Archiv für die Kategorie ‘Verlegung’

Frieda Samson geb. Wolff

Veröffentlicht: 1. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Frieda SAMSON geb. Wolff
geboren am 24. Juli 1892 in Aurich

 

Straße: Wallstraße 22
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 29.01.1943)
Todesort: Auschwitz

 

 

 

 

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Frieda Wolff wird am 24.07.1892 in Sandhorst bei Aurich geboren. Sie ist das erste Kind der Eltern Joseph Wolff und Regine Reische geb. Von der Wall aus Norden. Sie hat noch drei weitere jüngere Geschwister. Ihre Schwester Eva verh. Salomons kommt mit Kind und Ehemann in der Shoah um.

Frieda Wolff heiratet den Viehhändler Abraham Josef Samson. Zusammen haben sie vier Kinder. Der älteste Sohn Josef ist schon im Geschäft.

Die Familie ist sehr religiös und beachtet die Gesetze der Religion.

Die staatlichen Verfolgungen der Juden machen auch vor den Samsons nicht halt. Sie müssen ihr Haus verkaufen und ziehen als Untermieter in das Haus der Jüdischen Gemeinde in der Emder Straße 16 ein. Die Familie will auswandern, aber sie haben keinen Verwandten in Amerika, der der Familie die begehrte Bürgschaft, das Affidavit verschafft. Ihre älteste Tochter Herta geht bereits 1938 als Au pair nach England, ihr Sohn Josef mit einem Kindertransport auch dorthin. Zuvor musste ihr Sohn die Torturen der Reichspogromnacht in Aurich und im KZ Sachsenhausen erleiden. Ihrem Mann gelang es ihn nach 14 Tagen dort gegen Lösegeld freizubekommen.

Die Familie, Frieda, ihr Mann Abraham Josef und ihr jüngstes Kind Siegfried müssen am 27. Februar 1940 Aurich verlassen und nach Berlin ziehen. Ihre Tochter Grete ist bereits dort und lernt Krankenschwester im Jüdischen Krankenhaus. Sie müssen Zwangsarbeit leisten. Sohn Siegfried kann in eine nahegelegene jüdische Bildungseinrichtung (Hachscharah) zur Vorbereitung auf Palästina gehen.

Am 28.01.1943 bekommen Frieda und ihr Mann den Befehl, sich am nächsten Tag für die Abholung bereitzuhalten.

Abraham Samson ruft abends noch seine Tochter aus der Telefonzelle an. Sie, Grete, will mit ins Lager, ihre Eltern nicht alleine lassen. Abraham Joseph antwortet in den letzten überlieferten Worten:“ Keine Frage, Du musst Dein Leben retten. Es ist nicht gut, wenn Eltern ihre Kinder leiden sehen, noch schlechter ist es, wenn Kinder ihre Eltern leiden sehen. Hüte dich. Sei stark. Und esse genug, alles was Du bekommst ohne Rücksicht auf die Religion.“

Frieda und Josef besteigen am 29.01.1943 den Deportationszug nach Auschwitz. Unmittelbar nach ihrer Ankunft werden beide ermordet.

Das Foto erhielt Günther Lübbers von Dr. Samson Munn. Es entstand im Juli 1958 im Hafen von New York an Bord eines kurz danach nach Argentinien auslaufenden Schiffes. Samson (Bildmitte) besuchte mit seiner Mutter Grete (3. von links) unter anderem Siegfried Wolff (links) und Eva Wolff (rechts).

Die Stolpersteine vor dem Haus Wallstraße 22

 

Dr. Samson Munn (Bildmitte) mit Ehefrau Rachel und den Kindern Amalia und Saul nahmen in Begleitung einer befreundeten Familie aus Berlin sowie Joan Chantrell aus England an der Verlegung teil.

Recherche: Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 7.10.2015)

Foto:

 

 

 

 

– Kennkarte (Staatsarchiv Aurich)
– Familie Samson 1937 (Sammlung Munn)
– Reichsvereinigung der Juden, 26.02.1940
– Wartenummer der Amerikanischen Botschaft, 7.05.1940- Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Standesregister Standesamt Aurich,

– Korrespondenz und Sammlung Samson Munn – Boston

Literatur:
Patenschaft: Anke Meinen
Verlegetermin: 17. Juli  2014

 

Familie Samson 1937

 

 

 

 

 

 

 

Bescheinigung der Reichsvereinigung der Juden v. 26.02.1940

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wartenummer der Amerikanischen Botschaft, 7.05.1940

 

 

 

 

 

Herta Samson

Veröffentlicht: 1. Januar 2010 von westermayer in Verlegung

Herta Samson
geboren am 16. Oktober 1919 in Aurich

Straße: Wallstraße 22
Todesdatum: 17. Oktober 2012
Todesort: New York
Herta Samson ist das erste Kind der Eltern Abraham Josef und Frieda geb. Wolff aus Sandhorst. Die Familie wohnt in der Wallstraße 22 und zuletzt kurzzeitig im Haus Emder Straße 16.Die Familie ist sehr religiös und beachtet alle Gesetze der Religion. Um sie herum gibt es viel weitere Verwandtschaft der beiden Elternteile.

Wie alle jüdischen Kinder kann Herta nach der jüdischen Volksschule keine weitere Schul- oder Berufsausbildung in Aurich anschließen. Der Antrag auf Aufnahme in das Ulricianum wird abgelehnt. Es scheint für sie – wie auch für alle anderen jüdischen Mädchen in dieser Zeit – nur der Beruf der Haushaltshilfe in einem jüdischen Haushalt möglich zu sein.

In der Nacht des reichsweiten Pogroms, als die Auricher Synagoge brennt und die anderen jüdischen Kultuseinrichtungen zerstört werden, wird allen jungen Auricher Juden deutlich, dass sie ihr Land so schnell wie möglich verlassen müssen. Herta emigriert am 21. 12. 1938 mit einem Kindertransport nach England. Sie hilft ein Jahr in einem Haushalt in Northampton. Sie bleibt während der ganzen Kriegsjahre in England und steht auch in Kontakt mit ihrem in London lebenden Bruder Josef.

Nach dem Krieg emigriert sie in die USA, nach New York, um in der Nähe ihrer Schwester Grete zu sein. Sie macht eine Ausbildung als Radiologische Assistentin [MTA]. Nach ein paar Jahren macht sie eine Weiterbildung als Assistentin in der Strahlentherapie.

Sie ist attraktiv und belesen. Geistig unabhängig, selbstschaffend ist sie Teil der Intelligentia von Lower Manhattan von den 50ern bis zu den 70ern. Sie ist umgänglich und hat einen großen Freundeskreis und hat auch feste Beziehungen. Sie bekommt Heiratsanträge, die sie aber ablehnt. So bleibt sie unverheiratet und lebt alleinstehend. Sie bekommt auch keine Kinder.

„Ich, von der jüngeren Generation, stand ihr gefühlsmäßig sehr nah. Sie hatte viel Ärger mit meinem Bruder Allan und später sogar mit meiner Mutter. Auch mit mir hatte sie manchmal welchen. Aber wir hatten uns alle mit ihr, als es zum Ende ging, gut versöhnt.“ [Samson Munn]
Sie stirbt am 17. Oktober 2012, einen Tag nach ihrem Geburtstag, an Lungenkrebs – obwohl sie nie eine Raucherin war.

Das Foto erhielt Günther Lübbers von Dr. Samson Munn. Es entstand im Juli 1958 im Hafen von New York an Bord eines kurz danach nach Argentinien auslaufenden Schiffes. Samson (Bildmitte) besuchte mit seiner Mutter Grete (3. von links) unter anderem Siegfried Wolff (links) und Eva Wolff (rechts).

Die Stolpersteine vor dem Haus Wallstraße 22

Dr. Samson Munn (Bildmitte) mit Ehefrau Rachel und den Kindern Amalia und Saul nahmen in Begleitung einer befreundeten Familie aus Berlin sowie Joan Chantrell aus England an der Verlegung teil.

 

Recherche:Jörg Peter
Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 1.06.2015)

Fotos: – Geburtsurkunde Herta Samson (Standesamt Aurich)
– Familie Samson 1937 (Sammlung Munn)- Stolpersteinverlegung (Günther Lübbers)
Opfergruppe: Juden
Quellen: – ehem. Melderegister Stadt Aurich Rep. Nds. Staatsar-chiv,

– Standesregister Standesamt Aurich,

– Korrespondenz Samson Munn – Boston

Literatur:
Patenschaft: Isolde Jungenkrüger
Verlegetermin: 17. Juli  2014

 

Geburtsurkunde Herta Samson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Familie Samson 1937

Wolff Wilhelm Cohen

Veröffentlicht: 1. Juni 1915 von westermayer in Verlegung

Cohen, Wolff WilhelmWolff  Wilhelm COHEN
geboren am 4. Januar 1915 in Aurich

 

 

 

Straße: Marktstraße 16
Todesdatum: Flucht nach Australien,  1.12.1948
Todesort: Adelaid

Wilhelm Cohen
1948
National Archives of Australia

 

Wilhelm Cohen
1939
National Archives of Australia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wolff Wilhelm Cohen wird am 4. Januar 1915 in Aurich als fünftes Kind von Jakob Abraham Cohen (1877-1943) und Jette „Jettchen“ Hess aus Dornum (1890-1950).Wolff Wilhelm Cohen flieht noch rechtzeitig vor der Reichspogromnacht aus Aurich. Er flieht zunächst nach England. Als letzten Wohnort in England gibt er Loxton an. Im Jahr 1938 verlässt er England mit der „SS Orontes“ und erreicht Australien am 25.10.1938 im Hafen Oyster Harbour südlich von Perth. Am 23.10.1939 beantragt er die Einbürgerung (Form of Application for Registration, s. u.). Als Beruf gibt er „Fleischer“ an.

Wolff Wilhelm heiratet Marjory Phillis (*25.05.1918) und hat mit ihr zwei Söhne: Robert Wilhelm (* 11.11.1945) und Jan Christopher (* 23.03.1947). Er wohnt mit seiner Familie in Adelaid.
Er stirbt im Alter von 33 Jahren am 1.12.1948 in Adelaid und ist auf der jüdischen Abteilung des Friedhofs West Terrace in Adelaid begraben.

Sein Vater Jakob Abraham Cohen wird am 24. Januar 1877 in Aurich geboren. Er ist das erste von vier Kindern seiner Eltern Abraham Jacob Cohen (1842 – 1933) und Betti geb. Driels (1848 – 1891). Seine Schwestern Friederike (1878 – 1933) und Caroline (1888 – 1942) ziehen nach Holland, sein Bruder Wolf Wilhelm Abraham Cohen (1881 – ) lebt in Aurich, arbeitet als Schlachter und gründet eine Familie.

Jette Hess ist das 4. von 13 Kindern ihrer Eltern Moses Hess (1861-1932) und Bertha Hess geb. Wolffs (*1863). Eine Schwester von Jette, Eva Hess (*1893) heiratet einen Bruder von Jakob Abraham Cohen, Wolff Wilhelm Cohen (1881-1935).

Jakob Abraham Cohen und seine Frau Jette haben zusammen sechs Kinder: Ihr erstes Kind, Moses Jacob Cohen (*14.09.1909) stirbt schon im Alter von 2 Jahren. Danach werden noch fünf Kinder geboren: Abraham Jakob   (4.10.1910 Aurich – 4.06.1995 Quito, Equador), Moritz Moses Jakob (20.11.1911 Aurich – 1943), Betti verh. Valk (16.01.1913 Aurich – 6.10.1944 Auschwitz), Wolff Wilhelm (4.01.1915 Aurich   – 31.12.1943 Australien) und Josef (25.03.1917 Aurich – 26.06.1941 Neuengamme).

Die Ehe zwischen Jakob Abraham und Jette verlief offensichtlich nicht glücklich. Jakob Abraham Cohen berichtet später: „als er (1918) aus dem Krieg kam, habe er Joseph (sein jüngstes Kind, zu dem Zeitpunkt etwa 1 ½ Jahre alt) damals mit einem Kopfaussatz in einer Bremer Hautklinik gefunden, da seine Mutter ihn vernachlässigte und alle Kinder im Stich ließ, als sie ihm damals durchgegangen war.“ Wohin Jette „durchgegangen“ ist wissen wir nicht. Vermutlich gleich nach Italien, denn dort trifft sie 1936 ihren Sohn Abraham Jakob. 1940 hält sie sich in Mailand auf. Sie kann vor der Judenverfolgung in die USA fliehen und lebt mit ihrem zweiten Ehemann in Toledo, Ohio. Dort stirbt sie 1950.
Über die Lebensumstände von Jakob Abraham Cohen in Aurich wissen wir wenig. Seine Kinder verlassen ihn schon in jungen Jahren, so zog sein jüngster Sohn Josef 1929 im Alter von 12 Jahren in ein Lehrlingsheim in Düsseldorf und kam nicht wieder nach Aurich zurück.
Jakob Abraham Cohen emigriert im Juni 1937 in die Niederlande und heiratet in Hoogeveen am 17. August 1938 Eva van Gelderen.

Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen auch dort die Judenverfolgung einsetzt, werden Jakob Abraham Cohen und seine Frau Eva am 6. April 1943 in Westerbork interniert und am 20. April 1943 nach Sobibor deportiert. Vermutlich werden sie nach ihrer Ankunft ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Über das Schicksal der Kinder von Jakob Abraham Cohen können wir Folgendes berichten: Sein zweites Kind Abraham Jakob konnte zunächst in die Niederlande fliehen. Sein Sohn Henry erzählt, dass sein Vater auf der Flucht aus Aurich zwei Soldaten erschosssen habe, die sein Haus bewachten. Die Niederlande lehnten einen von Deutschland gestellten Auslieferungsantrag ab, da Abraham Jakob in Selbstverteidigung gehandelt hätte. Er musste aber die Niederlande verlassen und ging nach Italien zu seiner Mutter. Dort heiratet er am 7.11.1936. Als auch in Italien die Situation für die Juden unsicher wird, flieht er mit seiner Familie nach Equador und wählte Quito als neuen Lebensort.

Sein drittes Kind Moritz Moses Jacob erlernt den Beruf des Bäckergesellen. Er verlässt 1926 Aurich im Alter von 15 Jahren um drei Jahre in Köln zu leben und kehrt 1929 wieder zurück. Nach Aufenthalten in Assen und Berlin kehrt er immer wieder nach Aurich zurück. Im November 1933 verlässt er endgültig Aurich und zieht nach Den Haag in den Niederlanden. Dort lernt er seine Frau Ester Roffesa (*7.12.1912 Den Haag – 1943) kennen und heiratet sie. Ihre älteste Tochter Jettchen (benannt nach ihrer Großmutter) wird am 25.05.1939 noch in Den Haag geboren. Dann zieht die Familie nach Groningen um. Dort wird am 30.11.1942 ihre zweite Tochter Rika Jacoba geboren.
Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen die Judenverfolgung beginnt, wird Moses am 9.03.1943 in Westerbork interniert, seine Frau und 2 Kinder folgen am 6.04.1943. Am 13.04.1943 wird die gesamte Familie nach Sobibor deportiert und ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Für das vierte Kind von Jakob Abraham Cohen, Betti Cohen verh. Valk, haben wir bereits einen Stolperstein in der Lindenstraße 9 verlegt. Sie zieht 1936 ebenfalls in die Niederlande nach Wildervank, heiratet dort Jacob Valk (1911-1945) und hat mit ihm eine Tochter Roosje (*1.08.1937). Die Familie wird am 4.10.1942 in Westerbork interniert, am 4.09.1944 zunächst nach Theresienstadt deportiert, dann nach Auschwitz (Jacob 29.9.1944, Betti und Roosje 4.10.1944).

Das sechste und jüngste Kind von Jakob Abraham Cohen, Josef Cohen, beginnt 1929 eine Schlosserlehre in Düsseldorf. Er arbeitet dann in verschiedenen Handlangertätigkeiten. 1937 wird er nach §175 zu 10 Monaten Haft verurteilt. Danach arbeitet er zunächst in Hamburg auf der Köhlbrand Werft, dann als Heizer auf verschiedenen Elbdampfern. Im September 1939 wird er verhaftet, am 29.04.1941 wegen Gewaltverbrechen und Rassenschande zum Tode verurteilt und am 26.06.1941 hingerichtet.

Sein Fall ist ein Musterbeispiel für nationalsozialistische Willkürjustiz: Widersprüchliche Aussagen über den Tathergang der Notzucht wurden nicht berücksichtigt, in den Verhörprotokollen lässt sich eine Vorverurteilung des „Judenlümmels“ deutlich erkennen, Rechtverordnungen wurden rückwirkend auf seinen Fall angewendet und die sofortige Vollstreckung trotz bestehender Zweifel im Eilverfahren durchgesetzt.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: National Archives of Australia: https://recordsearch.naa.gov.au/SearchNRetrieve/Interface/DetailsReports/ItemDetail.aspx?Barcode=4073825&isAv=N
Information des Sohnes Robert Wilhelm
Literatur:
Patenschaft: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Verlegetermin: 27. Januar 2015

Moritz Moses Jakob Cohen

Veröffentlicht: 1. Juni 1915 von westermayer in Verlegung

Cohen, Moses JakobMoritz Moses Jakob COHEN
geboren am 20. November 1911 in Aurich

Straße: Marktstraße 16
Todesdatum: 31. Dezember 1943
Todesort: Australien
Moritz Moses Jakob Cohen wird am 20. November 1911 in Aurich als zweites Kind von Jakob Abraham Cohen (1877-23.04.1943 Sobibor) und Jette „Jettchen“ Hess aus Dornum (09.04.1890-02.07.1950 Toledo / USA).

Sein Vater Jakob Abraham Cohen wird am 24. Januar 1877 in Aurich geboren. Er ist das erste von vier Kindern seiner Eltern Abraham Jacob Cohen (1842 – 1933) und Betti geb. Driels (1848 – 1891). Seine Schwestern Friederike (1878 – 1933) und Caroline (1888 – 1942) ziehen nach Holland, sein Bruder Wolf Wilhelm Abraham Cohen (1881 – ) lebt in Aurich, arbeitet als Schlachter und gründet eine Familie.

Jette Hess ist das 4. von 13 Kindern ihrer Eltern Moses Hess (1861-1932) und Bertha Hess geb. Wolffs (*1863). Eine Schwester von Jette, Eva Hess (*1893) heiratet einen Bruder von Jakob Abraham Cohen, Wolff Wilhelm Cohen (1881-1935).

Jakob Abraham Cohen und seine Frau Jette haben zusammen sechs Kinder: Ihr erstes Kind, Moses Jacob Cohen (*14.09.1909) stirbt schon im Alter von 2 Jahren. Danach werden noch fünf Kinder geboren: Abraham Jakob   (4.10.1910 Aurich – 4.06.1995 Quito, Equador), Moritz Moses Jakob (20.11.1911 Aurich – 1943), Betti verh. Valk (16.01.1913 Aurich – 6.10.1944 Auschwitz), Wolff Wilhelm (4.01.1915 Aurich – 31.12.1943 Australien) und Josef (25.03.1917 Aurich – 26.06.1941 Neuengamme).

Die Ehe zwischen Jakob Abraham und Jette verlief offensichtlich nicht glücklich. Jakob Abraham Cohen berichtet später: „als er (1918) aus dem Krieg kam, habe er Joseph (sein jüngstes Kind, zu dem Zeitpunkt etwa 1 ½ Jahre alt) damals mit einem Kopfaussatz in einer Bremer Hautklinik gefunden, da seine Mutter ihn vernachlässigte und alle Kinder im Stich ließ, als sie ihm damals durchgegangen war.“ Wohin Jette „durchgegangen“ ist wissen wir nicht. Vermutlich gleich nach Italien, denn dort trifft sie 1936 ihren Sohn Abraham Jakob. 1940 hält sie sich in Mailand auf. Sie kann vor der Judenverfolgung in die USA fliehen und lebt mit ihrem zweiten Ehemann in Toledo, Ohio. Dort stirbt sie am 2.07.1950.
Über die Lebensumstände von Jakob Abraham Cohen in Aurich wissen wir wenig. Seine Kinder verlassen ihn schon in jungen Jahren, so zog sein jüngster Sohn Josef 1929 im Alter von 12 Jahren in ein Lehrlingsheim in Düsseldorf und kam nicht wieder nach Aurich zurück.
Jakob Abraham Cohen emigriert im Juni 1937 in die Niederlande und heiratet in Hoogeveen am 17. August 1938 Eva van Gelderen.

Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen auch dort die Judenverfolgung einsetzt, werden Jakob Abraham Cohen und seine Frau Eva am 6. April 1943 in Westerbork interniert und am 20. April 1943 nach Sobibor deportiert. Vermutlich werden sie nach ihrer Ankunft ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Über das Schicksal der Kinder von Jakob Abraham Cohen können wir Folgendes berichten: Sein zweites Kind Abraham Jakob konnte zunächst in die Niederlande fliehen. Sein Sohn Henry erzählt, dass sein Vater auf der Flucht aus Aurich zwei Soldaten erschosssen habe, die sein Haus bewachten. Die Niederlande lehnten einen von Deutschland gestellten Auslieferungsantrag ab, da Abraham Jakob in Selbstverteidigung gehandelt hätte. Er musste aber die Niederlande verlassen und ging nach Italien zu seiner Mutter. Dort heiratet er am 7.11.1936. Als auch in Italien die Situation für die Juden unsicher wird, flieht er mit seiner Familie nach Equador und wählte Quito als neuen Lebensort.

Sein drittes Kind Moritz Moses Jakob erlernt den Beruf des Bäckergesellen. Er verlässt 1926 Aurich im Alter von 15 Jahren um drei Jahre in Köln zu leben und kehrt 1929 wieder zurück. Nach Aufenthalten in Assen und Berlin kehrt er immer wieder nach Aurich zurück. Im November 1933 verlässt er endgültig Aurich und zieht nach Den Haag in den Niederlanden. Dort lernt er seine Frau Ester Roffesa (*7.12.1912 Den Haag – 16.04.1943) kennen und heiratet sie. Ihre älteste Tochter Jettchen (benannt nach ihrer Großmutter) wird am 25.05.1939 noch in Den Haag geboren. Dann zieht die Familie nach Groningen um. Dort wird am 30.11.1942 ihre zweite Tochter Rika Jacoba geboren.

Als nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen die Judenverfolgung beginnt, wird Moses am 9.03.1943 in Westerbork interniert, seine Frau und 2 Kinder folgen am 6.04.1943. Am 13.04.1943 wird die gesamte Familie nach Sobibor deportiert und ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.
Für das vierte Kind von Jakob Abraham Cohen, Betti Cohen verh. Valk, haben wir bereits einen Stolperstein in der Lindenstraße 9 verlegt. Sie zieht 1936 ebenfalls in die Niederlande nach Wildervank, heiratet dort Jacob Valk (1911-1945) und hat mit ihm eine Tochter Roosje (*1.08.1937). Die Familie wird am 4.10.1942 in Westerbork interniert, am 4.09.1944 zunächst nach Theresienstadt deportiert, dann nach Auschwitz (Jacob 29.9.1944, Betti und Roosje 4.10.1944).

Wolff Wilhelm Cohen, fünftes Kind von JakobAbraham Cohen, flieht noch rechtzeitig vor der Reichspogromnacht aus Aurich. Er flieht zunächst nach England. Als letzten Wohnort in England gibt er Loxton an. Im Jahr 1938 verlässt er England mit der „SS Orontes“ und erreicht Australien am 25.10.1938 im Hafen Oyster Harbour südlich von Perth. Am 23.10.1939 beantragt er die Einbürgerung (Form of Application for Registration, s. u.). Als Beruf gibt er „Fleischer“ an.
Wolff Wilhelm heiratet Marjory Phillis (*25.05.1918) und hat mit ihr zwei Söhne: Robert Wilhelm (* 11.11.1945) und Jan Christopher (* 23.03.1947). Er wohnt mit seiner Familie in Adelaid.
Er stirbt im Alter von 33 Jahren am 1.12.1948 in Adelaid und ist auf der jüdischen Abteilung des Friedhofs West Terrace in Adelaid begraben.

Das sechste und jüngste Kind von Jakob Abraham Cohen, Josef Cohen, beginnt 1929 eine Schlosserlehre in Düsseldorf. Er arbeitet dann in verschiedenen Handlangertätigkeiten. 1937 wird er nach § 175 zu 10 Monaten Haft verurteilt. Danach arbeitet er zunächst in Hamburg auf der Köhlbrand Werft, dann als Heizer auf verschiedenen Elbdampfern. Im September 1939 wird er verhaftet, am 29.04.1941 wegen Gewaltverbrechen und Rassenschande zum Tode verurteilt und am 26.06.1941 hingerichtet.

Sein Fall ist ein Musterbeispiel für nationalsozialistische Willkürjustiz: Widersprüchliche Aussagen über den Tathergang der Notzucht wurden nicht berücksichtigt, in den Verhörprotokollen lässt sich eine Vorverurteilung des „Judenlümmels“ deutlich erkennen, Rechtverordnungen wurden rückwirkend auf seinen Fall angewendet und die sofortige Vollstreckung trotz bestehender Zweifel im Eilverfahren durchgesetzt.

Für die Familie Cohen wurden am 10.06.2016 weitere vier Stolpersteine in Stadskanaal / NL, vor dem Haus Hoofdstraat 57 verlegt.

 

 Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Ergänzung am 04.01.2024: Günther Lübbers

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Dieter Schmidt
Verlegetermin: 27. Januar 2015

Gertrud Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, GertrudGertrud WOLFF
geboren am 4. Mai 1924 in Aurich

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: unbekannt
Todesort:
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.Gertrud Wolff wird am 4. Mai 1924 in Aurich als jüngstes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Gertrud hat insgesamt zwei Schwestern und drei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), David (*31.07.1917) und Max (*20.09.1920 +12.02.2014.Gertruds Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Ihre Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.Bei Gertruds Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

Im Januar 1938 muss Getruds Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Davids Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Davids Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

Nur Getruds Brüder Karl Levi Wolff (1909-1989), David Levy (1917-1992) und Max Wolff (1920-2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben.

Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig. Wir wissen nicht, warum ihr Vater sie nicht nach Rotterdam mitgenommen hat.

Gertrud ist vermutlich am 7.03.1938 zu einer Familie Valk nach Emden in die Große Straße gezogen. Es kann aber auch sein, dass sie vom 14.03. bis zum 28.06.1938 im jüdischen Altenheim und Waisenhaus an der Claas-Tholen-Straße 19 wohnte und nach Aurich zurückkehrte.
Danach verliert sich ihre Spur.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Mathias Riek
Verlegetermin: 27. Januar 2015

Max Levy Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, MaxMax Levy WOLFF
geboren am 20. September 1920 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: 12.02.2014
Todesort: San Diego
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Max Levy Wolff wird am 20. September 1920 in Aurich als fünftes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Max Levy hat insgesamt drei Schwestern und zwei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), David (*31.07.1917) und Gertrud (4.05.1924).
Max Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Davids Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Max verlässt Aurich am 16.09.1937 und zieht nach Rabber im Kreis Wittlage. Ihm gelingt die Flucht nach San Diego, Kalifornien, USA. Dorthin flieht auch sein Bruder Karl, wahrscheinlich auch sein Bruder David.

Max heiratet und hat zwei Kinder: Levy David Wolff (benannt nach seinem Vater) und Jette Julia Wolff (benannt nach seiner Mutter).
Er stirbt am 12. Februar 2014 in San Diego.

 

Im Januar 1938 muss Max Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Max Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Max Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Max Brüder Karl Levi Wolff (*1909) und David Levy Wolff (*31.07.1917) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.nwzonline.de/friesland/politik/varel-erinnert-an-opfer-der-verfolgung_a_9,4,2033758190.html
http://www.tributes.com/obituary/show/Max-Wolff-100689865
Literatur:
Patenschaft: Ingo Mersch-Klock
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

David Levy Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, DavidDavid Levy WOLFF
geboren am 31. Juli 1917 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: San Diego
Todesort: 22.10.1992
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

David Levy Wolff wird am 31. Juli 1917 in Aurich als viertes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. So erhält der als viertes Kind geborene ebenfalls diesen Namen. David Levy hat insgesamt drei Schwestern und zwei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Davids Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Davids Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

David verlässt Aurich am 19.09.1934 und zieht nach Varel. Er kehrt von Januar bis Aperil 1935 noch einmal nach Aurich zurück, um dann wieder nach Varel zu ziehen. David gelingt die Flucht aus Varel in die USA. Er zieht zu seinen Brüdern Karl und Max, die sich nach ihrer Flucht aus Deutschland in San Diego, Kalifornien, USA niederließen. Er heiratet und hat drei Kinder
(s. https://www.geni.com/people/David-Wolff).

Er verstirbt in San Diego am 22.10.1992.

 

 

Im Januar 1938 muss Davids Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Davids Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Davids Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Davids Brüder Karl Levi Wolff (*1909) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.nwzonline.de/friesland/politik/varel-erinnert-an-opfer-der-verfolgung_a_9,4,2033758190.html
https://www.geni.com/people/David-Wolff/5181395339470086283?through=6000000002615293150
http://www.mocavo.com/David-Wolff-1917-1992-Social-Security-Death-Index/13948285134398626251
Literatur:
Patenschaft: Klaus und Gerta Gebhardt
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Karl Levy Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Karl Levy WOLFF
geboren am 9. Juni 1909 in Aurich

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: 2.02.1989
Todesort: San Diego
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Karl Levy Wolff wird am 9. Juni 1909 in Aurich als zweites von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“   Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Karl hat insgesamt drei Schwestern und zwei Brüder: Marianne (*15.05.1908), Netta (2.03.1915), David Levi Wolff (*31.07.1917), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Karls Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Karls Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Karl heiratet am 22.02.1937 Sophie Hes(s) (*24.10.1914 in Papenburg), die am 19.03.1937 aus Papenburg, Hauptkanal 57, zu ihm nach Aurich zieht. Das junge Paar wohnt bei Karls Vater in der Großen Mühlenwallstraße 1.

Am 20.01.1938 meldet sich das Paar aus Aurich ab und zieht zu Sophies Eltern (der Schlachtermeister Max Hes und seine Frau Rosita geb. Löwenstein) nach Papenburg, Hauptkanal 57.

Nach der Reichspogromnacht wandern viele jüdische Papenburger Bürger nach Südamerika aus, so auch Sophies Eltern am 3.05.1939 nach Paraguay und zwei von Sophies Geschwistern: Joseph und Julius.

 

Auch Karl Levi und seiner Frau Sophie gelingt noch rechtzeitig die Ausreise aus Deutschland. Sie sind dem Völkermord an den Juden entkommen.
Über den weiteren Lebensweg von Karl Wolff und seiner Ehefrau Sophie geb. Hes wissen wir leider nur wenig. Karl Levy Wolff verstirbt 2.02.1989 in San Diego, USA. Seine Frau Sophie Wolff verstirbt   am 23.03.2006 in San Diego, Kalifornien, USA.
Aus der Todesanzeige für Sophie können wir entnehmen, dass Karl und Sophie Wolff eine Tochter Joan verh. Schauder und einen Sohn Lois haben. Auch Sophies Bruder Julius ist dort erwähnt sowie ihre 4 Enkelkinder und fünf Urenkel.

 

Im Januar 1938 muss Karls Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Karls Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Karls Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Karls Brüder David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.mocavo.com/Sophie-Wolff-1914-2006-Social-Security-Death-Index/14054770734409381826
http://www.utsandiego.com/uniontrib/20060328/news_1m28obitqz.html
http://death-records.mooseroots.com/l/214560111/Karl-Wolff
Literatur:
Patenschaft: Kirchenamt Aurich
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Karl Levy Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Karl Levy WOLFF
geboren am 9. Juni 1909 in Aurich

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: 2.02.1989
Todesort: San Diego
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Karl Levy Wolff wird am 9. Juni 1909 in Aurich als zweites des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“   Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Karl hat noch zwei weitere Schwestern und Brüder: Netta (2.03.1915), David Levi Wolff (*31.07.1917), Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014) und Gertrud (4.05.1924).
Karls Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Seine Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Karls Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Karl heiratet 1937 Sophie Hes(s) (*24.10.1914 in Papenburg), die am 19.03.1937 aus Papenburg, Hauptkanal 57, zu ihm nach Aurich zieht. Das junge Paar wohnt bei Karls Vater in der Großen Mühlenwallstraße 1.

Am 20.01.1938 meldet sich das Paar aus Aurich ab und zieht zu Sophies Eltern (der Schlachtermeister Max Hes und seine Frau Rosita geb. Löwenstein) nach Papenburg, Hauptkanal 57.

Nach der Reichspogromnacht wandern viele jüdische Papenburger Bürger nach Südamerika aus, so auch Sophies Eltern am 3.05.1939 nach Paraguay und zwei von Sophies Geschwistern: Joseph und Julius.

 

Auch Karl Levi und seiner Frau Sophie gelingt noch rechtzeitig die Ausreise auch Deutschland. Sie sind dem Völkermord an den Juden entkommen.
Über den weiteren Lebensweg von Karl Wolff und seiner Ehefrau Sophie geb. Hes wissen wir leider nur wenig. Karl Levy Wolff verstirbt 2.02.1989 in San Diego, USA. Seine Frau Sophie Wolff verstirbt   am 23.03.2006 in San Diego, Kalifornien, USA.
Aus der Todesanzeige für Sophie können wir entnehmen, dass Karl und Sophie Wolff eine Tochter Joan verh. Schauder und einen Sohn Lois haben. Auch Sophies Bruder Julius ist dort erwähnt sowie ihre 4 Enkelkinder und fünf Urenkel.

 

Im Januar 1938 muss Karls Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Karls Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Karls Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Karls Brüder David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: http://www.mocavo.com/Sophie-Wolff-1914-2006-Social-Security-Death-Index/14054770734409381826
http://www.utsandiego.com/uniontrib/20060328/news_1m28obitqz.html
http://death-records.mooseroots.com/l/214560111/Karl-Wolff
Literatur:
Patenschaft: Kirchenamt Aurich
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

Gelle Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, GelleGelle WOLFF
geboren am 20. Juli 1880 in Aurich

 

 

 

Straße: Wallstraße 16
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Riga

Gelle Wolff (Foto der Kennkarte, StA Aurich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelle (Gelte) Wolff wird am 20. Juli 1880 in Aurich geboren. Sie ist das 3. von 15 Kindern ihrer Eltern David Levi Wolff (1847-1911) und Marianne Wolff geb. von Oß (1855-1931) aus Emden. Fünf von Gelles Geschwistern versterben schon im Kindesalter. Sechs ihrer Geschwister werden ebenso wie sie Opfer des Völkermordes an den Juden. Drei ihrer Geschwister können vor dem Naziterror noch rechtzeitig nach Australien, nach Paraguay bzw. in die USA fliehen.

Gelles Vater David Levy Wolff arbeitet in Aurich als Viehhändler und Schlachter und wohnt mit seiner Familie in der Wallstraße 16. Noch im Adressenverzeichnis von 1926 wird unter dem Namen ihres Vaters, der zu dieser Zeit schon seit 15 Jahren verstorben ist, hier eine Viehhandlung geführt. Vermutlich wird sie von Gelles Mutter und ihren Geschwistern betrieben. Ihr ältester Bruder Levy David hatte zu dieser Zeit schon seine eigene Viehhandlung in der Großen Mühlenwallstraße 1.
Leider wissen wir über Gelles Leben nicht viel. Sie bleibt ledig und wohnt zunächst in Aurich bei ihrer Mutter in der Wallstraße 16. In dem Verzeichnis der in Aurich wohnenden Juden vom Oktober 1935 ist sie nicht mehr erwähnt. Sie muss also schon 1935 nach Berlin verzogen sein. Gemeldet ist sie dort in der Alten Schönhauser Straße 3 in der Nähe der „Volksbühne“ (nahe U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz).

Vermutlich musste sie – wie viele andere jüdische Bürger in Berlin – Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten.

Am 25. Januar 1942 wird Gelle (Gelte) Wolff mit dem 10. Transport ab Berlin-Grunewald nach Riga deportiert. In der Transportliste, die im Internet einzusehen ist, wird sie unter der Nr. 685 aufgelistet und als „arbeitsfähig“ eingestuft.
Der Zug mit den 1.000 deportierten Juden aus Berlin erreicht am 30. Januar 1942 sein Ziel. Hier verliert sich die Spur von Gelle (Gelte) Wolff.

In dem Ghetto in Riga, das im Oktober 1941 abgeriegelt wird, leben zunächst etwa 30.000 lettische Juden auf engstem Raum. Viele von ihnen werden ermordet um Platz für Juden aus dem Reichsgebiet zu schaffen. Insgesamt werden etwa 25.000 deutsche Juden nach Riga transportiert. Viele werden bei ihrer Ankunft erschossen. Die zunächst überlebenden müssen Zwangsarbeit leisten. Im November 1943 ist das Ghetto weitgehend geräumt, die Bewohner werden ermordet oder in andere Konzentrations- oder Vernichtungslager deportiert.

Es ist davon auszugehen, dass auch Gelle Wolff ermordet wurde. Ein genaues Todesdatum kennen wir nicht.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:
Kennkarte v. 31.07.1939, Staatsarchiv Aurich
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Anita Schürmann
Verlegetermin: 27. Januar 2015