand nach seiner erzwungenen Flucht nach Amerika eine Anstellung als Juwelier. Er wurde 63 Jahre alt und starb 1960. Der jüngste Bruder hieß Joseph Wolff und wurde 1907 in Kirchdorf-Westerfeld geboren, er arbeitete in Kalifornien als Barkeeper und starb im Alter von erst 51 Jahren. Eine Familie hatte er nicht.  Der dritte Bruder hieß Siegfried Wolff und wurde in den USA meistens „Fred“ genannt.  Es hat uns sehr berührt, dass Siegfried in Amerika eine andere von den Nazis verfolgte Auricherin traf, die dann seine Frau wurde. Sie hieß Helga Wolff und war als zehnjähriges Kind 1939 wohl mit einem Kindertransport nach Großbritannien gekommen. Mutterseelenallein! Ihr Vater Ludwig schaffte es vier Wochen später auch nach Großbritannien, doch bevor er für seine Frau und seinen Sohn die Flucht aus Aurich vorbereiten konnte, hatten die Nazis sie verhaftet und haben beide dann im März 1943 in Auschwitz umgebracht. In einem dritten Schritt haben wir uns dann die eigentliche Familie von Jonas und Senta Wolff angesehen.

Jonas Wolff (1939) Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Die Auricher Eheleute Jonas und Senta Wolff, geborene Wolff wurden am 3. Mai 1929 in Kirchdorf-Westerfeld im Elternhaus der Braut getraut. Wer hat wohl damals gedacht, dass sie zehn Jahre später nach jahrelanger Verfolgung und Demütigung aus ihrer Heimatstadt flüchten müssten – und das in letzter Minute, bevor auch sie von den Nazis verhaftet und ermordet worden wären.

Als sie Aurich verließen, gehörten drei Kinder zu ihrer Familie. Die älteste Tochter Leah wurde 1931 geboren, als zweites Kind wurde ein Sohn David (manchmal auch Bodo genannt) 1933 geboren, die jüngste war Emilie, geboren 1935. Ihre Kinderzeit in Aurich war geprägt von Schikanen und Terror, der auch vor den jüdischen Kindern und Jugendlichen nicht Halt machte.

1939 konnte die Familie auf dem Schiff „Präsident Roosevelt“ in Hamburg fünf Plätze ergattern und kam so sicher nach New York. Weil Familie Wolff über Verwandte Kontakte nach Kalifornien hatte, zog die Familie auch dort hin.

Der Anfang im neuen Land muss gerade auch für die Kinder sehr schwer gewesen sein – aber alles wurde sicher aufgewogen von der Tatsache, endlich sicher leben zu können. Vater Jonas wurde 85 Jahre alt, Mutter Senta wurde 70 Jahre alt. Zuletzt lebte das Ehepaar in Castor Valley, Kalifornien.

Allen Ziegler (1918-2003), Foto: privat

Ihre drei Kinder blieben dort: Tochter Leah ist leider Anfang dieses Jahres verstorben. Sie starb im Alter von 89 Jahren am 3. Januar 2021. Ihr Mann hieß Sanford Allen Ziegler und stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie, die 1907 schon nach Amerika gekommen war. Sanford Ziegler starb 2003 im Alter von 85 Jahren. Ihre Kinder John, Karen und Joe leben in Kalifornien.

Der zweite Sohn David, in Aurich 1935 geboren, wurde 68 Jahre alt und starb 2001, seine Ehefrau heißt Marilyn Wolff, geb. Goldstone, ist 79 Jahre alt und lebt in Kalifornien. Sie haben zwei Kinder.  Ihre Eltern führten ein bekanntes Lokal in San Francisco.

Die jüngste Wolff-Tochter Emilie wurde nur 37 Jahre alt und lebte mit ihrem ebenfalls verstorbenen Mann Stanley Morton Färber auch in Kalifornien. Eine Tochter Susan Färber-Casas starb 2016 mit 56 Jahren, eine andere Tochter Stephanie lebt in Kalifornien.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: geni.com (Familiendatenbank)
Auskünfte von Familienmitgliedern
Literatur:
Patenschaft: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur
Verlegetermin: 24. Juni 2021

 

 

 

David „Bodo Wolff

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

David „Bodo“ Wolff
geboren am 28. Januar 1933 in Aurich

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 12. Mai 2001
Todesort: Kalifornien, USA

Marilyn Wolff geb. Gladstone, Foto: privat

David „Bodo“ Wolff wird am 28.01.1933 in Aurich geboren. Er ist der Sohn von Jonas Wolff (1897-1981) aus Aurich und Senta Wolff geb. Wolff (1903-1973) aus Aurich-Kirchdorf. Er wächst mit seinen Geschwistern Lia (*27.06.1931) und Emilie (*24.01.1935) in Aurich auf. Er kann mit seiner Familie im April 1939 in die USA fliehen. Dort heiratet er 4.04.1965 in San Francisco Marilyn Goldstone (*4.02.1942 in Almeda). Sie haben zwei Kinder.
David stirbt am 12.05.2001 im Alter von 68 Jahren. Seine Frau lebt in Kalifornien.Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse:

„Als wir in einem ersten Schritt nach Dokumenten zur Familie von Jonas und Senta Wolff geschaut haben, haben wir ganz Merkwürdiges erlebt. Zuerst waren wir sehr froh, als wir als erstes Dokument zur Familie von Jonas und Senta Wolff die Schiffspassage gefunden haben: ihre Namen und die Namen ihrer Kinder fanden sich auf der Passagierliste des Schiffes „President Roosevelt“ vom 23. April 1939. Sie sind sicher von Hamburg nach New York gefahren und gut angekommen. Das hat uns irgendwie etwas beruhigt und dann haben wir in vielen Unterlagen weitergesucht. Wir waren trotz allen Grauens froh, dass die Familie doch mit dem Leben davongekommen war. Dazu hören wir später noch etwas.

Dann haben wir uns überlegt, ob Jonas Wolff wohl noch Geschwister hatte? Ja, hatte er, noch acht Geschwister. Und dann hat uns ein ganz anderes Gefühl eingeholt: wir waren und sind entsetzt, was mit der dieser großen Auricher Familie geschah. Ein Bruder Wilhelm ist noch vor dem Beginn der Nazizeit in Aurich verstorben, er hatte sich eine schwere Lungenentzündung eingehandelt und starb mit 42 Jahren im April 1924. Aber alle anderen sieben Geschwister haben Furchtbares durchmachen müssen: auch nicht eines der Geschwister wurde nicht von den Nazis umgebracht: Jonas` Bruder Benjamin (auch Benno), der am längsten in Aurich ausgeharrt hatte, starb im Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk im November 1941, Bruder Levy (auch Louis) und seine Frau wurden im KZ Auschwitz am 5. November 1942 umgebracht, Schwester Minna und ihr Mann 1942 im KZ Kulmhof oder Chelmo 1942, die schon 1934 verwitwete Schwester Frieda auch im Mai 1942 in Kulmhof/Chelmo, der Bruder Iwan Wolff mit seiner in Auschwitz am 26. Februar 1943, der Bruder Hermann Wolff am 27.01.1945 im KZ Buchenwald bei Weimar, der Bruder David wurde mit seiner Frau im Herbst 1944 in Auschwitz ermordet. Jetzt wurde uns deutlich: von den neun Geschwistern der großen Auricher Familie Wolff war Jonas mit seiner Familie der Einzige, der die Kriegszeit überlebte. Was für eine schreckliche Geschichte. So viel Leid und so viel große Schuld.

In einem zweiten Schritt haben wir uns überlegt: woher stammte Senta Wolff, die Ehefrau des Jonas Wolff? Senta Wolff, geb. Wolff war auch eine geborene Wolff, ihre Eltern lebten in Aurich-Kirchdorf-Westerfeld, die Westerfelder Straße kennen die meisten. Dort wurde Senta am 30. Juni 1903 geboren, ihre Eltern hießen Benjamin Wolff und Emilie de Löwe. Vater Benjamin starb 1920 in Kirchdorf, Mutter Emilie musste die Nazizeit miterleben, konnte aber auch noch nach Amerika fliehen. Wir haben in einer Friedhofsliste in Kalifornien ihr Grab gefunden, auf dem Stein wird auch an ihren in Aurich begrabenen Mann erinnert. Zu Sentas eigener Familie hören wir gleich noch etwas.

Wir haben zuerst herauszufinden versucht, ob sie Geschwister hatte und wie es ihnen ergangen sein mag. Senta hatte drei Brüder, denen allen noch die Flucht nach Amerika gelang. Sie haben alle in Kalifornien gelebt. Zwei von ihnen, Leopold und Josef sind ihr Leben lang Junggesellen geblieben. Der älteste Bruder Leopold Wolff wurde 1897 in Aurich-Kirchdorf geboren und fand nach seiner erzwungenen Flucht nach Amerika eine Anstellung als Juwelier. Er wurde 63 Jahre alt und starb 1960. Der jüngste Bruder hieß Joseph Wolff und wurde 1907 in Kirchdorf-Westerfeld geboren, er arbeitete in Kalifornien als Barkeeper und starb im Alter von erst 51 Jahren. Eine Familie hatte er nicht.  Der dritte Bruder hieß Siegfried Wolff und wurde in den USA meistens „Fred“ genannt.  Es hat uns sehr berührt, dass Siegfried in Amerika eine andere von den Nazis verfolgte Auricherin traf, die dann seine Frau wurde. Sie hieß Helga Wolff und war als zehnjähriges Kind 1939 wohl mit einem Kindertransport nach Großbritannien gekommen. Mutterseelenallein! Ihr Vater Ludwig schaffte es vier Wochen später auch nach Großbritannien, doch bevor er für seine Frau und seinen Sohn die Flucht aus Aurich vorbereiten konnte, hatten die Nazis sie verhaftet und haben beide dann im März 1943 in Auschwitz umgebracht. In einem dritten Schritt haben wir uns dann die eigentliche Familie von Jonas und Senta Wolff angesehen.

Jonas Wolff (1939) Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Die Auricher Eheleute Jonas und Senta Wolff, geborene Wolff wurden am 3. Mai 1929 in Kirchdorf-Westerfeld im Elternhaus der Braut getraut. Wer hat wohl damals gedacht, dass sie zehn Jahre später nach jahrelanger Verfolgung und Demütigung aus ihrer Heimatstadt flüchten müssten – und das in letzter Minute, bevor auch sie von den Nazis verhaftet und ermordet worden wären.

Als sie Aurich verließen, gehörten drei Kinder zu ihrer Familie. Die älteste Tochter Leah wurde 1931 geboren, als zweites Kind wurde ein Sohn David (manchmal auch Bodo genannt) 1933 geboren, die jüngste war Emilie, geboren 1935. Ihre Kinderzeit in Aurich war geprägt von Schikanen und Terror, der auch vor den jüdischen Kindern und Jugendlichen nicht Halt machte.

1939 konnte die Familie auf dem Schiff „Präsident Roosevelt“ in Hamburg fünf Plätze ergattern und kam so sicher nach New York. Weil Familie Wolff über Verwandte Kontakte nach Kalifornien hatte, zog die Familie auch dort hin.

Der Anfang im neuen Land muss gerade auch für die Kinder sehr schwer gewesen sein – aber alles wurde sicher aufgewogen von der Tatsache, endlich sicher leben zu können. Vater Jonas wurde 85 Jahre alt, Mutter Senta wurde 70 Jahre alt. Zuletzt lebte das Ehepaar in Castor Valley, Kalifornien.

Ihre drei Kinder blieben dort: Tochter Leah ist leider Anfang dieses Jahres verstorben. Sie starb im Alter von 89 Jahren am 3. Januar 2021. Ihr Mann hieß Sanford Allen Ziegler und stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie, die 1907 schon nach Amerika gekommen war. Sanford Ziegler starb 2003 im Alter von 85 Jahren. Ihre Kinder John, Karen und Joe leben in Kalifornien.

Der zweite Sohn David, in Aurich 1935 geboren, wurde 68 Jahre alt und starb 2001, seine Ehefrau heißt Marilyn Wolff, geb. Goldstone, ist 79 Jahre alt und lebt in Kalifornien. Sie haben zwei Kinder.  Ihre Eltern führten ein bekanntes Lokal in San Francisco. Die jüngste Wolff-Tochter Emilie wurde nur 37 Jahre alt und lebte mit ihrem ebenfalls verstorbenen Mann Stanley Morton Färber auch in Kalifornien. Eine Tochter Susan Färber-Casas starb 2016 mit 56 Jahren, eine andere Tochter Stephanie lebt in Kalifornien.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto: Familienbesitz
Opfergruppe: Juden
Quellen: geni.com (Familiendatenbank)
Auskünfte von Familienmitgliedern
Literatur:  
Patenschaft: Ostfriesische Brandkasse
Verlegetermin: 24. Juni 2021

 

 

 

Lia Wolff verh. Ziegler

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

Lia Wolff verh. Ziegler
geboren am 27. Juni 1931 in Aurich

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 3. Januar 2021
Todesort: Kalifornien, USA
Lia Wolff wird am 27.06.1931 in Aurich geboren. Sie ist die Tochter von Jonas Wolff (1897-1981) aus Aurich und Senta Wolff geb. Wolff (1903-1973) aus Aurich-Kirchdorf. Sie wächst mit ihren Geschwistern David „Bodo“ (*28.01.1933) und Emilie (*24.01.1935) in Aurich auf. Sie kann mit ihrer Familie im April 1939 in die USA fliehen. Dort heiratet sie Sanford Allen Ziegler, der aus einer polnisch-jüdischen Familie stammt. Sanford Allen Ziegler stirbt 2003 im Alter von 85 Jahren. Ihre Kinder John, Karen und Joe leben in Kalifornien. Lia (Leah) stirbt am 3.01.2021 im Alter von 89 Jahren.

Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse:

„Als wir in einem ersten Schritt nach Dokumenten zur Familie von

Jonas Wolff (1939) Foto der Kennkarte, NLA Aurich

Jonas und Senta Wolff geschaut haben, haben wir ganz Merkwürdiges erlebt. Zuerst waren wir sehr froh, als wir als erstes Dokument zur Familie von Jonas und Senta Wolff die Schiffspassage gefunden haben: ihre Namen und die Namen ihrer Kinder fanden sich auf der Passagierliste des Schiffes „President Roosevelt“ vom 23. April 1939. Sie sind sicher von Hamburg nach New York gefahren und gut angekommen. Das hat uns irgendwie etwas beruhigt und dann haben wir in vielen Unterlagen weitergesucht. Wir waren trotz allen Grauens froh, dass die Familie doch mit dem Leben davongekommen war. Dazu hören wir später noch etwas.

Dann haben wir uns überlegt, ob Jonas Wolff wohl noch Geschwister hatte? Ja, hatte er, noch acht Geschwister. Und dann hat uns ein ganz anderes Gefühl eingeholt: wir waren und sind entsetzt, was mit der dieser großen Auricher Familie geschah. Ein Bruder Wilhelm ist noch vor dem Beginn der Nazizeit in Aurich verstorben, er hatte sich eine schwere Lungenentzündung eingehandelt und starb mit 42 Jahren im April 1924. Aber alle anderen sieben Geschwister haben Furchtbares durchmachen müssen: auch nicht eines der Geschwister wurde nicht von den Nazis umgebracht: Jonas` Bruder Benjamin (auch Benno), der am längsten in Aurich ausgeharrt hatte, starb im Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk im November 1941, Bruder Levy (auch Louis) und seine Frau wurden im KZ Auschwitz am 5. November 1942 umgebracht, Schwester Minna und ihr Mann 1942 im KZ Kulmhof oder Chelmo 1942, die schon 1934 verwitwete Schwester Frieda auch im Mai 1942 in Kulmhof/Chelmo, der Bruder Iwan Wolff mit seiner in Auschwitz am 26. Februar 1943, der Bruder Hermann Wolff am 27.01.1945 im KZ Buchenwald bei Weimar, der Bruder David wurde mit seiner Frau im Herbst 1944 in Auschwitz ermordet. Jetzt wurde uns deutlich: von den neun Geschwistern der großen Auricher Familie Wolff war Jonas mit seiner Familie der Einzige, der die Kriegszeit überlebte. Was für eine schreckliche Geschichte. So viel Leid und so viel große Schuld.

In einem zweiten Schritt haben wir uns überlegt: woher stammte Senta Wolff, die Ehefrau des Jonas Wolff? Senta Wolff, geb. Wolff war auch eine geborene Wolff, ihre Eltern lebten in Aurich-Kirchdorf-Westerfeld, die Westerfelder Straße kennen die meisten. Dort wurde Senta am 30. Juni 1903 geboren, ihre Eltern hießen Benjamin Wolff und Emilie de Löwe. Vater Benjamin starb 1920 in Kirchdorf, Mutter Emilie musste die Nazizeit miterleben, konnte aber auch noch nach Amerika fliehen. Wir haben in einer Friedhofsliste in Kalifornien ihr Grab gefunden, auf dem Stein wird auch an ihren in Aurich begrabenen Mann erinnert. Zu Sentas eigener Familie hören wir gleich noch etwas.

Wir haben zuerst herauszufinden versucht, ob sie Geschwister hatte und wie es ihnen ergangen sein mag. Senta hatte drei Brüder, denen allen noch die Flucht nach Amerika gelang. Sie haben alle in Kalifornien gelebt. Zwei von ihnen, Leopold und Josef sind ihr Leben lang Junggesellen geblieben. Der älteste Bruder Leopold Wolff wurde 1897 in Aurich-Kirchdorf geboren und fand nach seiner erzwungenen Flucht nach Amerika eine Anstellung als Juwelier. Er wurde 63 Jahre alt und starb 1960. Der jüngste Bruder hieß Joseph Wolff und wurde 1907 in Kirchdorf-Westerfeld geboren, er arbeitete in Kalifornien als Barkeeper und starb im Alter von erst 51 Jahren. Eine Familie hatte er nicht.  Der dritte Bruder hieß Siegfried Wolff und wurde in den USA meistens „Fred“ genannt.  Es hat uns sehr berührt, dass Siegfried in Amerika eine andere von den Nazis verfolgte Auricherin traf, die dann seine Frau wurde. Sie hieß Helga Wolff und war als zehnjähriges Kind 1939 wohl mit einem Kindertransport nach Großbritannien gekommen. Mutterseelenallein! Ihr Vater Ludwig schaffte es vier Wochen später auch nach Großbritannien, doch bevor er für seine Frau und seinen Sohn die Flucht aus Aurich vorbereiten konnte, hatten die Nazis sie verhaftet und haben beide dann im März 1943 in Auschwitz umgebracht. In einem dritten Schritt haben wir uns dann die eigentliche Familie von Jonas und Senta Wolff angesehen.

Die Auricher Eheleute Jonas und Senta Wolff, geborene Wolff wurden am 3. Mai 1929 in Kirchdorf-Westerfeld im Elternhaus der Braut getraut. Wer hat wohl damals gedacht, dass sie zehn Jahre später nach jahrelanger Verfolgung und Demütigung aus ihrer Heimatstadt flüchten müssten – und das in letzter Minute, bevor auch sie von den Nazis verhaftet und ermordet worden wären.

Als sie Aurich verließen, gehörten drei Kinder zu ihrer Familie. Die älteste Tochter Leah wurde 1931 geboren, als zweites Kind wurde ein Sohn David (manchmal auch Bodo genannt) 1933 geboren, die jüngste war Emilie, geboren 1935. Ihre Kinderzeit in Aurich war geprägt von Schikanen und Terror, der auch vor den jüdischen Kindern und Jugendlichen nicht Halt machte.
1939 konnte die Familie auf dem Schiff „Präsident Roosevelt“ in Hamburg fünf Plätze ergattern und kam so sicher nach New York. Weil Familie Wolff über Verwandte Kontakte nach Kalifornien hatte, zog die Familie auch dort hin.

Der Anfang im neuen Land muss gerade auch für die Kinder sehr schwer gewesen sein – aber alles wurde sicher aufgewogen von der Tatsache, endlich sicher leben zu können. Vater Jonas wurde 85 Jahre alt, Mutter Senta wurde 70 Jahre alt. Zuletzt lebte das Ehepaar in Castor Valley, Kalifornien.

Stanford Ziegler (1918-2003) Foto: privat

Ihre drei Kinder blieben dort: Tochter Leah ist leider Anfang dieses Jahres verstorben. Sie starb im Alter von 89 Jahren am 3. Januar 2021. Ihr Mann hieß Sanford Allen Ziegler und stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie, die 1907 schon nach Amerika gekommen war. Sanford Ziegler starb 2003 im Alter von 85 Jahren. Ihre Kinder John, Karen und Joe leben in Kalifornien.

Der zweite Sohn David, in Aurich 1935 geboren, wurde 68 Jahre alt und starb 2001, seine Ehefrau heißt Marilyn Wolff, geb. Goldstone, ist 79 Jahre alt und lebt in Kalifornien. Sie haben zwei Kinder.  Ihre Eltern führten ein bekanntes Lokal in San Francisco. Die jüngste Wolff-Tochter Emilie wurde nur 37 Jahre alt und lebte mit ihrem ebenfalls verstorbenen Mann Stanley Morton Färber auch in Kalifornien. Eine Tochter Susan Färber-Casas starb 2016 mit 56 Jahren, eine andere Tochter Stephanie lebt in Kalifornien.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)

 

Literatur:  
Patenschaft: Detlev Loewe
Verlegetermin: 24. Juni 2021

 

 

 

Senta Wolff geb. Wolff

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

Senta WOLFF geb. Wolff
geboren am 30. Juni 1903 in Aurich-Kirchdorf

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 4. Juli 1973
Todesort: Almeda, Kalifornien
Senta Wolff wird 30.06.1903 in Aurich-Kirchdorf geboren. Sie ist die Tochter von Benjamin Wolff (1858-1920) aus Aurich und Emelie Eva de Löwe (1876-1940) aus Norden und wachst mit ihren drei Brüdern (Leopold, Josef und Siegfried) in Kirchdorf-Westerfeld auf. Am 3.05.1929 heiratet sie Jonas Wolff aus Aurich.

Jonas Wolff wird am 14. Februar 1897 als jüngstes von neun Kindern von Samuel Wolff (1846-1929) und Caroline Wolff geb. Löwenthal (1860-1916) in Aurich geboren. Jonas und Senta haben drei Kinder: Lia/Leah (*28.01.1931), David „Bodo“ (*28.01.1933) und Emilie (*24.01.1935). Der Familie gelingt im April 1939 die Flucht in die USA.
Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse:

Jonas Wolff (1939) Foto der Kennkarte, NLA Aurich

„Als wir in einem ersten Schritt nach Dokumenten zur Familie von Jonas und Senta Wolff geschaut haben, haben wir ganz Merkwürdiges erlebt. Zuerst waren wir sehr froh, als wir als erstes Dokument zur Familie von Jonas und Senta Wolff die Schiffspassage gefunden haben: ihre Namen und die Namen ihrer Kinder fanden sich auf der Passagierliste des Schiffes „President Roosevelt“ vom 23. April 1939. Sie sind sicher von Hamburg nach New York gefahren und gut angekommen. Das hat uns irgendwie etwas beruhigt und dann haben wir in vielen Unterlagen weitergesucht. Wir waren trotz allen Grauens froh, dass die Familie doch mit dem Leben davongekommen war. Dazu hören wir später noch etwas.

Dann haben wir uns überlegt, ob Jonas Wolff wohl noch Geschwister hatte? Ja, hatte er, noch acht Geschwister. Und dann hat uns ein ganz anderes Gefühl eingeholt: wir waren und sind entsetzt, was mit der dieser großen Auricher Familie geschah. Ein Bruder Wilhelm ist noch vor dem Beginn der Nazizeit in Aurich verstorben, er hatte sich eine schwere Lungenentzündung eingehandelt und starb mit 42 Jahren im April 1924. Aber alle anderen sieben Geschwister haben Furchtbares durchmachen müssen: auch nicht eines der Geschwister wurde nicht von den Nazis umgebracht: Jonas` Bruder Benjamin (auch Benno), der am längsten in Aurich ausgeharrt hatte, starb im Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk im November 1941, Bruder Levy (auch Louis) und seine Frau wurden im KZ Auschwitz am 5. November 1942 umgebracht, Schwester Minna und ihr Mann 1942 im KZ Kulmhof oder Chelmo 1942, die schon 1934 verwitwete Schwester Frieda auch im Mai 1942 in Kulmhof/Chelmo, der Bruder Iwan Wolff mit seiner in Auschwitz am 26. Februar 1943, der Bruder Hermann Wolff am 27.01.1945 im KZ Buchenwald bei Weimar, der Bruder David wurde mit seiner Frau im Herbst 1944 in Auschwitz ermordet. Jetzt wurde uns deutlich: von den neun Geschwistern der großen Auricher Familie Wolff war Jonas mit seiner Familie der Einzige, der die Kriegszeit überlebte. Was für eine schreckliche Geschichte. So viel Leid und so viel große Schuld.

In einem zweiten Schritt haben wir uns überlegt: woher stammte Senta Wolff, die Ehefrau des Jonas Wolff? Senta Wolff, geb. Wolff war auch eine geborene Wolff, ihre Eltern lebten in Aurich-Kirchdorf-Westerfeld, die Westerfelder Straße kennen die meisten. Dort wurde Senta am 30. Juni 1903 geboren, ihre Eltern hießen Benjamin Wolff und Emilie de Löwe. Vater Benjamin starb 1920 in Kirchdorf, Mutter Emilie musste die Nazizeit miterleben, konnte aber auch noch nach Amerika fliehen. Wir haben in einer Friedhofsliste in Kalifornien ihr Grab gefunden, auf dem Stein wird auch an ihren in Aurich begrabenen Mann erinnert. Zu Sentas eigener Familie hören wir gleich noch etwas.

Wir haben zuerst herauszufinden versucht, ob sie Geschwister hatte und wie es ihnen ergangen sein mag. Senta hatte drei Brüder, denen allen noch die Flucht nach Amerika gelang. Sie haben alle in Kalifornien gelebt. Zwei von ihnen, Leopold und Josef sind ihr Leben lang Junggesellen geblieben. Der älteste Bruder Leopold Wolff wurde 1897 in Aurich-Kirchdorf geboren und fand nach seiner erzwungenen Flucht nach Amerika eine Anstellung als Juwelier. Er wurde 63 Jahre alt und starb 1960. Der jüngste Bruder hieß Joseph Wolff und wurde 1907 in Kirchdorf-Westerfeld geboren, er arbeitete in Kalifornien als Barkeeper und starb im Alter von erst 51 Jahren. Eine Familie hatte er nicht.  Der dritte Bruder hieß Siegfried Wolff und wurde in den USA meistens „Fred“ genannt.  Es hat uns sehr berührt, dass Siegfried in Amerika eine andere von den Nazis verfolgte Auricherin traf, die dann seine Frau wurde. Sie hieß Helga Wolff und war als zehnjähriges Kind 1939 wohl mit einem Kindertransport nach Großbritannien gekommen. Mutterseelenallein! Ihr Vater Ludwig schaffte es vier Wochen später auch nach Großbritannien, doch bevor er für seine Frau und seinen Sohn die Flucht aus Aurich vorbereiten konnte, hatten die Nazis sie verhaftet und haben beide dann im März 1943 in Auschwitz umgebracht. In einem dritten Schritt haben wir uns dann die eigentliche Familie von Jonas und Senta Wolff angesehen.

Die Auricher Eheleute Jonas und Senta Wolff, geborene Wolff wurden am 3. Mai 1929 in Kirchdorf-Westerfeld im Elternhaus der Braut getraut. Wer hat wohl damals gedacht, dass sie zehn Jahre später nach jahrelanger Verfolgung und Demütigung aus ihrer Heimatstadt flüchten müssten – und das in letzter Minute, bevor auch sie von den Nazis verhaftet und ermordet worden wären.

Als sie Aurich verließen, gehörten drei Kinder zu ihrer Familie. Die älteste Tochter Leah wurde 1931 geboren, als zweites Kind wurde ein Sohn David (manchmal auch Bodo genannt) 1933 geboren, die jüngste war Emilie, geboren 1935. Ihre Kinderzeit in Aurich war geprägt von Schikanen und Terror, der auch vor den jüdischen Kindern und Jugendlichen nicht Halt machte.

1939 konnte die Familie auf dem Schiff „Präsident Roosevelt“ in Hamburg fünf Plätze ergattern und kam so sicher nach New York. Weil Familie Wolff über Verwandte Kontakte nach Kalifornien hatte, zog die Familie auch dort hin.

Der Anfang im neuen Land muss gerade auch für die Kinder sehr schwer gewesen sein – aber alles wurde sicher aufgewogen von der Tatsache, endlich sicher leben zu können. Vater Jonas wurde 85 Jahre alt, Mutter Senta wurde 70 Jahre alt. Zuletzt lebte das Ehepaar in Castor Valley, Kalifornien.

Ihre drei Kinder blieben dort: Tochter Leah ist leider Anfang dieses Jahres verstorben. Sie starb im Alter von 89 Jahren am 3. Januar 2021. Ihr Mann hieß Sanford Allen Ziegler und stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie, die 1907 schon nach Amerika gekommen war. Sanford Ziegler starb 2003 im Alter von 85 Jahren. Ihre Kinder John, Karen und Joe leben in Kalifornien.

Der zweite Sohn David, in Aurich 1935 geboren, wurde 68 Jahre alt und starb 2001, seine Ehefrau heißt Marilyn Wolff, geb. Goldstone, ist 79 Jahre alt und lebt in Kalifornien. Sie haben zwei Kinder.  Ihre Eltern führten ein bekanntes Lokal in San Francisco. Die jüngste Wolff-Tochter Emilie wurde nur 37 Jahre alt und lebte mit ihrem ebenfalls verstorbenen Mann Stanley Morton Färber auch in Kalifornien. Eine Tochter Susan Färber-Casas starb 2016 mit 56 Jahren, eine andere Tochter Stephanie lebt in Kalifornien.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:
Patenschaft: Marianne Löwe
Verlegetermin: 24. Juni 2021

Jonas Wolff

Veröffentlicht: 15. August 2011 von westermayer in Verlegung

Jonas WOLFF
geboren am 14. Februar 1897 in Aurich

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 15. Oktober 1981
Todesort: Castor Valley, Kalifornien

Jonas Wolff (1939) Foto der Kennkarte, NLA Aurich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jonas Wolff wird am 14. Februar 1897 als jüngstes von neun Kindern von Samuel Wolff (1846-1929) und Caroline Wolff geb. Löwenthal (1860-1916) in Aurich geboren. Jonas Wolff heiratet am 3.05.1929 Senta Wolff aus Aurich-Kirchdorf. Sie ist die Tochter von Benjamin Wolff (1858-1920) aus Aurich und Emelie Eva de Löwe (1876-1940) aus Norden.
Jonas und Senta haben drei Kinder: Lia/Leah (*28.01.1931), David „Bodo“ (*28.01.1933) und Emilie (*24.01.1935). Der Familie gelingt im April 1939 die Flucht in die USA.
Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur haben mit großem Einsatz die Biografien der Familie erarbeitet. Hier ihre Ergebnisse:„Als wir in einem ersten Schritt nach Dokumenten zur Familie von Jonas und Senta Wolff geschaut haben, haben wir ganz Merkwürdiges erlebt. Zuerst waren wir sehr froh, als wir als erstes Dokument zur Familie von Jonas und Senta Wolff die Schiffspassage gefunden haben: ihre Namen und die Namen ihrer Kinder fanden sich auf der Passagierliste des Schiffes „President Roosevelt“ vom 23. April 1939. Sie sind sicher von Hamburg nach New York gefahren und gut angekommen. Das hat uns irgendwie etwas beruhigt und dann haben wir in vielen Unterlagen weitergesucht. Wir waren trotz allen Grauens froh, dass die Familie doch mit dem Leben davongekommen war. Dazu hören wir später noch etwas.

Dann haben wir uns überlegt, ob Jonas Wolff wohl noch Geschwister hatte? Ja, hatte er, noch acht Geschwister. Und dann hat uns ein ganz anderes Gefühl eingeholt: wir waren und sind entsetzt, was mit der dieser großen Auricher Familie geschah. Ein Bruder Wilhelm ist noch vor dem Beginn der Nazizeit in Aurich verstorben, er hatte sich eine schwere Lungenentzündung eingehandelt und starb mit 42 Jahren im April 1924. Aber alle anderen sieben Geschwister haben Furchtbares durchmachen müssen: auch nicht eines der Geschwister wurde nicht von den Nazis umgebracht: Jonas` Bruder Benjamin (auch Benno), der am längsten in Aurich ausgeharrt hatte, starb im Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk im November 1941, Bruder Levy (auch Louis) und seine Frau wurden im KZ Auschwitz am 5. November 1942 umgebracht, Schwester Minna und ihr Mann 1942 im KZ Kulmhof oder Chelmo 1942, die schon 1934 verwitwete Schwester Frieda auch im Mai 1942 in Kulmhof/Chelmo, der Bruder Iwan Wolff mit seiner in Auschwitz am 26. Februar 1943, der Bruder Hermann Wolff am 27.01.1945 im KZ Buchenwald bei Weimar, der Bruder David wurde mit seiner Frau im Herbst 1944 in Auschwitz ermordet. Jetzt wurde uns deutlich: von den neun Geschwistern der großen Auricher Familie Wolff war Jonas mit seiner Familie der Einzige, der die Kriegszeit überlebte. Was für eine schreckliche Geschichte. So viel Leid und so viel große Schuld.

In einem zweiten Schritt haben wir uns überlegt: woher stammte Senta Wolff, die Ehefrau des Jonas Wolff? Senta Wolff, geb. Wolff war auch eine geborene Wolff, ihre Eltern lebten in Aurich-Kirchdorf-Westerfeld, die Westerfelder Straße kennen die meisten. Dort wurde Senta am 30. Juni 1903 geboren, ihre Eltern hießen Benjamin Wolff und Emilie de Löwe. Vater Benjamin starb 1920 in Kirchdorf, Mutter Emilie musste die Nazizeit miterleben, konnte aber auch noch nach Amerika fliehen. Wir haben in einer Friedhofsliste in Kalifornien ihr Grab gefunden, auf dem Stein wird auch an ihren in Aurich begrabenen Mann erinnert. Zu Sentas eigener Familie hören wir gleich noch etwas.

Wir haben zuerst herauszufinden versucht, ob sie Geschwister hatte und wie es ihnen ergangen sein mag. Senta hatte drei Brüder, denen allen noch die Flucht nach Amerika gelang. Sie haben alle in Kalifornien gelebt. Zwei von ihnen, Leopold und Josef sind ihr Leben lang Junggesellen geblieben. Der älteste Bruder Leopold Wolff wurde 1897 in Aurich-Kirchdorf geboren und fand nach seiner erzwungenen Flucht nach Amerika eine Anstellung als Juwelier. Er wurde 63 Jahre alt und starb 1960. Der jüngste Bruder hieß Joseph Wolff und wurde 1907 in Kirchdorf-Westerfeld geboren, er arbeitete in Kalifornien als Barkeeper und starb im Alter von erst 51 Jahren. Eine Familie hatte er nicht.  Der dritte Bruder hieß Siegfried Wolff und wurde in den USA meistens „Fred“ genannt.  Es hat uns sehr berührt, dass Siegfried in Amerika eine andere von den Nazis verfolgte Auricherin traf, die dann seine Frau wurde. Sie hieß Helga Wolff und war als zehnjähriges Kind 1939 wohl mit einem Kindertransport nach Großbritannien gekommen. Mutterseelenallein! Ihr Vater Ludwig schaffte es vier Wochen später auch nach Großbritannien, doch bevor er für seine Frau und seinen Sohn die Flucht aus Aurich vorbereiten konnte, hatten die Nazis sie verhaftet und haben beide dann im März 1943 in Auschwitz umgebracht. In einem dritten Schritt haben wir uns dann die eigentliche Familie von Jonas und Senta Wolff angesehen.

Die Auricher Eheleute Jonas und Senta Wolff, geborene Wolff wurden am 3. Mai 1929 in Kirchdorf-Westerfeld im Elternhaus der Braut getraut. Wer hat wohl damals gedacht, dass sie zehn Jahre später nach jahrelanger Verfolgung und Demütigung aus ihrer Heimatstadt flüchten müssten – und das in letzter Minute, bevor auch sie von den Nazis verhaftet und ermordet worden wären.

Als sie Aurich verließen, gehörten drei Kinder zu ihrer Familie. Die älteste Tochter Leah wurde 1931 geboren, als zweites Kind wurde ein Sohn David (manchmal auch Bodo genannt) 1933 geboren, die jüngste war Emilie, geboren 1935. Ihre Kinderzeit in Aurich war geprägt von Schikanen und Terror, der auch vor den jüdischen Kindern und Jugendlichen nicht Halt machte.

1939 konnte die Familie auf dem Schiff „Präsident Roosevelt“ in Hamburg fünf Plätze ergattern und kam so sicher nach New York. Weil Familie Wolff über Verwandte Kontakte nach Kalifornien hatte, zog die Familie auch dort hin.

Der Anfang im neuen Land muss gerade auch für die Kinder sehr schwer gewesen sein – aber alles wurde sicher aufgewogen von der Tatsache, endlich sicher leben zu können. Vater Jonas wurde 85 Jahre alt, Mutter Senta wurde 70 Jahre alt. Zuletzt lebte das Ehepaar in Castor Valley, Kalifornien.

Ihre drei Kinder blieben dort: Tochter Leah ist leider Anfang dieses Jahres verstorben. Sie starb im Alter von 89 Jahren am 3. Januar 2021. Ihr Mann hieß Sanford Allen Ziegler und stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie, die 1907 schon nach Amerika gekommen war. Sanford Ziegler starb 2003 im Alter von 85 Jahren. Ihre Kinder John, Karen und Joe leben in Kalifornien.

Der zweite Sohn David, in Aurich 1935 geboren, wurde 68 Jahre alt und starb 2001, seine Ehefrau heißt Marilyn Wolff, geb. Goldstone, ist 79 Jahre alt und lebt in Kalifornien. Sie haben zwei Kinder.  Ihre Eltern führten ein bekanntes Lokal in San Francisco. Die jüngste Wolff-Tochter Emilie wurde nur 37 Jahre alt und lebte mit ihrem ebenfalls verstorbenen Mann Stanley Morton Färber auch in Kalifornien. Eine Tochter Susan Färber-Casas starb 2016 mit 56 Jahren, eine andere Tochter Stephanie lebt in Kalifornien.“

Recherche: Jugendliche der Kirchengemeinde Victorbur:
Jana Joachims, Amke Geiken, Laura Engels, Rieke Broer
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto: Kennkarte, NLA Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen: Judenregister Aurich, Rep. 248, Nr. 943, S. 188, Nr. 255
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank) 
Literatur:
Patenschaft: Elke und Peter Kadelke
Verlegetermin: 24. Juni 2021

 

 

 

Frieda Wolff geb. Hess

Veröffentlicht: 14. August 2011 von westermayer in Verlegung

Frieda WOLFF geb. Hess
geboren am 27. Juli 1902 in Weener

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 26. März 1943
Todesort: Sobibor

Frieda Wolff geb. Hess (1938) Foto: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frieda Hess wird am 27.07.1902 als jüngstes von sieben Kindern des Schlachters und Viehhändlers Moses Abraham Hess (*17.10.1861 in Nieuweschans, NL) und Amalia Hess (*2.07.1860 in Eschwege) in Weener geboren.
Drei ihrer Geschwister werden ebenso wie Frieda Opfer der Shoa (Alfred Hess *2.03.1887 Weener +21.09.1943 Auschwitz, Theodor *18.11.1893 Weener +9.07.1943 Sobibor, Paula Wolffs  *16.11.1899 Weener +16.07.1943 Sobibor). Drei weitere Geschwister können in den Niederlanden überleben (Berta Hess *18.03.1888 Weener +14.05.1957 Groningen, Mathilda Meijer *10.07.1890 Bunde +10.01.1982 Groningen, Janette de Jonge *15.06.1891 Weener +2.03.1977 Rotterdam).Frieda heiratet am 15.01.1928 den Auricher Abraham Levy Wolff (*23.06.1901) und zieht nach Aurich.Abraham ist das erste Kind des Schlachters und Viehhändlers Levy Abraham Wolff (geb. 10.08.1862 in Aurich) und seiner Ehefrau Clara / Clärchen geb. Wolffs (geb. 5.10.1872 in Aurich).
Sein Bruder Wolf wird am 3.06.1902, seine Schwester Gelly am 9.07.1906 geboren. Zwei weitere Brüder versterben noch im Kindesalter. Das Ehepaar führt in der Osterstr. 25 einen Viehhandel und Schlachtbetrieb. Auf der Meldekarte der Stadt Aurich ist zusätzlich vermerkt, dass sie koschere Wurstwaren auch zum Versand anboten.Abraham erlernt das Handwerk seines Vaters und wird ebenfalls Schlachter wie auch sein Bruder Wolff. Dieser geht aber schon 1918 nach Frankfurt und arbeitet 1932 auch kurz auf Norderney. Am 11.02.1938 flieht Wolff Wolff nach Palästina, Haifa. Gelly heiratet 1926 den Händler Gustav Wolff aus Sandhorst, 1935 wird die Ehe wieder geschieden. Auch sie schafft es, rechtzeitig mit ihren beiden Kindern Cläre und Josef am 2.04.1937 nach Haifa, Palästina, zu fliehen. Während Gelly auf die Ausreisepapiere wartet, schickt sie ihre Kinder für einige Monate zu ihrem Bruder Abraham und ihrer Schwägerin Frieda nach Groningen.

Frieda und Abraham entschließen sich schon bald nach der Machtübernahme Hitlers, in die Niederlande zu fliehen. Am 13.09.1933 emigrieren die beiden nach Groningen in die Folkingestraat 19. Ihre Ehe wird kinderlos bleiben.

Am 22.09.1937 stirbt Abrahams Vater im Alter von 75 Jahren. Daraufhin hält seine Mutter nichts mehr in Aurich, sie zieht im März 1938 zu ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter nach Groningen.

Abraham wird 1942 im Sammellager Westerbork interniert, von dort am 16. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert und bald nach seiner Ankunft ermordet. In diesen Julitagen werden in drei Transporten etwa 3.000 Internierte von Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Frieda wird zusammen mit Abrahams Mutter Clara am 12. bzw. 13.03.1943 in Westerbork interniert. Warum sie erst ein Jahr später als ihr Mann Abraham aufgegriffen wurden, können wir nicht klären. Vielleicht konnten sie sich einige Zeit versteckt halten. Kurz nach der Internierung werden Frieda und ihre Schwiegermutter Clara am 23.03.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort nach ihrer Ankunft ermordet.

Das Haus Osterstraße 25 an der Ecke zur Wallstraße

Fotos der Stolpersteinverlegung Günther Lübbers

Recherche: Astrid Parisius
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto: Familienbesitz
Opfergruppe: Juden
Quellen: Rep. 249b 320
Judenregister Aurich, Rep. 248
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:
Patenschaft: Dr. Herbert Schnoor
Verlegetermin: 12. Juni  2012

 

 

 

Abraham Levy Wolff

Veröffentlicht: 14. August 2011 von westermayer in Verlegung

Abraham Levy WOLFF
geboren am 23. Juni 1901 in Aurich

 

 

 

Straße: Osterstraße 25
Todesdatum: 27. Juli 1942
Todesort: Auschwitz

Abraham Levy Wolff (1938) Foto: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abraham Levy Wolff wird am 23. Juni 1901 in Aurich geboren. Er ist das erste Kind des Schlachters und Viehhändlers Levy Abraham Wolff (geb. 10.08.1862 in Aurich) und seiner Ehefrau Clara / Clärchen geb. Wolffs (geb. 5.10.1872 in Aurich).
Sein Bruder Wolf wird am 3.6.1902, seine Schwester Gelly am 9.7.1906 geboren. Zwei weitere Brüder versterben noch im Kindesalter. Das Ehepaar führt in der Osterstr. 25 einen Viehhandel und Schlachtbetrieb. Auf der Meldekarte der Stadt Aurich ist zusätzlich vermerkt, dass sie koschere Wurstwaren auch zum Versand anboten.

Abraham erlernt das Handwerk seines Vaters und wird ebenfalls Schlachter wie auch sein Bruder Wolff. Dieser geht aber schon 1918 nach Frankfurt und arbeitet 1932 auch kurz auf Norderney. Am 11.2.1938 flieht Wolff Wolff nach Palästina, Haifa. Gelly heiratet 1926 den Händler Gustav Wolff aus Sandhorst, 1935 wird die Ehe wieder geschieden. Auch sie schafft es, rechtzeitig mit ihren beiden Kindern Cläre und Josef am 2.4.1937 nach Haifa, Palästina, zu fliehen. Während Gelly auf die Ausreisepapiere wartet, schickt sie ihre Kinder für einige Monate zu ihrem Bruder Abraham und ihrer Schwägerin Frieda nach Groningen.  

Abraham Wolff heiratet am 15.01.1928 Frieda Hess (*22.07.1902) aus Weener. Ihr Vater war ebenfalls Viehhändler und Fleischverkäufer. Das Ehepaar entschließt sich schon bald nach der Machtübernahme Hitlers, in die Niederlande zu fliehen. Am 13.09.1933 emigrieren die beiden nach Groningen in die Folkingestraat 19. Ihre Ehe wird kinderlos bleiben.  

Am 22.09.1937 stirbt Abrahams Vater im Alter von 75 Jahren. Daraufhin hält seine Mutter nichts mehr in Aurich, sie zieht im März 1938 zu ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter nach Groningen.  

Abraham wird 1942 im Sammellager Westerbork interniert und von dort am 16. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert. In diesen Julitagen werden in drei Transporten etwa 3.000 Internierte von Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 

Seine Ehefrau Frieda wird zusammen Abrahams Mutter Clara am 12. bzw. 13.03.1943 in Westerbork interniert. Warum sie erst ein Jahr später als ihr Mann Abraham aufgegriffen wurden, können wir nicht erklären. Vielleicht konnte sie sich einige Zeit versteckt halten. Kurz nach der Internierung werden Frieda und ihre Schwiegermutter Clara am 23.03.1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort nach ihrer Ankunft ermordet. 

Das Eckhaus Osterstraße 25 / Wallstraße 1

Fotos von der Verlegung Günther Lübbers

 

  Recherche: Astrid Parisius
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 24.06.2021)
Foto: Familienbesitz
Opfergruppe: Juden
Quellen: Rep. 249b 320
Judenregister Aurich, Rep. 248
Meldekarte, NLA Aurich
geni.com (Familiendatenbank)
Literatur:  
Patenschaft: Wolfgang Ontijd
Verlegetermin: 12. Juni  2012

Hilde Glück geb. Wolff

Veröffentlicht: 31. Dezember 2010 von westermayer in Verlegung

Hilde GLÜCK geb. Wolff
geboren am 17. Juli 1902 in Aurich

Straße: Leerer Landstraße 14
Todesdatum: 1937 Flucht in die USA, verstorben 1992
Todesort: Los Angeles
Hilde Glück wird am 17. Juli 1902 als Tochter von Moses und Rosa Wolff (geb. Sternberg) in Aurich geboren. Ihr Vater (21.04.1859 – 16.04.1916) ist ein erfolgreicher Kaufmann mit eigenem Geschäft in Aurich, lt. Adressbuch von 1897 wohnhaft Wallstr. 49. Auch ihre Mutter kommt aus einer Kaufmannsfamilie. Rosas Vater Meyer Salmon Sternberg betreibt ein Manufaktur- und Produktengeschäft in der Osterstraße 16. Hilde wächst als jüngstes Kind in einer großen Familie mit sieben Geschwistern auf, deren Namen sind: Rosalie, Moritz, Leopold, Erna, Frieda, Iwan und Wilhelm. Ihr jüngster Bruder Richard (geb. am 18.07.1899) ist schon am 6. September 1899, wenige Wochen nach der Geburt gestorben. Hilde verliert ihre Eltern recht früh. Ihr Vater stirbt 1916 und ihre Mutter 1917 beide mit nur 57 Jahren.

Am 4. Dezember 1926 heiratet sie Abraham Glück, der am 1. Mai 1899 in Odessa im damaligen Russland geboren wurde. Er hat schon als Kleinkind beide Eltern verloren und sein Leben als Waisenkind war nicht leicht. Er muss schon früh nach Deutschland gekommen und in Hamburg-Altona aufgewachsen sein. Von dort ist er Ende April 1918 nach Aurich gekommen.

Als Kaufmann betreibt er zusammen mit Gustav Katz das Leder-und Pelzgeschäft „Glück und Katz“ in der Marktstr. 13.

Trauzeugen bei der Hochzeit von Abraham Glück und Hilde Wolff sind der Kaufmann Jakob Sternberg und Moritz Wolf, Hildes Bruder und ebenfalls Kaufmann. Nach der Hochzeit ziehen Abraham und Hilde Glück in das Haus: Leerer Landstraße 14.

Schon 1925, also vor der Hochzeit, stellt Abraham Glück einen Einbürgerungsantrag, der aber nicht sofort bewilligt wird. Das Antragsverfahren zieht sich sehr in die Länge.

Am 11. Mai 1928 wird der Sohn Heinz geboren. Erst danach bekommt Abraham Glück die deutsche bzw. preußische Staatsbürgerschaft zuerkannt.

Am 16. Februar 1935 wird die Tochter Ursula geboren. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass die nun vierköpfige Familie im September 1935 noch einmal umzieht, nämlich in die damalige Gartenstraße, heute von-Jheringstr. 27.

Vielleicht spielen auch Fluchtgedanken dabei schon eine Rolle, denn ab 1935 wird die Situation für Juden in Deutschland immer schwieriger. Die Familie Glück macht sich im September 1937 auf den Weg in die USA. Ursula ist zu der Zeit 2 1/2 Jahre alt, ihr Bruder Heinz neun. Die Schiffsreise geht von Hamburg über Le Havre nach New York. In einer Passagierliste sind die Namen aller Familienmitglieder zu lesen. Das Schiff „Georgic“ kommt am 26. September 1937 in New York an. Die Familie wohnt zunächst in Philadelphia in Pennsylvania.

Hildes Schwestern Rosalie (geb. 02.05.1889) und Frieda (geb. 24.07.1894, verh. Sternberg) fliehen ebenfalls in die USA.  Von ihren Brüdern überlebt jedoch niemand das Ende des 2. Weltkrieges und der Naziherrschaft, auch nicht ihre Schwester Erna.  Moritz (geb. 14.03.1890) wird 1942 im Ghetto Lodz (Polen) ermordet. Erna (geb. 04.03.1893, verh. van Dyk) wird 1941 nach Riga deportiert und am 18.12.1944 im KZ Stutthof (Polen) umgebracht. Ihr Bruder Leopold M. Wolff (geb. am 6.8.1891) ist schon 1916 als Soldat des 1. Weltkrieges im Lazarett in Aurich gestorben. Auch Iwan (geb. am 23.06.1896) stirbt bereits 1937 in Aurich. Wilhelm (geb. am 20. Januar 1898) flieht im April 1940 mit Frau und Kindern aus Aurich und stirbt am 5. Mai 1940 in Berlin (Stolperstein).

Hilde Glück mit Sohn Henry (stehend), vorn v. l. Henrys Tochter Tracey, ihre Mutter Arline und deren Mutter

Das Schicksal der Familienmitglieder wirft einen dunklen Schatten auf Hildes und Abrahams Leben, aber der Start in ein neues Leben in Amerika ist voller Hoffnung. Etwa 1967 ziehen sie um nach Los Angeles. Das „Highlight“ ihres Lebens, wie Sohn Henry es nennt, besteht darin, dass sie lange genug gelebt haben, um ihre beiden Kinder glücklich verheiratet zu sehen und wunderbare Enkel bekommen zu haben. Sie sind sehr stolz auf das, was ihre Kinder erreicht haben.

Ihr Sohn Heinz, in Amerika Henry genannt, wächst in Philadelphia auf und studiert an der Universität von Pennsylvania Wirtschaft, Finanzen und internationalen Handel. Nach dem Studium ist er beruflich sehr erfolgreich. Am 22. Mai 1953 heiratet er in Los Angeles die damals 20-jährige Arline Renee Mayers. Auch die Kinder der beiden, Ronald und Tracey, sind beruflich sehr erfolgreich.

Henrys Schwester Ursula Glück heiratet am 6.Juli 1957 in Los Angeles den vielfach ausgezeichneten Sänger und Komponisten Richard Morton Sherman, der 1928 in New York geboren wurde. Sie haben zusammen zwei inzwischen erwachsene Kinder, Gregory und Victoria, und leben in Beverly Hills/California.

Hildes Mann Abraham, in Amerika Abe Gluck genannt, stirbt am 13. Februar 1970 in Los Angeles. Hilde, in Amerika Hilda Gluck, wird 89 Jahre alt und stirbt mehr als 20 Jahre später, am 13. Januar 1992. Sie wird lt. „Los Angeles Times“ vom 16. Januar 1992 auf dem Hillside Friedhof beigesetzt.

Recherche: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 5.10.2021)
Foto: Tracey Gluck
Opfergruppe: Juden
Quellen: Meldekarte Abraham Glück; NLA Aurich, Rep.249b Nr.4535; Adressbuch der Stadt Aurich für 1897, S. 65; http://www.geni.com/people/Rosa-Wolff; https://search.ancestry.com/cgi-bin/  Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York,1897-1957; https://www.myheritage.de/research/; „The Los Angeles Times“, 16.Jan. 1992, S.23
Korrespondenz mit Nachkommen
Literatur:
Patenschaft: Dr. Jörg Leeners für Friederike Leeners
Verlegetermin: 5. Oktober 2021